Google
This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct
to make the world's books discoverablc online.
It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books
are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover.
Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the
publisher to a library and finally to you.
Usage guidelines
Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying.
We also ask that you:
+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for
personal, non-commercial purposes.
+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the
use of public domain materials for these purposes and may be able to help.
+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it.
+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe.
Äbout Google Book Search
Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web
at |http: //books. google .com/l
Google
IJber dieses Buch
Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde.
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch,
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist.
Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin-
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat.
Nu tzungsrichtlinien
Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen.
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien:
+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden.
+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen
unter Umständen helfen.
+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht.
+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein,
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben.
Über Google Buchsuche
Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen.
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen.
«#« .>»w
^^^k
S..ri.^>
1-
1
m
1
,.f.>ms45^: •!
1
t.^. J
'»^^a. :. Ji;r ..igagii^
A
f
y
SAMMLUNG
KTTRZEE &EA1IATIKEN
GERMANISCHER DIALEKTE.
HERAUSGEGEBEN
VON
WILHELM BBAITNE.
m. ANGELSÄCHSISCHE GRAMMATIK.
HALLE.
MAX NIEMEYER.
1 S^6.
AN&ELSiCHSISCHE
GRAIIATIK
VON
EDUARD SIEVEBS.
ZWEITE AUFLAGE.
HALLE.
MAX NIEMEYER.
18S6.
Vorwort.
Die früheren angelsächsischen grammatiken haben sich
im wesentlichen die spräche der poetischen texte zum Vorwurf
genommen, damit aber ein sehr ungünstiges object gewählt.
Denn in den durchgängig jüngeren handschriften gerade dieser,
anderen Zeiten und oft auch verschiedenen dialekten ent-
stammenden denkmäler geht altes und junges durcheinander und
stehen gelegentlich formen der verschiedensten dialekte neben
einander. Nach den bahnbrechenden arbeiten von Henry
Sweet (welcher insbesondere in der einleitung zu seiner aus-
gäbe der Cura pastoralis zuerst die eigentümlichkeiten des
älteren westsächsischen kennen gelehrt, und weiterhin in dem
aufsatze *Dialects and Prehistorie Forms of English' das
augenmerk auf die ältesten denkmäler gelenkt und eine kurze
Charakteristik der hauptdialekte geliefert hatte) war es klar,
dass eine neue darstellung der angelsächsischen grammatik
sich im wesentlichen auf die spräche derjenigen älteren und
jüngeren prosadenkmäler stützen müsse, von welchen sich
annehmen liess, dass sie einen mehr oder weniger einheitlichen
dialekt darstellen. Auf dieser grundlage ruht deun auch vor-
nehmlich der gegenwärtige abriss. Im Vordergründe steht
überall die beschreibung des westsächsischen ; daneben ist ver-
sucht worden, auch die hauptsächlichsten abweichungen der
VI Vorwort.
übrigen dialekte in aller kürze anzugeben. Im übrigen will
die darstellung historisch sein, d. h. es ist der versuch gemacht
worden, älteres und jüngeres etwas strenger zu scheiden, als
dies bisher in Deutschland wenigstens zu geschehen pflegte.
In dieser richtung wird meine arbeit auch in der vorliegenden
zweiten ausgäbe noch ganz besonders der ergänzung und be-
richtigung bedürfen. Doch möchte ich einem möglichen ein-
wand gleich hier vorbeugen. Die angäbe, dass ein laut oder
eine form 'älter' oder 'später' sei, soll zunächst nur auf das
relative alter von laut- oder formpaaren, oder das überwiegende
auftreten der einen oder andern form in den älteren oder
jüngeren denkmälern hinweisen, ohne vereinzeltes vorkommen
der 'späteren' formen in älteren texten und umgekehrt aus-
diilcklich in abrede zu stellen. Bei dem gegenwärtigen stände
unserer kenntnis des ags. war es nicht möglich genauer zu
verfahren. Für die bestimmung der absoluten Chronologie der
ags. laute und formen bleibt ja fast noch alles zu tun übrig,
und bei der geringen zahl der mitarbeiter auf diesem felde
ist kaum zu hoffen, dass die nächste zukunft bereits eine
strengeren historischen anforderungen entsprechende gesammt-
darstellung der geschichte des angelsächsischen gestatten
werde.
Unter diesen umständen habe ich es für ratsam gehalten,
dieser neuen aufläge einstweilen einzuverleiben, was mir als
gesichertes material zu geböte stand. Abgesehen von einer
reihe von specialarbeiten, welche das literaturverzeichnis am
Schlüsse nachweist, habe ich dabei voi-wiegend wieder aus
eigenen Sammlungen schöpfen müssen. Ein teil derselben, mit
den entsprechenden zahlenbelegen, ist in Paul und Braune's
Beiträgen IX, 197 flf. veröffentlicht. Seitdem ist die nachsammi-
lung ununterbrochen weitergeführt, namentlich auch auf in-
zwischen neu veröffentlichte texte erstreckt worden. Dass sich
dabei nicht mehr all zu viel des bedeutenderen ergeben hat,
hoffe ich als eine bürgschaft dafür auffassen zu dürfen, dass
Vorwort. VII
nun wenigstens die wesentlichsten sprachlichen erscheinungen
des angelsächsischen in genügendem umfang beobachtet und
zur darstellung gebracht worden sind. Auf eine erschöpfende
Vorführung aller einzelheiten habe ich natürlich jetzt ebenso-
wenig ausgehen können wie bei der ersten aufläge. Die
beleglisten für die einzelnen erscheinungen hätte ich selbst
ohne mühe erheblich erweitern können, hätte sich dies mit
der ganzen anläge dieses grundrisses vertragen. Grössere
lücken wird man aber trotz dieser beschränkung, wie ich
hoflfe, nur auf zwei gebieten antreffen, die ich mit rücksicht
auf die verheissenen arbeiten anderer nicht von neuem im
Zusammenhang durchgearbeitet habe. Die bereits im vorwort
zur ersten ausgäbe angekündigte darstellung des northum-
brischen von Albert S. Cook, dem trefflichen bearbeiter der
englischen ausgäbe dieses werkchens ^), ist zwar inzwischen
der Vollendung nahe geführt, aber doch noch nicht ganz zum
abschluss gebracht worden, und das erscheinen von Sweet's
grammatik zu den ältesten texten wird nun leider von Sweet
selbst (Oldest English Texts V f ) in ganz unsichere und unbe-
stimmte ferne gerückt.
Das manuscript der neuen aufläge ist im wesentlichen
ende 1884 abgeschlossen worden, und der druck hat anfang
1885 begonnen. Einige erscheinungen der neuesten zeit
konnten daher nicht mehr berücksichtigt werden. Dagegen
habe ich mehrfache freundliche Unterstützung durch Überlassung
seinerzeit unveröffentlichter texte dankbarlichst anzuerkennen.
Die textbogen von Sweet's Oldest English Texts standen mir
durch die gute des herausgebers seit 1882 zur Verfügung.
Herr Professor A. Schröer gestattete in zuvorkommendster
weise die benutzung der aushängebogen seiner ausgäbe der
Benediktinerregel. Meinem freunde Fr. Kluge endlich bin ich
*) An Old English Grammar, by E. S., translated and edited by
A. S. Cook, Boston 1885.
VIII Vorwort.
för die darleihung seiner abschrift von ByrhtferÖ's Enchiridion
verpflichtet, welche jetzt Anglia VIII, 298 ff, gedruckt ist.
Derselbe hat ausserdem den grössten teil des manuscriptes
durchgesehen und mir eine reihe wertvoller bemerkungen und
ergänzungen mitgeteilt.
Tübingen, 15. Mai 1886. E. Sievers.
Inhalt.
Einleitung 1
Schrift und ausspräche 4
Lautlehre.
I. Abschnitt: Die vocale.
Cap. I. Allgemeines 6
Quantität 8
Cap. IL Uebersicht über die westsächsischen vocale.
I. Die vocale der betonten silben.
1) Ein&che vocale 10
2) Diphthonge 34
II. Die vocale der minderbetonten und unbetonten silben 44
Cap. III. Verhältnis des ags. vocalisnius zu dem der ver-
wanten sprachen.
A. Das germanische und westgermanische vocalsystem . 45
B. Die entsprechungen der westgerm. vocale im west-
sächsischen 47
I. Die vocale der Stammsilben.
1) Allgemeine Übersicht der entsprechungen ... 49
2) Uebersicht über die speciellen beeinflussungen
durch nachbarlaute: a) Einfluss der nasale 65. —
b) Einflüsse des w 71. — c) Diphthongierung durch
palatale 74. — d) Die brechungen 77. — e) Die
umlaute 85. — f) Hiatus und contractionen . . 110
3) Schwankungen der Quantität 120
II. Die vocale der mittel- und endsilben 120
A. Vocalwechsel 127
B. Apokope auslautender vocale 130
C. Weitere Veränderungen des wertendes in folge
von vocalabfall 137
D. Synkope Von mittelvocalen und verwantes . . 143
C. Die hauptabweichungen der nichtwestsächsischen
mundarten (einflüsse des w 156, Wirkung voraus-
gehender palatale 157, brechungen 158, umlaute 159,
contractionen 166, quantität 168) 150
X Inhalt.
§§
II. Abschnitt: Die consonanten.
Cap. I. Uebersicht über die ags. consonanten 169
A. Sonore consonanten: 1) Die halbvocale: fv 171, y
175. — 2) Die liqiiidae: r 178, / 183. — 3) Die nasale 184
B. Geräiischlaute : 1) Labiale: p 189, b 190, f 192, v 194. —
2) Dentale: t 195, d 197, d, /> 199, s 202, z 205. —
3) Gutturale und palatale: allgemeines 206, c (k, q, x)
207, g 211, h (x) 217
Cap. II. Allgemeines über die ags. consonanten.
1) Veränderungen im auslaut 224
2) Gemination 225
3) Die gruppen ft, ht, st, ss 232
4) Der grammatische Wechsel 233
Flexionslehre.
I. Abschnitt: Declination.
Cap. I. Declination der substantiva.
A. Vocalische (starke) declination.
1) Die ö-deolination 235: — a) Reine ö-stämme 238; —
b) ^ö-stämme 246 ; — c) wö-stämmc 249
2) Die ^-declination 251: — a) Reine ^-stamme 252; —
b) y^-stämme 256 ; — c) w^-stämme 259
3) Die «-declination 261 : — a) Masculina und neutra
262; — b) Feminina 268
4) Die w-declination : — a) Masculina 270; — b) Femi-
nina 274; — c) Neutra 275
B. Die w-stämme (schwache declination) 276
C. Kleinere declinationsklassen :
1) Vereinzelte consonantische stamme 281 ; — 2) r-
stämme 285; — 3) wrf-stämme 286. — 4) os-, es-
Stämme 288
Cap. II. Declination der adjectiva 291
A. Starkes adjectivum 292: 1) Reine ö-stämme 293; —
2) y^-stämme 297 ; — 3) Wö-stämme 300; — 4) t-stämme
302 ; — 5) w-stämme 303
B. Schwache declination 304
C. Declination der participia 305
D. Steigerung der adjectiva 307
Anhang: Bildung der adverbia 315
Cap. III. Die Zahlwörter.
1) Cardinalzahlen 324; — 2) Ordinalia 328; — 3) Andere
zahlarten 329
Cap. IV. Pronomina.
1) Persönliche ungeschlechtige pronomina 332; — 2)
Reflexivum 333; — 3) Göschlechtiges pron. der 3.
person 334; — 4) Possessiva 335; — 5) Demon-
Inhalt. XI
§§
strativa 337 ; — (») Kelativa 340 ; — 7) Interrogativa
341; — 8) Indciinita 343
n. Abschnitt: Conjugation.
Allgemeines 350
I. Die endnngen der verba im allgemeinen 352
IL Die starken verba:
A. Die flexion der starken verba: Paradigmen 367; —
1) Praesens 368; — 2) Praeteritum 375; — 3) Partie,
praeteriti 378
B. Die tempusbildung der starken verba: 1) Ablautende
verba 379: erste klasse 382; zweite klasse 384,
dritte klasse 386, vierte klasse 390, fünfte klasse 391,
sechste klasse 392; — 2) Reduplicierende verba . 393
III. Die schwachen verba:
1) Erste schwache conjugation: A) Ursprünglich kurz-
silbige verba 400; — B) Ursprünglich langsilbige
und mehrsilbige verba 403; — C) Unregelniässige
verba 407. — Flexion 409
2) Zweite schwache conjugation 411
3) Dritte schwache conjugation 415
IV. Kleinere gruppen:
1) Verba praeteritopraesentia 417
2) Verba auf -mi 426 : Verb, substantivum 427, wi/lan
428, dÖ9i 429, gän 430
Seite
Literatur 207
Register 209
Nachträge und berichtigungen.
Verzeichnis einiger abkürzungen.
ags. = angelsächsisch.
ahd. = althochdeutsch.
alts. = altsächsisch.
Cura past. = Ciira pastoralis (s. § 2, anm. 5).
germ. = germanisch.
hs. = handschrift.
gl. = glossen.
kent. = kentisch.
k. gl., kent. gl. = kentische glossen (§ 2, anm. 4).
L, Lind. = Lindisfarne gospels (s. § 2, anm. 2).
merc. = mercisch.
north. = northumbrisch.
Ps. = Psalter (Vespasian A. I, s. § 2 anm. 3).
R, Rushw. = Rushworth gloss (s. ebenda).
Rit. = Rituale von Durham (s. §2, anm. 2).
stm., stf., stn., stv. = starkes masc, fem., neutnim, verbum.
swm., swf., swn., swv. «« schwaches masc, fem., neutrum, verbum.
urk. = Urkunden (s. § 2, anm. 1).
WS., wests. = westsächsisch.
Einleitung.
§ 1. Unter angelsächsisch (ags.) verstehen wir die
spräche der germanischen bewohner Englands von ihren an-
fangen bis gegen mitte oder ende des 12. Jahrhunderts. Von
da ab wird die spräche , welche sich durch allmähliche Zer-
störung der alten flexionsformen und aufnähme französischer
demente von der spräche der früheren periode unterscheidet,
englisch genannt.
Anm. 1. Die ags. Schriftsteller nennen ihre spräche stets englisc;
die lateiner gebrauchen meist Ungua saxonica. Die ausdrücke Ongul-
seaxan, lat. Änglosaxones etc. haben ursprünglich nur politische geltung.
Man wendet daher jetzt oft historisch correcter die bezeichnung alt eng-
lisch (ae.) statt angelsächsisch an; doch dürfte aus gründen der deutlich-
keit immer noch der hergebrachte name ^angelsächsisch' zweckmässiger
sein, da ^ altenglisch ' früher ausschliesslich als name für die auf das
* angelsächsische ' folgende Sprachperiode angewant wurde und noch jetzt
von einigen so gebraucht wird.
Anm. 2. Das ende der ags. periode lässt sich nur annähernd be-
stimmen. Auch im 12. Jahrhundert hat man noch ags. handschriften ab-
geschrieben und sich also des ags. mindestens noch als einer gelehrten
literatursprache bedient. Aus gewissen spuren ist jedoch zu schliessen,
dass bereits vor 1050 die Volkssprache manche der lautlichen und flexi-
vischen eigentümlichkeiten eingebüsst hatte, welche das ags. von dem
englischen unterscheiden (z. b. den unterschied zwischen dativ und
accusativ).
Seiner j tellung nach bildet das angelsächsische einen zweig
des sog. westgiBrmanisch.en, d.h. derjenigen älteren sprach-
einheit, au sjwele her s päter das angelsächsische, friesische, alt-
sächsische, fränkiscne und oberdeutsche hervorgegangen siud.
Seinen nächsten verwanten hat es im friesischen, demnächst
im altsäehsisehen.
Sievers, Angelsäohs. grammatik. 3. aufl. X
2 § 2. Die ags. dialekte.
§ 2. Das ags. lässt bereits in seinen ältesten quellen
dialektische unterschiede erkennen. Die hauptdialekte sind
der northumbrische im norden, der binnenländische oder
mercische im innern, der sächsische im Süden und der
kentische im äussersten Südosten.
Sprachgeschichtlich bilden northumbrisch und mercisch zu-
sammen die gruppe der anglischen dialekte. Das säch-
sische ist im westlichen teile seines gebiets (Wessex) am
typischesten ausgebildet, und man pflegt deshalb das west-
sächsische als den hauptrepräsentanten der mundarten
sächsischen Stammes hinzustellen. Die spräche des dritten
eingewanderten volksstammes, der Juten, ist in der literatur
nur durch das kentische vertreten, sodass also der stammes-
scheidung der Angelsachsen in Angeln, Sachsen und Juten in
der grammatik die dreiteilung: anglisch, sächsisch, kentisch
parallel geht.
Anm. 1. Eine gesammtausgabe der für die Sprachgeschichte beson-
ders wichtigen vor Ulfredischen denkmäler ist veranstaltet von H.
Sweet, Oldest English Texts (noch nicht erschienen). Die ags. Urkunden
sind gesammelt von J. M. Kemble, Codex diplomaticus aevi saxonici,
London 1839 — 48 (neu bearbeitet von W. de Gray Birch, Cartularium
Saxonicum, London 1883 ff.). Eine ausführliche bibliographie enthält R.
Wülcker, Grundriss zur geschichte der ags. litteratur, Leipzig 1885.
Anm. 2. Die hauptdenkmäler des northumbrischen sind ausser
•inigen runeninschriften (G.Stephens, The Old Northern Runic Mo-
numents I, 405 ff. H. Sweet, Oldest English Texts 124 ff.) eine interlinear-
version der evangelien im sog. Durham Book (auch Lindisfarne
Go speis), am besten herausgegeben von J. M. Kemble und W. W. Skeat,
The Gospel according to St. Matthew etc. in Anglo-Saxon and Northum-
brian Versions, Cambridge 1858 — 78, und eine ebensolche Übersetzung
des Rituals von Durham (herausg. von J. Stevenson, Rituale ecclesiae
Dunelmensis, London 1840, für die Surtees Society; dazu eine coUation
von Skeat, Transactions of the PhiloL Soc. 1877—79, London 1879, App.
I, 49 ff.).
Anm. 3. Für mercisch gilt die Umarbeitung der northumbrischen
glosse zum Matthaeus (R^) in dem sog. Rushworth Manuscript; doch
scheint der dialekt nicht rein zu sein, sondern einzelne sächsische formen
zu enthalten. In den drei übrigen evangelien ist die glosse (R^) nur eine
abschrift der northumbrischen glosse (das ganze gedruckt bei Kemble
und Skeat a. a. o.). Dem sprachlichen Charakter nach gehört dem binnen-
lande ohne zweifei auch die überaus wichtige interlinearversion des
Psalters in der Cottonschen hs. Yespasian A. I an, welche eine zeit
lang für kentisch gehalten wurde (her. von J.Stevenson, Anglo-Saxon
§ 2. Die ags. dialekte. 3
and Early English Psalter, London 1843—47 für die Surtees Society, und
correcter bei Sweet, Oldest English Texts, 183 ff.).
Anm. 4. Für das kentische können einstweilen nur eine me-
trische Übersetzung des 50. psalms und eines hymnus sowie eine
Sammlung von glossen, sämmtlich in der hs. Vespasian D. VI des Bri-
tischen museums mit einiger Sicherheit in anspruch genommen werden
(die beiden ersten stücke her. in Anglosaxonica quae primus edidit Fr.
Dietrich, Marburg 1855, ungenau bei Grein, Bibliothek der ags. Poesie II,
276 ff. 290 f., vgl. Haupt XV, 465 f., die glossen von J. Zupitza bei Haupt
. XXI, 1 ff., XXII, 223 ff., und bei Wright-Wülcker, Anglo-Saxon and Old
English Vocabularies, I, 55 ff.). Nicht rein kentisch, sondern mindestens
mit mercischen formen durchsetzt sind die Epinaler glossen aus dem
anfang des 8. Jahrhunderts nebst den nahe verwanten Corpusglossen
und Erfurter glossen, welche die wichtigsten quellen für die kenntnis
des ältesten ags. sind (The Epinal Glossary ... ed. by H. Sweet, London
1884 mit photolithographischem facsimile der ganzen hs.; alle drei glossare
bei Sweet, Oldest English Texts 1 ff., die Corpusglossen auch bei Wright-
Wülcker I, 1 ff.).
Anm. 5. Unter den alten quellen des westsächsischen stehen
einige in gleichzeitigen handschriften bewahrte werke Aelfred's des
Grossen voran: die Übersetzung der Cura pastoralis Gregorys des
Grossen (her. von H. Sweet, King Alfred's West-Saxon Version of Gre-
gory's Pastoral Gare, London 1871) und der chronik des Orosius (nach
der Lauderdale-hs. her. von H. Sweet, King Alfred's Orosius, London 1883).
Demnächst ist die älteste handschriffc (Parker Ms.) der Sachsenchronik
anzuführen (ältester teU bis 891; die correcteste ausgäbe ist die von B.
Thorpe, The Anglo-Saxon Chronicles, London 1861 , die neueste die von
J. Earle, Two of the Saxon Chronicles, Oxford 1865). Als quellen für das
spätere westsächsische dürfen insbesondere die zahlreichen, z. t. noch un-
publicierten werke des abtes Aelfric (um 1000) gelten. Wegen der
correcten dialektüberlieferung sind namentlich seine predigten wichtig
(her. von B. Thorpe, The Homilies of Aelfric, London 1844—46, für die
Aelfric Society; Aelfrics lat. grammatik in ags. spräche neu herausg. von
J. Zupitza, Berlin 1880).
Als streng westsächsisch ist im folgenden bezeichnet, was sich
.als gemeinsames eigentum der spräche Aelfreds und Aelfrics nach aus-
Scheidung der besonderheiten der einzelnen Schreiber feststellen lässt
Anm. 6. Die poetischen denkmäler des angelsächsischen sind ge-
sammelt von C. W. M. Grein, Bibliothek der ags. Poesie, Cassel und Göt-
tingen 1857—64; neu bearbeitet von R. P. Wülcker, bd. I, 1. 2. Cassel
1881 ff. Sie entstammen zum grösseren teile dem anglischen gebiete
(vgl Beitr. X, 464 ff.), liegen aber alle nur in südenglischen abschriften
vor. Die handschriften gehören meist erst dem 10.— 11. Jahrhundert an,
und zeigen demgemäss fast durchgängig keinen reinen dialekt, sondern
ein gemisch der verschiedenartigsten formen. Nicht nur sind vielfach
anglische formen aus den originalen stehen geblieben, sondern es wechseln
1*
4 §^3. Ags. dialekte. § 4. Schrift und ausspräche.
m
auch ältere und jüngere formen derselben mundart mit einander ab. Für
grammatische zwecke sind also diese texte nur mit grösster vorsieht zu
benutzen. Hie und da erlaubt das metrum noch, die ursprünglichen sprach-
formen der originale annähernd sicher zu bestimmen (Beitr.X, 209 ff. 451 flf.).
§ 3. Die hauptkennzeichen des westsächs. sind die Ver-
tretung des germ. S durch cb (§ 57. 150, 1), die genaue Schei-
dung zwischen ea und eo (§ 150, 3) ; der frühzeitige verlust des
lautes OS (§ 27); die Verdrängung der endung -u, -o des 1. sg.
ind. präs. durch -e (§ 356). Altwests, ist ie, später /, y als
Umlaut von ea, eo (§ 41. 150, 2). Das northumbrische liebt es,
auslautende n zu unterdrüeken (§ 188, 2) und ?ve in woe, rveo
in wo zu verwandeln (§ 156). Die flexionen sind frühzeitig
zerrüttet ; bemerkenswert ist die häufige bildung der 3. sg. und
des ganzen pl. ind. präs. auf -s statt -Ö (§ 358). Das älteste
kennzeichen des kentischen ist die auflösung von r in i
(§ 214, 2) ; jünger ist der eintritt von ^ für y (§ 154).
Schrift und ausspräche.
§ 4. Das aiphabet der ags. handschriften ist die spe-
cielle gestalt des lateinischen alphabets, welche dasselbe in
England empfangen hat. Besonders abweichend sind in dem-
selben die buchstaben /, g, r, s. Neu hinzugekommen sind
Ö, p und ein zeichen für w, die beiden letzteren dem runen-
alphabete (anm. 3) entlehnt.
In England hat man für den druck ags. texte oft eigene,
die handschriftlichen formen nachbildende typen benutzt; jetzt
aber pflegt man durchgehends die gewöhnlichen lateinischen
typen zu verwenden, nur mit hinzufügung der zeichen Ö und
/*, und bisweilen der ags. form ^ statt g, deren auch wir uns
im folgenden bedienen werden.
Anm. 1. Erst am oder nach dem ende der ags. periode beginnt in
den handschriften eine Unterscheidung der zeichen ^ und ^ je nach der
ausspräche als spirans oder media (vgl. § 211 if.). Die eigentlich ags.
handschriften kennen nur die form ^, welche als solche natürlich keinen
schluss auf die ausspräche erlaubt, zumal sie auch in den in England ge-
schriebenen lateinischen hss. als regelrechter Vertreter des lat. g erscheint,
von dem das ags. ^ eben nur eine graphische nebenform ist. Trotzdem
dürfte es sich nicht empfehlen, das ^ der ags. handschriften bei der
transcription durch g zu ersetzen, um nicht den schein zu erwecken, als
sei später zu dem alten zeichen g das neue zeichen ^ zum ausdruck
§ 4. 5. Schrift und ausspräche. 5
spirantischer ausspräche hinzugekommen, während tatsächlich neben dem
alten zeichen ^ später die form g zur ausdrücklichen hervorhebung der
ausspräche als media eingeführt ist.
Anm. 2. Abkürzungen sind in den ags. handschriften nicht sehr
häufig. Sie werden meist durch "^ oder " bezeichnet "^ über vocalen be-
deutet m, z. b. fro = from; über consonanten er, wie in ceft, fcestn,
of == cefter, fcestern, ofer; dagegen " or in /*, fe, befan etc. = for,
fore, heforan; aber tSon, hwon stehen für tSonne, hrvonne. Ein p mit
durchkreuztem schaft bedeutet pcet. Aus der lat. schrift sind aufgenom-
men 7 für ond, and und, und / wellenförmig durchstrichen für otitSe oder.
Seltener begegnen geradezu lateinische Wörter, wie dns (= dominus) oder
rex für ags. dryhten, cyning,
Anm. 3. Vor der einführung des lat. alphabets besassen die Angel-
sachsen bereits eine runen schrift. Das aiphabet derselben ist eine er-
weiterung des alten german. runenalphabets von 24 zeichen (s. besonders
L.F.A.Wimmer, Euneskriftens oprindelse og udvikling i Norden, Köbenhavn
1874). Die wenigen in runischer schrift erhaltenen denkmäler s. bei G.
Stephens, The Old Northern Eunic Monuments, Köbenhavn 1866, 1, 361 ff.,
Sweet, Oldest English Texts s. 124 flf. Hervorzuheben sind daraus die in-
schriften des kreuzes von Euthwell in Northumberland (auch bei Zupitza,
Altengl. Übungsbuch), des kreuzes von Bewcastle in Cumberland
(Stephens I, 398 £f.) und die des runenkästchens von Clermont
(Stephens I, 470 £f.; dazu C. Hofmann, Sitz.-Ber. d. Münch. Akad. 1871).
§ 5. Als grundlage für die ausspräche dieser zeichen
muss die traditionelle ausspräche des lateinischen dienen, wie
sie sich etwa vom 7. jahrh. ab in England festgesetzt hatte;
nicht unwahrscheinlich ist, dass dabei keltische (irische) eigen-
tümlichkeiten in betracht zu ziehen sind. In zweifelhaften
fällen dienen Schwankungen der Orthographie, insbesondere
aber lautwandlungen und grammatische Vorgänge in der ags.
Sprache selbst als anhaltspunkte für die bestimmung der aus-
spräche, die übrigens nicht zu allen zeiten und allerorts die
nämliche gewesen sein wird. ^^ ^'^c^ * ^ <
Im folgenden wird bei der Übersicht der einzelnen laute
angegeben werden, was sich etwa über die genauere aus-
spräche der einzelnen zeichen ermitteln lässt, insbesondere wo
diese von der bei uns herschenden ausspräche der lateinischen
buehstaben abweicht.
Lautlehre.
I. Abschnitt: Die vocale.
Cap. I. Allgemeines.
§ 6. Zum ansdruck der ags. vocallaute dienen die sechs
einfachen zeichen a, e, i, o, u, y, die ligatur ce und die gruppen
oe, ea {ia), eo, io und ie (selten au, ai, ei, oi, ui und in den
ältesten quellen eu, m), die letzteren ausser oe, oi, ui (und
selten eo, § 27, anm.) mit diphthongischer geltung.
Anm. 1. Für ce schreiben alte hss. auch oft getrennt ae oder auch
^; für das oe des druckes haben dieselben stets oe. Beide unterschiede
sind rein graphischer natur und haben mit der ausspräche nichts zu
schaffen. — Für ei, das fast nur in fremdwörtem erscheint, setzen späte
hss. auch eg(e), wie scegtS, Stveg{e)n für sceiti, Stvein. — Ganz selten ist
auch au, in fremdwörtem wie cawl kohl, laurireow lorbeerbaum, clauster
kloster; femer vielleicht in auht etwas, nauht nichts, saul seele, für und
neben ä{fv)uhi, nä{rv)uht, § 344 ff., sä(w)ul, § 174, 3. — ai, oi, ui sind
seltene north, nebenformen der Schreibung für ce, (b, y , wie in cnaiht
fraigna § 155, 3, Coinre'dfüi Cinred npr. {Oisc desgl. für JSsc?), suinnig
für synnig sündig.
Anm. 2. Andere diphthonge als die erwähnten hat das ags. nicht.
Alle übrigen vocalgruppen sind also stets, ei meist, in zwei getrennte
vocale aufzulösen : aidlian = ä-idlian, aurnen «» ä-urnen, aytan = ä-ytan,
beirnan = be-irnan, geytved =^ ge-ywed, geunnan = ge-unnan u. s. w. ;
iu ist meist = ju, s. § 74. 157.
§ 7. Ihrer articulation nach sind a, o, u gutturale, ce, e,
i, OS, y aber palatale vocale (s. verf. Phonetik 73 ff.). Die
diphthonge beginnen alle mit einem palatalen laut.
Anm. Von den palatalen vocalen gehören ce = westg. a, § 49, cb
= westg. ä, § 57, 2, ^ = westg. e, § 53, femer «, i und die anfangslaute
der diphthonge ea, eo, io bereits der ältesten vorhistorischen schiebt des
ags. an. Dagegen sind ä als t- umlaut von a, § 90 , e als t-umlaut von
a, g vor nasalen, § 89, 2, und von o, § 93, 1, e als t-umlaut von ö, § 94,
sowie 0?, <k und festes y, y, § 27. 32 f., erst durch den t- umlaut urspr.
§ 8. Quantität. 7
gutturaler vocale in einer etwas späteren, wenn auch gleichfalls noch vor-
historischen Periode des ags. entstanden. Es empfiehlt sich, diese beiden
gruppen als primäre undsecundäre palatalvocale zu unterscheiden.
Das e als umlaut von (», § 89, 1 , und die ie, ie resp. unfesten t, i; y, y
als umlaute von ea, eOy io resp. ea, e'o, io, § 97 ff., nehmen eine mittel-
stellung ein, insofern sie umlaute primärer palatalvocale sind.
Quantität.
§ 8. Diese sämmtlichen voeallaute, auch die diphthonge,
kommen sowol kurz als lang vor. Die länge wird (am häufig-
sten in den ältesten hss. und wiederum in einsilbigen Wörtern)
bisweilen durch doppelschreibung der einfachen vocalzeichen
(doch wol ausser %j) angedeutet: aa, breer, rniin, doom, huus;
die ligaturen und diphthonge aber werden nicht verdoppelt.
Später dient zum ausdruck der länge ein acut auf dem vocal-
zeichen oder der gruppe, d, brSr, min, dorn, hüs, mi/s, sce, 6et5el
oder oebel, iac oder eäc, treorve oder treörve u. s. w., aber auch
dieses zeichen wird nur sporadisch und ohne feste regel an-
gewant. In folgenden bedienen wir uns durchgehends der
handschriftlichen bezeichnungsweise durch den acut, schreiben
also aceeiooeuy
ä<B6iöceü(i
und ebenso bei den diphthongen mit acut auf dem ersten gliede
ea eo ie io
Sa So ie io
Anm. 1. In Deutschland ist es nach dem Vorgang von J. Grimm
bisher üblich gewesen, statt des handschriftlichen acut über einfachen
vocalen den circumflex zu setzen: ä, brSr, mm, dorn, hüs, mys etc.;
kurzes und langes ce und oe unterschied man früher meist als ä und ce,
o und OS, doch ist man neuerdings fast allgemein zu ce und ee, ce und w
übergegangen. Die langen diphthonge bezeichnete Grimm als ed, eo, ie,
wofür man seit einiger zeit eä, ed, iS oder ^a, io, te eingeführt hat.
Anm. 2. In den langen diphthongen bezeichnet der acut nicht länge
des ersten gliedes, sondern verlangsamte ausspräche des ganzen di-
phthongen, s. § 34.
Anm. 3. Ausnahmsweise ist im folgenden der circumflex gebraucht,
um zweisübige Verbindungen wie i-a, i-a von den diphthongen ea, ia zu
scheiden, also Persias, IndSas, north, wrta u. dgl Ueber" als länge-
zeichen bei secundärer dehnung s. § 124, anm. 4.
Anm. 4. Als tonzeichen gebrauchen wu: statt des acut einen er-
höhten punkt hinter dem vocal der haupttonsUbe, und statt des gravis
zur bezeichnung des nebentons einen doppelpunkt, z. b. o'ndgit, oder
genauer o'ndgi:t, aber ongi'tan u. dgL
8 §9. Quantität. §10—12. Die wests. vocale: a» <f.
§ 9. Fttr die ursprünglich langen voeale gevrisser ableitungs-
und endsilben lässt sich bewahrung der länge für das ags.
nicht mehr nachweisen; alle voeale von ableitungs- und end-
silben haben bereits für kurz zu gelten.
Anm. In älteren Schriften findet man das -e des instr. sing, nach
dem Vorgang von J. Grimm fälschlich als -^ bezeichnet. — Jetzt setzt
man z. t. als lang an die endung -ere, wie in böce're, § 248, 1, und das i
der schwachen verba II. klasse, wie sealfian^ § 411 ff.
Cap. IL Uebersicht über die westsächsischen
voeale.
I. Die voeale der betonten Silben.
r) Einfache voeale.
a.
§ 10. Das kurze a hat ziemlich eingeschränkte geltung.
Es fehlt mehr oder weniger regelmässig vor nasalen, § 65 ff.;
ebenso wird es in allen geschlossenen silben vermieden. Aus-
nahmen sind selten: hdbhan, ndbhan §415 f., crabba krabbe,
hnappian einschlafen (selten hnceppian), lappa läppen (neben
seltenerem Iceppd)^ appla pl. zu ceppel apfel, tiaccian streicheln,
mattuc hacke, ^affetun^ höhn, assa esel, asse{n) eselin, cassuc,
hassuc binse, riedgras, asce, axe asche, flasce, flaxe flasche,
masce, maxe masche, wascan, rvaxan waschen, wrastlian, wraxlian
ringen, brastlian krachen, sahtlian versöhnen, die lat. fremd-
wörter abbud abt, arc arche, carcem kerker, sacc sack, irahtian
betrachten etc., ferner dial. marken morgen, u. a. Auch in offener
silbe ist das erscheinen des a zum teile von den einflüssen
folgender voeale abhängig, s. § 50.
Anm. Ueber die a vor / in geschlossener silbe, wie in ald, fallan
s. § 80. 158, 2.
§ 11. Das kurze a geht regelmässig auf ein germ. got. a
zurück, s. § 49 ff., auf o wol nur in morgen, § 10.
§12. Langes <i erscheint häufig, vor allen consonanten
sowol in offener vrie geschlossener silbe: hätan heissen, gast
geist, bdn knochen, dat. pl. bdnum etc.; in fremdworten wie
säcerd, cdlend, mägister aus lat. säcerdos, cälendae, mägister,
§ 50, anm. 2.
§ 13—18. Die westsächs. vocale: ä; €e,cB; e, Q
§ 13. Das ä entspricht gewöhnlich einem germ. got. ai,
§ 62, seltener, namentlich vor tv, einem germ. got. ^, § 57, 2, a.
80.
§ 14. Kurzes ce ist ein für das ags. charakteristischer
vocallaut; seine ausspräche scheint die des neuengl. kurzen a
in man, hat gewesen zu sein. Er erscheint hauptsächlich in
geschlossenen silben: dceg tag, fcet fass, scet sass; in offener
silbe meist nur, wo dieselbe erst im ags. offen geworden ist,
wie in cecer acker, got. akrs, st. akro-; foeger schön (neben
fcbier\ got. fagrs, st. fagro-; oder vor ursprünglichem (öp), e
der endung, wie gen. dce^es, dat. dcege zu nom. acc. dce^.
§ 15. Das kurze ce ist gewöhnlich Vertreter eines germ.
got. a, § 49 ; es fehlt daher vor nasalen, § 65, vor w, § 73, vor
silbenauslautendem ä, §82, vor r+consonant, §79, und ws.
vor /+consonant, § 80.
Anm. Bisweilen wird ce für zu erwartendes e geschrieben, s.
§ 89, anm. 1. 2.
§ 16. Langes <b scheint im allgemeinen die ausspräche
des deutschen langen ä gehabt zu haben. Es erscheint ziem-
lich häufig, ohne durch bestimmte einflüsse eingeschränkt zu sein.
§ 17. Das ce hat verschiedenen Ursprung. Es ist ent-
weder 1) f-umlaut eines ags. ä = got. germ. ai, wie in Idran,
got. laisjan lehren, zu ags. lar lehre; st amen steinen, zu stän
stein, §90; oder 2) hervorgegangen aus germ. got. ^, wie in
bik-on trugen, mceg verwanter, got. heran, megs^ § 57, 2, oder
3) hervorgegangen aus lat. ä , wie in str<Bt Strasse , § 57, 1 ;
oder endlich 4) gedehnt aus kurzem öp, wie in smde für soe^de
sagte u. ä., s. § 214, 3.
e.
§ 18. Kurzes e ist einer der häufigsten laute des ags.
Was seine ausspräche anlangt, so scheinen (wie z. b. im mittel-
hochdeutschen) verschiedene laute unter dem einen zeichen
begriffen zu werden, mindestens ein offener und ein geschlos-
sener, doch lässt sich dieser unterschied nicht mehr mit völliger
Sicherheit für alle zelten nachweisen.
10 § 19-— 21. Die westsächs. vooale: e^ ä,
§ 19. Der verschiedene klang der e hieng zweifellos mit
dem verschiedenen Ursprung derselben zusammen. Das e ist
nämlich entweder
1) altes a, d. h. es entspricht einem germ. ahd. alts. e,
got. i, wie in stdan stehlen, ahd. alts. stelan, got. stilan, § 53;
oder es ist
2) Umlauts- a, und zwar entweder a) f-umlaut von a oder
genauer von öp, wie in settan setzen, got. satjan, § 89, 1, oder
b) 2-umlaut von g aus a vor nasalen, wie in cennan, got kannjan^
§ 89, 2 , oder c) i-umlaut von o , wie in exen zu oxa ochse,
§ 93, 1.
Welches von diesen e den offenen und welches den ge-
schlossenen klang gehabt hat, lässt sich nicht sicher aus-
machen; doch ist wahrscheinlich, dass abweichend vom hoch-
deutschen das umlauts-e im allgemeinen das offenere war und
dass auch innerhalb desselben vielleicht noch unterschiede der
ausspräche je nach dem Ursprung bestanden, vgl. § 89, anm. 2.
Zur bezeichnung des alten e verwenden wir, wo nötig, im
anschluss an die von J. Grimm eingeführte bezeichnung des-
selben im deutschen, das zeichen e, während das umlauts-a
unbezeichnet bleibt.
Anm. Einige gelehrte, wie Holtzmann und Sweet, lassen das alte e
unbezeichnet und geben das umlauts-^ durch q wieder. Dies hat an sich
manche vorteile, ist aber deswegen weniger zu empfehlen, weil die hss.
der älteren zeit oft ^ f ür (ß schreiben, § 6, anm. 1.
§ 20. Altes e fehlt nach § 45, 2. 69 vor nasalen und
nasalverbindungen ; ebenso wird sein vorkommen, wie das des
umlauts-a, eingeschränkt durch die näheren bestimmungen über
die Wirkungen des w^ § 73, die diphthongierung nach palatalen,
§74 ff., die brechungen, §77 ff., und die w- und o- umlaute,
§ 103 ff
§ 21. Langes e, ein ziemlich häufiger laut, ist mehr-
fachen Ursprungs. Es entspricht nämlich 1) selten germ. got. ^,
ahd. ea, ia^ wie in her hier, § 58; 2) ist es i-umlaut von 0,
§ 94 ; 3) unbekannten Ursprungs im praet. gewisser redupli-
cierender verba, § 395, A. Ausser diesen regelmässigen Ver-
tretungen erscheint e auch noch gelegentlich 4) als i-umlaut
von ea, § 97. 99, und 5) als Variante für e§, § 57, anm. 2.
150, 1. 151.
§ 22 — 25. Die westsächs. vocale: t, t; o, \\
§ 22. Man mnss im ws. zweierlei i- laute nnterscheiden.
Der eine hatte offenbar einen reineren /-klang, und wird daher
bis in späte zeit stets und in allen dialekten nur durch i be-
zeichnet; erst in sehr jungen denkmälern tritt dafür auch y
auf. Der andere Maut, ursprünglich aus einem diphthongen
ie, 10 hervorgegangen, ist in der ausspräche früher dem y
ähnlich geworden, daher denn auch seine bezeichnung viel
früher zwischen i und y und den älteren ie, io schwankt (vgl.
§ 97 ff.). Diese bestimmungen gelten gleichmässig für die
kürze wie für die länge.
Wir wollen die beiden laute als festes und unfestes i
unterscheiden.
Anm. In der hs. H der Gura past. erscheint öfter allerdings auch
ie für sonst festes i, i,
§ 23. Festes kurzes i entspricht 1) gewöhnlich einem
germ. i, gleichviel ob dies gleich indogerm. i oder erst germ.
entwickelung eines indog. e ist (§ 45. 54) ; 2) ist es speciell
ags. entwickelung eines germ. e, wie in niman § 69. Unfestes
kurzes i dagegen ist regelmässig jüngere Umgestaltung eines
alten ie, seltener io, vgl. § 97 ff. 107. 109, b.
§ 24. Festes langes i ist entweder 1) Vertreter eines
germ. i, § 59, oder 2) aus germ. i durch consonantausfall, durch
contraction u. s. w. entstanden, s. § 186; 214, 3. 4. Unfestes
langes i dagegen ist Umformung eines älteren ia, § 97 ff.
Anm. Für auslautendes langes i setzen die hss. (doch kaum die
ältesten) öfter ig : big (auch in compositis wie bigspel beispiel, higgenga
cultor), hig, sig für bi bei, hi sie, si sei, etc.; so auch igge ffir ige wie
in wiggend kämpfer, für wigend, igge von ig insel, für ige u. dgl. (selten
vor andern vocalen, wie iggatf, iggotf insel).
' o.
§ 25. Kurzes o in Stammsilben ist zweierlei Ursprungs
und dem entsprechend zweierlei klanges:
1) geschlossenes o, got. w, wie in god gott, boda böte,
etc., § 55. Dies o fehlt nach § 70 vor nasalen.
2) offenes o, entsprechend einem germ. got. a vor nasalen,
und häufig mit a wechselnd, wie in monn und mann mann,
fiona und hana hahn, § 65.
Anm. Die hss. unterscheiden die beiden o-laute nicht; nach dem
12 § 26—30. Die westsächs. vocale: ö; m; u, ü,
muster der altnord. hss. drückt Sweet das offene o (für grammatische
zwecke sehr empfehlenswert) durch p aus, also mpnn, hpna gegen ^od,
hoda etc.
§ 26. lieber den klang des langen 6 lässt sich nichts
ganz bestimmtes ermitteln ; es ist glaublich, dass auch das lange
ö ursprünglich eine zwiefache ausspräche, geschlossen und offen,
gehabt habe, entsprechend seinem zwiefachen Ursprung. Es
ist nämlich 1) gleich germ. got. ö, wie in god gut, § 60, und
dann wahrscheinlich von anfang an geschlossen, oder 2) gleich
germ. e vor nasalen, wie in mdnati monat, § 68, oder 3) gedehnt
aus gn = germ. got. an, wie in gös gans, § 186 ; für 2. und 3.
lässt sich offene ausspräche als ursprünglich voraussetzen, aber
für die durch denkmäler belegte zeit nicht mehr erweisen.
Anm. Langes ö erscheint^ in lehnwörtem als Vertreter des nord.
au : öra ore, landcöp landkauf, röda der rote, zu altnord. aurar, landkaup,
rautie; doch finden sich auf münzen auch Schreibungen wie Oud^rim,
Asgout, Ouslman in engerem anschluss an die nordische Orthographie.
§ 27. Die beiden laute oe und a?, welche in den ältesten
nichtws. texten und namentlich im Ps. und north, noch reich-
lich vertreten sind, fehlen dem ws. bereits in seinen ältesten
denkmälern bis auf wenige vereinzelte a, s. §94, anm.; als
ersatz flir beide laute ist e, e eingetreten.
Anm. Selten wird eo fiir oe gesetzt, meodren-, feo, beoc urk. für
mdedren-, fce, bcßc,
u.
§ 28. Eine verschiedene ausspräche der u (offen und ge-
schlossen) lässt sich für das ags. im einzelnen nicht erweisen,
wenn auch verschiedene gründe flir die annähme dieser doppel-
heit sprechen.
§29. Kurzesw erscheint unbeschränkt vor allen con-
sonanten. Es entspricht 1) westg. w, § 56 ; 2) bisweilen, nament-
lich vor nasalen, westg. o, wie in guma mann, § 70 ; 3) entsteht
es öfter aus io (i) und eo in den gi'uppen tvio und weo, § 71 f.
§30. Langes d hat abermals zwiefachen Ursprung. Ge-
wöhnlich ist es 1) gleich germ. Ä, wie in hüs haus, § 61;
2) entsteht es durch ausfall eines nasals aus un, wie in müb
mund, § 185 (vgl. auch § 214, 3 anm. 8).
§31^34* Die westsächs. vocale: y,ii diphthonge. 13
y.
§ 31. Das zeichen y drückt in den älteren ws. denk-
mälern und in den nichtws. dialekten stets ursprünglich einen
dem deutschen ü ähnlichen laut, den i-umlaut von w, aus. Wir
wollen dies y als das feste bezeichnen. Daneben erscheint
im späteren ws.* ein un festes y wechselnd mit «, worüber § 22
zu vergleichen ist.
Anm. Erst ziemlich spät tritt t für festes y auf; am frühesten in
der Verbindung ci für cy^ wie in dning, cinn (oder kinin^, kinn § 207,
anm. 2), scüdig schuldig; auch vor palatalen, wie hige sinn, hicgean
denken, bicgean kaufen, dihiig tüchtig, genihtsum reichlich, drige trocken,
und vor n, /+palatal, wie tiincean denken, hingrian hungern, spinge
schwamm, cespring quelle, filigan folgen , cdbUigtS zom, u. dgl. — Auch
unfestes y erscheint selten vor palatalen; man findet neben den alten
hieg heu, lieg flamme, smiec rauch, äfliegan vertreiben, Megan beugen,
iiegan binden, fast nur hig, lig, smic, äfligafi, bigan, iigan; ebenso fast
nur nilU, miht, § 98, anm. ; doch öfter cygan, ycan neben ciegan, iecan
und cigan, ican. Umgekehrt tritt frühzeitig mycel statt micel gross, auf,
wahrscheinlich durch anlehnung an lyteL
§ 32. Die eiymologischen entsprechungen des kurzen y
sind: 1) Festes y ist i-umlaut von w, §95; 2) unfestes y
steht für (erhaltenes oder vorauszusetzenden) ie^ § 97 flf., oder
io, § 107. 109.
§33. Langes^ erscheint 1) fest a) als regelrechter i-
Umlaut von w , § 96 ; b) als dehnung von y nach ansfall von
consonanten, wie in '^st^ § 186, 2, -hydig § 214, 3; — 2) unfest
als jüngere nebenform von ie, dem i-umlaut von ea und eo,
§ 97 ff.
Anm. Zum unfesten y gehören auch wol die spätws. y in sy sei,
hy sie, ^ry drei, für sie, hie, tirie (dagegen stets bi, big, weil kein *bie
existierte).
2) Diphthonge.
§ 34. Sämmtliche diphthonge des ags., ea, eo, io, ie^ sind,
sowohl als kürzen wie als längen, fallende diphthonge, d. h.
der erste der beiden laute ist stärker zu betonen. Der unter-
schied der quantität ruht in der verlangsamten ausspräche des
ganzen diphthongen, d. h. es ist nicht etwa langes ea als Sa
oder eä zu fassen.
Anm. In späterer zeit findet, wie die entwickelung im englischen
anzeigt, mehrfach eine Verschiebung des accents statt, der art dass ea,
eo durch jea, jeo hindurch (vgl. § 212, anm. 2) zvijä, jö werden. Für die
14 § 35 — 38. Die westsächs. vocale: ea, eo, io,
ältere zeit lässt sich jedoch eine derartige Verschiebung nicht wahrschein-
lich machen.
ea und eö.
§ 35. Der unterschied der ausspräche von ea und eo liegt
vermutlich weniger in dem zweiten teile des diphthongen (dem
a und o), als in dem anfangslaute. Für ea wird in sehr alten
quellen öfters oeo, cea (letzteres auch später wieder) geschrieben,
während eo in den älteren hss. mit io wechselt. Hieraus ist
zu schliessen, dass das ea mit einem offenen, ^-ähnlichen, das
eo dagegen mit einem geschlossenen ^-laute begann.
Anm. In späten texten werden ea und ce öfter verwechselt, ver-
mutlich weil für ea monophthongische ausspräche als ce einzutreten be-
gonnen hatte. Ueber e'arv ftlr ärv s. § 112, anm. 2. 118, anm.
ea.
§ 36. Kurzes ea hat verschiedenartigen Ursprung. Es
ist nämlich 1) sog. brechung von a vor gewissen consonanten,
wie in earm, eall, eahta, § 79. 80. 82; oder 2) w-umlaut von a,
wie in ealu, hea/uc, § 105; oder 3) entstanden aus palatal+öP,
wie in geaf, ceaf, sceal, § 74 ff.
§ 37. Langes Sa ist 1) gewöhnlich Vertreter eines germ.
au, wie in bea?7i, eac^ § 63; 2) durch contraction von a mit o,
u entstanden, wie in siean, ea, § 111; oder 3) aus palatal+c;^
hervorgegangen, wie in geafon, gear, § 74 ff., seltener aus
palatal+<i aus altem ai, wie geasne, scean, sceadan neben ^cbsne,
scän, scädan, § 76.
eo, io.
§ 38. Die beiden zeichengruppen eo und io kommen in
den älteren denkmälem häufig neben einander vor; später
wird io seltener, um schliesslich ganz zu verschwinden. Ein
etymologischer unterschied zwischen eo und io ist bei der länge
nicht zu entdecken; dagegen ist kurzes eo ursprünglich aus
älterem e, kurzes io dagegen aus älterem i hervorgegangen;
doch ist diese Unterscheidung selbst in den ältesten quellen
nicht mehr deutlich durchgeführt. Im allgemeinen lässt sich
nur sagen, dass eo für io aus i ziemlich häufig, dagegen io für
eo aus e seltenere Schreibung ist. Im folgenden sollen aus
praktischen gründen eo und io je nach ihrem etymologischen
werte unterschieden werden.
Anm. Ueber ea und a für eo, io in minderbetonten silben s. § 43, 2, a.
§ 39—43. Wests, eo, io ; ie. Die vocale der unbet. Silben. 15
§ 39. Was ihren Ursprung anlangt, so sind kurzes eo, io
1) brechungen eines alten e, i vor gewissen consdnanten, wie
in eoröe, liomian Qeomian), s. §79flF.; 2) u- und o-umlaute der-
selben e, i , wie in eo/br, friotiu {freot^u) , § 106 f. 109 ; oder
3) entstanden aus palatal+o, w, wie in ^eoc, geong^ § 74. 76.
§ 40. Langes ^0 (io) entspricht 1) gewöhnlieh germ. eu,
got. m, wie in Uodan, beodan, §64; oder es entsteht 2) aus
palatal+ö in geomor, § 74; oder 3) durch contraction von e, i
mit dunkleren vocalen, wie in seon (sion) sehen, &eon (pion)
gedeihen, ans *sehonj *t5ihon, vgl. § 113 f.
ie.
§ 41. Die diphthonge ie und ie gehören zu den beson-
deren eigentümlichkeiten des älteren westsächsischen; an ihre
stelle treten frühzeitig unfestes i, i und dann definitiv y, ^,
welche letzteren ihrerseits für das spätere westsächsisch charak-
teristisch sind (vgl. § 22. 31).
§ 42. Kurzes ie ist 1) f-umlaut von ea und eo, wie in
eald — ieldu, tveorpan — rvierpö, § 97 flf.; oder 2) seltenere form
des u- und o-umlautes von ^, wie in siendun, tiiessum, § 107.
109; oder 3) ist es entstanden aus palatal+^, wie in giefan,
gielpan, § 74 flf. — Langes ie ist dagegen /-umlaut 1) des ea,
wie in hdah — hiehst, § 99, oder 2) des do, wie in ciosan —
ciest5, § 100, b.
Anm. 1. üeber gie, gien{a), giet{a) s. §74, anm., über unumge-
lautetes eo, io neben ie § 100. 159, 4. — Im Boeth. wird auch für ie, wo
es a- Umlaut von ea oder durch diphthongierung entstanden ist, eo ge-
schrieben: eormtSa, eoldran, he'oran, ne'otan, ge'ot für iermt^a, ieldran,
hieran, nieten, giet.
IL Die vocale der minderbetonten und unbetonten sllben.
1) Vocale der Stammsilben minderbetonter Wörter.
§ 43. Hierher fallen insbesondere die Stammsilben der
sehlussglieder von eompositis, sofern diese Wörter nicht mehr
deutlich als zusammengesetzt empfunden werden; femer ge-
wisse pro- oder enklitische wörtchen, die im zusammenhange
der rede ebenfalls eines stärkeren tones entbehren.
Dieser mangel an stärkerem aceent hat öfter umgestaltend
auf den voealismus auch der Stammsilben solcher Wörter ein-
gewirkt Die wichtigsten fälle dieser art sind:
16 § 43. Die vocale minderbetonter Stammsilben.
1) Verkürzung ursprünglicher länge, besonders in den
zahlreichen compositis auf -lic, wie fulHc voll, ryhtlic gerecht,
woroldlic weltlich, gegenüber ^elic gleich (mit ton auf der
endsilbe).
Anm. 1. Die kürze des t wird bereits für die ältesten denkmäler
durch die flexion erwiesen, nom. sg. f. und nom. acc. pl. n. fuüicu^ §294;
femer durch die weitere Schwächung zu ^, § 43, 3. In der poesie werden
jedoch die flectierten formen ausser denen auf -u gewöhnlich als längen
gebraucht.
2) Veränderung der vocalqualität; namentlich werden
a) eoy 10 bisweilen zu ea und weiter zu a: sciptearo, ifigiearo
und sciptara, ifipara neben teoru teer; woelhrearv grausam,
neben älterem wcelhreow; andwlata antlitz, neben älterem
onäwliota. — b) ea zu a, wie in häufigem o'nrvald neben ^e-
rvea'ld gewalt, töwarä zukünftig, rnnervard inwendig, ierfeward
erbe (kaum strengws., Beda) neben töweard etc.; ferner zu o,
wie in twie'fold, hläford etc., § 51.
Anm. 2. Zu a) gehören vermutlich auch Ps. eam, north, am bin,
§ 427, 1, neben ws. eom, und Ps. earun, north, aron fiir unbelegtes *eorun,
3) Schwächung voller vocale, namentlich zu e: a)
Schwächung ursprünglicher kürze besonders in den zahlreichen
compositis mit cern haus, und -rveard, wie hordem schatzhaus,
herern (noch weiter verkürzt heren, hern) scheuer (aus ^bere-
cem\ beodem Speisezimmer, oder andwerd gegenwärtig, töwerd
zukünftig, /bröw^^re^ vorwärts, etc.; — b) Schwächung ursprüng-
licher länge findet sich oft, schon in alten texten, wie Cura
past., in den flectierten formen der composita auf -lic (§ 43, 1)
mit gutturalem vocal, namentlich a, o^ in der endung, wie
misleca, mislecan, mislecum, mislecor comp., mislecost superl.
Anm. 3. Formen wie hordern begegnen schon iu der alten spräche;
dagegen sind die bildungen auf -w^rrf jünger, indem sich die ältere spräche
entweder des vollen -rveard oder der formen •ward, -rvord bedient,
§ 43, 2, b. 51.
Anm. 4. Besonders weitgehende Veränderungen zeigen die endsUben
einer reihe von compositis, welche frühe aufgehört haben als solche em-
pfunden zu werden. So stehen z. b. freols freiheit, neol pronus, hläford
herr, für *fri-hals, *ni-hald (nihold Corp., nihol Ep. Erf.), *hldf-weard\
femer sulung, stvulung und /urlongy ein ackermass, für *sulh'lang,
^furh'lan^. Langes ä aus germ. ai liegt zu gründe den endsUben von
eorod reiterei, aus *eoh-räd; beot prahlerei, aus *bi'hät; eofot, -ut schuld,
aus * ef-hät (vgl. ebhai Ep. Erf. = eobot Corp.), eofolsian lästern (north.
ebalsia, eholsia, eofolsiä), aus ^ef-hälsian; femer öret kämpf (nebst
§ 44. Vocale der ableitungs- und endsilben. 17
öreda kÄm^t'ev, or^//«w kämpfen), aus *or-häl; o/i^/Za» anreizen, aus *öw-
häljan, und fallest neben fylst hülfe, nebst fullesian (einmal fallcbstan
Beow.) und fylsian helfen, aus *ful-läst (ahd. fol-leist)\ germ. e, urags. &
resp. rt In hie red familie, angl. hiorod, aus ^hiw-r^d; äwer, m'nver etc.
irgend-, nirgendwo, aus (nyf-hwccr; wahrscheinlich Mlfred und ähnliche
eigennamen, für jL^f-rced, § 57, anm. 2; ferner in geatrve rüstung, frcelwe
schmuck, neben ^eUitve. Ags. e aus umlaut von ö in oefesl, cefsl neid,
eifer (Ps. efesi , north, wfesl, wfisl) aus ^cef-est, und ö/ö5^, ö/ä/ eifer
(0^5/ Ep. Corp., ohusl Erf., north. ö?/ef*/, mfisl) aus *of-esl (dazu efstan
eilen, eifern, Ps. oefesl(i)an, north, osfislia). Urspr. langes « ist geschwun-
den in den pronomina hwelc, swelc, cblc, ilca § 331). 342. 317, vgl. got.
hwileiks, swaleiks. Langes ö ist verkürzt in oroti, oruti atem, später
orti (d&zn ore(üia7i, oröiau a,tmGu), aus ^or-ötü für *uZ'anJ?-, § 186; langes
ü in fracoti elend, aus *fra-ciiti, vgl. unforcüti. Aus <?'« entstanden ist
das M von fulium schütz, fuUumian schützen (noch fulle'am Erf., und
öfter fulleman in älteren texten), aus eo das u, o von north, lälurv,
läruw, -oWf Ps. lädlofü = ws. Idlteow, Idre'ow , § 250, anm. 3, aus Z«^-
ÖVöw, *ldr-tieo7v, nach Kluge auch das o von rviobud, rveofod altar, Ps.
tvibed, north, rvigbed , §222, anm. 1, aus *wih-beod (nach andern aus
*wih-bcd) etc. — Vgl. hierzu Sweet, Angl. III, 151 ff. Kluge, Zs. für vergl.
sprachf. XXVI, 72 ff. Beitr. VIII, 527 ff.
2) Die vocale der ableitungs- und endsilben.
§ 44. Die zahl der hier auftretenden vocale ist einmal
beschränkt durch den mangel von längen (§ 9), sodann durch
das fehlen der diphthongc und der umgelauteten vocale. Es
erscheinen also nur «, oe, e, i, o, u, und von diesen begegnen
ce und e, abgesehen von ableitungssilben wie -i^, -7üs, wieder
nur in den ältesten denkmälern ; später werden sie gleichmässig
durch e ersetzt, lieber gelegentliches schwanken der laute a,
0, u gibt die formenlehre im einzelnen auskunft; nur sei im
allgemeinen bemerkt, dass u meist älter als ö, dieses älter
als a ist.
Anm. 1. Bezüglich der Unterscheidung der e verschiedenen Ur-
sprungs (aus ce und i) kommen für die flexionslehre insbesondere in be-
tracht formen wie drae gen. dat. acc. sg. und nom. acc. pl. f., § 252,
tungae nom. sg. f., § 276, gödnae acc. sg. m. § 293, saldae 1. 3. sg. praet.
§ 354, dömae dat. sg. m. § 238 , gödae nom. pl. m. § 293 , gibaen part.
praet. § 366, restaendi part. praes. § 363 , dömaes gen. sg. § 238 , suUcae
adv. §315; aber meri, rygi nom. acc. sg. m. § 262 , rici desgl. § 246,
nimis, -id 2. 3. sg. ind. § 357 f., neridae sw. praet. § 401, -id part. praet,
§ 402 etc.
Anm. 2. Für geschwächtes e erscheint in jüngeren hss. nicht selten
y geschrieben : hdi'ynd, foedyr, belocyn, winlrys, bityr für hallend, foeder,
belocen, wintres, biter etc.
Siever«, Aagetsüohs. graiuiaatik. 3. aufl. 2
18 § 45, 1—3. Das germanische vocalsystem.
Cap. III. Yerhältnis des ags. vocalismus zu
dem der verwanteR sprachen.
A) Das germanische und westgermanische vocalsystem.
§ 45. Das vocalsystem des angelsächsischen ist eine Um-
bildung eines den entsprechenden Systemen aller germanischen
sprachen zu gründe liegenden gemeinsamen vocalsystems, das,
zwar in keiner der einzelsprachen vollkommen treu erhalten,
doch auf dem wege der vergleichung sich mit Sicherheit re-
construieren lässt.
Dieses System bestand aus folgenden lauten:
kurze vocale: a e, i^ i^ [o*^] o*, u
lange vocale: [ä] e*^ e^ t 6 ü
diphthonge: j
^ ° (au eu.
Hierzu sind folgende bemerkungen zu machen:
1) Der unterschied zwischen i'^ und i^ ist zunächst nur
aus etymologischen gründen statuiert, indem wir mit i^ das-
jenige i bezeichnen, welches bereits in der indogerm. grund-
sprache vorhanden war (altes /), mit i^ dagegen dasjenige/,
welches erst im germanischen aus einem älteren e sich ent-
wickelt hat (germanisches i, s. unter 2). Vielleicht hat auch
einmal ein unterschied der ausspräche bestanden.
2) e und i^ sind etymologisch gleichwertig. Das e der
indogerm. grundsprache wurde nämlich im germ. regelmässig
zu i a) wenn nasal + consonant unmittelbar darauf folgte,
b) wenn die nächste silbe ein i oder j enthielt. Dieser unter-
schied ist in allen germ. einzelsprachen ausser dem got. (welches
alle e in i verwandelt hat) mehr oder weniger treu erhalten.
Auf a) beruhen z. b. solche unterschiede wie ags. alts. helpan
helfen, und bindan binden, ahd. hei f an, bintan (gegen got.
hilpan, bindan), auf b) dagegen solche wie ags. helpan inf,
und hilpb 3. sg. ind. praes., alts. helpan und hilpid, ahd. helfan
und hilfii.
Anm. 1. Diese rogel gilt nur für die e der betonten silben; in un-
betonten Silben scheint das e durchgängig zu i geworden zu sein.
3) Ebenso sind o^ und u gleichwertig, d. h. das o^ ist eine
Umbildung aus älterem u. Diese Umbildung ti'at ein, wenn in
§ 45, 4—6. Das germanische vocalsystem. 19
der folgenden silbe ein a (o*, s. unter 4) enthalten war und
das u nicht a) durch nasal + consonant , oder b) durch da-
zwischenliegendes i, j geschützt war. So heisst es z. b. noch
ahd. gibuntan, alts. gihiindan, ags. gebunden gebunden, aber
ahd. giholfan, alts. giholpayi, ags. geholpert geholfen, nach a),
hingegen wiederum nach b) alts. huggian, ahd. hacken, ags.
(mit 2-umlaut, § 95) hycgan, nicht * hoggian etc. Das got. hat
hier wieder gleichmässig u, bundans, hulpans, hugjan,
4) Mit [o^'\ ist vermutungsweise ein offener 6^-laut bezeich-
net worden, der, einem o der verwanten aussergermanischen
sprachen entsprechend, auch einmal im germ. vorhanden ge-
wesen sein muss. Soweit wir aber sehen können, ist dieser
laut in allen betonten silben bereits im geim. zu «geworden,
vgl. beispiele wie got. ahtau, ahd. alts. ahto, ags. eahta (§ 82)
mit gr; oxxco, lat. octo u. dergl. In den unbetonten silben ist
dagegen dieser laut vielleicht noch im urags. vorhanden
gewesen.
Anm. 2. Sicher stand urags. ein (offener) ö-laut in allen endungen
in denen noch im ags. ein nasal folgte, z. b. im inf. wie bindan, der 1.— 3.
pl. wie bindatf aus ^bindanti] dies ergibt sich aus den ein Wirkungen auf
die vocale vorausgehender silben (ö-umlaut, s. unten § 108 ff.). Aber
dieses g könnte erst wieder secundär aus a entstanden sein (s. § 65).
Zweifelhaft ist es dagegen, ob contractionen wie die in § 114 besprochenen
zu der annähme nötigen, dass auch sonst in unbetonter silbe noch das
alte 0* erhalten gewesen sei.
5) Reines ä existierte im germ. nicht mehr, da die indo-
germ. ä bereits zu ö geworden waren (vgl. z. b. lat. fräter mit
got. bröpar, ags. brobor, alts. brdbar, ahd. bröder, bruoder etc.).
Dagegen sind secundär einige ä durch dehnung bei ausfall
eines nasals vor h entstanden, so in got. pähta, alts. thähta,
ahd. dähta dachte, für *panhia, zu got. pagkjm etc.; vgl. die
belege § 67. Da aber diesen ä im ags. stets 6 entspricht, der
eintritt von o statt a im ags. aber an die nachbarschaft eines
nasals gebunden ist, so muss man schliessen, dass jene ä im
germ. noch nasaliert gewesen sind.
Anm. 3. Dass die in ähnlicher weise aus inh, unh entstandenen
germ. ih, üh (vgl. § 186) nasalvocale gehabt haben, lässt sich zwar ver-
muten, aber nicht durch direkte kriterien erweisen.
6) Für ^2 und ^i ^äre vielleicht deutlicher ob und e zu
schreiben. Gemeint sind damit die beiden laute, welche zwar
2*
20 § 45, 7 — 47. Das germ. u. westg. vocalsyst. u. seine entspreclumgen.
im got. (und kentisch - northumbrischen) gleichmässig durch e
ausgedrückt, doch altn. alts. als ä und ^, ahd. als ä uud e
{ea, ia), westsächs. als (e und e unterschieden werden; vgl.
z. b. got. mei zeit, her hier, mit altn. alts. ahd. »?«/, ws. mcel,
und altn. alts. ws. her, ahd. her, hear, Mar etc. (keni-angl.
mel, her, § 150, 1).
7) Neben eu hat einst auch ein diphthong ei bestanden;
doch ist dieser bereits im germ. selbst durch // hindurch (vgl.
§ 45, 2, b) zu % geworden , und dadurch mit dem vorgerni. i
zusammengefallen.
8) Es wechselten die gruppen /+vocal und y+vocal so,
dass erstere nach langer, letztere nach kurzer Wurzelsilbe stand
(für die Stellung nach ableitungssilben lässt sich eine bestimmte
regel nicht geben) ; also z. b. stamm rikio- reich , aber hadjo-
bett. Nach derselben regel hat sich iüdog. «y*+vocal in ?+vo-
cal und y+vocal gespalten; z. b. in praesensstämmen wie
* dömio-y *7iazjo- (aus ^ dömsjo-, *nazejo') in got. dömjan,
nasjan, 2. pers. domeis aus * dömiis, aber nasjis.
§ 46. Zwischen dem germanischen und dem ags. System
liegt das gemeinsame vocalsystem des westgermanischen in
der mitte, daher vielmehr .dieses zum nächsten ausgangspunkt
der vergleichung gemacht werden muss. Dasselbe stimmt
aber in allem wesentlichen mit dem germ. überein; nur scheint
das germ. e'^ oder ce, § 45, 6, durchgehends zu ä geworden zu
sein (Beitr. VIII, 88).
B) Die entsprechungen der westgermanischen vocale im
westsächsischen.
§ 47. Die Umgestaltung, welche die germ. vocale im ags.
erfahren haben, sind wesentlich zweifacher art. Ent\^^eder
vollzieht sich die Wandlung des vocals unabhängig von seiner
Umgebung, oder letztere übt einen bestimmenden einfluss aus.
Zur ersten art der Übergänge gehört z. b. die Wandlung des
germ. ai in «, wie in hat an heissen, zu got. hat (an, oder die
des germ. au zu ea, wie in lean lohn, zu got. Umn; zu der
zweiten erscheinungen wie die verschiedenen umlaute und
breehungen, Veränderungen von vocalen durch nasale, palatale,
u. dergl.
§ 48—50. Entsprechungen des westg. a, 21
In der folgenden übersieht sollen nun zwar sämmtliebe
Veränderungen, denen ein germ. voeal im ags. unterliegt, gleich
bei der bespreebung dieses vocales angeführt, doch nur die
von der Umgebung des voeals unabhängigen Wandlungen aus-
führlicher besprochen werden, indem wir über die einflüsse der
nachbarlaute zusammenhängend berichten.
§ 48. Ausser dieser Unterscheidung ist noch zu beachten,
dass die entwickelung der vocale in den betonten (stamm)8ilben
eine andere ist, als in den schwächer betonten mittel- und end-
silben. Wir behandeln deswegen die vocale dieser silben
wiederum getrennt.
I. Die vocale der Stammsilben.
1) Allgemeine Übersicht der entsprechungen.
a.
§ 49. In ursprünglich geschlossener silbe wird das
kurze a normaler weise zu ce , wo nicht besondere umstände
es verhindern: dce^ tag, brcec brach, scel sass, wops was, lice/t
gefangen, zu got. dags, brak, sat u. s. w. Dies ce bleibt auch
da, wo die ursprünglich geschlossene silbe durch secundäre
lautentwickelung im ags. offen wird, wie in nce^l nagel, hroefn
rabe (mit silbenbildendem /, n) oder bei entwickelung eines
secundären e, wie in cecer acker, fce^er schön, mcegen kraft,
zu got. akrs, fagrs etc., st. akro-, fa^ro-, ma^no-,
Anm. 1. Ausser den § 10 aufgeführten ausnahmen sind noch zu
beachten das enklitische ac, ah aber, und ivas , nas war (nicht), neben
gewöhnlichem tvcvs, ncvs. Auch im zweiten glied von compositis bleibt
öfter a, wie in hercpaö heerstrasse, sitüfai reise u. dgl.
Anm. 2. Durch anlehnung an mehrsilbige flexionsformen mit regel-
rechtem a behalten die imperative der starken verba VI. ablautsreihe das
a meist bei: far, sac, scaf etc., § 309.
§50. In ursprünglich offener silbe erscheint das
germ. a teils als «, teils als ce:
1) a steht regelmässig, wenn die folgesilbe einen der
gutturalen vocale o, o, u entliält. So lautet zu dceg der nom.
pl. dagas, gen. da^a, dat. dagim, zu fcet der nom. acc. pl. fatu,
gen. faia, dat. falum ; zu hwcet dat. sg. m. n. luratum , der
schwache nom. sg. m. hwafa. Aus dem vcrbum vgl. flexionen
wie faran (§ 392), 2. 3. sg. fccrest, fcereh^ pl. fara6 u. ä. ; ferner
22 § 50. Entsprechungen des westg. a,
Wörter wie atol schrecklich, iiacod nackt, sadol sattel, etc.
(doch s. auch § 105 f.).
Anm. 1. Den a, o, u der endsilben gleich stehen 1) das aus o ent-
standene i in der 2. klasse der schwachen verba, also macian machen,
latiian einladen (vgl. § 414, anm. 2) wie praes. sg. 3. macati, lat5a?5, praet.
macode, ladode etc. ; — 2) die ebenfalls aus \irspr. gutturalen vocalen ge-
schwächten e mancher mittelsilben , auf welche noch ein gutturaler vocal
folgt oder folgte ; vgl. z. b. Wörter wie statÜeUan befestigen (zu siatiol),
hacele mantel, adela kot, hafcla (neben liafola) haupt, ^aderian (poet.
auch ^cederian) sammeln, ^edafenian geziemen, hafcnian halten, fa^(c)nian
sich freuen, ivar(e)nian sich hüten, adesa bell (vgl. auch § 129).
Anm. 2. Dagegen geht a in ce über in einer reihe von Wörtern, in
denen auf den ursprünglich gutturalen vocal der mittelsilbe (w, seltener a)
ein i folgt oder folgte (Kluge), also ^cedelin^ verwanter (alts. gaduling),
cetielin^ edler, aus *a?auling (altn. otifingr)^ Imlemest der späteste, aus
*la(umisl (vgl. § 314); cel-, tö-^dodere zusammen, aus * ^adurt (neben
^aderian aus * ^adurdjan, anm. 1), smierndw^ Sonnabend, zu Salurni
dies ; cex axt, ftir oeces Ps. (doch north, acas)^ aus * neust, vgl. got. aqizi
und ahd. aehus\ auch wol hceletS held (urspr. plur. "^halupiz, vgl. altn.
hottfr und § 133, b. 281, 1) und vielleicht hwlfter halftcr aus *haluflri,
und /«öBr/<?5^ herbst, aus *hnruf/ist (vgl. helustr Ep. Schlupfwinkel, später
heolstor)] ferner cetSele adj. edel, aus *apaU (alts. adali), mcegden Jung-
frau, aus *ma^adm (ahd. magaän).
Ausgenommen von dieser regel sind die Infinitive und participia
praescntis der starken verba VI. ablautsreihe, wie farenne aus ^farannjai,
'Onnjai, und farende aus *farandi, */'arondi.
Anm. 3. Der Übergang des a in a? in den in anm. 2 angegebenen
Wörtern ist jünger als in den sonstigen fällen (5^ 49. 50, 2) ; er ist offenbar
erst nach der periode der palatalisierung anlautender gutturale (§ 200, l)
eingetreten, daher denn auch in ^cedelin^, -^ocdcre die diphthongicrung
fehlt (§ 75, anm. 1). Vielleicht ist also dieser Übergang als eine art um-
laut aufzufassen.
2) Vor ursprünglichem, d. h. nicht aus a, o, u geschwäch-
tem e (in den ältesten texten cc, § 44, anm. 1) scheint der regel
nach (8 zu stehen: dcb^ tag, fcet fass, gen. deeges, fcctes, dat.
dcege, fcete u. s. w., § 240. Doch herscht hier grosses schwan-
ken ; adjectiva wie hrvcet haben z. b. gen. hwates, instr. hwate,
nom. acc. pl. hwate^ § 294 ; feminina wie sacu gen. dat. acc. scece
und sace, § 253. Ebenso schwanken die partt. praet. der star-
ken verba, wie hlcedefti und hladm^ großfcn und grafen, slcegen
und Slawen, zu hladan laden, grafan graben, sUan schlagen,
§ 392, während die optt. praes. dieser verba wieder regelmässig
a haben, fare, Z^o.ß etc.
§ 51 — 53. Entsprechungen des westg. a, e, 23
Anni. 4. Auch vor ursprünglichem i, j war im urags. a zu ai ge-
worden, dies^ 03 ist aber dann weiterhin durch den e-umlaut verändert
worden, § 88 if.
Anm. 5. In lat. lehnwörtern wird a in offener silbe öfter gedehnt:
säcerd priester, cälend kaienden, maxister meister; danach ist auch wol
pälendse pfalz, UUenta talent, u. dgl. anzusetzen.
§ 51. Altes a wird zu o [(nicht o) in den proklitisehen
praepositionen of ab , on an, ot bei , gegenüber den betonten
adverbien cef-, on {a?i), (et; ferner bisweilen in nebentoniger
Stellung im zweiten gliede von compositis, besonders wenn ein
labial vorausgeht: nihold Corp. geneigt (später eontrahiert niol
oder niwol, niotvol), twiefold zweifach, Grimbold, Oswold npr.,
ondsrvoru antwort, hläford herr (für ^hläfrvord; so im Ps. auch
töword zukünftig, erfeword erbe)^; auch herepo^ neben -pat^
§ 49, anm. 1.
Anni. Die form oi ist im ws. fast ganz durch cüt verdrängt; eine
sehr seltene nebenform ist al. — In einigen texten schwankt auch un-
betontes on nach an hin, vgl. darüber wie über einige ähnliche fälle
§ 65, anm. 2.
§ 52. Die Veränderungen, welche ursprüngliches a ausser
diesen Vertretungen erfährt, sind folgende:
1) vor nasalen wird es zu o, §65; dessen /-umlaut ist
6», § 89, 2 ; durch ausfall des nasals vor stimmloser Spirans wird
j zu 0, § G6 ; dessen /-umlaut ist e (oe), § 94.
2) es erfährt brechung zu ea vor r-, l- und Ä-verbin-
dungen und auslautendem ä, § 79 flf. ; der l - umlaut dieses ea
ist ie, i, y, § 97 f.
3) es wird zu ea durch vorausgehenden palatal, § 74 flf. ;
i-umlaut ist auch hier wieder ie, i, y, § 97 f.
4) es erfährt ?^-umlaut zu ea, § 105.
5) es wird zu ea durch contraction mit folgendem o, u,
§ 111.
6) es wird durch /-umlaut zu e, § 89, wo nicht andere
formen dieses umlauts in 1 — 5 angegeben sind.
e.
§ 53. Westgerm, e bleibt oft erhalten, helayi verhehlen,
heran tragen, heim heim, helpan helfen, wefan weben, sprecan
sprechen, cweban sprechen, zu alts. ahd. helan, heran, heim etc.
Eingeschränkt wird das alte e
1) durch den Übergang in / vor nasalen, § 69.
24 § 53, 2—55. Entsprechungen des westg. e, i, o.
2) durch die brecliUDg in eo, io vor r-, /- und Ä-verbin-
dungcn und auslautendem //, s. § 79 if. ; der /-umlaut dieses eo
ist dann ie, i, y, s. § 100.
3) durch den w-umlaut zu eo, § 106.
4) durch den Übergang in ie nach palatalen, § 74 ff.
5) durch dehnung zu e bei consonantausfall, § 214, 3.
6) durch contraction mit dunkleren vocalen, wodurch eo
entsteht, § 113.
7) durch tibergang von weo in wo und wu, § 72.
1.
§ 54. Westgerm, i bleibt oft : a) indog. /, wie in hite biss,
wüte gesiebt, witmi wissen, praet. ivisse; ferner in der 2. sg. ind.
und dem pl. und opt. praet. der starken verba erster ablauts-
reihe, wie stige, pl. sti^un, opt. stige, pl. stiren, § 382 ; b) germ.
i aus e, a) vor nasal + consonant, wie in den verbis bindan
binden etc., § 386, bli7id blind u. a., ß) vor ursprünglich folgen-
dem /, j häufig in der 2. 3. sing. ind. praes. starker verba der
dritten, vierten und fünften ablautsreihe, wie hi/pb, bireb, iteÖ;
ferner in biddan bitten, siftan sitzen, Uc^an liegen, Öicgan
nehmen, § 391, 3, und sonst oft.
Das / wird eingeschränkt
1) durch die brechung zu io {eo, ie, y) vor r-, /- und ä-
verbindungen und auslautendem ä, § 79 ff. ; der /-umlaut dieser
laute ist ie {i, y\ § 100.
2) durch den «^-umlaut zu io {eo, io, y), § 107.
3) durch den tibergang von wio zu wu, § 71.
4) durch dehnung zu i bei consonantausfall, § 186. 214, 3.
5) durch contraction mit dunkleren vocalen, § 114.
Anm. Lat. i erscheint als e in dem \Q\mwoTt peni birne; ebenso
lat. i in se^n aus Signum.
o.
§ 55. Westgerm, o bleibt der regel nacli, boda böte, god
gott, gold gold, oxa ochse, word wort; sclir häufig im part.
praet. starker verba der zweiten, dritten und vierten ablauts-
reihe, § 384 ff., etc.
Ohne crsiclitliche Ursache slfeht statt des zu erwai-tenden
ein u in fxdl voll, ivulf wolf, fugol vogcl, bticca bock, cnucian
stossen, rust rost, 7tfan oben, vßr höher liinauf, vfera der obere,
§ 55 — 57. Entsprechungen des westg. o, w, ä, 25
Ivfu liebe, Ivfian lieben, spura sporn, spurnan neben spornan
spornen, murnan trauen, murcnian murren, furbor weiter,
furtum doch.
Ausserdem wird das gebiet des westgerm. o noch regel-
mässig eingeschränkt
1) durch den tibergang in u vor nasalen, § 70 ; der /-Um-
laut dieses u ist y, § 95.
2) durch /-umlaut zu (a), e, § 93.
An in. lieber t?, ö in broden fiir br ordert s. § 214, 3, anm. 8. —
Lat. Ö erscheint gedehnt in scol aus schola.
u.
§ 56. Westgerm, u erscheint häufig unverändert, hur^
Stadt, lust lust, sunu söhn, hund hund etc.; sehr oft in prae-
teritalformen starker verba der zweiten und dritten ablauts-
reihe, § 384 flf., etc. Uebergang in o in or- zu got. us-, ahd.
ur-, wie in orsorg sorglos, orbpnc klugheit.
Anm. 1. Für sächs. kent. t^urh durch, steht mercisch (Ps.) tiorh,
north, tierh, — Statt der negierenden vorsilbe un- wird in späten hs.
nicht selten on- geschrieben, und umgekehrt bisweilen un- tlir on- ent-,
wie unbindan entbinden.
Anm. 2. Lat. u erscheint als o in copor kupfer.
Sonstige einschränkungen des u sind:
1) der /-Umlaut zu y, § 95.
2) die dehnung zu ü bei consonantausfall , § 186. (214,3,
anm. 8) ; dessen /-umlaut ist [/, § 96.
3) der tibergang in eo, io nach palatalen, § 71; der /-um-
laut davon ist ie (/, y\ § 100.
ä.
§ 57. Westgerm, ä ist dreifachen Ursprungs:
1) altes rJ, nur in dem fremdwort lat. sträta, wird ws. zu
ck: sircei,
Anm. 1. Zweifelhaften Ursprungs ist das ä in ^än gehen, welches
auffälliger weise vor nasalen unverändert bleibt (§ 68).
2) Westgerm, ä aus germ. got. e (§ 45, 6) wird ws. in der
regel zu ce : rdd rat, rcedan raten, sicepan schlafen, s/rccs eigen,
dorn atem, dfen abend; ferner selir oft im praet. pl. der starken
verba vierter und fünfter ablautsreihe, § 390 f.
Anm. 2. In hicrcd, hired familic (angl. hiorod, ahd. hiräi\ dccgred
morfeenröte (ahd. (agarod), den adverbien (nytrver, {ii)6tver (n)irgendwo
26 8 57—58. Entsprechungen des wcstg. ä, S,
(aus dhwäir, ülmdr etc., § 321, anm. 2) ist vermutlich der vocal der schhiss-
silbe als kurz anzusetzen (§ 34, anm. 4), ebenso auch wol in den eigen-
namen auf -red wie uElfred, da z. b. frauennamen auf -fldiä, wie Eanflccd
ihi WS. ihr ce zu behalten pflegen. Doch nehmen einige forscher an, dass
vielmehr westg. ä in nebentoniger Stellung regelmässig zu e werde,
schreiben also htre'd, dce^red, ätvcr, j^Elfred etc. — In betonter silbe
findet sich jedenfalls nur vereinzelt und nicht echt-ws. e für te, redaUj
slepan etc.
Gleichlautend mit diesem w ist im ws. sein /-umlaiit, § 91;
dagegen wird der umfang des (c eingeschränkt in folgenden
fällen :
a) vor rv bleil)t ä erhalten in säwe 2. sg. ind., säwon pl.
ind., säwe, säwen conj. praet. von seon sehen (got. sehwum etc.,
alts. säwi, säfvun etc.), getäwe rüstuug, tätvlan bereiten (zu got.
tewa Ordnung), ärvul alile, clärvu klaue, und dem fremdwort
pdwa pfau. Dagegen scheint in den verbis hläwan, säwaii etc.
§ G2, und vielleicht einigen andern, vielmehr a für ai zu stehen.
Anm. 3. Sonst steht ws. d noch in oifener silbe vor gutturalem
vocal in den praeteritis lä^on, tiä^on, wii^on neben lob^on, tad'^on, rvce^on
von lic^(e)an, ?fic^{e)an, we^aii; im pl. md^as neben mcß^as und dem
fem. md^e neben nue^e zu mcc^ verwanter; ferner in hrdca Speichel,
schleim ; in sldpan und ableitungen neben shcpan schlafen, in swdr neben
STVcbr schwer, Ird^ träge, tdl neben td'l Verleumdung, Idcnian neben Uccnian
heilen (zu Idice arzt, mit i-umlaut), in dcnmha werg (selten cccumha) neben
zahlreichen anderen compositis mit di-, und vielleicht einigen andern fällen
(Kluge, Angl, anz. V, 82).
Der /-Umlaut dieses ä ist regelrecht (c: Uewan verraten,
(got. letvjaii)^ (eltcewe vollkommen (zu got. iewa).
b) vor nasalen geht das wcstg. ä in ö über, s. § 68 ; der
e-umlaut ist ce, e, § 94.
c) nach vorausgehendem palatal wird es zu ca, § 74. 70, 2.
d) ein ea statt m erscheint auch in ncah nahe, got. nehw;
hier ist das ea vielleicht nur im auschluss an formen wie ncar,
nean etc. eingedrungen, in denen das ca durch contraction ent-
standen ist, § 112.
3) Nasaliertes germ. d aus an, § 45, 5 , wird 'l\\ o , § 67 ;
sein /-Umlaut ist ce, 6, § 94.
d.
§ 58. Das westgerm. e bleibt im ws. unversehrt, her liier,
cen kien, med lohn, lef gebrechlich (?), Weland n. pr. ; hierher
§ 59—63. Entsprechungen des westg. i, ö, ü; ai, au, 27
gehören auch die e der reduplicicrten praetcrita wie het, slep,
§ 395, A.
Anm. Dem abd. zM, ziari adj. entspricht ags. iir rühm, hcrriich-
kcit (vgl. alts. lir, altn. tirr). — Neben Crecas Griechen, erscheint uner-
klärtes Creacas,
A
1.
§ 59. Altes i erscheint fast durchgehends unverändert,
hrvil zeit, min mein, Öm dein, sin sein, /«;//weib, rice reich;
vgl. ferner die starken verba der ersten ablautsreihe, § 382.
Einschränkungen erfährt das i nur durch contraction mit
folgendem vocal, § 114, und gelegentliche Verkürzung und
brechung, § 84, anm. 1.
A
o.
§ GO. Westgerm, ö bleibt durchaus, hoc buch, ^6d gut,
för fuhr, slo^ schlug, u. s. w. Sein /-umlaut ist ce, e, § 94.
u.
§ 61. Dem westgerm. ü entspricht regelmässig ws. ü,
hüs haus, (1171 Stadt, brücan brauchen, lücan schliessen, auch
wo das got. aic vor vocal hat, hüan bauen, trüwian trauen, vgl.
got. bauan, trauan.
Der /-Umlaut des ü ist festes y, § 96.
aü
§ 62. Westgerm, ai wird zu ä: dÖ cid, stän stein, hat
heiss, sär wunde, hätan heissen, tväl weiss; die 1. 3. sg. praet.
der verba erster ablautsreihe, wie stä^, § 382, etc.
Der /-Umlaut des ä ist ce, § 90.
Anm. Vereinzelte abweichungen sind: ö immer, je, nebst Zusammen-
setzungen (pwiht, öwtier etc., § 340 ff.) neben ä, got. diw , ahd. eo; und
wen leid, übel, ahd. rviwo» Sonst wird ai{w) regelmässig zu ä(tv): sndtv
Schnee, shlw träge, sdrvol seele, wdwa wehe, vgl. femer die verba
hldwan, cndwan, mdrvan, sdrvan, wdwan § 396, d (zu got. sai{J)an,
waiaHf vgl. § 57, 2, a). — Ganz vereinzelt begegnet einmal sörig für sdri^
Cura past. 227, 8 H. (Schreibfehler?).
au.
§ 63. Der regelmässige Vertreter von westg. au ist ws. ea:
eac auch, eaca Vermehrung, beag ring, hca/od haupt, geleafa
glaube etc., die 1. 3. sg. praet. der verba zweiter ablautsreihe,
wie ceas, § 384 f.; auch vor folgendem w (wo im got. ggw,
28 § 64. Westg. eu, § 65. Einfluss der nasale.
altn. gg{v) eintritt), ^Uaw klug, heawan hauen, hneaw geizig
(vgl. got glaggwus, altn. hoggva, hnoggr).
Der /-Umlaut des ea ist ie {i, f/) , § 99 , als palatalumlaut
erscheint e, § 101,2. 102.
ei».
§ 64. Westg. eu erseheint regelmässig als io, eo: biod,
beod tisch, diop, deop tief, dior, deor tier, biod volk, Hof lieb,
sioc krank; ferner die praesentia der verba zweiter ablauts-
reihe, wie ciosan, ceosan etc., § 384 ; auch vor w (wo got. iggw,
altn. ygg{v) einti*itt), hreotvan reuen, ^etreow treu, treoiv glaube
(altn. hryggva, tryggr etc.).
Anm. Nur die ältesten denkmäler bieten noch bisweilen den di-
phthong eu, steujtfaedacr, Ireulesnis ii. dgl. Sonst erstreckt sich die
neigiiDg, eu in eo zu wandeln, sogar auf fremdwörter , wie Deosdedil,
Leorvtferius für Deusdedil, Leutherius.
Der /-Umlaut des io ist ie (i, y\ daneben oft unumgelautet
io, eo (m) § 100.
2) Uebersicht über die speciellen beeinflussungen
betonter vocale durch nachb'arlaute.
a) Einfluss der nasale.
§ 65. Germ, a wird vor nasalen schon in vorhistorischer
zeit ags. zu offenem o, § 25, 2. Da das aiphabet für die drei
laute a, o, o nur die beiden zeichen a und o zur verfligung
hat, so schwankt die bezeichnung des o sehr. Die allerältesten
quellen, wie Ep., schreiben stets a, mann mann, hrand brand,
land land, hand band, nama name, cainb kämm, ^ö/i^an gehen ;
im 9. jahrh. tiberwiegt o , mon, brond, lond, hond, noma, lomb,
^ongan (ausnahmslos so im Ps. und north., doch vgl. § 386,
anm. 3), dann nimmt das a wieder zu, um allmählich zur
alleinherschaft zu gelangen.
Anm. 1. Dieser Übergang in g ist älter als die metathese von r
§ 179; daher die praet. orn, born aus *ronn, *bronn, § 386.
Anm. 2. Eine Sonderstellung nehmen ein die acc. ti on e den, hmone
wen, instr. tion, hwon § 333. 341, die adverbia d'o?ine dann, htvonne
wann, mit durchgehendem o, welches wol als geschlossenes o zu betrachten
ist. Auch die präposition on (nicht das betonte adverb, welches sich der
allgemeinen regel anschliesst) lautet nur selten an, am häufigsten noch
in der composition. In sehr alten quellen findet sich sehr selten danne,
dagegen sind in der späteren spräche Iwnne und hwcenne ganz geläufig.
§ efi— 70. Einfluss der nasale. 29
Ebenso gebraucht die spätere spräche statt tioiie, hvone sehr häufig haue,
hwane und bcnne, hwcene, die vielleicht als analogiebildungen zu den
dativen däm, lirväm und ticcm, hnurm anzusehen und demgeniäss mit d, &
zu schreiben sind (für das kent. vgl. jedoch § 51). Dem alten mo7iig,
mani^ manch, entspricht spätws. in der regel mceni^ (metii^),
§ 66. Diese o erscheiuen regelmässig veiiäügert zu 6 bei
ausfall des nasals vor stimmloser Spirans (§ 186): gos gans, hos
sehaar, ös- gott, sab wahr, tob zahn, ööer ander, so/'te adv.
sanft, für *^gns, ^hons u. s. w. , vgl. got. hansa, anpar^ ahd.
gans, sanfio etc.
§ 67. Ebenso entspricht dem germ. nasalierten ä aus ayi
(§ 45, 5) in got. fähan fangen, häfian hangen, .brähta brachte,
pähla dachte, päho ton, -7mhs tadelhaffc, ahd. ähta Verfolgung,
zähl zähe, stets ö: ffhi, hön^ bröhfe, bdhte, bö (Ep. ihdhae),
fvdh, öht, töh.
§ 68. Auch westgerm. ä aus germ. ^ , § 45, 6. 46 , wird
vor nasalen zu 6: dem got. mena mond, menops monat, nemun
sie nahmen, qenuin sie kamen, entsprechen inöna, mönab, 7idmun,
cwömun; denselben Ursprung haben noch die 6 in sdna bald,
spon spahn, ^edon getan, hröni reisig, 7vöm, tvöma lärm, dm rost,
^eomor Jammer (§ 74).
Anm. 1. Neben altem som- halb, zu gr. rumi (wie in sömcucu halb
lebendig u. a.) erscheint später gewöhnlich sdm-. Ebenso teisst es stets
henoiman berauben, nicd-, nydndine räuberisch. Diesen formen liegen
vielleicht diphthongische nebenformen mit ai zu gründe. Dagegen sind
die spätws. formen 7idmon, crvdmon für nömon, c(iv)ömon als neubildungen
zu betrachten (s. § 390, anm. 2).
Anm. 2. Hierher gehören, mit j-umlaut nach § 94, auch ctve'n frau,
got. gSns, wen hoffnung, got. rvenSy ^ecwe'me bequem, ahd. biquänii,
^eseman versöhnen, ^eleme passend, ahd. gizämi etc., vgl. die ausserws.
formen cruoßn, ivoen, gecwosme u. s. w. Man darf also in den ags. e
nicht directe reste des germ. i erblicken.
§ 60. Westgerm. e wird vor nasalen zu i in niman nehmen,
ahd. neman (doch bleibt es in ctvene frau, ahd. quena, und vor
mit aus fn, wie in emn, stemn aus efa, stefn, § 193, 2); ebenso
wird das e von alten fremdwörtern behandelt, lim edelstein,
mint minze, pinsian erwägen, aus lat. gemma, mentha, pensare,
vgl. auch pin pein, aus poena (gesprochen pena), und dinor
denar, aus denarim.
§ 70. Westgerm. o vor nasalen wird zu u, cuman kommen,
genume7i genommen, -titima empfänger, wunian wohnen, bunor
30 § 71—73. Einflüsse des w.
donner, ahd. coman, ginoman, -nomo, rvonön, donar; ebenso' das
alter fremdwörter , munuc, munt, pund, cumpceder aus lat.
7nonachus, montem, pondus, Computer; mit nachfolgendem /-Um-
laut mynet, mynster aus lat. moneta^ monasterium. Ausnahms-
weise steht fönt (fant) gleich lat. fontem.
Anm. (Zu § 69 und 70). Nach § 45, 2. 3 haben die regeln dieser
beiden §§ bei einheimischen Wörtern nur anwendung auf einfachen nasal.
b) Die einflüsse des w,
§ 71. Die gruppe wio , aus germ. wi durch brechung
(§ 79 if.) oder durch u- und ö-umlaut (§ 107) entstanden, wird
gewöhnlich zu ivu; daneben aber bestehen hie und da auch
noch die älteren formen mit dem diphthong io (eo, § 38) , ja
selbst solche mit einfachem / ; wuton wolan, wudu holz, tvuduwe
witwe, swutol hell, klar, rvucu woche, c(w)ucu lebendig, wuht
ding (auch in nätvuht, näuht nichts), betwuh, hetwux zwischen,
neben iviodu (selten und alt), widu?ve, tveodujve, sweotol, wicu,
weocu, Cfvicu, crvic, hetrvih, hetweoh etc.
Anm. 1. Selten und spät erscheint hier wo, sivotol, wolcread für
srviotol, wiolocread ; geläufiger ist in den späteren ws. texten die Schrei-
bung wy, wie wydurve, swylol, helwyh,
Anm. 2. Bei hinzutretendem i-umlaut geht wio ws. wie alle übrigen
io in wie etc. über: wiertie wert, wiersa schlimmer, wierresla der
schlimmste e&.
§ 72. Die gruppe weo aus germ. w'e (brechung oder u-
umlaut, § 79 ff. 106) bleibt im allgemeinen unverändert; doch
findet sich neben weorold weit, oft worold; ebenso schwanken
fveoröig und worbig Strasse und seltener spätws. einige andere,
wie rvorc, tvorpan, ^eswosterna neben gewöhnlichem weorc,
weorpan, gesweostof\ Ausserdem tritt vielfach im späteren ws.
hier ein u an stelle des eo: swurd, wurtian, wurtSian, swuster
statt sweord Schwert, weorbaji werden, weoi^bian schätzen,
sweoster Schwester, noch später auch y, swyrd etc.
Anm. Umgekehrt wird spät nicht selten wur für wyr geschrieben,
wurmas, wurd-, wurl-, wurste für wyrmas, wyrd-, wyrl-, wyrste (= altws.
wierste)'^ ganz ausnahmsweise weor für wyr, wur, wie in weormum,
ymbhweorft, ^eoweorpa für wyrmum, ymbhwyrfl, lat. Jugurlha.
§ 73, 1). Die gruppen aw und eiv entwickelten ursprung-
lich zwischen dem vocal und dem w ein ii; die so entstandenen
miw und euw giengen dann regelrecht in eaw, eow über: feawe
wenige, got farvai; cneorves, treorves, tieowes etc., gen. sg. von
§ 73. Einflüsse des rv. % 74. Diphth. durch palatale. 31
cneo knie, treo bäum, ^eo diener (§ 137), ahd. knerves etc. Da-
gegen bleibt das e im part. gesewen gesehen neben gesatren
(§ 391, 2, oder gesäwtm nach dem pract. pl. särvoni),
Anm. 1. Für ursprüngliches arvi erscheint ags. eow in meorvle
mädchen (got. mawilo)^ corvu muttcrscliaf, nebst eowde heerde, eorveslre
schafstall (urgerm. awi^ vgl. got. arvejn, arvisir), auch sireowian, prät.
strcorvede streuen (got. slraujan , slrarvidä). Dies scheint darauf hin-
zudeuten, dass die entwicklung des u jünger war als der eintritt des i-
umlauts, also meorvle für ^mewiiö u. s. w.
Nicht selten erscheint hier einfaches e in emu und namentlich
slrewian, strervede neben dem diphthongen eo,
2) Die gruppe iw ergab in älinlicher weise zunächst mw,
woraus im ags. weiter iow werden musste. Da aber germ. m
(als Vertreter eines älteren ew) fast nur vor folgendem /, j er-
scheint, so treffen wir dies iow fast nur in denjenigen dialekten,
welche das io nicht umlauten (§ 100. 159, 4); strengws. erscheint
dafür der /-umlaut iew (alt und selten), gewöhnlich iw: niewe,
niwe neu (got. niujis)^ hiew, Mtv gestalt (got. Mrvi)^ siiv{i)an
nähen (got. siujan praet. ^ s'ttvida\ spiw{i)an speien u. s. w., da-
neben ohne umlaut niowe, hion\ siow(i)an, spiow{i)an,
Anm, 2. Altes itv liegt nur vor in den partt. priit. der verba spiwan
speien (§ 382) , seon seihen (§ 383) ; dieselben lauten spitven und siwen
neben siorven. Es ist zweifelhaft, ob hier in den erstgenannten formen
altes itv einfach erhalten ist, wie erv in geserven (§ 73, 1), oder ob auch
hier itv als umlaut von iorv angenommen werden muss.
c) Diphthongierung durch palatale.
§ 74. Der palatale halbvocal j (§ 175) verbindet sich an-
lautend mit den vocalen a (ee) und o zu ^ea, geo (gio) : gea ja,
^ear jähr, ^ioc, geoc joch, geomor Jammer; so auch im pro-
nomen geon jener, § 338, 4, und seinen ableitungen, vde geond
durch, hegeondayi jenscit, north, begeanda (für Jan-, Jon-, § 65 ;
daneben altws. giend, gind, kent. ge7id, north, gitid, hegienda
mit i-umlaut). Die gruppe ju bleibt ziemlich oft unverändert,
iü ehemals, iung, gung jung, iugut>, gugub Jugend, vgl. got. Ju,
Juggs; doch tritt gewöhnlich geo^ gio dafür ein: geo, geong,
giong, geoguö, gioguö {gioct5a etc. s. § 100, a).
Anm. 1. Sehr selten findet sich auch io unverändert, wie in tö<;. —
Unklar ist der Ursprung des ie in giet, gieta (gyt, gyta) noch, und gien,
giena noch, neben gewöhnlicherem gen, ge'na. Sicher altes j liegt vor
im pron. pers. ge neben seltenem gie § 332.
Anm. 2. Ueber formen wie ge'r statt gear s. § 102.
32 § 75. Diphthongierung durch palatale.
§ 75. Eine äbnliche Wirkung üben die palatalen g, c
und sc aus, indem sie die primären palatalvocale ce, ce (= germ.
e § 57, 2) und e in ea (bei /-umlaut ie)^ eä (bei /-umlaut ie)
und ie verwandeln. Beispiele:
1) ce — ea: ^ea/'gab, -geat erwarb, geal tor, geat/ve rüstung;
ceaf spreu, ceaflas kinnladen, ceaster bürg; sceal soll, sceaft
Schaft, sceatt schätz, mlinze, scedbb aussatz , scear 3. sg. praet.
schnitt, für ^gcef, * gwt, ^ccester, ^sccel, vgl. got. ga/, yat,skal,
lat. castra; mit /-umlaut (§ 98) giesi , gisi, gyst gast, ciefes
kebse, ciele kühle, scieppan schöpfen, cietel kessel, aus *geasti-,
^ceafls, ^sceappjan, ^ceatil für *gcesli-, *ccefiSj *scceppjan,
*c Cetil, vgl. got. gasls, skapjan,
2) ce — ea: geafon gaben, -geaton erwarben, geaglas gaumen,
sceap schaf, scear on schnitten, für ^gdfon, ^gceton, ^scceron,
vgl, got gebum, getum; mit i-nmlsnit ciese, cysekMe, für *ceasi
aus ^ccesi aus lat. cäseus.
3) e — ie {i, y): giefan geben, giefu gäbe, -gietan bekom-
men, gield Opfer, gieldan bezahlen, giellan gellen, gielp prahlerei,
gielpan prahlen, gied Spruch, scieran schneiden, scield Schild,
daneben gifan, gyfan, gildan, gyldan etc.
Anm. 1. Das ce bleibt ausnahmsweise in ^cedeling verwanter, cel-,
iö^oedere zusammen (§ 50, anm. 2), und in einigen spät aufgenommenen
fremdwörteru, wie cceppe kappe, cwfester halfter, aus lat. cappa, ca-
jnstrum; ferner natürlich in fällen wie ^cers, coerse fiir gra*s etc., § 179.
— Formen wie ^cesl, scced schatten, sccer, scaron etc. (tür .^iV*/, scead,
scear, sce'aron), die sich in den poet. hss. finden, sind der ws. prosa
fremd. Auf neubildung beruht der imp. sccef (neben scaf) für regel-
mässiges sceaf, § 360.
Anm. 2. In ungefähr demselben umfange wie überhaupt e für ie
erscheint, findet sich auch hier e in formen wie geldan, ge/p, sceran u. dgl.,
doch können diese e nicht als strengws. betrachtet werden. Doch heisst
es auch strengws. stets scetüba», § 392, 4 (selten in der poesie scytütiayi)
und ausnahmsweise (bei Aelfric regelmässig) geslhüs mit e (vgl. engl, guest
mit g). Diese letztere form ist wol aus dem nordischen entlehnt.
Anm. 3. Wo die diphthougierung von e durch palatal mit brcchung
(§ 79 ff.) coucurriert, geht die letztere vor; es heisst also z. b. ceorfan
spalten, (;<?<>r/mann, georn begierig, scoorfan schürfen, nicht ^cierfan etc.;
ebenso meist concurrierender m-, ö-umlaut (§ 103 ff.): ^«?ö/ö gelb, geoloca
eidotter, ceole kehle, ceorian klagen ; doch heisst es strengws. stets giefu
gäbe, nach massgabe der casus obliqui wie gen. dat. acc. sg. giefe; in
weniger strengws. texten begegnet auch nom. geofa.
§ 76. Diphthongierung durch palatale. 33
§ 76. 1) Alle anderen vocale bleiben nach ^ und c un-
verändert, sowol die gutturalen a, g, o, u, wie in galan singen,
calan frieren, ^ongan gehen, comp, camp, kämpf, gast geist,
cäsere kaiser, ^o^ gott, go^gut, com körn, gz^mamann, cuman
kommen, gtiö kämpf, cüb bekannt, als auch die daraus erst
durch i-umlaut entstandenen secundären palatalvocale ce, e^ e,
y> y (§ 7, anm.), wie in g&st neben gast geist, gt^d mangel,
g&lsa luxus, C(kg Schlüssel (zu § 90), cemes hemd, cemban
kämmen, cempa kämpf er, cennan erzeugen, Cent Kent, -genga
-geher (zu § 89, 2), cellendre coriander, cene kühn, celan
kühlen, cepan halten, ges gänse (zu § 93 f.), cyme ankunfk,
cynn geschlecht, cyssan, küssen, cyst wähl, gylden golden,
cyt5an verkündigen (zu § 95 f.)
Anm. 1. Ausnahmsweise steht mehrfach ge'asne neben gasne,
gesne unfruchtbar (ahd. geisint),
2) Für sca, sco wird dagegen häufig auch scea, sceo
geschrieben, sceacan, sceoc, sceacen schütteln (§ 392) und scacan
scöc, scacen; scädan und sceädan scheiden, scamu, scomu und
sceamu, sceomu schäm, scop und sceop dichter, scöh und sceoh
schuh. Dieser Wechsel ist aber sehr unregelmässig, sowol was
die Schreibung der einzelnen Wörter, als was den schreib-
gebrauch der einzelnen denkmäler betriflFt.
scu bleibt in der regel unversehrt, sctm schatten, scucca
Verführer, scäfan schieben, sculdor Schulter, scür schauer; erst
spät finden sich einzelne sceu^ wie sceucca, sceüfan und etwas
öfter eö, wie sceocca, sceofan, sceor, — scy bleibt stets unver-
ändert, scyld schult, scyndan eilen, scyte schuss, etc.
Anm. 2. Häufig ist sceo für scu selbst schon in älteren denkmälem
in sceolan sollen, neben sculän (§ 423), pl. sceolun neben sculun; auch
das praet. sceolde für scolde begegnet auffallend oft.
Anm. 3. e als umlaut von g (§ 89, 2) bleibt regelrecht unverändert
in scenc becher, scencean einschenken, erfährt dagegen strengws. fast
stets diphthongierung in sciendan (scindan, scyndan) schänden; ebenso
e als umlaut von ö {§ 94) in gescy Schuhwerk (für gescie, Ps. north.
gescce),
Anm. 4. Auch im wortinnem wird bisweUen in jüngeren texten
ein e zwischen sc und a, o eingeschoben, wie mennescea mensch, egip-
tiscean , ehreisceon npr., u. dgl.
Anm. 5 (zu § 75 — 76). Die erscheinungen von § 76,2 dürfen
wegen ihrer Unregelmässigkeit nicht ohne weiteres mit den im ws. con-
Sievers, Angels&ohs. grainmatik. 2. aufl* 3
34 § 77—79. Die brechungen.
sequent durchgeführten erscheinungen von § 75 (und 74) gleichgestellt
werden. Es ist möglich, dass im ersten falle wenigstens teilweise das
e nur graphisch eingeschoben ist, um anzudeuten, das's sc wie das deutsche
seh zu sprechen sei. Eine ähnliche erklärung wird zwar von einigen
gelehrten auch für die ea, ie von § 75 gegeben, nämlich dass sie nur gesetzt
seien um palatale ausspräche der ^, c, sc anzuzeigen (vgl. § 20<), ('») und
dass das ea demnach nur eine compendiöse Schreibung fiir eoe sei.
Doch scheint diese meinung nicht haltbar zu sein gegenüber der tatsache,
dass die ea und ie von § 74 — 75 in der Weiterentwicklung der spräche
genau wie die sonstigen, sicher diphthongischen ea und ie behandelt
werden, dh. namentlich den palatalumlaut von ea^ ea in e, e erleiden
(§ 101 f.) resp. den Übergang des ie, ie zu unfestem f, y; i, y mitmachen
(§ 41). Man wird demnach die ea (ed) ie von § 74 — 75 für echte
diphthouge ansehen müssen, vgl. Beitr. IX, 204 ff.
d) Die brechungen.
§ 77. Unter brechung verstand J. Grimm allgemein den
Übergang eines kurzen e in eo und den eines kurzen a in ea.
Hier sollen genauer nur diejenigen von diesen Übergängen da-
mit bezeichnet werden, welche lediglich durch den einfluss
nachfolgender consonanten bedingt sind (über m, eo als u- und
o-umlaute s. § 103 ff., über ea, eo aus palatal + a, o, u s.
§ 74 ff.).
§ 78. Die brechung ist älter als die diphthongierung
durch palatale (§ 75, anm. 3) und älter als der u-umlaut, da
sie z. b. in den Epinaler glossen bereits durchgeführt ist, welche
vom w-umlaut erst einzelne spuren aufweisen. Dass sie auch
älter ist als der 2-umlaut, wird dadurch wahrscheinlich ge-
macht, dass sich zu d«n gebrochenen ea, eo regelrechte i-um-
laute ie, i, y finden (§ 97 ff.).
Die westsächs. formen der brechung sind folgende:
1) Vor r + consonant.
§ 79. 1) Westgerm, e wird vor r+consonant zu eo, germ.
a in gleicher Stellung zu ea: steorra stern, heorte herz, eortSe
erde, «;^orjöaw werfen = got. ^to'rra, halrtd, airpa, wairpan, alts.
sterro, herta, ertha, werpan etc.; ws. earm arm, rvearp warf,
rvearb ward = got. arms, rvarp, rvarp,
Anm. 1. Die brechung bleibt auch wenn der zweite consonant
ausfällt, feorh leben, tiweorh quer, mearh ross, gen. fear es, tSweores,
meares (über die dehnung s. § 218).
§79—81. Die brechungen. 35
Anm. 2. Dagegen unterbleibt die brechung in bi'rstan bersten,
tSUrscan dreschen, ßrsc frisch, ^mrs gras, boersi barst, oern haus, hcern
welle, cernan sprengen, laufen lassen, hoernan verbrennen, caus., weil
hier die gruppe r+consonant erst durch metathesis entstanden ist, § 179.
Unklar ist der grund des unterbleibens der brechung in hoerfest herbst,
(doch vgl. § 50, anm. 2) und hrerd rand (wenn im letzteren falle nicht
i-umlaut von o vorliegt, § 93). lieber am (orn), barn (born) s. § 65,
anm. 1. 3S6, anm.. 2. Dagegen heisst es trotz der metathese beornan
(byrnan) brennen, und iernan (yrnan) laufen, = got. brinnan, rinnan
(zu 2).
Anm. 3. Endlich unterbleibt die brechung auch in fremdwörtern,
wie arce- neben cerce- erz-, z. b. in arcebiscop erzbischof, martrian
martern, und später gewöhnlich in arc arche, carcern kerker, woneben >
jedoch in der älteren spräche meist earc, cearcern steht.
2) Westgerm, i wurde ebenfalls zu io, eo gebrochen; da
aber westg. i vor r + cons. fast nur da erseheint, wo früher i,
j darauf folgte (§ 45, 2), so ist das 20, eo im ws. umgelautet,
hieräe (got. hairdeis) etc., s. § 100, doch auch oben anm. 2.
2) Vor /+consonant.
§ 80. Westgerm, a vdrd vor / + eonsonant meist zu ea,
doch erscheint daneben oft, namentlich in den älteren quellen,
auch a: fecUlan fallen, eald alt, healp half, neben fallan, ald,
halp (genauer vielleicht fallan, ald, halp nach § 124, 3 nebst
anm. 3) = got. failan u. s. w.
Anm. 1. üeber formen wie fVealh — Weales Welscher s. § 79,
anm. 1 ; über den 2-umlaut § 98 f.
Anm. 2. Vor II tritt brechung nur ein, wenn dasselbe germanisch
ist, wie in feaüan fallen, eall all, weallan wallen, mit t-umlaut fiell, fyU
fall u. s. w. (§ 98). Vor dem // aus germ. Ij (§ 227) erscheint dagegen
stets e, d.h. der t-umlaut des unveränderten a-. hell, hölle, tellan sagen;
ausgenommen in einigen texten (siellan), syllan (north, seaüa) übergeben
(fär *sealljan), zu got. saljan (doch stets nur sellan in der Cura past).
Anm. 3. In einigen Wörtern fehlt die brechung regelmässig auch
später, so balca balken, dalc spange, fald bürde. Da für dieses letz-
tere wort in den ältesten texten die formen falud, falasd begegnen, so
ist nicht unwahrscheinlich, dass auch in den übrigen Wörtern dieser art
ein vocal nach dem / synkopiert ist (vgl. auch hcelfter § 50, anm. 2.).
Anm. 4. Brechung tritt nicht ein in späten lehnwörtem wie pcell
Pallium.
§ 81. Westgerm, e erfährt brechung zu eo regelmässig
nur vor Ic, Ih: meolcan melken, äseolcan erschlaffen, heolca
reif (?), seolh gen. seoles seehund, eolh eich, sceolh schielend
3*
36 § 81—84. Die brechungen.
(schwach sceola\ feolan befehlen (aus *feolhan, s. § 218);
ferner in heolfor cruor, und dialektisch in seolf selbst (so z. b.
stets Ps.) neben sielf^ sylf (mit palatalumlaut, § 101, anm. 1)
und unverändertem seif (letzteres in der Cura past. ausschliess-
lich gebraucht). Sonst bleibt e vor Z+consonant erhalten:
stvellan schwellen, heim heim, helpan helfen, sweltan sterben
u. s. w.
Anm. 1. Ob die eo im reduplicierten prät. wie iveoll, heold etc.,
§ 396, als brechungsdiphthonge oder als alte lange diphthonge anzusehen
sind, ist ungewiss.
Anm. 2. Auch in ^eolo gelb, gen. geolotves etc., stamm gelrvo-, ist
vielleicht brechung, vor Irv, anzunehmen; doch könnte auch u-umlaut vor-
liegen, wie sicher in den abgeleiteten geol{o)ca dotter, und heolstor
schlupiwinkel (helustr Ep.), § 106, 1 (doch begegnet auch eine nebenform
heolhstor, welche unter die hauptregel fällt).
3) Brechung vor ä.
§ 82. Germ, a wird vor Ä+consonant (darunter auch
x= hs^ § 221, 2) und vor silbenschliessendem h zu ea ge-
brochen: geneahhe reichlich, eahta acht, meahte konnte, meähi
macht, neaht nacht (über miht, niht s. § 98, anm.), feax haar,
rveaxan wachsen, auch Miehhan, hlyhhan lachen (mit i-umlaut,
§ 98), vgl. got. ahtau, mahta, mahts, nahts, fahs, tvahsjan,
hlahjan; ws. gefeah, seah sg. prät. zu gefeon freuen, seon
sehen, § 391, 2.
Anm. Ohne brechung erscheint gewöhnlich das fremdwort trahiian
betrachten, nebst seinen ableitungen.
§ 83. Auch germ. e wurde ursprünglich unter denselben
bedingungen zu eo gebrochen, doch sind nur wenige formen
mit durchstehendem eo erhalten, teoh reihenfolge, feohhian
anordnen, feohtan fechten, imp. zefeoJx, seoh § 367. 391, 2; auch
wol feoh vieh, eoh pferd. In andern Wörtern findet sich nur noch
vereinzelt altes eo, z. b. seox sechs, reoht recht, cneoht knabe
(knecht). Gewöhnlich tritt hier palatalumlaut ein, s. § 101.
§ 84. Ebenso unterliegt germ. i zunächst der brechung
zu io, eo, dann dem palatalumlaut, der zu j zurückführt : miox,
meox mist (got. maihsttcs), Piohtas, Peohtas Picten, Wioht die
insel Wight, auch in eigennamen wie Wiohthün, Wiohtgär, neben
Pihlas, Wihi etc.
§ 84. Brechungen. § 85—87. Die umlaute. 37
Anm. 1. Ebenso mit vorhergehender Verkürzung von i zu t auch
leoht leicht, got. leiht $\ dagegen haben die ws. imperative leoh, tSeoh,
wre'oh etc. zu den verba contracta le'on, tfe'on, wrdon {§ 383) ihr eo wol
durch anlehnung an die contrahierten formen erhalten (Ps. north, lih etc.).
Anm. 2. Auch wo das x aus sc durch metathese entstanden ist,
findet sich bisweilen brechung, belweox zwischen, neben betwix, § 329.
Anm. 3 (zu § 79—84). Vereinzelt scheinen auch noch andere
brechungen von i vorzukommen; so in eom bin, got. im (§ 427) und
in heom dat. pl. des pron. he (§ 334) ; doch lassen diese fälle auch andere
deutung zu (Paul, Beitr. VI, 64 f.).
e) Die umlaute.
§ 85. Mit u miaut bezeichnet man in der germanischen
grammatik zunächst diejenigen Veränderungen eines betonten
vocals, welche durch einen vocal oder halbvocal (/, w) der
folgesilbe hervorgerufen werden. Je nach dem umlauterzeugen-
den laute unterscheidet man daher a-, i-, w-u miaut u. s. w.
In ähnlicher weise wie ein / oder j wirken aber im ägs.
auch palatale consonanten auf vorhergehende und zum teil
auch auf folgende betonte vocale ein. Wir stellen daher neben
den bereits erwähnten umlauten für das ags. auch noch einen
palatalumlaut auf
§ 86. Die Veränderungen des grundvocals durch den
Umlaut sind im ags. verschiedene. Sie bestehen entweder in
einer partiellen assimilation des grundvocals an den folgelaut,
oder in der erweiterung des grundvocales zu einem diph-
thongen. Das erstere ist der fall bei dem i-umlaut, vgl. z. b.
here beer, älter heri, aus Äan, und ähnlieh beim palatalumlaut
(§ 101); das letztere beim u- und o-umlaut, wie in ealu hier,
aus *alu, oder eo/Ur eher, aus *e/ur,
Anm. Die letztere art des umlauts fasste J. Grimm als eine unter-
art der brechung auf; jedoch erscheint es ratsamer, den namen 'brechung'
nur in der § 77 angegebenen beschränkteren bedeutung zu verwenden,
und (mit * Holtzmann) neben dem t-umlaut auch von einem u- (und o-)
umlaut zu reden.
§ 87. Was das relative alter der verschiedenen um-
laute anlangt, so ist der e-umlaut der älteste. Er ist jttnger
als die brechung, aber älter als der w-umlaut, da er in denk-
mälern bereits durchgeführt erscheint, welche den w-umlaut
erst in geringen spuren aufweisen (§ 78.) Der palatalumlaut
ist der jttngste aller dieser Vorgänge; seine Wirkung vollzieht
38 § 88—89. Der e-umlaut
sieh grossenteils erst in historischer zeit. Trotzdem lassen wir
ihn in der folgenden darstellnng sofort auf den /-umlaut folgen,
um wesensverwantes nicht auseinander zu reissen.
1) Der i-umlaut.
§ 88. Ursache des i-umlauts ist ein ursprünglich der
tonsilbe folgendes J oder / Hierbei ist es gleichgültig, ob
das f bereits indogermanisch vorhanden war oder ob es erst
eine germanische Umbildung von älterem e resp. ei ist (§ 45, 2. 7).
Im laufe der weiteren sprachentwickelung sind die um-
lauterzeugenden laute entweder unkenntlich geworden (durch
Schwächung zu e, § 44) oder ganz verloren gegangen (vgl.
§ 177). In den meisten fällen lassen sich daher die Ursachen
des Umlauts nur durch vergleichung der verwanten sprachen
feststellen, welche in der erhaltung der i, j auf älterer stufe
stehen als das ags.
§ 89. Das alte kurze a hatte sich bereits vor dem ein-
tritt des e-umlautes in ce und g gespalten (vgl. § 49 ff. 65).
Demnach ist auch die behandlung des Umlautes eine etwas
verschiedene.
1) Der e-umlaut des kurzen ce ist e (Holtzmann-Sweefs
f, § 19, anm.): herigan loben, nerigan retten, her^e beer, tellan
zählen, settan setzen, rveccan wecken, lecgan legen, = got.
hazjan, nasjan, harjis, satjan, tvakjan, lagjan u. s. w.
Anm. 1. Vor st und ft findet sich öfter ce statt e, so regelmässig
in hceftan heften, foestan befestigen, moeslan mästen, -hlcestan belasten,
neben geresian ruhen; ebenso in slcepe schritt, slceppan gehen, {^e)dcefla7i
ordnen, hcele held, gemcecca genösse, soecc streit, Iceccean ergreifen,
smceccean riechen.
Dies ce erscheint sporadisch auch in andern Wörtern, namentlich
scec^an sagen, neben secgan, wrcecc(e)a verbannter, neben tvrecc{e)a, und
cel' neben el- zu got. aljis anderer, z. b. in celtSeodi^, eldeodig fremd-
ländisch.
2) Dasselbe e erscheint auch regelmässig als umlaut des
mit wechselnden a vor nasalen (§ 65): fremman vollbringen,
men{7i) menschen, sendmi senden, strengra stärker, drencan
tränken, neben /rom vorwärts, mo7i mensch, strong stark, dronc
trank (praet.) etc.
Anm. 2. Gewisse texte setzen flir e hier mehr oder weniger regel-
mässig ce, froemman, mcen, scendmi, tücencan, cengel etc.
§ 90—94. Der i-umlaut. 39
Fest erscheint dies ce in cernan sprengen, boernan brennen (caus.),
= got. rannjan, brannjan, § 79, anm. 2. 179.
§ 90. Der e-umlaut von ags. ä (aus ai und a § 62 und
57) ist ce: hdl heil — htelan heilen, lär lehre — Iceran lehren,
an ein — cmig uUus; ddl teil, häl omen (e-stämme); ebenso
^än gehen, 2. 3. sg. gcest, gdt^ (§ 430), Ic^wan verraten, got.
iStvjan.
§ 91. Der i-umlaut des- ws. ce = germ. got. e (§ 57, 2)
ist wiederum ce: läce arzt, got. lekeis\ dtsd tat, got. dSps
(i-st), mth-e berühmt O-st).
Anm. Got. mekeis schwert, ist stets mece, obwol as. mäki, — Ueber
andere e die nur scheinbar direct = got. e sind, s. § 68, anm. 2.
Für got. germ. i = ags. e § 58 fehlt es an belegen für den t-umlaut.
§ 92. Ein eigentlich ags. i-umlaut von e existiert nicht, da
bereits im germ. alle e vor i, j in i übergegangen waren,
§ 45, 2. Der Wechsel von e und i in gruppen wie etan, itest,
Heb, helpan, hilpest, hilpb = got. itan, itis, itip; ags. re^n
regen, rignan, rinan regnen (für rignjan), etc. ist also bereits
vorangelsächsisch.
§ 93. Der e-umlaut des o ist 1) e in morgen und mergen
morgen, dohtor, dat. sg. dehter tohter, oxa, nom. acc. pl. exen
§ 277, anm. 1; efes dachtraufe neben yfes (ahd. ohasa, got.
ttbizwa), efstan eilen (zu ofst, ofost eifer, eile); ebenso in den
fremdwörtern ele öl, cel{l)endre coriander, aus lat. oleum, cori-
andrum,
2) gewöhnlich y: gold gold — gylden golden, hold hold
— hyldo huld, forhl furchtsam — fyrhtu furcht; g;nom (<ä-st.)
und gnyrn (e-st.) trauer, etc. So auch in fremdwörtern wie
cycene küche, mynet münze, mynster münster, aus lat. coquina,
moneta, monasterium (vgl. § 70), auch mynecen{u) nonne, zu
munuc mönch, aus lat. monachus.
Anm. Das y ist nicht eigentUch direct umlaiit eines ags. o, sondern
eines vorags. u, welches nach § 45, 3 bereits germanisch vor folgendem
i, j statt des o vorhanden war; vgl. z. b. alts. gold — guldin, hold — huldi
u. s. w. — In den beispielen unter J, welche den wirklichen umlaut des
o darstellen, ist das o vor dem eintritt des t-umlauts aus den nicht-um-
lautenden casus auf die später umlautenden übertragen, ^der, wie in ele,
nicht -germanischer abkunft.
§ 94. Der i-umlaut des o ist e: a) altes 6 (§ 60): dorn
urteil, — dma7i urteilen, böc buch, — bec pl., sohle suchte
40 §94—97. Der »- Umlaut.
— sdcan inf., gled glut, sped gedeihen (i-stämme); — h) 6 vor
nasalen aus westgerm. ä, germ. e, s. § 68, anm. 2; — c) 6 aus
altem gn, an (§ 66): gos gans — pl. gSs, softe sanft adv. —
sefte adj., fön fangen — fShst, fShb 2. 3. sg., dht Verfolgung
— dhtan verfolgen.
Anm. Ganz vereinzelt findet sich noch in sehr alten quellen ck für
e: dtfelf e'tfel Cura past. 2, 7, dce ib. 8, 2, für gewöhnliches dö.
§ 95. Der J-umlaut von u ist y: tvtUle wolte — rvyUen
wollen, gesund gesund — gesynto gesundheit, hungor hunger
— hyngran hungern, hurg bürg — byr(i)g § 284 u. s. w.; ferner
in fremdwörtem wie cymen ktimmel, pyle pfÜhl, pytt brunnen,
ynce unze, aus lat. cuminum, pulvinum, puteus, imcia.
Anm. 1. Die beispiele flir y aus u sind sehr zahlreich, aber es
lassen sich nur wenige paare mit u und y neben einander anführen, weil
ausser vor nasal 4-consonant urgerm. u fast nur vor t, / zu erscheinen
pflegte (§ 45, 3) und daher fast stets umlaut erfahren musste.
Anm. 2. Für älteres ymh, ymbe um, erscheint in späteren texten
oft emb, emhe.
§ 96. Der i- umlaut des ü ist y: a) altes ü: brücan
brauchen — brycö 3. sg., tun zäun — ontynan öffnen, brüd
braut (MSt); so auch in fremdwörtem wie strijta strauss,
plante pflaume, zu lat. struthio, prunea, b) ü aus un (§ 186, 1):
füs bereit — fysan eilen, cüb bekannt — cytian künden, yb
woge C/4-st.), u. s. w.
Diphthonge.
§ 97. Der «-umlaut des ea und ea ist in den älteren
quellen gewöhnlieh ie und ie, später der als unfestes i be-
zeichnete laut (§ 22), welcher zunächst oft durch i (neben ie),
dann vorwiegend durch y ausgedrückt wird. Im 10. und 11.
jahrh. überwiegt das y durchaus, ausser in gewissen fällen,
wo ein wirklicher Übergang zu reinem i stattgefunden zu
haben scheint (vgl. § 31, anm.)
Daneben erscheinen in manchen texten die nebenformen e,
e, welche vermutlich als monophthongierungen von ie, ie an-
zusehen sind.
Anm. Im allgemeinen sind diese e, e anzeichen für nicht strengws.
mundart (obschon sie z. b. bei einigen Schreibern der Cura past. begegnen,
fehlen sie in Aelfrics homilien ganz, ausser in dem werte geslhüs, § 75.
anm. 2).
§98—100. Der t- Umlaut. 41
§ 98. Beispiele für ea: a) gebrochenes (§ 79 ff.): earm
arm — iermbu elend, ienning elender, eald alt — ieldra comp.,
ieldesta sup., ieldu alter; tveallan wallen — rvielb 3. sg., rvielm
Wallung (/-St.), Wedlh Welscher — wielisc welsch (§ 218);
weaxan wachsen — tviexö 3. sg. (ebenso sliehb, bwiehb zu
slean schlagen, t^rvean waschen), Miehhan lachen (got. hlahjan),
slieht Schlacht (i-st.); — b) ea nach palatalen (§ 74 ff.): scieppan
schaffen (got. skapjan), ciefes kebse (ahd. kehisa), giest gast (e-st).
Die jüngeren formen hierzu lauten irmtiu, irming, ildra,
ildesta, ildu, rvüt5, fvilm^ rvüisc, rvix6, slihÖ, ÖtvM, hlihhan, sliht,
scippan, cifes, gist^ demnächst yrmbu, yldra, tvylm, w^Usc^
hlyhhan, slyht, scyppaUy cyfes, gyst etc.
Daneben formen wie eldra, welm, wergan etc.
Anm. In mihi macht, und fiiht nacht (§ 284) steht das t im all-
gemeinen fest, vgl. § 31, anm. In -scipe -ach&ü (§ 263, l) neben sehr sel-
tenem -sciepe ist das t wahrscheinlich schon vorags., vgl. die ent-
sprechenden altsächs. formen auf -skipi.
§ 99. Beispiele für ea: heah hoch — hiehra comp., hiehst
sup., hearvan hauen — liiewti 3. sg., neat tier — nieten demin.,
heacen zeichen — biecnan ein zeichen machen, geleafa glaube —
gelief an glauben; Äieraw hören, mW not, /i^^ flamme (^-stamme),
u. s. w,, später Ixihra^ hihst, niten, bicnan, gellfan, hiran, nid, lig
und hyhray hyhst, nyien, gelyfan, h^ran, nijd, seltener neten,
gelefan, heran etc.
Anm. Vor c und g wird y nur selten geschrieben, § 31, anm.
Ueber die Schreibung ig-g flir ig s. § 24, anm.
§ 100. Der i-umlaut des eo und eo ist im strengws.
ebenfalls regelmässig ie, t, y resp. ie, i, y; doch bleibt in
weniger streng ws. texten das eo, eo häufig ohne umlaut (wie
im anglischen, § 159, 4).
a) Beispiele für eo: feorr fern — äfierran entfernen,
rveorpan werfen — wierpt^ 3. sg., weorö wert subst. — wierbe
adj., weorc werk — tviercan arbeiten; ierre zorn, zornig, hier de
hirt (^ö-stämme), fierst frist (e-st., mit metathese, § 179); später
afirra7i, wirpÖ^ wirbe, rvircan, irre, hirde, first und äfyfran,
tvyrpb, wyrbe, tvyrcan, fyrst; daneben nicht strengws. auch
afeorran, eorre, heorde etc. (vgl. auch giocba, giecba, gic6a
prurigo, gycenis id., as. jukido, und § 74).
Anm. 1. Vor A-f-consonant fehlt auch hier die stufe y gewöhnlich:
leoht leicht — liehtan, lihtan erleichtem, wriexlan, tvrixlan wechseln.
42 § 100. Der t-umlaut. § 101. Der palatalumlaut.
vgl. auch lixan leuchten für *leohsjan mit alter Verkürzung des co (got.
*liuhsjan)\ jedoch wiht und wyht ding (2-st.), rihtan und ryhian richten
(vgl. § 101, 1) wol wegen des tv und r, und ;^esieht5, gesihtf, gesyhtf,
weil hier h und tf nicht ursprünglich zusammenstanden (suffix '?f aus -ipa,
§ 255, 3).
Von ^eon^ jung (§ 74) lautet der comp, vermutlich wegen des an-
lautenden ^ schon von ältester zeit an ^in^ra, der Superlativ ^in^esta,
nicht giengra, ^iengesta oder gyngra u. s. w. — Neben altws. gind
durch, steht selten giend; häufig ist dagegen unumgelautetes geond,
§ 74. 338, anm. 4.
b) Beispiele für eo : ceosan wählen — ciest5 3. sg., hreowan
reuen — . hriewt5 3. sg., leoht lieht, liehtan leuchten, gestreon
besitz — sirienan erwerben, treow treue — getriewe getreu,
biestre düster; später cist^, hrirvöj lihian, strinan^ getrirve, bistre
m
und cyst5, hr^rvb, lyhtan, str^nan, getrywe, tiystre; daneben
nicht strengws. streönan, getreöwe, beostre et?.
Anm. 2. In einigen fällen sind die umlautslosen formen wahr-
scheinlich erst durch anlehnung an formen entstanden, denen kein umlaut
zukam; so steöran nach steör Steuer, slreönmi nach gestrean gewinn,
ireöwan nach treötv treue, etc.
2) Der palatalumlaut.
§ 101. Im westsächs. ist der palatalumlaut nur von unter-
geordneter bedeutung; in den übrigen dialekten ist er dagegen
z. t. in weitem umfang entwickelt, s. § 161 flf. Seine haupt-
wirkungen im ws. sind folgende:
1) Durch brechung vor ursprünglich gutturalem Ä+con-
sonant entstandenes eo, io, § 83. 84, wird zu ie, später /, y
(vgl. § 22. 100). So werden die alten recht recht, cneoht
knecht, seox sechs, *wreoxl Wechsel, *riohtan richten, PiohtcLs
Picten, Wioht Wight, zu rieht, cnieht, siex, tvriexl, riehtan etc.,
weiter zu riht, cniht, six, tvrixl oder ryht (dies und ryhtan
speciell altws.), syx (doch kaum cnyht, rvryxl, Wyht, vgl.
§ 31, anm.).
Anm. ]. Auf einem Übergang von gutturalem / zu palatalem beruht
vielleicht auch das schwanken des vocals in seolf, sielf, sylf neben altem
seif selbst (§ 81).
2) ea und ea werden vor palatalen im spätws. zu e, e:
seh sah, sieh schlage, genehhe reichlich, exl achsel, fex haar,
flex flachs, sex messer, wexan wachsen, für älteres seah, sleah,
geneahhe, eaxl, feax, etc.; ebenso 7ieb nahe, teh zog, beh doch,
§ 101—102. Palatalumlaut. § 103—104. Der w- und ö-umlaut. 43
hehsta höchste, n^^^^a nächste, ege äuge, heg ring, becen zeichen,
eca Vermehrung, lec schloss, flir neah, tiah, beah, heahsta,
neahsta, eage^ beag, beacen, eaca, leac. Sehr häufig ist jedoch
auch in späteren texten, welche dies e, e bereits zeigen, die
ältere Schreibung ea traditionell gewahrt.
Anm. 2. Ueber niht, mihi aus *meht, mieht vgl. § 31, anm. 98,
anm., desgleichen über formen wie Uhtan, rvrixlan § 100, anm. 1; über
weitere Wirkungen des g, c s. noch § 106 — 109.
§ 102. Ein palatalumlaut in umgekehrter richtung zeigt
sich in der ebenfalls spätws. häufigen Verwandlung von ea, ea
in ^, <; nach den palatalen g, c, sc: celf kalb, cerf schnitt
gef gab, get bekam, get tor, gei goss, ces wählte, scet schoss,
ger jähr, ongen gegen, scep schaf, gesced bescheid etc., für
cealf, cearf (zu § 79 flf.), gea/', geat (zu § 75, 1), geat, ceas,
sceat (zu § 63), gear, ongean, sceap, gesceäd (zu § 75, 2).
Anm. In offener silbe vor gutturalem vocal ist dieser nmlaut selten,
wie in getan sie bekamen, für geaton (zu § 75, 2), meist bleibt das ea in
dieser Stellung unverändert; so bilden spätws. ger, scep ihre gen. dat.
pl. meist geara, -um, sce'apa, -um.
3) Der u- und o- umlaut.
§ 103. Vor folgendem u oder altem o kann altes a im
ags. zu ea, altes e zu eo, altes i zu io werden; aber die Wir-
kung dieses umlauts ist, besonders im westsächsischen, er-
heblichen einschränkungen unterworfen. Wiederum erstrecken
sich die Wirkungen des u weiter als die des o, weshalb wir
beide gebiete getrennt behandeln. Dabei ist zu bemerken,
dass die umlauterzeugenden u oder o in historischer zeit nicht
immer mehr ihre ursprüngliche gestalt bewahrt haben: u ist
nämlich, besonders in ableitungssilben, häufig in o übergegangen,
ebenso altes Ö stets in a, während altes ö zwischen o und a,
e, seltener w, in der 2. klasse der schwachen verba auch i,
schwankt.
w- und ö-umlaut wirken in der regel nur über einen ein-
fachen consonanten hinweg; einzelne ausnahmen von dieser
regel sind unten besonders angeführt.
«) Der M-umlaut.
§ 104. Ausser dem u der w-stämme (§ 270 ff.), dem u
des nom. sg. f. und des nom. acc. pl. kurzsilbiger neutra, § 253.
44 § 105—106. Der w-umlaut.
238, dem w des Suffixes -wo, -wä, können als erzeuger des u-^
Umlautes namentlich noch gelten die ableitungssilben -oc, -od,
-ot, -ob, 'Or, 'Ol, 'On, -vm^ älter (und so zum teil noch tiber-
liefert) -WC, 'Ud, 'Ut etc.
§ 105. a — ea. Dieser umlaut ist in der ws. prosa sehr
selten. Regelmässig hat ihn wol nur ecUu hier (doch gen. dat.
auch alob neben ealoö, vgl. § 281, 2); dagegen heisst es z. b.
basu purpurn, calu kahl, caf*u sorge, darob pfeil, hafuc, -oc
habieht etc. In der eigentlichen flexion scheint er ganz zu
fehlen, es heisst stets bladu, gladu, rvatSu, babu, stabu, faiu,
hwatu, scrafu, trafu, salu etc. zu blced blatt, glced froh etc.,
ebenso dat. bladum, gladum etc. Ebenso steht nie ea vor pa-
latalen, also nur ma^, hagu, lagu, nacod^ racu, sacu, tiracu,
tvacu, rvracu, kein *mea^ etc.
Anm. 1. In formen wie in fealu fahl, healu übel, neben falu,
balu, femer bearu hain, nearu enge, searu rüstung, ist das ea nicht durch
u-umlaut entstanden, sondern aus den mehrsilbigen casus wie gen. fealwes,
bearrves übertragen, in denen nach § 79 flf. brechung eingetreten war;
formen wie ceafu, ^eatu (neben gaiu, § 240, anm. 3.) haben sich nach
den singg. ceaf, geat, § 75, 1, gerichtet; für sceadu schatten, gesceapu
gcschick, ist auf § 76 zu verweisen.
Anm. 2. In den poetischen texten findet sich dagegen ea als u-
umlaut ziemlich oft: cearu sorge, eafotf kraft, heatSu- kämpf, beadu,
gen. beadrve § 259 kämpf, eafora nachkomme, heafola haupt, heafoc
habieht, dearotS pfeil, rvearotf ufer, eaiol schrecklich, neben afora,
hafola, hafoc etc.; auch für die flexion lassen sich einige ea belegen,
wie pl. heafu, treafu zu hoef meer, iroßf zeit. Es ist zu vermuten, dass
alle diese ea aus anglischen vorlagen übernommen sind (vgl. § 2,
anm. 6. 160).
§ 106. 1) e — eo ist ziemlich häufig und in einigen Worten
auch in der ws. prosa beinahe fest; so in eofor eher, heorol
hirsch, geoloca, -eca dotter (doch ^eolu, gen. geolrves zu § 81,
anm. 2, vgl. § 105, anm. 1), heofon himmel (doch altws. hefon)^
weorold weit (gewöhnlicher worold, § 72). Andere haben
strengws. vorwiegend e, wie wer od leute, volk, werod süss,
medu met, medume mittelmässig, während einige denkmäler
auch hier zum teil wieder das eo begünstigen, namentlich in
weorod volk (über ws. giefu — geofu s. § 75, anm. 3).
2) Der umlaut tritt nicht ein vor palatalen, regol regel
(selten reogol, nicht strengws.), und ebenso wird er vermieden
in der eigentlichen flexion : sperii, gebedu, gemelu, gesetu, gebrecu
§ 106—107. Der M-umlaut. § 108. Der o-umlaut 45
ZU spere Speer, gehed gebet, ^emet mass, geset wohnung, lebrec
das brechen.
Anm. 1. Die poetischen texte neigen im allgemeinen wieder dem
eo zu, heoru' schwert, heolstor Schlupfwinkel {helustr Ep.), sweoloti
brand, eofoi kraft, ^eofon meer etc., vor palatal einmal breogo statt des
häufigen brego herr; auch in der flexion begegnen einige eo, wie ge-
seotu, meoto.
Anm. 2. Hierher gehört auch das erstarrte feoia viel, neben ge-
wöhnlicherem fela; die Verschiedenheit des vocals der Stammsilbe erklärt
sich aus dem ursprünglichen Wechsel des vocals der endsiibe in der
flexion, vgl. got. filu, gen. filaus etc. Eine auch in der prosa begegnende
nebenform /Va/a scheint ihren vocal an den von feärva wenige, angelehnt
zu haben, vgl. § 301, anm. 1.
§ 1Ö7. 1) i — 10 ist im älteren westsäehs. häufig: siolufr,
siolfur Silber (got. süubr), miolicc milch (got. miluks, Ps. north.
milc), tvioloc muschel, sioloc seide, sionob synodus, swiotol
offenbar, siodu sitte, friobu friede; ferner in flexionen wie clif
— cliofu, -um klippe, hlib — hliot5u{m) abhang. Um — liomu{m)
glied; auch vor doppelconsonanten, wie in siondun sind, ^iossum
diesem; nur vor palatalen ist das io sehr selten, siogor sieg,
'tiogot^a -zigste (in MtiogoSa 30te etc.), swiocol betrügerisch.
2) Neben io tritt auch eo auiP, das sich namentlich da
festsetzt, wo auch später der diphthong bleibt: seolfor^ meolc,
seolc etc. Daneben aber erscheint auch ie, namentlich vor
mehrfacher consonanz: siendun, biessum, und weiter das daraus
sich entwickelnde i, y: sindun, Öissum, silofr, wiloc neben syn-
dun, tiyssum, sylofr, wyloc etc. Vor palatalen aber erscheint
wieder ausschliesslich i, soweit nicht io, eo erhalten ist; sigor
sieg, 'tigoba -zigste, nicor seeungeheuer, sticol stechend, S7vicol
betrügerisch.
Anm. In der flexion wird der umlaut wieder gern durch ausgleichung
unterdrückt: clif — clifu, hlitf — hiitfu, nicht *clyfu^ *hlytfu; ebenso
im verbum, ridun^ gripun etc. nach ride, gripe (2. sg. ind. und ganzer
conj.), niGht *rydun , *grypun, trotz der alten riodun, griopun, die ver-
einzelt erhalten sind.
ß) Der o-umlaut.
§ 108. Die 0, welche diesen umlaut erzeugen und welche
im ags. selbst grösstenteils zu a geworden sind, gehören meist
end- oder ableitungssilben an, welche in der flexion des ein-
zelnen Wortes oft mit anderen vocalen, namentlich e, i, wechselten.
46 § lOd* I^er o-umlant. § 110. Hiatus und contractionen.
Die hierdurch bedingte Verschiedenheit des stammsilbenvocals
in den verschiedenen casus etc. eines und desselben wertes
ist aber im ws. meist durch ausgleichung, und zwar gewöhn-
lich zu gunsten des nicht umgelauteten vocals, aufgehoben
worden. Für den eintritt des ö-umlauts lassen sich daher noch
weniger feste regeln geben, als für den des w-umlauts.
§ 109. Das westgerm. a erleidet im ws. keinen o-umlaut
(vgl. § 50; sceaba räuber, gehört zu § 76, 2); dagegen weisen
altes e und i vielfache spuren desselben auf.
a) Umlaut von e zeigt sich regelmässig z. b. in ceole
kehle, ceorian klagen, vereinzelt in geostran gestern (neben
pestran, gistran, gysiran nach § 75, 3); sehr selten und nicht
strengws. in verbalformen wie inf. beoran, part. beorende etc.
Anm. 1. In der poesie begegnet das eo wieder öfter, z. b. In schwachen
masculinis wie weola reichtum, seofa sinn, adv. teola schicklich, neben
häufigerem wela, sefa, iela.
b) Umlaut von i zu io, eo ist häufiger belegt, besonders
in schwachen verbis der ^-klasse: tiolian zielen, bewiotian aus-
führen, cliopian reifen, hlionian lehnen,- u. ä., neben iiliarif be-
fvitian, clipiariy hlinian (§ 414, anm. 3) ; ferner schwache substan-
tiva, wie ondliofa, biliofa speise, wiota, wiia ratgeber etc., fem.
rviocu, wucu woche (§71); selbst bei ausfall des o im acc.
sg. m., biosne {bisney bysne diesen, mit unfestem «), § 338.
Anm. 2. Hiei^her fällt auch siotihan (seotftfan, sietSt^an, sititSan,
sytSTSan) postea, postquam, aus si^ b'on (vgl. 337, anm. 1.) mit kürzung des i.
Vor palatalen tritt der o-umlaut nicht ein: plega spiel,
pleg{i)an spielen, trega leid, schmerz, cerenäwreca böte, etc.
f) Hiatus und contraGtionen.
§ 110. Durch ausfall gewisser consonanten im wortinneren,
namentlich h, seltener w undy, sowie gelegentlich auch durch
vocalisierung eines fv am wortende etc., trat im ags. oft
hiatus ein. Derselbe ist aber meist durch contraction der
beiden zusammenstossenden vocale oder durch elision des
ersten entfernt worden.
Anm. 1. Contraction tritt nur ein, wenn der erste der beiden
vocale betont war; ist derselbe unbetont, so fällt er ganz aus; so
z. b. unbetontes e in formen wie bceflan hinter, bufan oben, büian
aussen, für be-oefian, be-ufan, be-üUin] femer in den negierten verbis
§ 110 — 112. Hiatus und contractionen. 47
nabban § 415, nyUan § 428, anm. 2, nyian § 420, ferner in nisti^ nüch-
tern, zu wisi speise, u. dgl.
Bei der contraction ist besonders zu beachten, dass der
zweite der voeale oft noch auf älterer stufe stand, als es im
gewöhnlichen ags. der fall ist; dass insbesondere an stelle
des späteren ags. a wenigstens vor nasalen noch o vorhanden
war (§ 45, anm. 2).
Anm. 2. Keine ausnähme von dieser regel ist es, wenn in unseren
denkmälem vocalisch anlautende flexionsendungen unversehrt neben
vocalisch ausgehendem stamm erscheinen, wie in heäum dat. sg. von heäh
hoch, Srveoum dat. pl. von Sweön die Schweden. Hier zeigen kürzere formen
wie heäm, Srveöm, welche fast überall daneben hergehen, an, dass in
jenen längeren formen die vollen flexionsendungen erst später wieder nach
dem muster consonantisch ausgehender stamme angefügt worden sind.
Anm. 3. Nicht selten wird eine eontrahierte form verallgemeinert;
ein conj. praes. slea § 367 z. b. erklärt sich nicht direkt aus der grund-
form (= got. slahai), sondern ist durch anlehnung an das e'a des indi-
cativs (inf. slean aus *slahon, 1. sg. ind. slea aus *slahu etc., § 111) ent-
standen.
Ebenso trifft auch oft der umgekehrte fall ein, dass eine eontrahierte
form durch eine nichtcontrahierte verdrängt wird. So steht z. b. dem
alten nom. cleä § 112 der nach den casus obHqui, wie gen. dat. acc.
sg. cläwe, neugebildetc nom. cldwu zur seite; ebenso verhält sich ws.
hiew gestalt zu poet. he'o etc., § 247, anm. 3 (vgl. noch § 174).
In betracht kommen im ws. folgende einzelfälle
§ 111. Westgerm, a+o, u wird zu e'a; hierher gehören
die verba contracta lean, slean, bwean § 392, 2 für ^la{h)on etc.,
1. sg. iSa, slea, Öwea, für *la{fi)u etc.; femer ea wasser, aus
*ah{ni)Uy got. ahwa, dar ähre, fear zähre, aus *a(Ä)t^, *ta{h)ur.
§ 112. Westgerm, ä (= germ. i)+o^ u wird durch Ver-
kürzung des ä ebenfalls zu ea: mar näher, aus *nd{h)or; nean
ans der nähe, aus *nd(h)un; cUa klaue, aus clä{n>)u, tSria
drohung, aus Örd(rv)u (Ep. thrdtm, ahd. dröwa), pea pfau (neben
pdwa, s. § 118, anm.), hreaw roh, streatv stroh, aus *hrdu, *strdu
fttr *hrdw, ^sirdwy st. ^hrdwo-, *strdwo.
Anm. 1. Als ursprüngliche flexion von hreaw ^ strearv ist wol an-
zusetzen nom. hrea, gen. *hrdwes etc.; das e'a ist aber vom nom. aus
verallgemeinert, und das tv von den mehrsilbigen formen aus auch wieder
an die contrahierten formen angefUgt worden (vgl. § 174, 3). Ein anklang
an die uncontrahierten formen liegt wol in dem compositum strärvherie
erdbeere, neben stred(w)berie vor.
48 § 1 1 2—1 1 5. Contractionen.
Anm. 2. Spätws. geht <k vor sübenauslautendem tv in e'a über in
bre'atv braue (für *b?'ea aus brcetv, *brceu)\ danach dann auch flectiert, pl.
hrearvas etc., vgl. § 113, anm. 118, anm.
Anm. 3. Neben clea und strearv findet sich einigemale cleo, sire'ow;
diese weisen vielleicht auf ausserws. dialekte in denen germ. S = westg.
ä auch vor tv als e erschien; also cle'o für *kle'u, wie ws. clea fiir *kldu
(klau?), vgl. § 35, und noth. stre, streu § 250, anm. 1.
§ 113. Westgerm, e+g, o, u wird eo {io\ z. b. in den verba
eontr. lefeon, plion, sedn § 391, 2 aus *'ß{h)on etc., 1. sg. ^efeo
aus *'fe{h)u etc.; ferner tweo swm. zweifei, aus *twe{h)o, seo
swf. pupille, aus ^se(h)d, aber gefea freude mit ea^ wenn das
wort direkt mit dem ahd. gißho zusammenzustellen ist
e+e ergiebt e in ten, tene zehn, aus *te{h)en (die neben-
form Uene, tyne ist entweder direkt aus *tihen' contrahiert,
oder umgelautet aus *ie6ni aus *tehuni)] über ähnliche fälle
im Ps. und north, s. § 166, 5.
Anm. Silbenauslautendes e'rv wird spätws. öfter zu e'orv (für *e'o aus
e'u, vgl § 112, anm. 2. 118, anm.): fle'owd, spe'ofvti für fle'rvt', spewTS,
§ 371, anm.
§ 114, 1) Westgerm, i, l+o, o, u wird zu io, eo, z. b. in den
verba contr. teon, beon, tvreon, leon, seon § 383, aus *ti{h)on,
etc., 1. sg. praes. ieo, ÖSo etc. aus *ii{h)u, *bi{h)u etc.; feond
feind, friond freund, aus *fi{J)ond, *fri(J)dnd; ebenso pron. heo, seo
§ 384. 337 aus hi+u, si+u, durch anhängung der feminin-
endung u, t5reo n. drei § 324, aus *bri{j)u, etc.
2) Ebenso scheint westgerm. /, i+a im ws. eo zu ergeben:
beot drohung, prahlerei, aus *bihät, deofol teufel aus diabolics,
frio frei aus *fri{j)a (vgl. § 45, anm. 2).
3) i+e ergiebt ie und weiterhin i, y in sie sei, aus *si{j)e
= got. sijai; ebenso wahrscheinlich in Örie m. drei, und dem
pronominalen hie sie (nom. pl. m. und acc. sg. f., § 324.
334. 337).
Anm. seo = ^zd § 427, 1, könnte aus einer form wie got. sijau 1.
sg. contrahiert sein; doch ist wahrscheinlicher anzunehmen, dass eine an-
lehnung an beö, § 427, 2 stattgefunden habe.
§ 115. Ags. 6+a, g, u, e wird zu ö: f6n fangen, hön hängen,
aus *fd{h)an, 1. sg. prae*. fö, hd aus *fd{h)u, *hd{h)u, opt. fd,
hd aus */'6{h)e, hd{h)e; t56 lehm, fttr '^t5d{h)e etc.
§ 116—119. Cpntractionen. § 120. Quantität. 49
§ 116. Westgerm. Ä+vocal bleibt meist unverändert in
büan bauen, und ableitungen (doch auch conj. praes. pl. bün
neben büen, part. praet. gebün neben gebüen etc.); in irüwian
trauen (got. trauan) ist ein w entwickelt; in den casus obliqui
von ruh rauh , rüwes etc. (§ 295, anm. 1) liegt vielleicht ein
fall von grammatischem Wechsel, § 233, vor.
§ 117. Ags. y verschmilzt mit folgendem e, {%) zu «/: drjs,
drp gen. dat. sg. von drp zauberer, aus *dr^es, *dr^e; part.
bjjn aus b^en § 396, anm. 2; y+a,o,u bleibt entweder getrennt,
wie in dr^as, dr^a, drpum nom. gen. dat. pl. zu drif, oder wird zu
^ contrahiert, wie in Öyn, iyn etc. § 408, anm. 4; zu eo in reo
decke, aus ry{h)ae Ep., und einigen zweifelhaften formen
(Beitr. IX, 293 f.)
§ 118. Westgerm, ai {= ags. ä) + vocal wird im all-
gemeinen zu d: tä zehe, rd reh, aus *taiha, *tähe; *raiho,
rdha Corp.
Im falle des i-umlauts erscheint ä: scb see, gen. sds etc.,
für *sdes ; & gesetz , gen. dat. acc. & für *cße u. s. w.
Anm. Auch silbenauslautendes cefm aus aiw geht spätws. öfter in
eaw über (§ 112, anm. 2. 113, anm.): eawfcest legitimus, neben aiwfcBst;
hreatv leiche (auch flectiert, gen. hreames etc.) für älteres hrcew, hrdrv,
Aelter ist dagegen das ea aus du in wea wehe, neben tväwa, welches
wol auf die form der casus obliqui, wie acc. '''rvä(rv)un aus *rvaitvun
zurückgeführt werden muss; vgl. auch oben § 112 die doppelformen ^«wa
aus lat. pävo, und pea, zu acc. *pä(iv)un,
§ 119. ia, eo, einerlei welchen Ursprungs, absorbieren
folgenden vocal: heah hoch, gen. heas, nom. pl. hea, nom. sg.
m. schwach se hea, fttr *hea(h)es, *hea{h)e, *hia{h)a etc.; slea
schlage, für ^slea-e § 110, anm. 3; frea herr, aus ^fr(m{j)a,
smiang denken, tSrean;^ drohung, aus smeaung, Öreatmg; femer
z. b. in den verba contracta teon ziehen, fleon fliehen, § 384,
aus *teu{h)on etc., 1. sg. praes. ind. opt. teo, fleo aus *ieu{h)u,
*teu{h)e etc., ebenso bei neubildungen wie opt. teo für *teoe
von teon zeihen (§ 110, anm. 3. 367). — Daneben spätere
formen wie heaum, smeaung, breaung, fioun^ hass, etc.
3) Schwankungen der quantität
§ 120. Es ist im vorhergehenden stillschweigends voraus-
gesetzt worden , dass die quantität der westgermanischen vocale
im ags. bewahrt geblieben sei, wo nicht etwa der eintritt von
Sieveri, Ang^laiiohs. grammatlk. 2. aufl. 4
50 § ^20 — 122. Schwankungen der quantität.
contractionen, aasfall von consonanten u. dgl. zur annähme einer
quantitätsveränderung führten. Durch eine vergleiehung der
späteren entwiekelung der spräche mit den längenbezeichnungen
der hss. (sei es durch doppelschreibung oder namentlich durch
Setzung des acuts, s. §8) ergiebt sich aber, dass bereits im
ags. eine menge von Veränderungen der ursprünglichen vocal-
quantitäten (insbesondere dehnungen) eingetreten waren, die
man sonst erst späteren Sprachperioden zuzuschreiben pflegte.
Zu einer genauen feststellung dieser Verschiebungen der
quantität im einzelnen fehlen uns zur zeit noch die mittel;
denn teils wird die quantität in den hss. nur spärlich be-
zeichnet, teUs sind deren zeichen von den herausgebern nur
ungenau wiedergegeben oder ganz ignoriert.
Anm. Zuverlässig sind nach der angäbe von Sweet (welcher über-
haupt nach Bouterwek, North, evang. p. CXIV zuerst wieder nachdrück-
lich auf die quantitätsbezeichnungen der hss. hingewiesen hat, vgl. Procee-
dings of the Phüol. Soc, April 16. 1880 und June 3. 1881) die ausgäbe
der evangelien von Kemble und Skeat, Goodwin's GuÖlac und Sweet's
ausgäbe der Cura pastoralis und der Lauderdale hs. des Orosius.
Erschwert wird die ermittelung genauerer gesetze noch
dadurch, dass die betreffenden Vorgänge in den einzelnen
dialekten offenbar in verschiedenem umfange und in verschie-
dener zeit eingetreten sind. Bei dieser Sachlage müssen wir
uns hier begnügen, nur das allgemeinste mitzuteilen.
a) Dehnungen.
§ 121. Auslautende vocale einsilbiger Wörter erscheinen
als lang: hwä wer, aus *hrva'{r), got. hwas; swä so, got. swa;
d-, untrennbare partikel (für ar-^ got. us, ahd. ar- etc.), se der,
got. sa; he er, we wir, gi ihr, me mir, tSe dir, aus *Ä^(-r)
*rve{-r), *me{'r) etc. (vgl. got. is, mi-s etc.); ne nicht, got. ni;
U (big § 24, anm.) bei, got. bi; nü nun, Öü du, got. nu, pu,
Anm. Dies schliesst indessen die annähme nicht aus, dass in der
lebenden spräche diese Wörter bei enklitischem gebrauche teUweise verr
kürzt worden seien; vgl. namentlich be neben bi und das untrennbare,
nie gedehnte ge-, alter gi- (got. ga-).
§ 122. Es besteht eine neigung zur dehnung einsilbiger
Wörter auf einfachen consonanten. Hierher gehören nament-
lich die, zum teil enklitischen, adverbien und partikeln de aber,
<^f' ab (z. b. in cbfrveard abwesend, cefwierdelsa schade), df von,
dn an (auch als proklitische form von 07id, wie in on-drcbdan
§ 122—124. Dehnungen. 51
fürchten, ön-gietan verstehen), ör- ur-, z. b. in örsorg sorglös,
ün- un-, z. b. in ünriht unrecht, üp, üpp auf, in hinein, mid
mit, gif ob; ferner wel wol, bet besser; die pronomina ic ich;
bdt das, hwdt was, instr. bon, hrvdn, die copula is ist, aber
auch substantiva wie ftit fass, weg weg, wß'r mann, clif
klippe, Idf lob, ^^ftoö? gebot, adjeetiva wie hol hohl, verbal-
formen wie die praeterita brcec brach, s^t sass, etc.
Die neigung erstreckt sich selbst auf Wörter deren end-
consonant erst aus einer geminata vereinfacht ist. So begegnen
mdn, man mann, pl. men, cän kann, ecU all. gewit verstand,
c^n geschlecht, gen. monnes, ecUles, gewittes etc.; femer formen
wie geset gesetzt, aus geseted, geseti; sit sitzt, ong^t versteht^
forg^t vergisst, für sitet^, ongiieö etc.
§ 123. Viel spärlicher macht sich eine neigung zur deh-
nung kurzer vocale vor einfachen consonanten in zwei- und
mehrsilbigen Wörtern geltend; häufig ist öfer über, bezeugt;
ausserdem finden sich z. b. schon in der Gura past. formen
vne fdtu (pl. von feet), rdce (ds. von racu\ st&fe (ds. von stmf),
f&re (3 sg. conj. von faran)^ Ööne den, dpene, gdderaö u. ä.
§ 124. Ausserdem finden sich vielfache dehnungen vor
consonantgruppen. Hier gehen die einzelnen denkmäler
besonders stark auseinander.
1) Vor nasal + consonant kommen alle vocale gedehnt
vor: hdnd, hond band, Ignd land, tvdmb, wqmb mntterleib,
fvang, wqng gefilde; ende ende, sendan senden; bindan binden,
sincan sinken, stincan stechen, gesund gesund, bündon sie banden,
müni berg, siünta schwachkopf, drüncen trunken, etc.
2) vor r+consonant: dm^ qm lief, b^man verbrennen,
irnan laufen, cirm klage, tvord wort, Aor Oschatz, timanliefen,
fiyijrd geschick; geard haus, eart bist, sceort kurz.
3) vor / + eonsonant: namentlich d (für gebrochenes ea
§ 80), wie dld alt, sdlde gab, aber auch milde nulde, g/M
gold, geö^ld geduld, scyld schuld, u. dgl.
Anm. 1. Diese dehnungen in 1—3 fehlen, der abwesenheit von
accentzeichen nach zu schliessen, der Gura past. noch gänzlich (ausser
vereinzeltem ünder 33, 7, suingan 253, 2, hierstinge 165, 3); auch im
Lauderdale Orosius sind sie noch selten, dagegen erscheinen sie reichlich
in jüngeren wests. quellen, wie AelfHcs homilien etc. Im Lind, und
Rushw. sind sie regel, ebenso im Ps. nach ausweis von dessen lautver-
hältnissen, vgl § 151. 158 f.
4*
52 §125. Kürzungen. § 126 f. Vocale der abL-süben.
Anm. 2. Die dehnungen treten am ersten und häufigsten vor nasal
oder liquida-hstimmhaftem consonanten auf; doch sind, wie die obigen
beispiele lehren, auch gruppen mit stimmlosem laute an zweiter stelle nicht
ausgeschlossen. Vor // scheint die dehnung dem ws. zu fehlen, dagegen
begegnet sie im Ps. und north.
Anm. 3. Dehnungen vor anderen consonantgruppen als den an-
geführten sind als regel für das ws. einstweilen nicht sicher nachzuweisen.
Aber nicht unwahrscheinlich sind solche auch ws. eingetreten vor ^4-con-
sonant in den Wörtern mit a in geschlossener silbe wie assa, axe, asce,
wascan § 10. Auch as als f-umlaut von urspr. a, wie in fcestan etc.
§89 anm. 1, weist vielleicht auf dehnung hin (wie im Ps., § 151. 158);
ebenso der nichteintritt der brechung von a zu ea vor /-gruppen, § 80.
Anm. 4. In den textausgaben pflegt man die handschriftlich be-
zeugten belege für diese dehnungen beizubehalten. Für grammatische
zwecke empfiehlt es sich eventuell der vorsieht halber, angenommene
secundäre dehnungen zum unterschied von den etymologischen längen
durch ~ zu bezeichnen.
b) Kürzungen.
§ 125. Der eintritt yon kttrzungen ist aus dem mangel
auBclrüeklielier längenbezeichnung bei der relativen Seltenheit
der längezeiehen nicht mit Sicherheit zu folgern. Doch scheint
(nach Sweet) kürzung vorzuliegen in tSohie, bröhte, sbhie aus
böhißj hrdhte, sohte § 407, a; vgl. auch leoht leicht, aus *lihi,
*liht § 84, anm. 1 (doch vgl. hdehtnisse Kushw. Mt. 5,10 = ws.
ehtnisse, zu § 68, anm. 2).
Vor anderen consonantgruppen als Ä+consonant scheinen
kttrzungen im allgemeinen nicht eingetreten zu sein, vgl. Schrei-
bungen vrie crist, gast, m&st, gitsiah, witnian, fiftig, Icbdde etc.
II. Die vocale der mittel- und endsHben.
§ 126. Hier sollen nur einige haupterscheinungen be-
handelt werden, die für das Verständnis der flexionen in be-
tracht kommen. Das übrige wird im einzelnen die formenlehre
ansftlhren.
A) Vocalwechsel.
§ 127. Alte vocalwechsel. Bereits im indogerm. fand
vielfach eine gewisse abstufting der vocale gewisser suffixe
in der flexion statt. So begegnen wir namentlich häufig der
ablautsreihe e: o: (z. b. den beiden ersten stufen in lat
gevms, generis, gr. yivoq, yivsog für ^ysvsoog, u. dergl.
§ 127 — 129. Vocalwechsel in ableitungssilben. 53
Im germanischen sind, wie es scheint, die suffixalen e
alle zu l geworden (§ 45, 2, anm. 1). Das alte o dagegen
erhielt sich ^^il^^^Af^ '^^^ ^^^ vielleicht noch unverändert, d. h.
wurde nicht immer zu a wie in den Wurzelsilben (§ 45, 4).
An stelle der nullstufe erscheint (wie im verbalablaut) vor
liquida oder nasal häufig ein u anstatt des ausgefallenen
vocales.
Im ags. sind diese abstufungen meist nicht mehr rein
erhalten ; gewöhnlich ist eine stufe durch alle formen desselben
Wortes durchgeführt worden ; nur hie und da weisen bestehende
doppelformen noch auf das einstige Vorhandensein eines regel-
mässigen wechseis hin. Insbesondere lässt sich auf einstiges
bestehen einer e-, /-stufe aus dem e-umlaut vorausgehender
Wurzelsilben ein rtickschluss machen.
§ 128. Die wichtigsten so erschliessbaren Wechsel von
denen im ags. noch reste erkenntlich sind, sind folgende:
1) vor urspr. s (germ. z, ags. r, auslautend auch oft ge-
tilgt) in dem neutralen suffix -os, -es (wie in yevoc;, genus\
s. die beispiele § 288 flf. Die «-stufe liegt vor in formen wie
sige, bere, älter sigi, beri aus *si^z, *bariz nach § 182; oder
north, lemb, Ps. north, ccelf aus *lambiz, *kalbiz nach § 182 und
133, b. Daneben ws. Igmb, cealf ohne umlaut und die längeren
formen wie sigor, hröbor, lombor etc. (§ 182, anm.).
2) vor n im suffix -ono, -eno des part. praet. der- starken
verba. Die e-stufe ist erhalten in einigen umgelauteten formen
wie eegen, cymen § 378.
Anm. Besonders deutlich war die abstufung in dem suffix der
schwachen declination, -en, -oji, '{u)n, entwickelt; jedoch ist sie gerade
hier im ags. fast ganz zerrüttet, namentlich die t-stufe (wie in got. hanins,
hanm) ganz verdrängt
3) vor / in dem suffix -o/o, -elo; die beiden stufen sind
erkennbar in doppelformen wie deagol und diegol heimlich,
gnmdf. *daugolO' und *daugilO'.
4) vor r besonders in dem suffix der verwantschafksnamen;
über diese vgl. im einzelnen § 285.
§ 129. Jüngere vocalwechsel. Neben diesen alten
abstufungen haben sich im ags. noch einige jüngere Wechsel
ergeben, die vermutlich von der wechselnden stärke des
54 § 129. Vocalwechsel. § 130—131. Apokope.
nel)eiitoiies abhängen, ab^r auch zum teil durch die vocale
der nachbarsilben bedingt erscheinen (indem eine gewisse ab-
wechselung zwischen hellen und dunkeln vocalen beliebt wird).
Namentlich besteht eine neigung, ein o, u einer schlusssilbe
in e zu verwandeln, wenn das wort um eine nebentonige silbe
mit a, 0, u wächst. So heisst es gewöhnlich rodor himmel,
heorot hirsch, siabol stütze, auch gen. dat. sg. rodor es, heorotes,
siat5oles, -e, aber im plural meist roderas, heoreias, stabelas,
-a, -um, im verbiim stabelian u. dgl. Hierher gehört auch der
Wechsel des vocals im praet. der 2. schwachen verbalklasse,
wie sealfode, pl. sealfedon § 412, auch wol ursprünglich der
abstracta auf -un^, -ing, u. ä.
Anm. Aueh die mittelvocale der lebnwörter zeigen ähnliche
erscheinungen. So finden wir lat. u als ^ wieder in fcecele fackel (aus
faculä), cestel schliesse, aus hastula\ geschwunden ist es in icefl tafel,
aus tabula. Andrerseits erscheint lat. i, e nicht selten durch o, u ver-
treten: per so c pfirsich, eosol, esol esel, hutoTf -ur butter, Eotul Italien,
aus persicum, asilus, butirum, Itali,
B) Apokope auslautender vocale.
§ läO. Indog. (und noch germ.) a, o in ultima schwindet
durchaus, z. b. on, germ. got. ana, gr. ävd; eef-, unbetont o/
ab, germ. ctba, gr. ojco etc. Zahlreiche beispiele liefern beson-
ders die nom. acc. sg. der o-stämme § 235 flf., grundf. -oz, -0(711).
Erhalten hat sich das vielleicht bei früher contraction,
wie in frio, frio frei, st. frijo-, § 297, anm. 2, doch vgl. aueh
§ 45, anm. 2. 114,2.
Anm. Ursprünglich dem a, vorausgehendes j hindert den abfall
nicht, da das j wol bereits vor dem eintritt der apokope selbst ver-
schwunden war: daher nom. acc. wie sec^, cyn § 246, westg. grundf.
*sa^gjoz, *kunnjo aus germ. *sagjoz, *kunJo{m), vgl § 45, 8 und 227.
Vorausgehendes t aber tritt unversehrt in den auslaut, und wird später
nach § 44 zu e: ende, vice § 246, alter endi^ rici aus * audio, *rtkio
(§ 45, 8).
§ 131. Spurlos und ohne hinterlassung irgendwelcher
einflüsse auf den vocal der vorhergehenden silben schwindet
ebenfalls das ursprünglich auslautende -e. Die hauptfälle
sind: 1) der voc. sg. m. der ö-stämme, dorn, § 238, vgl. gr.
Xoys; 2) der imp. sg. der starken verba, wie ber, help § 367,
vgl. gr. q>eQB; 3) die 3. sg. ind. praet. der starken verba wie
b(ßr § 367, wdi § 420, vgl. gr. olde.
§ 131 — 133* Apokope auslautender vocale. 55
e vor germanisch erhaltenem eonsonanten wurde, vermut-
lich schon im germanischen, zu i, § 45, 2, anm. 1, und teilte
die Schicksale des letzteren.
§ 132. Ursprtingl. i und u waren im urangelsächsischen
noch durchgehends erhalten. Zv ihnen gesellten sich aber
noch secundäre / und u, die ' teils durch Wechsel der qualität
entstanden (wie i vor cons. aus .e, § 131), teils durch ktirzung
aus den entsprechenden auslautenden längen i, d', teils endlich,
was das u anlangt, durch vocalisierung aus consonantischem
tv hervorgegangen waren. Diese sämmtlichen urags. i und u
unterliegen dann denselben regeln der synkope, und zwar ist
für diese teils (bei ursprünglich zweisilbigen Wörtern) die
Quantität der unmittelbar vorausgehenden«wurzelsilbe,
teils die anzahl der silben des Wortes massgebend. Die haupt-
fälle sind folgende:
§ 133. Urags. t bleibt nach kurzer Wurzelsilbe er-
halten, zunächst als i, dann als e (§ 44); es schwindet nach
langer Wurzelsilbe und am Schlüsse mehr als zweisilbiger
Wörter.
a) Ursprtingl. i z. b. im nom. acc. sg. der i-stämme (vgl.
gr. jioXk;, -lv): kurzsilbig subst. rvini, wine § 262, adj. bryci,
bryce § 302(?), langsilbig subst. wyrm § 265. Weitere fälle der
apokope: der dat.-loc. sg. der consonantischen stamme, wie fet
aus "^fötl § 281 (gr. jio6l)\ desgl. für mehrsilbige hrötSor § 289,
guman, heorian^ tungan § 276; die datt. pl. wie t5cem, twcem,
grundf. *pamiz etc.; die comparati vischen adverbia wie leng
§ 323, grundf. *langiz (vgl. lat. magis, und wegen des abfalls
des z § 182); aus dem verbum: die 1. sg. ind. der verba auf
-mi (§ 427), eof}i bin , dorn tue ; ferner die 2. 3. sg. und 3. pl. ind.
aller verba, wie 2. sg. hilpis, -es{t\ 3. sg. hilp{ep, 3. pl. helpaö,
grundf. 'izi, -iöi, -onbi (vgl. skr. bhärasi, -ati, -anti, von w.
bher tragen).
b) Urags. i aus urspüngl. e, z. b. im nom. pl. consonan-
tischer stamme, wie hnyte, styde § 282 und fet, mys § 281 aus
*hnutiM, *hnutez; *fötiz, ^fötez etc., vgl. gr. jtoöeg; ebenso bei
mehrsilbigen, guman, iungan § 276; ferner im nom acc. sg. der
neutralen ^^-stämme, kurzsilbig bere, sige (got. bariz-, sigis),
langsilbig Ps. north, cä^lf kalb, north, lemb lamm, etc. § 288 flf.
56 § 133 — 1S4. Apokope auslautender vocale.
c) Urags. i aus ursprttngl. t lag wol vor im imp. sg. der
verba mit thematisehen jo, § 372. 398, 1 (vgl. got. hafei, nasei,
sokei etc.): kurzsilbig hefe, nere etc. § 367. 409, langsilbig sie,
hier etc. § 409. Regelrecht geschwunden ist auch das % im
nom. sg. der lang- und mehrsilbigen /^-stamme wie ^ierd
§ 257 und ^den, rviergen § 258, 1. Andere germanisch aus-
lautende i sind im ags. stets, auch nach langer silbe, als i, e
erhalten, so in der 3. sg. opt. praet. der starken verba, wie
hulpe (grundf. *hiUpi, got. hulpi), oder im instr.-loc. sg. der
o-stämme wie ddme, älter ddmi (aus *d6mij vgl. gr. exet und
Beitr. VIII, 324 flf.). Doch liegt vielleicht im sog. dativ hdm
§ 237, anm. 2 ein regelrecht entwickelter local eines lang-
silbigen ö-stajpmes vor, und die -i, -e der übrigen formen sind
analogiebildungen nach den kurzsilbigen.
Anm. 1. Ausnahmen bezüglich der synkope machen das adv. bei
besser, got. baiis, wofür man *bete erwarten sollte, und das adv. ymbe
neben ymb mit erhaltenem e.
Anm. 2. Auch wo das t geschwunden ist, ist t-umlaut der unmittel-
bar, vorhergehenden Stammsilbe eingetreten; ausgenommen sind nur die
verbalformen eom, dorn, pl. döt^ (fUr *döntii).
§ 134. Urags. u bleibt in ursprünglich zweisilbigen Wörtern
nach kurzer Stammsilbe als -u, -o erhalten, und schwindet
nach langer Stammsilbe.
a) Germ, u, z. b. im nom. acc. sg. der w-stämme, wie kurz-
silbig subst. m. sunu, f. dum, n. feolu § 270. 274 f., adj. cucu
§ 303; langsilbig subst. m. feld, f. hgnd § 272. 274, adj. heard
§ 303, anm. 2, grundf. -uz, 'u(m), -w, vgl. got. suntis, -u, ßu etc.
b) Urags. u aus germ. 6 = urspr. ä, z. b. in nom. sg. f.
der ä-stämme, wie kurzsilbig ^iefu, adj. h?vatu; langsilbig är
gbd § 252. 293 (vgl. gr. %a?()« etc.); oder im nom. acc. pl. n.
der ö-stämme, wie kurzsilbig subst. /a^w, ^Ayhwaiu, langsilbig
subst. Word, adj. löd § 238. 293.
c) Urags. u aus germ. ö = ursprüngl. b lag vor in der
1. sg. ind. praes. der verba, und ist hier fest geworden, auch
bei langsilbigen, also heoruj faruvAt helpu, hindu; jedoch sind
diese u im ws. bis auf wenige reste durch die Optativendung
'6 verdrängt, s. § 356.
Anm. Ursprünglich vorausgehendes j (§ 45, 8) hemmt die apokope
nicht, vgl. § 130, anm.; also sihb § 257, cynn § 246 etc. aus *sibb{j)u,
*cynn{j)u, Ueber die Wirkung eines vorausgehenden i (§ 45, 8) s. § 135, 3.
§ 134—135. Apokope. § 137. Veränderungen des wortauslauts. 57
d) ürags. u aua vocalisiertem rv, § 137. 172, 2, z. b. nom.
bearu, bealu, § 249, beadu § 260, ^earu § 300, langsilbig mdd^
l&s § 260.
§ 135. Bei drei- und mehrsilbigen Wörtern herrscht ziem-
liches schwanken in der behandlang des auslautenden u. Der
regel nach wird es abgeworfen in dreisilbigen Wörtern mit
kurzer wurzel- und mittelsilbe, bleibt aber nach langer wurzel-
und kurzer mittelsilbe. Nach langer mittelsilbe scheint es
regelmässig zu schwinden. Es gehören hierher vornehmlich
folgende fälle:
1) feminina der ä-declination : kurzsilbige wie firen = got.
fairina, oder tigol aus lat. iegida § 254, 2; von den langsilbigen
die abstracta auf -8w, got. -ipa, wie strengbu, § 255, 3.
Dagegen verlieren die abstracta auf -un^ stets das u ohne
rücksieht auf die Quantität: monung mahnung, leasun^ trug u. dgl.,
§ 254, 2.
Anm. Dem typus der langsilbigen haben sich angeschlossen die ur-
spr. t^-stämme hyrneiu, ielfetu, lie^etu § 258, 1.
2) nom. acc. pl. der neutra der o-declination: kurzsilbige
wie reced, 7verod, langsilbige wie nietenu, heafodu § 243, 1
(vgl. auch § 144, b), und namentlich die stamme auf -io (nach
§ 45, 8), wie ricu aus *ncm, grundform ^rikiö, § 246.
3) nom. sg. f. und nom. pl. n. von adjectivis: kurzsilbige
wie micel, monig, schwankend mit micelu, moni^, langsilbige
wie hcUi^ § 296 mit anm. 1 (vgl. § 144, b), insbesondere
wieder die stamme auf -io, wie grenu § 298, aus *grdniu,
§ 136. Eine apokope anderer ursprünglicher endsilben-
vocale als die der angegebenen findet im ags. nicht statt. Ins-
besondere bleiben alle vocale erhalten die noch im ags. durch
einen schlussconsonanten gedeckt sind (z. b. das u, o in der
3. pl. praet. der verba, wie hiUpun, neredun, -on § 364).
G) Weitere Veränderungen des wortendes in folge von
vocalabfall. -
§ 137. In den auslaut tretendes w wird nach consonanten
und kurzen vocalen zu w, o voealisiert, während es nach
langen vocalen und diphthongen bleibt oder ganz abfällt. Das
nähere hierüber s. § 134, d. 174.
58 § 138—142. Veränd. des wortauslauts. § 143. Synkope.
§ 138. Tritt muta+liquida oder nasstl in den auslant, so
wird nach einem allgemeinen phonetischen gesetz die liquida
oder der nasal vocalisch, d. h. silbenbildend; so z. b. die r, l,
n, m in got. akrs, fug\s, taikns, maipms (Braune, got. gr.
§ 27). Im ags. entwickelt sich aber aus und vor diesen silben-
bildenden liquiden und nasalen häufig ein secundärvocal. So
lauten die angeführten got formen im ags. cecer, fugol, täcen,
mäbum. Hiertiber gelten folgende nähere bestimmungen:
§ 139. Am regelmässigsten erscheint ein vocal vor r\
Derselbe ist meist e^ wenn die vorhergehende silbe einen pala-
talen vocal enthält, dagegen meist o, altertümlich und dia-
lektisch u, seltener (und namentlich später) e, wenn der voraus-
gehende vocal guttural ' ist; z. b. winter, fin^er, fceier, (ßcer,
ceaster (aus ^ccester § 75, 1), aber dtor, födor, hlütor, clüstor
u. ä. zu got. wintrus, figgrs, fagrs etc.
Anm. Nur in den ältesten quellen wie Ep. bleibt das r noch oft
unverändert: dtr, spaldr, cefr neben lediTy mapuldur u. ä.
§ 140. Silbenbildendes / bleibt namentlich nach dentalen
oft unverändert: nddl nadel, spdtl Speichel, setl sitz, hüsl opfer,
eaxl achsel, 7ice^l nagel, etc., doch tritt auch nach palatalem
vocal e, nach gutturalem u, o ein ohne feste regel: ceppel apfel,
tempel tempel, fugol vogel, u. dgl.
§ 141. Silbenbildendes n bleibt nach kurzer silbe meist
unverändert: hrcef7i rabe, stefii stimme, regn regen, Öe^ held,
wce^ wagen, doch kommen auch -en daneben vor; nach langer
silbe überwiegt -en, z. b. in tdcen zeichen, beacen zeichen,
Tvcepen waflfe; daneben selten in, wie frce^in fragte, tie^in
oder, namentlich north., -un, -on, wie hecun, becon zeichen,
täcon zeichen, fdcon bosheit, ymmon hymnus.
§ 142. Silbenbildendes m erhält sich in der regel un-
verändert: iSrosm rauch, bösm busen, fcetim umarmung, botm
boden, wcesim Wachstum, doch finden sich wcestem u. ä., und
gewöhnlich mdöum kleinot.
Anm. (zu § 138—142). In der poesie werden silben mit vocalischem
r, /, m, n häufig nicht als volle silben gerechnet, vgl. Beitr. X, 480 ff.
D) Synkope von mittelvocalen und verwantes.
§ 143. Als 'mittelvocale* bezeichnen wir die vocale der-
jenigen Silben, welche zwischen der wurzel- und der endsilbe
mehrsilbiger Wörter liegen.
§ 143—145. Synkope von mittelvocalen. 59
Die mittelvoeiale des germanigchen sind im ags. vielfach
synkopiert worden. Ihre erhaltung oder ausstossung aber hängt
(wie die behandlung ursprünglicher endvoeale) teils von der
Quantität der vorausgehenden Wurzelsilbe , teils von der anzahl
der ursprünglich vorhandenen mittelvocale ab (Beitr. V, 70 flf.).
§ 144. a) Nach langer Wurzelsilbe wird jeder nicht
durch Position geschützte, ursprünglich kurze , einzelne mittel-
vocal synkopiert; nach kurzer Wurzelsilbe tiitt diese synkope
nicht ein, vgl. formen wie gen. ebles, engles, diofles, obres,
iowres, ägnes, heafdes von etiel, engel, deofol, ober, eower, dgen,
heafod mit solchen wie staboles, rodores, eotones, nacodes etc.
b) Ausgenommen sind von der synkope in den ältesten
quellen die dreisilbigen formen des nom. sg. f. und nom. acc.
pl. n. auf 'U (mit ausschluss jedoch der feminina auf -Öw § 255,
3, welche der hauptregel folgen), also adj. idelu, eoweru, § 296,
anm. 2, subst. nietenu, heafodu § 243, 1, neben z. b. idle, eowre,
heafdes u. dgl.
c) Dagegen synkopiert trotz kurzer Wurzelsilbe regelmässig
micel gross und gewöhnlich auch yfel übel, also gen. micles,
yfles; doch vneder micelu (neben micel ^ § 296, anm. 1) und
yfelu neben yflu und yfel nach b.
Anm. 1. Dieses alte System der synkopierung wird (vorzüglich in
den jüngeren denkmälem) oft durch analogiebüdungen gestört Nament-
lich werden oft mittelvocale nach langer Stammsilbe wieder hergestellt
nach dem muster zweisilbiger formen desselben wertes ; also etwa e'deles,
de'ofoles nach den nomm. edel, deofol u. s. w. Dies ist besonders oft
der fall bei den partt. praet. der starken verba {gebundne, geholpne,
jünger -etie) und den adjectivis auf -ig (häliges etc. für älteres hälges).
Seltener tritt bei kurzsilbigen Wörtern synkope ein nach dem muster
langsUbiger; hauptsächlich und regelmässig ist dies der fall in den r-casus
(hwceire gen. dat. sg. f., hwoelra gen. pl.) und im acc. sg. m. (hwcetne) der
adjectiva, § 293, 1, gewöhnlich auch im comparativ {^Icedra, hrooeira etc.
§ 307).
Anm. 2. Ein schwanken findet statt bei formen in denen muta4-
liquida oder nasal dem mittelvocal vorausgeht: efnde und efnede etc.,
s. besonders § 405, 5.
§ 145. Position schützt im allgemeinen gegen die syn-
kope. So bleiben, wenigstens in der älteren spräche, auch in
ihren dreisilbigen formen unversehrt z. b. die adj. auf -isc wie
mennisc nebst ableitungen; die meisten Superlative wie ieldesia
60 ^45 — 149. Synkope von mittelvocalen.
§ 309 S, (doch stets hiehsta, niehsta), subst. wie heerfest, eornest,
und alle mit liquida oder nasal +cons., wie fcereld^ f&tels, und
alle auf doppelconsonanten, z. b. formen wie condelle, byrbenne
§ 258, 1, die ableitungen auf -ettan wie roccettan etc. § 403,
anm. 2, auch wenn das tt vereinfacht wird, § 231, 4.
Anm. Später finden sich auch hier ausstossungen , so beim Super-
lativ, § 311, und namentlich bei doppelliquida oder -nasal, nachdem diese
vereinfacht sind, § 231, 4; vgl. z. b. comparative wie ceftra neben ceftera
aus (Bf terra § 314, anm. 1, gen. dat. sg. f. öTSre, gen. pl. ÖtSra neben ötfere,
ötfera aus ötSerre, öt!erra, § 296, anm. 3. Aehnlich auch bei ursprüng-
lichen compositis, wie deoflic neben deofelic aus deofol-Uc,
§ 146. Auch alte lange mittelvocale werden in offener
mittelsilbe nach langer Wurzelsilbe bisweilen synkopiert; es
scheint dabei eine urags. Verkürzung vorausgegangen zu sein.
Hierher gehören z. b. die adj. auf -ig ai^s 4^, die stoffadjectiva
auf -en aus -in § 296; ferner der gen. pl. der schwachen subst.
auf -na neben -ena § 276, anm. 1, u. dgl.
§ 147. Von zwei mittelvocalen wird ohne rücksicht auf
die quantität der Wurzelsilbe der zweite synkopiert, falls er
kurz und nicht durch position geschützt ist; also z. b. acc. wie
idelne, diegoine: eatolne, swicolne; eowenie, unceme: fce gerne;
ägenne, häli^e etc., oder gen. dat. sg. f. und gen. pl. wie idelre,
-ra: swicolre, -ra u. dgl.
§ 148. Im Zusammenhang mit diesen gesetzen über Syn-
kope steht die behandlung der Wörter, welche nach § 138 flF.
secundärvocale entwickelt haben. Nach langer wurzel-
silbe dringt dieser secundärvocal nicht in das innere des wertes
ein, wenn dieses um eine endung^ wächst; es heisst also
wintres, ftngres, temples, (acnes, mät5mes neben winter, finger,
tempel, täcen, tnäbum; dagegen geschieht das häufiger nach
kurzer Wurzelsilbe, wenigstens vorr: fceger, weder, fvceter z. b.
haben gewöhnlich gen. fcegeres, tvederes, wceteres u. s. w., ohne
dass jedoch das vorkommen altertümlicher formen wie wcetres
etc. ausgeschlossen wäre.
§ 149. Auch in ags. Schlusssilben die erst durch ab-
fall eines vocales an das wortende getreten sind, finden öfter
vocalausstossungen statt. Für die flexionslehre kommen insbe-
sondere die regeln über die bildung der 2. 3. sg. ind. praes.
der verba in betracht (§ 359).
§ 150—152. Vocalismus der dialekte. 61
C) Die hmuptabweichunsreii der nichtwestsächsischeii mundarten.
§ 150. Das vocalsy Stern der nichtwestsächsischen dialekte
zeichnet sieh zunächst durch folgende allgemeine besonder-
heiten aus:
1) an stelle des ws. od == germ. e, westgerm. & § 57 f.
steht e: stret, red, slepan, bei i-umlaut mersian u. ä.
2) es fehlt das ws. ie, ie § 41, und daher auch das un-
feste i, y § 22. 31. Die Vertretung derselben im einzelnen
ergiebt sich aus den folgenden paragraphen.
3) die laute ea, eo {io) und ihre längen werden nicht so
strenge geschieden wie im ws.; namentlich herrscht im north,
eine grosse Verwirrung zwischen ea und eo (doch vgl. § 160, 3):
eordian, heom für eardian, bearn, und earbe, earre für eorbe,
eorre u. dgl. Das kent. liebt ia (auch für ws. eo) und io.
4) der laut ce ist in grösserem umfange erhalten: durch-
gehends im north, (auch bei der htirze, asle, doshter, cexen § 93);
im Ps. wenigstens in der regel noch die länge {dceman, bcec,
spced § 27. 99), während Kushw. bereits stärker zwischen i
und (£ schwankt.
§ 151. 1) Für WS. ö? § 49 tritt im kent. und Ps. e ein,
de^, hrec^ sei u. s. w. Ebenso wird in kent. gl. der lange r^-laut
stets durch e vertreten, auch wo er auf ai zurückgeht, dilan,
enig, mesi = ws. Ps. north. dSan, Sii^, mcest,
Anm. oe bezeichnet im Ps. vermutlich nur die länge. Dieselbe
ist entweder, wie im ws., t-umlaut von gemeinags ä aus ai § 90, oder
dehnung aus ce wie in Öö^, hrvöet (zu § 122), oder i-umlaut von gedehn-
tem 5, wie in äldra, hceldan § 159, 2, näht, mcehti^ § 162, 1, oder pala-
tälumlaut von ea, wie gesieh, döegas § 162, 1.
2) Für WS. a in offener silbe, § 50, erscheint im Ps. und
north, oft ea durch u- und ö-umlaut, § 160.
3) Es fehlt die brechung von a zu ea vor /+cons. im Ps.
und north.; meist auch in Kushw. ^; ebenso auch oft die von
a vor r+cons. im north, einschliesslich Kushw. Statt ea tritt
gedehntes a ein, § 158.
§ 152. Der umfang des alten e § 19, 1 ist eingeschränkt
durch häufigeren u- und o-umlaut im Ps. und north., § 160;
62 § 152—156. Vocalismus der dialekte.
das nmlants-ß fehlt im north., wo es in den übrigen dialekten
nmlaut von ist, § 93. 150, 4.
Dafür erscheint ein dem ws. im allgemeinen fremdes e
a) für WS. ie aus palatal+e, § 157, 2; — b) für ws. ie als i-
nmlant von ea, § 159 (daneben ce, s. ebenda); — c) als palatal-
umlaut von eo, § 164.
§ 153. Langes e entspricht ws. e nur in den fällen § 21,
1. 3 (Kushw. gelegentiieh auch § 21, 2). Sonst ist es a) Ver-
treter von WS. & aus germ. ^ § 150, 1; — b) Vertreter von
WS. ce aus ai § 151, a; — c) a-umlaut von ea § 159, 3; —
d) palatalumlaut von ea § 163, und eo § 165.
§ 154. Ein besonderes kennzeichen des kentischen ist
der Übergang von y, y in e, e: embe, besig, eppan, idden;
ontenan, brecti für ws. ymbe, dysi^, yppan, gylden; ontynan, brpcö.
Anm. Umgekehrt wird auch kent. y, y für e, e geschrieben, cyrran;
mygtf, lyce, lyssa für cerran, megtS, le'ce, le'ssa, § 151, 1, ws. cierran,
mcpgtSy Icece, Icessa,
Diphthonge.
§ 155. Aus dem gebiet der diphthonge ist neben dem
§ 150, 3 bemerkten noch hervorzuheben:
1) Der mangel des /-umlauts von eo, io § 159, 4.
2) Deren stetige Veränderung durch palatalumlaut im Ps.
und north., § 161 ff.
3) Das north, besitzt auch den diphthong ei, seisla sechste,
neista nächste, heista höchste (neben sesta, nesta, hesta); ceiga
rufen, etc., und ai für ce, /raigna, cnaihtas t&i frcegna, cncehtas.
Anm. lieber kent. diphthonge auf -t aus -g s. § 214, 2.
Einflüsse des w (§ 71—73).
§ 156. 1) fv verwandelt oft folgendes e, e, selbst bisweilen
ein (ß, north, in os resp. oe: a) altes e: rvoeg, suoefn, tvoel =
WS. weg, swefn, wel; — b) umlauts-^: cuoellan, tuoelf, tvoendan
= WS. ctvellan, twelf, rvendan; — c) e (== ws. ce% 150, 1): huoer,
woede, woepen = ws. hw<Br, mcede, wcepen; gedehntes e in rvoe
= WS. we; — d) flp in ctvoeb, hwoebre ?= ws. cwceb^ hrvtebre.
Anm. Varianten der Orthographie s. bei Paul, Beitr. VI, 38 f.
§ 156 — 157. Vocalismus der dialekte. 63
2) fveo wird north, meist zu wo: worba, worbia, worb, worpa,
suord = WS. weorban, weoröian, weorb, weorpan, srveord, aber
auch cfvoba, wosa = ws. crvetSan, rvesan, aus *cweotian, *rveosan
nach § 160.
3) In gleicher weise wird wea (§ 160, 3) north, oft zu wa,
woneben auch *iv(ß begegnet : waras, wceras, pl. von woer mann,
WS. rveras, Ps. weoras; wßla, woela reichtum, ws. wela, kent. Ps.
tveola; so auch tuä zweifei, neben tula,
4) Tvio ergiebt bei hinzutretendem i-umlaut (durch wu hin-
durch, § 71) im Ps. und north, abweichend vom wfl. (§ 71, anm. 2)
wy in wyrt5e wert, wyrsa schlimmer, rvyrresta schlimmste, und
deren ableitungen , wie wyrsian sich verschlimmern. — Für ws.
rvuduwe witwe hat Ps. widrve, north, widica.
5) Die gruppen iorv und eow werden im north, oft zu iw
{iv, iu) und ew (ev, eu) vereinfacht: iwih (ivih, iuh), iwer (iver,
iur) pron. § 332, anm. 3. 335, neben iow, iorvih, iowh; gitriwe
treu, gitrirvia trauen (auch giirewia, gUreorvia, giiriowia, Kushw.^
gilriowia, ^itreowia, gitreuwia), triwleas treulos, neben trewufcBst
getreu; fewer, feuer vier, neben feower; praett. wie heu, speuOj
ble/v{u) § 396, anm. 5, neben cniaw, seaw; doch wieder meist
hreowräs, hreorvsia etc. Ebenso erscheint auch für die aus
urspr. iw, etv entstandenen iow, eow, § 73, oft einfaches iw, ew:
niwe neu, niwia erneuern (doch niowe K^), hiuia färben, hiu,
hiw gestalt, Ö/wa, tiiva, biven dienerin (piowa K^) u. dgl., vgl.
weiter die flexion von cneow, treow, beow § 250, 2 ; ferner ede
heerde, aus ewde, ws. eowde, § 73, anm. 1. 174, 3 (doch wieder
eode E2).
Anm. 1. Es ist zweifelhaft, ob diese iw, ew bloss graphisch die
ausspräche iuw, euw andeuten sollen, oder ob ein Übergang zu iw, ew
anzunehmen ist.
Anm. 2. Auch der Ps. hat formen wie trew, gen. pL trea, § 250, 1,
neben regelmässigem hiow, niowe {ne'owe),
Wirkung vorausgehender palatale (§ 74 — 76)
§ 157. 1) u wird im Ps. nicht verändert, es heisst stets
(g)iung, {g)iugu'6, nicht geong, geoguö; north, giung und ging,
gigotS (vgl. auch gind neben ws. geond). Dagegen bleibt kent.
north, geoc, gioc, north, auch geomrian, gegen Ps. geamrian.
64 § 157—159. Vocalismus der dialekte.
2) e, e werden nicht diphthongiert: ^et, geldan, gelp; sceld,
= WS. ^et^ gieldan u. s. w. (über geofan, geotan, north. ;^eona
= WB. gie/an, gietan, giena s. § 160); ger; gefon, geton, scep
(north, scip) = ws. gear, geafon etc. nach § 150, 1.
3) Ebenso fehlt die diphthongierung von e (= ws. ee) zu
ea im kentischen und Ps.: gef, gei, cesier^ scel, seet = ws. geaf,
ceaster, etc.; im north, tritt sie nur schwankend ein, gea/',
ceaster, sceai, neben gcet, ccesier^ scoel u. ä.
4) Weitergehende diphthongierung zeigt north, geonga
gehen, = sonstigem gongan. Auch nach sc tritt e vor gutturalen
vocalen north, häufiger ein als in den übrigen dialekten: scea-
dan, sceomu etc.
Die brechungen (§ 77—84).
§ 158. 1) Statt ea vor r+consonant steht im north, und
Buhsw. oft a: arm, wärp, warb neben earm u. s. w.
2) Die brechung von a zu ea vor /+consonant fehlt Ps.
und north, (aber nicht im kent); dafür steht ä: all, fällan,
hcUdan^ sali; ausgenommen north, sealla = ws. siellan, § 80,
anm. 2. Kushw.i schwankt zwischen a und ea, üeber den
Umlaut ^, ^ s. § 159.
3) Alle brechungen vor h sowie vor consonantenverbin-
dungen deren letztes glied ein palatal {gy c, h) ist, werden im
Ps. und north, merc. durch palatalumlaut verändert, § 161.
Die umlaute (§ 85—109).
§ 159. /- Umlaut. Besonders abweichend sind die i-um-
laute der diphthonge:
1) }-umlaut von ea vor r ist überall e: erfe, deme^ ermbu^
ßrd = WS. ierfe, irfe, yrfe etc.; ähnlich sceppan, gest = ws.
scieppan, giest (doch ausnahmsweise hlihan k. gl.). Bushw. i
hat neben regelrechtem e und einigen ce, wie in äw/ergan
verfluchen, auch mehrfach westsächsische y, wie äwyrgan.
2) Da vor / im Ps. und north, ä statt ws. ea eintritt (§ 158, 2),
so erscheint als umlaut nicht ^, sondern €b: celdu^ celdra, mcpltan^
auch vor //; wälle neben welle brunnen (ws. wiella); kent. auch
hier e, eldu, eldra, /e/Ö (von feallan). Kushw.i schwankt
zwischen ce und e, celdu, wldra etc. und eldre u. s. w.
§ 159—162. Vocalismus der dialekte. 65
3) 2-umlaut von ea ist e: heran, gelefan, ned, leg, cegan
u. s. w. Kushw. * und k. gl. haben jedoch auch einige y: cypan
etc., k. gl. äfligan,
4) io, eo bleibt stets unumgelautet , eorre, heorde (jedoch
äfirran); ebenso io, eo: treowe, t5eostru, streonan (jedoch Ps.
onslen antlitz).
Anm. Ueber Ps. north, wyrtfe, rvyrsa etc. s. § 156, 4.
5) Ueber die umlaute der ea, eo vor palatalen s. § 161 flf.
§ 160. U' und o-umlaut sind oft in weiterem umfange
erhalten als im ws. (z. b. in formen wie north, ionna innen,
ionnab eingeweide, bihionda, hihianda hinten). Namentlich ist
1) der Wechsel zwischen umgelautetem und nichtumgelautetem
vocal in der flexion oft noch erhalten, vgl. z. b. Ps. fet pl. featu,
dat. feaium, get gen. pl. geata; oder im verbum beoru, bires,
biretS, beoratS; ähnlich im north, (vgl. § 370); — 2) erstreckt
sich der o-umlaut im Ps. (nicht aber kent. north.) auch auf
das alte a, vgl. oben get gen. pl. geaia\ fear an, hleatSan (aus-
nahmsweise galan), in der 2. sehwachen conjugation, wie
gleadian, get5eaßan u. dgl.
' 3) Die north, form des ö-umlauts von e ist ea: beara tragen,
eata essen, weala reichtum, wearas männer^ etc. (daher auch
formen wie rvala, tvaras § 156, 3), seltener eo, eota u. dgl.
Anm. 1. Am getreuesten in der erhaltung dieser umlaute ist Ps.,
im north, hat die ausgleichung mit umlautslosen flexionsformen schon
stark um sich gegriffen.
Anm. 2. Da der o-umlaut des a north, wie ws. fehlt (fara, hlatfa,
getfafia u. dgl.), so sind geadria und sceaca zu § 157, 3 zu stellen.
§ 161. Palatalumlaut. Die ausbildung dieses umlauts
bildet eines der am stärksten in die äugen fallenden characte-
ristica des Ps. und northumbrischen. Seine hauptwirkungen
sind folgende:
§ 162. 1) ea wird im Ps. und north., meist auch in Kushw.*,
zu (B (im Ps. ä § 151, anm.) vor h, ht, x {= hs % 221, 2):
gesceh, gebceht, mcehie, seex, wcex, tvcexan = ws. geseah, gebeaht
u. s. w.; in Ps. auch meist vor g und c, während north, daftlr
a eintritt: Ps. mcegun, deegas, crvcecian, drasca (neben vereinzelten
formen wie dagum, sagas, draca, hracan und hreacan, Zeuner
s. 34 f.) fttr *meagun, *deagas etc. § 160, north, magun (wegen
Sievers, AngelsSohs. gnunmatik. 3. anfl. 5
66 § 162—164. Vocalismus der dialekte.
dagas, cwacian etc., vgl. § 160, 2). Rushw.^ hat einzelne ea
wie geseah.
/-Umlaut dieses ce tritt nicht weiter ein: mcehtj gen. dat.
moehie, adj. mcehtig, nreht u. S. w.
Anm. 1. Die kent. denkmäler haben meist ea vor h, und a vor g,
c\ i-umlaut in hlihan k. gl.
Anm. 2. In formen wie den praett. rehie, wehte neben rcehte, rvcehte,
WS. reahte, rveahte, etc. hat vielleicht anlehnung an das e des praes.
reccan, weccan etc. stattgefunden, vgl. § 407, anm. 3. Ebenso sind im-
perative wie north, släh, tfrväh § 374 an die contrahierten formen des
praes. sld, tSwä angelehnt.
2) Vor rCy rg wird ea im Ps. zu e, north, schwankend zu e
oder ce: erc arche, herg schwein, herg hain, ws. earc, bearg
etc. (north, auch cerc u. ä.)
Der i-umlaut dieses ^ ist ^: wergan (north, woerga § 156, 1, b,
rvcergan R^) verfluchen.
§ 163. ea wird im Ps. und north, merc. zu e vor h, g, c:
heh, neh, praet. iehj heg, praet. lec, hecon zeichen, = ws. heah
etc. Rushw.* bietet viele einzelne ea, wie beah, eage. Das
kent. hat dagegen das ea in der regel bewahrt (jedoch begegnet
nih k. gl. für ws. neah.
§ 164. 1) eo wird im Ps. und north, zu e vor h und rc,
^Z> ^^' ßK gcseh irap., reht, cneht § 83, leht licht § 64; werc^
bergan, bwerh, berht = w&, feoh, geseoh etc.; Rushw.* schwankt
zwischen e {ce) und eo : feh, cneht (cnceht), reht, werc und feoh,
weorc etc.; bisweilen erscheint auch i, y, sih ^e ecce, liht licht,
syxta der sechste.
Der 2-umlaut dieses e est, auch in R*, i: rihtan, lihtan
(leuchten), birhtan, Ps. R^ wircan (north, und teilweise Ri rvyrca
§ 407), schwankend i und e in north, birga gustare neben Ps.
bergan^ north, berga,
2) vor c und g herscht schwanken, indem das eo öfter
durch analogie wieder eingeführt wird: Ps. cerendreca, wegas
neben seltenem weogas; selten sprecan neben spreocan^ breocan
nach mustern wie beoran etc.; doch north, nur breca, spreca,
wegas etc.
3) 10 erscheint im Ps. und north, als i (gleich dem i-um-
laut von eo): Ps. twigu, Ps. north. ?mlc, cwic, cwician, north.
wice woche = ws. mioluc, cwucii^ cwucian, wucu för ^Cfviocu ete.
§ 165 — 166. Vocalismus der dialekte. 67
§ 71 ; doch im Ps. stets sieogun, bis?veocun nach mustern wie
äreosun, fleotun etc.
§ 165. eo wird im Ps. und north, zu e vor h, (c), g: teh,
fleh imp., fle^an, fJege fliege, legan lügen, = ws. teoh, fleoh usw.
Kushw.^ schwankt zwischen e und eo, flege fliege, sec krank,
neben seoc, teoh ziehe, etc.
Anm. Auch hier finden sich vielleicht spuren eines «-umlauts i, in
Ps. iita zieht, Lind. k. gl. flitü aus *leliiti, *fle'hit5, doch findet sich auch
Ps. fligu, Hg ende, north, liht leicht und licht, R* ligende, ohne ersicht-
lichen anlass zum umlaut.
Contractionen (§ 110—119).
§ 166. 1) Westg. a+o (== späterem a) wird north, zu ä,
sld(n), bwä(?i) = WS. kent. Ps. slean, bwean, R^ sld, bwd und
slea7i; aber auch north, ea, lear aus *ahii, *(ahur wie ws.
2) Westgerm, e+a (aus o) giebt im Ps. und north, meist
ea: gesean, gefean\ ebenso e, e aus eo, eo vor h: feas pl. von
feh Lind., flean fliehen, tean ziehen, aus */<?Äa5, ^flehan^ *tehan
§ 164 f.; doch part. praes. fleonde Ps., fleom Lsg. aus *flehu{-m).
Auch R^ hat öfter eo neben ea:^ geseon, hundteontig hundeii;,
neben gesean, hundteaniig.
3) Westg. i+a (aus o) giebt ea in Ps. frea frei, neben freo,
north, frio, freo; durchgehends io, eo hat dagegen wieder das
part. praes. friond, freond.
4) Westg. ?+a (aus o) bleibt Ps. north, meist ia (vielleicht
z. t. noch uncontrahiert, zweisilbig %(i)\ Man bienen (neben biobread),
fian hassen (praet. fiode nach der 2. schw. conj.), doch auch
wrean Ps.; north, bia^ fia, wria. — Neben twia zweifeln, steht
north, auch twä, § 156, 3.
5) Insbesondere treten aber im Ps. und north, contractionen
nach ausfall eines innern h ein, wo das ws. und kent. durch
Synkope des vocals das h erhalten (§ 222). . Dies geschieht
insbesondere in der flexion der verba contracta § 374, z. b.
sist, sit^ aus *sihlst, *sihib = ws. siehst, siehb; vgl. femer
formen wie Ps. hea7ie acc. sg. m. zu heh, aus *hehona, north.
heanis höhe, aus *hehonis, = ws. hea{n)ne, hea(n)nis aus heahne,
heahnis, § 222, 2; femer comp, hera, sup. hesta, nesta (north,
auch heisia, neistd) aus *hehira, *hehista etc., ws. hierra (aus
hiehra § 222, 2), hiehsta, niehsta.
5*
6g § 168. Vocalismus der dialekte.
Quantität (§ 120—125).
§ 168. Fast alle gelegentlich des ws. besprochenen deh-
nnngen lassen sich auch in den übrigen dialekten nachweisen.
Insbesondere deutlich sind die dehnungen vor liquida oder
nasal +consonant ausgeprägt, sowol durch setzung von accent-
zeichen, wie durch den einfluss den sie gelegentlich auf die
qualität der vocale ausüben; vgl. namentlich d^s cb als 2-umlaut
von a vor /+cons., § 159, 2, oder als palatalumlaut von ea, § 162.
II. Abschnitt: Die consonanten.
Cap. I. Uetoersiclit über die ags. consonanten.
§ 169. Die consonantzeichen des ags. sind die des lat.
alphabets mit hinzufttgung eines besondern Zeichens für 7v und
der zeichen Ö, />. Von diesen consonantzeichen werden aber
mehrere in doppelter geltung gebraucht, da die anzahl der
zeichen nicht hinlänglich war, die in der spräche vorhandenen
unterschiede genau auszudrücken. Diese mangelhafte laut-
bezeichnung knüpft, historisch betrachtet, an die Schwankungen
der ausspräche an, welcher die zeichen des lat. alphabets
in jener zeit unterlagen.
Anm. In dieser beziehung steht die ags. Orthographie etwa auf
demselben Standpunkt wie die neuhochdeutsche, wo z. b. ^, h teils als
media gebraucht werden, wie in gut, hin, teils als spirans, wie in tage,
lebe in der ausspräche vieler, oder wo s einen stimmlosen und einen
* stimmhaften Zischlaut bezeichnet, u. s. w.
§ 170. Hiernach lässt sich für das ags. consonantensystem
vermutungsweise folgende gestalt feststellen (zur einteilung vgl.
verf. Phonetik 3 s. 50 flf.):
Labiale Dentale Palatale Gutturale
{Halbvocale: w — g (i) —
Liquidae: — r, 1 ~ —
Nasale : m
I Verschluss- f stimmlos p t g
laute: | stimmhaft b d j' 3
j stimmlos f Ö (}?), s h' h
Spiranten: \ stimmhaft f(u,b) Ö (M i g
Hier wird also doppelte ausspräche vorausgesetzt 1) für
f, b, p als stimmlose und stimmhafte spirans; 2) flir b als
media und stimmhafte spirans; 3) ftir g als halbvocal, media
n n n
c
70 § l*?! — 1'?2. Die halbvocale: w,
und stimmhafte Spirans ; 4) für n als dentalen, palatalen und gut-
turalen nasal, endlich 5) für alle zeichen der sog. gutturale
auch eine palatale ausspräche, die oben durch hinzufügung
eines ' zu den handschriftlichen zeichen angedeutet ist.
A) Sonore consonanten.
1) Die halbvocale.
w.
§171. w, welches wir für das in den handschriften ge-
bräuchliche runenzeichen wen einsetzen, drückt den laut des
engl, w aus; d. h. w ist ein u in consonantischer funktion
(Phonetik § 19, 1, b).
Anm. 1. In den ältesten quellen fehlt das wen noch; es steht dafür
gewöhnlich uu: uuer, uue^, uurol^ clauiie^ suualuue etc., oder auch u,
das namentlich im north, häufig ist: ucr, uoe^, sualue; sonst ist der ge-
brauch des w für w meist auf die Verbindungen § 1 72, :$ beschränkt. Bis-
weUen findet man auch 7vu geschrieben, wie north, wurioito für w?ioto
u. dergl.
Anm. 2. Die deutschen herausgeber und grammatiker geben nach
J. Grimm's Vorgang z. t. das zeichen wen durch v wieder. Dies ist des-
halb nicht zu empfehlen, weü dadurch die möglichkeit verloren geht, das
w von dem labiodentalen Spiranten t; § 194 zu scheiden.
Anm. 3. Lat. v in lehnwörtern wird nur selten durch ;y wieder-
gegeben, wie in win wein, päwa pfau (neben pea, § 112), tnealwe malve,
aus vinum^ pavo, malva; vgl. § 192, 2.
§ 172. Das w erscheint anlautend 1) vor allen vocalen:
wäi weiss, wer mann, wine freund, word word, wund wunde,
wyrd geschick, 2) in den Verbindungen wr, ni: wHtan schreiben,
wröt ilissel, wlitan sehen, wlonc stolz etc.; 3) in den Verbin-
dungen cw, hw^ dw, bw, tw, sw: cweban sprechen, hwd wer?
dweorj, zwerg, bwean waschen, twd zwei, swefan schlafen.
Anm. Abfall eines anlautenden iv findet sich in den mit der nc-
gationspartikol ne contrahierten formen einiger verba: näty nytan, nysse
§ 420, 1, nyllan § 428, anm. 2, 7ices, nceron § 427, 3; in ealne^, ealnig immer,
aus eabie we^ (ealnuwe^ Cura past.; spät auch eallin^, eahiing); sonst
nur gelegentlich vor u in ulo?i neben wulon wolan, cticu, nduht, betuh,
betux neben cwucu, ndwuht, hetwuh, hetwux § 71, u. ä., femer in hü
wie, tu zwei § 324, 2 aus *A/yo, *twö; north, auch vor ce: oe^, coern
für woe^ weg, cuoern mühle.
§ 173—174. Die halbvocale: w. 71
§173. Inlautend steht w vor allen voealen ausser u
und urags. / ohne Veränderung: säwan, säwe, spiwian, spiwode.
Vor u und i dagegen ist es gesehwunden, und in folge davon
sind öfter eontraetionen eingeti'eten : 1) Vor u z. b. in ea, tSrea,
clea etc. § 111 f., oder reon aus reowun (zu § 396, anm. 4).
Doch ist nicht selten auch vor u ein 7v nach analogie anderer
formen wieder hergestellt, wie in cläwu, säwun, reowun, seowun etc.
2) Vor i in Wörtern wie ce gesetz , scb meer, hrm leichnam,
für *äi, säi, *hräi aus st. aiwi-, saiwi-, hraiwi-; nach consonanten
namentlich in gewissen formen der schwachen verba auf -rw
und -Iw, wie praes. sg. 3. gieret^, wieleb, praet. gierede, wielede,
aus *garwis, *?val?vis resp. *gar?vida, *walwida, § 408, 1 ; vgl.
auch das lehnwort pyle pflihl, aus lat. pulvinum. Doch dringt
auch hier das w öfter wieder aus anderen flexionsformen ein,
in denen statt des i ein j oder ein anderer vocal in der endung
stand, (BW, hrcew, gierweb u. dgl.
Anm. 1. Der ausfall des w vor urspr. i scheint wenigstens zum
teil nicht ags. zu sein, sondern bereits dem germanischen anzugehören.
Nicht alle fälle sind überdies gleich sicher ; über ^, sce etc. vgl. z. b. noch
§ 174, anm. 3. Erhalten ist das w in fällen wie e'owic § 332 (doch wieder
north, iuh neben iuih)»
Anm. 2. Umgekehrt tritt, wie es scheint, bisweilen ein w hiatus-
fullend zwischen w+ vocal ein, ruh gen. rürves für *7Ües § 295, anm. 1
(doch könnte hier auch ein fall von grammatischem Wechsel, § 234, vor-
liegen). — Zweifelhaft ist die erklärung des w in Icbwed aus laicus.
Anm. 3. Nicht selten schwindet das w im anlaut zweiter glieder
von compositis, namentlich vor o, u, wie in hlaford herr, fulluht taufe
eigcnnamen wie hrötiulf, für *hldf?vorä, -ward, fullwuht (fulwiht, vgl.
auch fuUian neben fulwian taufen), Hrö^wulf\ vgl. femer beispiele wie
enelere, eniire einjährig, aus cenwiiitre, und vielleicht hwilendlic zeitlich,
für hwüwendlic.
§ 174. Im Silbenauslaut wird w ursprünglich nicht
geduldet.
1) Nach kurzem vocal wird es vocalisiert, worauf con-
traction eintritt: vgl. nom. beo, cneo § aus *t^e-u, *cne-u für
*bewo, *cnewo (nach § 113. 130, doch vgl. auch § 73); daneben
nach den flectierteü formen mit inlautendem w auch t^eow,
cncow.
2) Nach consonanten wird es zu u, o vocalisiert; dies
bleibt nach kurzer Wurzelsilbe im wortauslaut, vgl. nom. acc.
sg. von WO' und wd-Hivunmen wie bearu, scaru, beadu, § 249.
72 § 174—175. Die halbvocale: w, j\
260, adj. gearu, § 300 (vgl. § 134, d), ebenso in der adjeetiv-
declination und Steigerung, vgl. acc. gearone, gen. dat. sg. f.
gearore, gen. pl. gearora § 300, comp, gearora § 307, für
^gearwne etc. Nach langer Wurzelsilbe fällt es dagegen ab,
§ 134, d: mM, Ices wiese, § 260.
Anm. 1. Im wortinnern wird das w oft wieder durch analogie her-
gestellt, vgl. praeterita wie hierwde, sierwde zu hierwan, sierwan § 408, 1,
ableitungen wie nierrvtS § 255, 3, zu nearo, nearwes u. dgl.
3) Nach langen vocalen und diphthongen scheint das w
ganz zu verschwinden; ä, 6 immer (got. aiw\ hrä leiche (got.
hraiw), snd schnee (got. snaitvs)\ häufig dringt jedoch das w
aus anderen flectierten formen wieder ein: hräw, snäw (nach
dem gen. hrätves, snätves etc.), namentlich fast stets nach diph-
thongen, wie gleatv § 63, hreow § 64, und im Innern des wertes
bei Synkope eines mittelvocals, wie säwle (neben säüle) zu
säwol seele, meowle, got. ma?vil6 § 73, anm. 1; ableitungen wie
hrcowsian reuen, aus *hreuwos6n; insbesondere in der flexion
wie in spervt^, cncervti zu spdrvan, cndwan; Icervde zu Icewan u. dgl.
Vereinzelt sind jedoch auch hier, namentlich north., formen
ohne w tiberliefert, wie gecnceb, letiede, eorum, north. Miede,
cde, coteade^ für gecncewt^ kennt, cetiewde, north, cetcawde zeigte,
eowrum euerm, ws. belcewde verriet etc.
Anm. 2. Die hss. setzen hier öfter u statt w: sdtde, snäu, seltener
nach diphthongen wie läte'ou, hriou k. gl. = ws. -fe'o?v, -hriotv.
Anm. 3. Auch cb, sdi, hrcb § 173, 2 können vielleicht nach dieser
regel erklärt werden j umgekehrt fügen sich formen wie cnat5 aus *cnamtf,
iede aus *auwida, lede aus *lemda auch der regel § 173, 2.
Anm. 4. In einigen nicht ganz sicheren fällen scheint statt des
abfalls nach langem vocal contraction eingetreten zu sein, vgl. § 112. 118.
Anm. 5. (Zu § 171—174). Ueber die einwirkung des w auf nach-
barlaute s. § 71—73. 156.
J
§ 175. Die handschriften haben kein eigenes zeichen für
den halbvocal j (d. h. i in consonantischer function ; Phonetik,
§ 19, 1, b), sondern drücken ihn teils durch das vocalzeichen i,
teils durch g aus.
1) / steht anlautend in fremdwörtern wie iöhannes, iüdeas;
in echt ags. Wörtern selten und fast nur vor u: iü, iung § 74.
Im inlaut ist es häufiger, herics, nerian u. ä., doch ist hier
§ 175—177. Die halbvocale: j, 73
das i vielleicht vocalisch oder als ij aufzufassen, he-ri-es oder
he-ri'jes, vgl. unter 2.
Anm. Insbesondere dürfen, auch nach ausweis des metrums, als
vocalisch meist die t der 2. classe schwacher verba § 411 flf. gelten, auch
wo kurze silbe vorangeht, wie in wunian, macian oder fremian, tSenian
§ 400, anm. 2.
2) ^ ist durchaus das gewöhnlichere zeichen. Anlautend
erscheint es nur vor i, e, y, da j mit allen andern vocalen zu
den diphthongen ie, ea, eo verschmilzt (§ 74): gif^ ^et, gyt, ge,
gear, geong etc. (daneben gl in giu7ig etc. zu 1).
Inlautend steht es auch vor gutturalen vocalen, her gas,
hergum, nergari. Statt des einfachen g wird aber auch oft ig,
(eg), vor a auch ige geschrieben: heriges, herigas, herigeas,
nerig{e)an; doch drückt diese gruppe vielleicht wieder die laute
ij aus, vgl. oben 1.
Auslautend ist g selten und steht nur nach langem
vocal : leg insel , hieg heu , cieg imp. rufe (vgl. auch § 24, anm.).
§ 176. Kegelmässig erhalten ist germ. j nur im anlaut;
im inlaut nur bisweilen zwischen vocalen, wie in frigea herr
(neben frea, got. frauja), frige npm. von free frei, freogan be-
freien, ciegan rufen u. ä., und nach kurzem vocal +consonant
(d. h. nach § 227 nach kurzem vocal +r): nerian, herian, werian,
heries = got. nasjan, hazjan^ warjan, harjis,
Anm. 1. Vor ea, eo fehlt jedoch bisweilen in späteren hss. das j;
caron dat. pl. jähren, ^ö^ö& jugend, fiir gearon, geogot5\ zur erklärung
s. § 214, anm. 11.
Anm. 2. Verba wie lemian, Zenian, helian etc., § 400, anm. 2,
haben nicht altes j erhalten , sondern ihr /, j nach dem muster solcher
wie nerian eingeführt.
§ 177. Nach langer geschlossener silbe ist dagegen altes
j im inlaut stets geschwunden. Diese regel gilt sowol für die
germ. /, als für die germ. / vor vocal, welche nach § 45, 8
einst mit / wechselten. Soweit nämlich diese i nicht nach
§ 130, anm. in den auslaut getreten waren, sind sie im ags.
einmal (wie es scheint, relativ spät) zu j geworden, also mit
den alten j zusammengefallen resp. wie diese später ge-
schwunden. Beispiele: a) altes y in verbis wie siellan, scieppan,
settan, lecgan § 400 für *salijan, *skappjan etc., alts. sellian^
sceppian, settian, leggian zu got. saljan etc. nach § 227; ebenso
in substantivis wie secg, cynn § 246, sibb § 257; — b) altes
74 § 178—179. Die liquidae: r.
/ z. b. in formen wie hierdes, -das, -da, -dum, riccs, -cu, -ca,
-cum § 246, i'ierda, -a, -um § 257; in verbis wie deman § 403,
für *hirdies, *7ikies, Handia, *dömian etc.
Anm. Directe spuren des einstigen Vorhandenseins von j, i nach
einer silbe sind der /-umlaut und die palatalisierung vorhergehender
gutturale, § 20G, 6; ferner auch die westgerm. gemination, § 227.
2) Die liquidae.
r.
§ 178. 1) Das r des ags. war wahrscheinlich cerebral
(Phonetik^ s. 105), d. h. wurde mit stark zurückgebogener Zungen-
spitze gesprochen, wie z. t. noch heute im englisclien. Nur so
nämlich erklärt sich phonetisch die brechung vor r, § 79.
2) Das r kommt in an-, in-, und auslautend häufig vor;
seltener verdoppelt, wie in a) feorran fern, äfirran entfernen,
stcorra stern, cierran kehren, zu got. fairra, stairrd etc.; — b) in
ierre zornig, tSyrre dürr, mierran hindern, durran wagen, zu got.
*airzeiif, paursus, marzjan, daursan^ § 181, 2; — c) durch Syn-
kope entstanden wie in wcer-ra comp, von wcer vorsichtig,
u. dgl. Der Verdoppelung vor j unterliegt das r nicht, s. § 227.
§ 179. Inlautendes r ei-fährt oft methathese: 1) vorvoca-
lisches r tritt gern hinter den vocal, wenn diesem im oder ^-
verbindungen folgen: iernan laufen, beornan brennen, hur na
brunnen, liors ross, forsc frosch, ferse frisch, bersean dreschen,
berslan bersten, fierst- frist; vgl. got. rinnan, brinnan etc.; —
ferner cern haus, h(ern woge, vgl. got. razn, altn. rann und
altn. hronn (urags. *rcenn, *rcenn für *rcez7i, *hrcezn). Vor ein-
fachem 71 findet sich metathese vielleicht in eornue Corp.
kranich, vor m in fonna erster, neben fruma vorteil; doch
liegen in diesen letzten beispielen wahrscheinlicher ältere germ.
doppelformen verschiedener ablautsstufe vor.
Anm. Ganz unregelmässig ist die spätws. metathese in gyrstandceg
gestern, für älteres ^iesiran-, gyslran-, — Ueber das Verhältnis der
metathese zur brechung vgl. § 79, anm. 2.
2) Der umgekehrte fall tritt ein vor ht in north, frohtian
fürchten, fryhiu furcht, neben forhtian, fyrhtu; breht glänzend,
und ableitungen, neben bcrht; in den übrigen dialekten scheint
'breht, -briht nur als zweites glied componierter eigennamen
§ 180—182. Die liquidae: r. 75
vorzuliegen, wie in ceolbrehf, eeöelbriht etc. Vereinzelt findet
sich sonst scruf neben scurf schorf , und rvrums eiter, flir tvnrms
(vgl. § 185).
§ 180. Das r ist im allgemeinen in allen Stellungen des
Wortes fest. Ueber syllabisches r s. § 139. Vereinzelter aus-
fall in specan, spdc (zuerst wol kentisch) neben sprecan, sprcec
sprechen, spräche, spätws. pcetig schlau, flir prmti^; north.
wixla wechseln, neben wrixla, Ps. gee'ndebyrdan, endehyrdnis
(Zeuner s. 76 f.), north, gee^ndebrednian, zu ags. onbryrdnis,
inbry'rdan, u. ä. Assimilation von Ir zu // in säla neben selra
comp. § 312, von sr zu ss in Icbssa, vereinfacht in wiersa,
wyrsa comp. § 312, got. wairsiza; Öisse pron. § 338 (hier tiberall
r aus z § 181, 2; aber auch üsses etc. § 336 aus *üsres).
Anm. Ueber den abfall des auslautenden germ. 2 s. § 182.
§ 181. Das ags. r ist zweierlei Ursprungs. Es entspricht
1) germ. r wie in rice, rcedan, bringan, beorgan, wer =
got. reiki, redan, bi-iggan, bairgan, tvair. Dies r erscheint un-
beschränkt in allen Stellungen des Wortes.
2) germ. z, welches im got. teils als z erhalten, teils durch
s vertreten ist: mära grösser, eare ohr, herian loben, nerlan
retten = got. maiza, ausö, hazjan, nasjmi; ferner insbesondere
im grammatischen Wechsel mit s: ceosan, ceas, curon, coren
§ 233 flf., auch in den gruppen rz, wie in ierre etc. § 178, 2, b,
und zd: reord spräche, hord, zu got. razda, huzd etc.
§ 182. Dies r aus z ist auf den inlaut beschränkt; denn
anlautendes z existierte im germ. nicht, und ursprünglich
auslautendes z ist im ags. stets geschwunden, sowol wo es
der flexion, als wo es der Wortbildung angehörte. Zur ersteren
kategorie gehört z. b. das germ. z, got. s des nom. sg., das
vieler gen. sg. und nom. acc. pl., das s der 2. sg. opt. praes.
und praet. und anderes, worüber ein vergleich der ags. para-
digmen mit den gotischen leicht auskunft giebt ; beispielsweise
seien angeführt die nominative he, liwä, got. is, hwas, pl. we,
ge, Ö«, got. weis, Jus, pos; die dative me, be, got. mis, pus.
Zur zweiten abteilung dagegen gehören insbesondere a) die
comparativadverbia wie tnä, bef, leng etc. § 323, got. 7nais,
batis, laggis, b) die nom. sg. der os-, ^^-stämme § 288 flf., wie
sige, bere, lomb, ceaif, got. sigis, bariz- u. s. w.
76 § 183. Die liquidae: /. § 184—185. Die nasale: m, n,
Anm. Wo an stelle eines ursprlinglich auslautenden z ein r im
ags. auftritt, ist es erst aus mehrsilbigen formen wieder eingedrungen;
so in den nebenformen wie si^or,.lpmbor etc. zu si^e, Igmb § 289 f. u. ä.
L
§ 183. 1) Das ags. / muss (auch abgesehen von etwaiger
palatalisierung vor i,j) eine doppelte ausspräche gehabt haben;
einmal die eines gewöhnlichen /, sodann aber eine dunklere,
vielleicht gutturale ausspräche (Phonetik^ s. 111) da wo es
brechung vorhergehender vocale hervorruft, § 80 f. Wonach
sieh dieser Wechsel des klanges richtet, ist bis jetzt nicht sicher
zu ermitteln; doch scheint es dass die lautliche Umgebung
nicht allein massgebend war (vgl. z. b. die abweichung von
siellan und tellan § 80, anm. 2. 158, 2).
2) Das / erscheint in allen stellen des wertes, auch oft
geminiert, und in vocalischer function, s. § 140. Im allgemeinen
ist seine Stellung fest, doch erfährt es metathese in folgenden
fällen: a) nach betonter silbe wird dl zu Id in dialektischem
hold gebäude, seid sitz, spcdd Speichel, § 196, 2 und anm. 1;
— b) nach unbetonter oder schwachbetonter silbe werden
sl und fl zu Is, If in den eigennamen auf -^^Is wie cynegils,
eadgils aus *cyne^isl etc., der ableitung -eis = ahd. -isal, wie
in gyrdels gürtel {gyrdisl Ep.), riecels Weihrauch, und -elfe,
'ilfe = altn. -yfli in innelfe, innllfe eingeweide, neben innefle^
altn. innyflu
Anm. Vereinzelt findet sich metathese von auslautendem dl (aus
&/, § 201, 3), ^l und fl auch sonst in Wörtern deren form sonst feststeht: dld
krankheit, flir ädl ; ^ealhsrvile, cealfädl zu ^ea^las gaumen, ceaflas kiefer.
3) Die nasale.
in, n.
§ 184. m bezeichnet den labialen, n nach dem vorbilde
des latein. den dentalen wie den gutturalen (resp. palatalen)
nasal, letztere aber nur wo es unmittelbar vor einem der
gutturale c, z steht; m und dentales n dagegen können an
allen stellen des wortes stehn ; auch verdoppelt und syllabisch,
s. § 141 f.
§ 185. Metathese erfährt m in worms (wurms, wyrms) eiter,
verb. wyrmsan eitern, neben älterem worsm, wursm resp.
ivyrsman, Metathese von yi ist etwas häufiger, namentlich
§ 185—187. Die nasale: m, n. 77
findet sich in einigen texten öfter wc, ng für auslautendes cn,
g7i, wie tänc, reng, tSeng, fr eng für täcn zeichen, regn regen,
tiegn mann, frcegii fragte, umgekehrt clcemian reinigen (Ps.
cläsnian) neben häufigerem clcensian (north, clcensid) reinigen,
zu cldme rein (auch eine mischform clcbnsnian begegnet).
§ 186. Eingeschränkt werden die nasale nur durch fol-
gende lautgesetzc:
1) Vor den stimmlosen Spiranten f, Ö und s fallen m und n
unter Verlängerung des vorausgehenden vocals aus; altes a,
ags. g, § 65, wird dabei zu ö, § 66. Beispiele: 1) für m: fif
fünf, got. fimf softe adv. sanft, comp, sefi § 323, ahd. samfto;
ösle amsel, ahd. amsala; — 2) für n: gos pl. ges gans, hds
schar, ötSer ander, töt5 zahn, pl. teb; est gunst; siti weg; üs
uns, hüsl opfer. cütie konnte, mütS mund, yst stürm, wyscam
wünschen = got. gans, hansa, anpar u. s. w.
Anm. 1. Die länge des vocals ist durch gelegentliche doppelschreibung
festgestellt: suutanglorum urk. a. 736, cuutferthi a. 755 — 757, cuutfert
a. 767, siith a. 805 — 831. Später erscheinen oft längezeichen , cütS, ^i'ff etc
Anm. 2. In der ältesten zeit scheint hier nasalierte ausspräche des
vocals geherscht zu haben, da sich inschriftlich noch einmal onsrvini npr.
für gemeinags. öswine findet. Sonst zeigen auch die ältesten runeninschriften
den nasal nicht mehr.
Anm. 3. Der ausfall tritt auch in unbetonter silbe ein, doch erscheint in
dieser stelle der vocal nicht gedehnt: geogutf, -ö8" Jugend, dugutS, -otS tugend
(gen. pl. auch duge^a, dat. dugetium etc.), oro^ atem (später auch ore^,
orti, dazu oreb'ian, ortSian atmen) aus *Jugunp-y ^dugunp-, *or' gnp etc.
Anm. 4. Auch vor h, der gutturalen stimmlosen spirans, erscheint ags.
kein n, denn in dieser Stellung ist dasselbe bereits im germ. geschwunden.
Dass dabei das n zunächst nasalierung des vorhergehenden vocals
hinterlassen habe, infolge davon aber altes anh ags. zu 6h geworden sei,
ist bereits § 45, 5. 67 bemerkt. Beispiele für ih, üh aus inh, unh sind
das verbum tfe'on aus *t5ihan § 383, part. b'ungen nach § 234, praet. tiühte
zu tSyncan § 407, a, ühta morgendämmerung (got ühtwd),
2) Ausgenommen hiervon sind a) die 2. sg. const, monst
§ 422 f., einige fremdwörter wie pinsian pensare; b) alle
Wörter bei denen m, w+ spirans erst durch synkope eines vocales
zusammengetreten sind, wie brims eine münze (ahd. drimissa),
winster links, ahd. winistar, und namentlich ableitungen auf
'Sian, ahd. 'isön, wie grimsian wüten, cldnsian reinigen, minsian
vermindern.
§ 187. Auslautendes m der flexion wird spätags. (doch
vereinzelt schon in der Cura past.) zu n, namentlich nach an-
78 § 187—188. Die nasale. § 189. Die labiale: p,
betonter silbe, wie im dat. pl. da^on statt da^m, oder im dat.
sg. m. n. und pl. der adjective, ^odon, -an für gödum; aber auch
im pron. tSän für Öam § 337.
Anm. Für nymtüe nisi, erscheint im Ps. einmal nybtSe; dazu vgl.
Nehrod für Nemrod Nimrod.
§ 188. An Veränderungen des n sind etwa noch folgende
zu erwähnen:
1) Silbenschliessendes mn wird später oft zu rnm, m (§ 231, 1)
assimiliert: em eben, hrem, hrcem rabe (auch flectiert Äreiww^^ etc.)
für emn, hremn aus efn, hroefn, § 193, 2; ähnlich oft wcepmmi
vir, für Tvcbj){e)nman ; vgl. auch gelegentliche Schreibungen wie
elmboga (auch verkürzt elhogd), hütnberht, für elnboga eilenbogen,
hünberht,
Anm. 1. Assimilation an / zeigt sich in dem späten ollunc entlang,
neben onlpn^ aus älterem otidlong.
2) Auslautendes flexivisches n wird im north, unterdrückt,
namentlich im infinitiv, § 363, 1, der 1. pl. opt. § 361 (doch
nicht ind. praes., § 364) und in der schwachen declination,
§ 276, anm. 2.
In den übrigen dialekten fällt n im allgemeinen nur ab
in der 1. 2. pl. vor dem pron. rve, ge,^&. § 360, 2.
Anm. 2. Für rvolcefi, wolcn wölke, bietet die ältere spräche bis-
weilen die form wolc (umgekehrt schreiben jüngere quellen bisweilen
wolcnread für rvolcre'ad, wiolocread, scharlachrot).
Anm. 3. Die präposition on wird in der composition und bei der
bildung fester formein in den jüngeren quellen gern zu a (ö?) verkürzt:
adradan fürchten, afön empfangen, für ondr^^dan, onfön; abülan draussen,
amang unter, aweg fort, arilU richtig, für onbülan, on gemong, ontveg,
onrihi etc. Nur selten begegnet die übergangsform o: omiddan mitten,
onihl nachts, otvöpe weinend.
Anm. 4. Silbenbildendes n schwindet bisweilen zwischen s und /
in ondryslic schrecklich, für ondrysnlic,
Anm. 5. Sehr spät erst schwindet bisweilen das n in den r- casus
von min mein, &m dein, an ein, gen. sg. f. mire, tiire, are etc.
B) Geräuschlaute.
1) Labiale.
P-
§ 189. ]) ist die labiale tenuis; im anlaut in germ. Wörtern
selten, pceti pfad, päd hemd, plega spiel, häufiger in fremd-
wörtern wie pund pfund, pil pfeil, pyit brunnen; dagegen im
§ 189—192. Die labiale: p, b, f, 79
in- und auslaut häufig, helpayi helfen, tveorpan werfen, scearp
scharf, jväpen waflfe, auch oft geminiert, wie up{p) auf, topp
Scheitel, loppe floh, ceppel apfel, scieppan schöpfen.
Das p bleibt überall unverändert; nur pn wird zuweilen
zu mn in wcemn, ?vcemni(m aus wcepeyi, wcepnian waflfe, waflfnen.
Anm. lieber den Wechsel von jt? mit /* vor / in germ. bildungen
s. § T61^ über die metathese von sp zu ps § 205, 3.
b.
§ 190. b ist in den meisten texten das zeichen für die
stimmhafte labiale media. Dieselbe begegnet nur anlautend,
bindan binden, bringan bringen, blöd blut, und in- und aus-
lautend in der gemination, wie habban haben, libban leben,
web{b) gewebe, sib{b) sippe, und in der Verbindung mb\ Igmb
lamm, cumbol feldzeichen, symbel gelage. Für einfaches b tritt
sonst in- und auslautend / ein, vgl. habban, 2. 3. sg. ha fast,
hafatS\ webb, aber 7vefan weben; hebban heben, praet. hof
part. hoefen.
Anm. Das b ist im ganzen fest; nur vereinzelt findet sich Übergang
in p im auslaut in lamp k. gl., und abfall in ym-, em-, um, in der com-
position.
§ 191. In den ältesten quellen (namentlich Ep.) drückt
dagegen b auch den laut einer stimmhaften labialen oder labio-
dentalen Spirans, den des engl, v, aus, einen laut der später
durch f bezeichnet wird (§ 192, 2, vgl. auch § 194); so z. b.
in obaer, hebuc, halbae, earbed Ep., giaban, hlabard urk., selbst
auslautend gioob, hualb, salb Ep., gib, ob urk. etc., für gemeinws.
ofer, hea/uc, healfe, earfotS-, s^efan, hläford, glöf, hrvealf,
sealf, gif, of
f.
§ 192. Das f hat eine doppelte geltung, als zeichen fllr
die stimmlose und stimmhafte labiodentale Spirans, engl.
f und V,
1) Stimmlose spirans ist es sicher stets im anlaut, wie
fceder vater, findan finden; im inlaut in der gemination, wie
in gaffetung höhn, hoffing kreis, woffian rasen, snoffa nausea,
rvlcBffetere narr, den eigennamen offa, yffe^ wuffa, dem fremd-
wort offrian opfern; in den Verbindungen ft und fs^ wie hceft
gefangen, gesceaft geschöpf, roefsan tadeln, auch ursprünglich
80 § 192—193. Die labiale: /.
wol da, wo es sonst in- und auslautend einem genn. f ent-
spricht, wie in rvylf wolf, fif fünf.
Anm. 1. Lateinischem v entspricht ags. /*in fers vers.
2) Stimmhafte spirans ist es dagegen in den meisten
fällen im inlaut, wo es nicht in einer der Verbindungen ff, ft, fs
erscheint, z. b. ofer ttber, giefan geben, hläford herr, earfoti
arbeit, sealfian salben. Es entspricht hier einem germ. ^, got.
h, hochd. h, in lehnwörtem auch oft einem lat. b, wie in tcefl
tafel, irifot tribut, fefor fieber, pröfian prüfen, lufesticce lieb-
stöekel, cyrfet kürbis, aus iabiUa, trihutum^ fehris^ probare,
libysticum, Cucurbita; oder lat. v, wie in cealfre aus caharia,
&rd/San kürzen, aiu& breviare, Munigiof sliiq Montem Jovis; endlich
einem lat. p (= roman. b?) in präfost, prdfost aus praepositus.
In den ältesten ags. quellen kann es durch b, u vertreten
werden (§ 191. 194).
Anm. 2. In Ep. ist der gebrauch des / für die stimmhafte spirans
noch verhältnismässig selten; mit dem 9. jahrh. aber wird der gebrauch
des f auch für den v-laut immer mehr zur regel. Auffallend lange erhält
sich das b vor r in nabre nie (öfter in Cura past.) neben näfre, und
den synkopierenden casus von fefor fieber, gen. febres {febhres § 229);
ebenso poet. oft über opfer.
Anm. 3. Geminierte stimmhafte spirans v existiert im ags. nicht,
dafür tritt bb ein, s. § 190.
Anm. 4. Ganz spät tritt /* einige male fllr w auf, stänhifet Stein-
bruch, ^/dö/ glühte, A/^/* grabhtigel, für -hiwei, gleow, hl&rv.
§ 193. Abgesehen von dem Wechsel mit b § 191, und v
§ 194^ ist das f im ags. ziemlich fest Ausnahmen sind:
1) für ft steht in den ältesten quellen bisweilen pt: sccept
schaffe, edsccept palingenesia, gidopta contubemalis Ep. (für
scceft, edsccBft, giöofta) neben slftit siebt, nift nichte etc. (vgl.
dazu § 221, anm. 1.
2) fn (mit stimmhaftem f) geht, besonders inlautend und
wieder speziell im späteren ags., oft in mn über (vgl. § 189):
emne eben, stemn stimme, stemn Steven, aus efncj stefn, stefn
(über späteres mm, m s. § 188, 1); ebenso spätags. auch tvimman,
pl. wimmen aus mfmon weib.
Anm. Dieser Übergang findet nicht statt in dem verbum (efnan,
fnan und rcefnan ausführen, vermutlich weil dieses stimmloses f hatte.
§ 194. Die labiale: v, § 195—196. Die dentale: t 81
V.
§ 194 V, oder vielmehr u, drückt in spät aufgenommenen
tremdwörtern wie dduid, eue, leui den laut des lat. v aus,
welcher mit der ags. stimmhaften labiodentalspirans identisch
war; daher auch gelegentlich efe, lefes u. dgl. geschrieben
wird (aber nicht ewe), Aeltere lehnwörter ersetzen dagegen
das lat. u ziemlich regelmässig durch /, § 192, 2 (doch s. auch
§171, anm. 3).
In ags. Wörtern steht u in der älteren zeit zum ausdruck
des halbvocals w, s. § 171, anm. 1; seltener für die stimmhafte
labiodentalspirans, wie auene npr., yuel, selua, für afene, yfel,
selfa. Diese Schreibung gewinnt erst in der späteren spräche
mehr platz.
2) Dentale.
t.
§ 195. t ist durchaus dentale tenuis und in allen Stel-
lungen häufig: tdt5 zahn, ireo bäum, ten zehn, etan essen,
heorie herz, wät weiss (die gruppen //, st^ ht s. § 232, vgl.
auch § 193, 1. 221, anm. 1), auch oft geminieii; wie in sceat{t\
sceaites geld, seltan setzen, hluilor lauter, hätte heisst § 367, anm.,
grette etc.
§ 196. Das t ist fast ganz fest; an ausnahmen sind nur
zu bemerken:
1) Im älteren ws. (bes. im Hatton ms. der Cura past.) geht
inneres st sehr oft in st5 über, namentlich in der endung der
2. sg. ind. praes., 8w pefestS, hilpest5 etc., aber auch in worten
wie foBs^ fest, düst5 staub, wcesbm Wachstum, äbrisbrigan ver-
dunkeln, tväsb wcisst, superl. wie mdsb meist, (Brests zuerst,
für Riefest, hupest, fcest u. s. w.
2) Für WS. tl in hotl gebäude, setl sitz, spätl Speichel,
erscheint auslautend north. Ö7: setiel Lind. Rushw. (flectiert
dat. setSile Rii), inlautend rf/, z. b. gen. sedles, pl. sedlo, dat.
spddle, vgl. hydla cultor; daneben erhaltenes tl, ttl: nom. seatul,
scetil, pl. sella, seit las etc. Im Ps. tritt dafür regelmässig Id
ein in dem einzig belegten seid, § 183, 2, a, und in der poesie
ist seid, hold häufig neben setl, hotl {späld El. 300).
Sievers, Angelsäobs. grainmatik. 2. »ufl. 6
82 § 196—198. Die dentale: t, d,
Anm. 1. Der ws. prosa sind alle diese nebenformen mit verschwin-
denden ausnahmen {öold, seid in teilweise zweifelhaften belegen) gänzlich
fremd.
Anm. 2. Neben ws. botm boden, steht ähnlich einmal hytSme carina
Shrine 103 in einem stark anglisch gefärbten texte.
3) Die lautgruppe tj geht über in c resp. cc (dh. tsch,
§ 206, anm. 3) in orceard garten , neben ort-geard (schon Cura
pasi, auch orcgeard, und später orcerd, ordceard geschrieben)
und spätws. fecc{e)an holen, für älteres fetian; so auch ver-
einzelt Muncgiu Wulfst. für gewöhnliches Muntgiof § 192, 2
(vgl. auch § 206, anm. 3. 216, anm. 3).
Anm. 3. In consonantgruppen (namentlich nach h, s) fällt t bis-
weilen aus, drohnian, tirisnes, fcesnian, genihsum, für drohlnian, tSristnes,
fceslnian, ^enihisum, vgl. auch § 197, 4. 295, anm. 2.
Anm. 4. Umgekehrt wird , namentlich später, zwischen s und / bis-
weilen ein / eingeschoben elmestUc almosen-, ondrystlic schrecklich, und
oft misllic verschieden, für celmeslic ondryslic (ondrt/sn/ic, § 188, anm. 4),
mislic; so wol auch mcesilin^ messing, für mwslin^.
Anm. 5. lieber gemeinags st aus s9 s. § 201, 6; über t, il aus itS,
dtS § 201, 4.
d.
§ 197. d ist das zeichen für die dentale media, und ent-
spricht in der regel got. d. Es kann in allen Stellungen er-
scheinen, auch geminieii;: dceg tag, drifan treiben, drveorg zwerg,
eald alt, eardian wohnen, hiddan bitten, etc.
Nur in sehr alten hss. steht d auch flir tS, p, s. § 199,
anm. 1.
§ 198. Im allgemeinen ist das d fest; doch ist folgendes
zu bemerken:
1)^ steht in grammatischem Wechsel mit 9, p, s. § 234.
2) Id enspricht teils got. Id, wie in ceald kalt, healdan
halten, teils ist es aus //> hervorgegangen; ebenso ist ws. dl
öfters aus 0/ entstanden, s. § 201, 2. 3.
3) Idl wird zu // in siellic sonderbar, got. sildaleiks, auch
sonst gelegentlich north., &a//ic^kühn, monig-, itvi-, seofonfallice
manig-, zwei-, siebenfältig, für und neben haldlice, -faldlice,
hShstallic jungfräulich, etc.
4) Vor und nach stimmlosen lauten wird d zu t: a) z. b.
in der 2. sg. ind. praes. wie biist, Icbtst, hinist, stentsi § 359, 2,
zu hiddan, Iddan, bindan, stondan; milts mitleid, milisian er-
§ 198—199. Die dentale: d; t5 (p), 83
'barmen (zu milde) , giisian begehren, bletsian segnen; auch in
der composition, wie metsceat, antsacodon, gesuntfulnes Cura
past. für med-, and-, gesund-. Doch wird auch oft etymologisch
gesehrieben hindst, milds, mildsian (selten ws. gidsian, hledsian,
doch stets bledsian im Ps. und meist blcedsia im north.), oder das
d, t fällt, nach consonanten, aus : mils, milsian etc., hinst, siemt
§ 359, 2; über t aus ^Ö s. § 201, 4; — b) insbesondere in den
schwachen praeteritis und part praet. langsilbiger verba wie
scencte, iecte § 405, 4.
5) Nach consonant+tf, t geht ^verloren, wie praet. sende,
ehte zu sendan, ehtan, s. § 405, 4.
Anm. 1. Zwischen n und / wird öfters ein d eingeschoben: tndlu-
fon elf (got. ainlif), und namentlich in adjectivis auf urspr. -enlic, wie
ondrysendlic schrecklich, etc.
Anm. 2. Auslautendes d ist geschwunden in proklitischem on- aus
ond- wie in onfö'n empfangen, on^ie'tan verstehen, onsa'can wiederstehen,
vgl. o'ndfenga empfanger, o'nd^iei verstand, o'ndsaca Widersacher, etc. In
der späteren spräche dringt betontes o'nd-, a'nd- irrtümlich bisweilen fiir
betontes o'n-, a'n- (= ahd. ana) ein: a'ndrveald gewalt, a'ndwealh integer?
a'ndsyn antlitz, für o'ntveald, o'nwealg, O'nsien; ja selbst a*ndcleow
knöchel, für o*ncle'ow (ahd. anchläo).
§ 199. 1) Die beiden zeichen Ö und p drücken promiscue
die interdentale Spirans aus, welche im engl, jetzt mit //* be-
zeichnet wird (vgl. § 201). Bei den deutschen (seltener eng-
lischen) herausgebern und grammatikern ist es üblich geworden,
im wortanlaut p, im innern und am ende des Wortes aber Ö
zu setzen; doch fangen jetzt auch deutsche herausgeber wieder
an bei textabdrücken lediglich den willkürlichen Wechsel der
handschriften beizubehalten. Wir folgen im verlaufe dieses
Werkes dem muster der besten hss. älterer zeit (wie Cura past,
Ps., Lind., Eushw.2, ferner der ältesten Urkunden), welche mehr
oder weniger ausschliesslich & verwenden.
Anm. 1. In den ältesten quellen fehlen die beiden zeichen noch
fast gänzlich; Ep. hat von beiden nur ganz wenitfc-^Ue, ebenso die
ältesten Urkunden. Das älteste datierte tS (paetfj findVin ich einer Urkunde
Wihtraeds von Kent von 700—715, das älteste datierte p (aelfpry?5) in einer
Urkunde Coenwulfs von Mercia a. 811, aber das ganze 9. jahrh. hindurch
wird p nur spärlich verwendet. — Eine vereinzelte ausnähme für diese
älteste zeit bUdet Corp. mit häufigem/), und für spätere zeit die Lander-
6*
84 § 199—201. Die dentale: tf, p.
dalehs. des Orosius und Rushw.*, die sich durch regelmässigen gebrauch
des p von der Cura past. und Rushw.^ streng abheben.
Statt tu, p verwenden die ältesten quellen anlautend meist th: ihorn,
thegn, sehr selten d, wie in ^idopta Ep. 195, modgidanc hymnus Caed-
mons, inlautend th und d, lotha, loda Ep., aethilr, aedil- urk. (für tStf steht
thik, thi: aetfithaCf oihe oder); auslautend meist th: mearihy laath, hrio-
sith, sniuuith Ep., daneben auch t: siftit, faehit, stridit Ep., cuutfert,
Guutferth, sutangli urk.
2) $, p können in allen Stellungen erseheinen, aneh
geminiert: Öm^ding, Ön drei, tiwingan zwingen, weorban werden,
mortS mord, obbe oder, scebban schädigen, sibban seitdem, oder
ping, pri, tveorpan, oppe, (obpe), etc.
Anm. 2. Für b'tf steht AdF in north, mohtfe, mohtfa motte.
§ 200. Im germ. entsprach dem p nur eine stimmlose
Spirans, und dieselbe ausspräche ist auch für das ags. !S, p
ursprünglich vorauszusetzen. Doch ist es wol möglich, dass
bereits im ags. der ursprüngliche laut sich (wie im englischen)
in einen stimmlosen und einen stimmhaften gespalten hatte.
Der stimmhafte laut wird zwischen stimmhaften lauten einge-
treten sein (vgl. § 192, 2. 203). Dafür spricht 1) die Schreibung
der ältesten hss., mit dem inlautenden d, § 199, anm.; 2) die
bewahrung der gruppe Öd § 201, 5 und 405, 3; 3) der Über-
gang von /Ö in Id und 0/ in dl (mit stimmhafter ^ media),
§ 201, 2. 3.
§ 201. Bezüglich der Veränderungen des Ö gelten folgende
bestimmungen :
1) ft steht in grammatischem Wechsel mit d, § 234.
Anm. 1. d" ist charakteristisch für Ps. e'tSr ader, Ps. north, fremtüe
fremd, gegen ws. adr, fremde-, ähnlich begegnen etfcuide relatio Corp.,
etiwitia tadeln Lind., etfwitscype Wald, gewöhnlichem ed- entgegen.
2) altes Ip geht in Id über: beald kühn, feld feld, rvilde
wild, gold gold, hold hold, wuldor herrlichkeit, vgl. got. halps,
wilpeis, gulp etc. Nur in den ältesten quellen finden sich noch
einige /Ö; hcUtS, ohael&i, spilth Ep., balthhaeardi urk. a. 732,
halthhardi a. 740 etc. — Durch synkope entstandenes /& bleibt
dagegen unverändert: fielti fällt, gesSt^u glück, etc.
3) altes pl nach langem vocal ist im ws. stets zu dl
geworden : ädl krankheit, ndidl nadel, rvcbdla armer, midi gebiss,
fvidlan beschmutzen ; doch haben die ältesten anglischen denk-
mäler das 0/ noch öfter erhalten: naethl Ep., mtöl Corp., netil,
fvitSla Ps. (kein dl Ps.); das north, hat gewöhnlich ädl, nedl,
§ 201. Die dentale: ?f, fo. 85
widla neben seltenerem dbl, wibla, — Durch gynkope ent-
standenes bl dagegen bleibt tiberall, St^el erbgut (aus *6bü\
gen. ebles, Hrebel npr., gen. Hrebles, genibla feind, etc.
Anm. 2. Nach kurzem vocal ist &/ geblieben in dem poet. mcetfl
rede, mcetüan reden, neben matfelian; daneben zeigt sich ausfall des ?f
in mcbl, mcklan und stcölan fundare, sialwierde neben stätSol fundamentum,
statfelian fundare.
Anm. 3. In ähnlicher weise geht titn spätws. in dm über in den
flectierten formen von matfum kleinod, gen. mädmes, pl. mädmas, für
älteres mdtSmes, mätSmas, und in eadmöd demütig, für älteres e'atfmöd,
Anm. 4. üeber til, ?fm neben ws. tl, tm s. § 196, 2 und anm. 2.
4) tb und db werden zu tt, welches im auslaut und nach
consonanten vereinfacht wird: a) bcetie dass, für bcei be (auch
weniger streng zusammengehörige gruppen, wie bcettä, doettcet
aus bcet t5ä, bcet begegnen), Ut, il(t) fttr Hitb, *itb § 359, 3;
— b) eabmetto demut, ofermeito Übermut, weamitto wehmut,
lälteow flihrer^ hrytofta sponsalia, mitty während, gesyniu gesund-
heit, gescentu schände, verbalformen wie hit, hint § 359, 3, fttr
^eabmedbu (zu eabmöd demütig), Iddbeow, mid bp, *gesyndbu,
*gescendÖu (§ 255, 3), *bidti etc. Daneben begegnet auch ety-
mologische Schreibung wie lätpiotv^ lädteoiv, namentlich ist sie
das gewöhnliche wo t, d und Ö verschiedenen Wörtern ange-
hören. Erst in jüngeren denkmälern, wie Orrm., wird diese
Verschmelzung des aus- und anlauts regelmässiger bezeichnet.
5) bd (mit stimmhaftem b? § 200, 2) dagegen bleibt meist,
und geht erst spät in dd über, § 405, 3; 9Ö bleibt ebenfalls
und wird nur eventuell im auslaut nach § 231 vereinfacht:
cybb, c^b geschlecht, gen. ci/bbe, l<Bbb{u) beleidigung, aus
*kunpipa, *laipipa u. s. w.
6) sÖ wird zu st, woneben in etymologischer Schreibung
oft sb erscheint; so im verbum, ciestf wiext neben cies6, rviexb
§ 359, 6; in abstractis auf -Öw, wie mete-, receliestu speise-,
ruchlosigkeit ; auch beim zusammentritt von auslautendem s
mit anlautendem 5 in der 2. sg. des verbs, wie hilpestu, hafasiu
(aus hilpes bu, hafas Öm), woraus dann die jüngeren formen
der 2. sg. auf -st abstrahiert wurden (§ 357).
Anm. 5. üeber ws. $t5 aus altem st s. § 196, 1.
7) bs bleibt öfter in hlibs freude, blibsian freuen, Itös
Sanftheit (was vielleicht nur etymologische Schreibung ist),
86 § 202—205. Die dentale: s, z.
geht aber gewöhnlich in ss über, hliss, hlissian, Uss (mit kurzem
voeal?), ebenso crvist (crvist?) aus cwibest, cwibst,
s.
§ 202. s ist einer der häufigsten laute des ags. und steht
in allen stellen des wertes, auch geminieii;, z. b. simu söhn,
sittan sitzen, sceal soll, sprecan sprechen, stondan stehen, shepan
schlafen, smcel klein, snoilor weise, swellan sterben; in- und
auslautend ceosan wählen, 7vesan sein, fisc fisch, ^lesl gast, cosp
fessel, cyssan küssen, assa esel etc. Mit vorausgehendem c,
h wird es zu x, s. § 209. 221, 2.
§ 203. Der klang des germ. s war nur der eines stimm-
losen dentalen Spiranten, und so war auch das ags. s anfäng-
lich sicher nur stimmlos, da das germ. stimmhafte z zw. r ge-
worden oder abgefallen war (§ 181 f.). Indessen ist vielleicht
bereits ags. zum teil zwischen stimmhaften lauten die neuengl.
erweichung zur stimmhaften spirans (franz. engl, z) eingetreten,
vgl. praeterita wie Hesde, rcesde zu liesan, rcesan, gegen ctjste
von cyssan § 405, 2, und § 200, doch auch § 198, 4.
§ 204. An besonderheiten über das s sind zu merken :
1) ^ steht im grammatischen Wechsel mit r, § 234.
2) Ueber die gruppen st und ss aus dental+r s. § 232;
über sl aus st5 § 201, 6, sb aus st § 196, ss aus sr § 180, aus
ÖS § 201, 7; über sclj scn, scm für sl, sn, sm § 210, 1.
3) Die gruppen sc und sp erfahren oft, bes. spätws. und
wieder bes. im inlaute, metathesis zu es {hs), gewöhnlich ^r,
und ps: äscian fragen, wascan waschen, asce asche, fiscas fische,
tuscas stosszähne, lauten auch äcsian, ahsian, dxian, tvaxan,
axe, fixas, tüxas; so auch betwux zwischen, § 329, mtcxle
muschel u. ä.; ferner cosp und cops fessel, cesp und ceps espe,
fvlisp und wlips stammelnd, cirpsian crispare(vgL § 179).
z.
§ 205. Der laut des deutschen z ist dem germanischen
fremd; er erscheint daher im ags. nur a) in fremdwörtern oder
b) wo durch vocalsynkope t, d {b) + s zusammengetreten sind.
Seine gewöhnlichste bezeichnung ist ts: a) Atsur npr. (altn.
Ozurr), dracentse dracontia, palentse pfalz, yntse uncia ; b) bryt-
sena pl. brocken (zu hreotan § 384), hetsta beste, miltSy gitsian^
§ 205. Die dentale: z. § 206. Die gutturale und palatale. 87
hletsian, hitsl, Imtst, hmtst, stmtst etc. § 198, 4; seltener ds,
Adsur, yndse, namentlich in etymologischer Schreibung, wie
milds, gidsian etc. § 198, 4.
Anm. 1. Sehr selten ist z: Azur, draconze, spatws. bezt, milze,
north, hcezere täufer (aus HmtSsere), ferner dz: Ädzur, north. Icedzere,
endlich auch.c: ynce, north, picece Strasse (aus \&tpla(ea; auch vor gutt.
vocal, dat. plcecum, neben pl. ploetsa R*), bcecere.
Anm. 2. Nach den consonanton n, l geht is Öfter, besonders
später, in s über: ynse, dra^ense, namentlich oft in den flexion, binsl,
stensl, weist, § 198, 4. 359, 2. Nach vocalen so nur north. di2X,pl(ßsum R*.
3) Gutturale und palatale.
§ 206. Allgemeines. Die zeichen c {k, q), ^, h, (x)
drücken im ags. sowol gutturale als palatale laute aus. Die
letztere klasse von lauten scheint dem germ. im allgemeinen
noch fremd gewesen zu sein; dasselbe besass nur eine guttu-
rale tenuis k, eine stimmlose Spirans h (den deutschen acÄ-laut),
eine stimmhafte spirans g und vielleicht eine stimmhafte media
g in gewissen fällen.
Das ags. hat diese laute zunächst unverändert übernommen;
insbesondere war das inlautende h noch guttural, wie aus dem
eintritt der brechung § 82 flf. hervorgeht; auch c, g hindern
wenigstens den eintritt des w-umlauts nicht (§ 106, 2. 107, 1. 162, 1),
was bei palataler ausspräche unwahrscheinlich wäre. Allmäh-
lich aber ist ein teil der ursprünglichen gutturale zu palatalen
geworden, und diese haben ihrerseits wieder in eigentümlicher
weise auf ihre nachbarschaft eingewirkt. Die wichtigsten fälle
der ai*t sind:
1) Anlautende c, g wurden palatal vor den primären
palatalvocalen ce, de (= germ. e, lat. ä), e, eo, ea, eo, i, i und
deren /-umlauten e, <b, ie, ie (unfestem /, y, i, y), bleiben aber
guttural vor den gutturalen vocalen a, ä, (g, o), o, ö, u, ü, und
deren /-umlauten d, e, e, {ce, ce), y, il, %^ anm., sowie vor
consonanten; daher ihre diphthongierende Wirkung auf die
primären palatalvocale und deren umlaute, aber nicht auf
die übrigen vocale, § 74 — 76, 1.
2) Anlautendes sc zeigt überhaupt neigung zur palatalisie-
rung ohne rücksicht auf den folgenden vocal, s. § 76, 2.
3) Anlautendes h ist zum blossen hauch geworden und
unterliegt keiner deutlich hervoi-tretenden Veränderung.
88 § 206. Die gutturale und palatale.
4) h im auslaiit und in den Verbindungen hh, ht und x
= hs. wird im Ps. und north, stets palatal, wie der palatal-
umlaut ausweist, § 162. Im ws. erstreckt sicli die palatalwir-
kung weniger weit, s. § 101.
5) Inlautende c, g erleiden ebenfalls eine Verschiebung
ihrer articulationsstelle nach der palatalen seite. Daher ver-
hindern sie im ws. den eintritt des w-umlauts von a, e, i
§ 105 flf. (resp. erzeugen palatalumlaut von io zu i § 107, 2);
über ihre Wirkung im Ps. und north, s. § 162. Diese Verschie-
bung ist aber noch nicht einer völligen palatalisierung oder
mouillierung (Phonetik^ s. 164 flf.). gleichzusetzen; denn die ein-
fachen inlautenden c, ^ werden sowol in der späteren laut-
entwickelung wie in der ags. schrift (s. unten 6) von den wirk-
lich mouillierten c, g vor altem /, j geschieden. Man kann
daher die ersteren vielleicht genauer als halbpalatale c, ^
bezeichnen.
6) Inlautende c, g (einschliesslich der Verdoppelungen cc
und cg § 207. 216) vor altem /, j werden (wie anlautende
Cj g oben 1) zu echten palatalen und behalten diesen Charakter
auch nach dem schwinden des j (§ 177). Zum ausdruck des-
selben wird vor a, o häufig ein e (selten i) eingeschoben:
meceas, mecea § 246, secean, reccean, t^encean § 407; fylgean
§ 417, anm. 6; Ucgean, § 372, secgean § 415 neben mecas, jneca,
secarij reccan, ^encan, fylgf^n, Ucgan, secgan; menij,eo, strengeo,
Zefylceo, -cio § 246, andfen:geost neben menigo, strengo, s^fylco,
andfengost. Vor u wird in gleicher weise bisweilen i einge-
schoben; ecium, drencium, dryggium neben ecum, dreyicum, dry-
gum etc. — Nach sc findet eine solche einschiebung nur selten
statt, flcescea gen. pl. von flcesc fleisc, § 267, a, mscean gen.
dat. acc. sg. von cßsce verlangen (zu § 278, grundform *aiskjd;
über formen wie mennescea s. § 76, anm. 4).
Anm. 1. Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 132, sieht in den e, i vielmehr
ein erhaltenes j, als nur ein graphisches hülfszeichen. Dagegen spricht
jedoch das grosse schwanken in der Setzung derselben.
Anm. 2. Das deutlichste kriterium ftir volle palatalisierung bei c
ist der spätere Übergang des c in ch; vgl. flir den anlaut z. b. engl, chaff,
cheap, chu7i, cherv, child, chill, clieese = ags. ceaf, ceap, ceorl, ceowan,
cild, ciele {cyle)^ ciese {cyse), aber key, Kent, keel, keen, kin, king,
kiss = ags. cdegy Cent, ce'lan, ce'ne, cyn, cynitig, cyssan etc.; flir den
inlaut (bei mouiliierung durch i, j) z. b. richy reach, teach = ags. rice,
§ 207—210. Die gutturale: c (Ar, q, x\ 89
raceaji, itvceati; seltener ist ch nach i, wie in which, such, raittelengl. ich,
adv. -lieh u. dgl. Weniger deutlich bei ^, sc; doch beachte man , dass dem
ags. cg aus gj (§ 216. 227) engl, stets dge entspricht, bridge, hedge = ags.
brycg, hecg u. s. f.
Anm. 3. Dass das echt palatale c, cc bereits im ags. eine dem
heutigen engl, ch ähnliche ausspräche hatte, lehren die formen orceard,
feccean etc. § 196, 3.
c (k, q; X).
§ 207. c ist das zeichen für die gutturale und pala-
tale tenuis. Es steht vor allen voealen, auch e, i, y: casere
keiser, cosp fessel, cwö bekannt, wie cennan zeugen, ceald kalt,
ceosan wählen, cild kind, cynn geschlecht; inlautend sacaii
streiten, srvicol betrügerisch, sacu streit, cecer acker, höcihte
hakig; auch geminiert, soec, scecces sack, Öeccan decken, etc.
Anm. 1. Ueber cm s. § 208, über et für hi § 221, anm. 1, über ce,
ci zum ausdruck des palatalen c § 206, 6.
Anm. 2. Hie und da setzen die hss. (sehr häufig z. b. Rushw.*) k
für c: kennan, ke'ne, kneo, folkes, cecker, giok, auch ck fiir cc: tficke,
Einigcrmassen häufiger findet sich dies k ws. vor y oder dem daraus
entstandenen i (§31), kynn, kyning, kyne- in compositis (auch kiningj
king), für cynn etc. (so schon öfter in Cura past.). Vielleicht soll das k
den gutturalen laut andeuten (§ 206, 1).
§ 208. Der laut des lat. qu wird meist durch cw^ in alten
quellen auch oft durch cu ausgedrückt, cweöan, cwic, cwömon,
alt cuet5an, cuiCj cudmun\ nur selten steht dafür in den ältesten
texten latinisierend qu, z. b. quidu Ep., quoenÖryÖ urk. a. 811
(ziemlich oft in Corp.)
§ 209. Für CS (welches erst durch synkope eines vocals,
oder durch metathese aus sc entsteht) wird meist x geschrieben :
rixian herschen, cex axt; äxian fragen, axe asche (§ 204, 3),
heirveox zwischen (§ 329) für und z. t. neben ricsian (ahd. richlsön),
äcsian etc.
Anm. Aussera; und es (letzteres ist besonders geläufig in Wörtern
wie ricsian wegen ihres Zusammenhangs mit rice etc.) begegnen noch
verschiedene Variationen der Orthographie: ex, hx, xs, exs, hxs, hs:
riexian, ähxian, axse, anexsumnys, ähxsian, ähsian, rihsian, sehr selten
gs, wie ägsian\ vgl. übrigens § 221, anm. 3.
§ 210. An Unregelmässigkeiten sind in beziehung auf
das c noch zu verzeichnen:
1) Gelegentlich wird c in die lautgruppen sl, sm, sn ein-
geschoben: sclät Corp. 433, scleacnes, asclacad k. gl. 694. 696,
90 §210—212. Die gutturale: c (k, g, x); g,
scmegende Ps. 118, 129, scnicendan Cura past. 155, 17, scluncoii
Ep. AI. 320, sclep Gen. marg., etc.
2) Vor den personalendungen der 2. 3. sg. ind. praes.
si und Ö geht h spätws. oft in h ttber, tcehst, ttehb u. s. w. für
t(ecsi, i(ßct5, § 359; so auch spätws. leahtün (north, lehtüii)
garten, für leactün.
3) Auslautendes c geht north, öfter in h (ch, auch ^ ge-
schrieben) über (Bouterwek, North, ev. cxxxviii. cxl), besonders
in der partikel ah aber, und den pronominibus ih (enklitisch
auch ig, wie scbgdig, forgeldig für sosgde ic, forgeldo ic\ meh
(mech), Öeh, üsih {üslch^ üsig), iuih (iuh) § 332; ah für ac be-
gegnet auch ausserhalb des northumbrischen.
4) Inlautend wird north, öfter ch für c geschrieben: folches,
werces, wlonches, swmche, stenches R^ (Bouterwek, North,
ev. cxxxviii).
Anm. Uebcr c fiir ^ s. § 215, über Wechsel von cc mit hh vgl.
§ 220, anm. 2.
Z-
§ 211. Abgesehen von seiner geltung als halbvocal J
§ 175, 2 drückt das zeichen g auch nocli einen guttural- resp.
Palatallaut aus, welcher etymologisch dem got. g entspricht.
Daraus dass dieser laut im ags. mit g = j alliterieil;, und
dass er gelegentlich mity und ä wechselt, darf man schliessen,
dass er im allgemeinen als spirans, nicht als media aufzu-
fassen ist.
§ 212. Im anlaut ist das ^/gutturale spirans in den
§ 206, 1 bezeichneten fällen: gaian singen, g^a^^ geist, ^öW gold»
guma mann, gylden golden, glced froh, gnorn trauer, grafan
graben; auch wol vor erhaltenem öp, wie in cetgcedere zusammen
(§ 75, anm. 1); dagegei^ palatale spirans vor e, ea, eo, i, ie:
geldan, geaf gab, geafon gaben, geoian giessen, giß gäbe,
gieldan gelten, u. s. w.
Anm. 1. Uebergang in^ zeigt iarwän Rushw.* = ws. gierwan, north.
gearwia § 408, 1 ; ebenso kent. aeihiliaeardi urk. a. 732, eaniardi a. 778,
cetSelieard a. 805 für -geard, u. ä. Auch in jüngeren texton kehrt i für g
bisweilen wieder, wie in iemung, bitonz, ieield gl. fiir ge'mung hochzeit,
bigong begang, geteld zeit, etc.
Anm. 2. In späten texten fehlt öfter das g vor ea und eo: ealla,
eador, e'aglas, eorn, eogotS, eoce fiir gealla gallo, geador zusammen,
geaglas kiefer, georn gern, geogotS Jugend, geoce hülfe. Spatkent«
§ 212—214. Die gutturale: ^. 91
erscheint umgekehrt bisweilen ein ^ vor ea, eo zugesetzt, ^earfotie,
^e'atfe, ^eornesi, ä^eode, ful^e'ode für earfotSe beschwerlich, eatSc leicht,
eornest ernst, äcode gieng, fuleode half (so schon altkent. im namen
ge'anberht urk. a. 781). Beide erscheinungen erklären sich wol daraus,
dass nach der accentverschiebung in ea, eo, § 34, anm., diese diphthonge
im anlaut wie gea, geo gesprochen wurden und also mit altem gea, geo
zusammenfielen.
§ 213. Im in- und auslaut nach vocalen und r, /
wechselt die ausspräche zwischen gutt. und pal. spirans nach
massgabe von §206, 5. 6: regn regen, rignan regnen, dcegcs
tages, lagii meer, drög zog, heorgan bergen, belgan zürnen,
lieber ge für palatales ^ s. § 206, 6.
Anm. Für g nach r, l wird nicht selten, namentlich in jüngeren
texten, ig geschrieben, wenn einy, i oder e vorhergeht, hyrig § 284, dihyligtS
zom, myrigti, mirigtS, freude, für hyrg, dbylgtü, myrgti u.a., auch im
innem des Wortes, wie fyligan folgen, rvyrigan verfluchen, merigen
morgen, für fylgan^ rvyrgan, mergen (vgl. auch §214, 2. 4flf.). Selten
wird ein u eingeschoben, wenn ein u vorausgeht, burug für bürg § 284.
§ 214. Der spirantische character des g in diesen Stel-
lungen ergiebt sich aus folgenden Veränderungen:
1) Nach langen gutturalen vocalen oder r, l wird g im
auslaut in jüngeren texten mehr oder weniger regelmässig zu
h: gcnöh genug, heah ring, stäh stieg; heorh berg, hurh bürg,
sorh sorge, bealh zürnte, für genög, beag, stäg, beorg, bürg,
sorg, bealg; ebenso, und zwar ohne beschränkung auf die gut-
turalen vocale, vor stimmlosen consonanten mit denen es durch
Synkope zusammentritt: stihst steigst, slihti steigt, yrhtio feig-
heit, für sügst, stigt5, yrgbo. Den älteren quellen fehlt dieser
Übergang mehr oder weniger (ganz z. b. in Ps.)
Anm. 1. Nach langem palatalvocal erscheint auslautendes A äusserst
selten, wie in s(ih steige, be'h bog, für siig, beag (§ 101, 2). Etwas häufiger
ist h nach kurzem vocal, wie weh wiege, imp., wceh wog, üllah friedloser,
getoh das ziehen, comp, wie lahbryce, -slile gesetzbruch, hohmöd sorgen-
voll, hohful eingedenk; north, namentlich in unbetonter silbe, wie in
tSritih, sextih, suinnih für tSritig, sexUg, synnig.
Anm. 2. Seltener findet sich das h im silbenauslaut vor stimmhaften
consonanten, also in formen wie dhnian besitzen, nhloBca unhold, dihlan
verbergen, ^\ix ägnian, äglceca, diglan; noch seltener nach kurzem vocal,
wie in fahnian sich freuen , fuhlas pl. vögel statt fagnian, fuglas,
Anm. 3. Nur wenige texte (wie Boeth.) gebrauchen h auch für g
zwischen vocalen: dahum, mahan, heretoha für dagum, magan, -toga
92 § 214. Die gutturale: ^.
Anm. 4. h-\-^ wird öfter zu hh assimiliert in dem späteren und
north, nehhebür (auch nehche-, nechebür) und ableitungen für ne'ah-
^ebür etc.
Anm. 5. Als vermittelnde Schreibung begegnet hie und da auch
^h: bö^h bng, hndgh neigte, slögh schlug, dea^hian färben, iöto^hen
zerreissen, oder h^: slähg stieg, tfwöh^ wusch, wihga kämpfer, onwrihgen
enthüllt, bre'hge dat. braue, dih^lum dat. finster, auch nach /, wie on-
wealh^e pl. integri, und öfter nach r: burhg bürg, pl. gen. burh^a,
sorh^ian sorgen etc. — Nicht zu verwechseln mit diesen ^h ist das feste
^h in aghwilc, ce^hwcetSer u. ä. aus *ä'gi'hwilc etc.
Anm. 6. Ueber auslautendes ^ für Ä s. § 223, anm. 1.
Zu unterscheiden ist dieser Wechsel von ^ und h von dem
grammatischen Wechsel dieser beiden laute, ttber den § 233 f.
zu vergleichen ist.
2) Silbenauslautendes ^ nach palatalen vocalen geht zu-
weilen in i ttber. Dieser ttbergang ist speciell kentisch und
ein hauptmerkmal dieses dialektes. So schon ^rei, bodei Ep.,
meihanda urk. a. 831, eihrvelc, deimund a. 832, dei a. 837, me/&-
häd k. gl. etc. für bode^, meg, eg-, de^-, megbhdd. In ähnlicher
weise findet sich auch spätws. oft ig für g: tveig, dceig, mceig etc.
für weg, dceg, mceg u. ä.
3) g nach palatalen vocalen schwindet oft vor d, (Ö), n
unter dehnung des vorausgehenden vocals: mceden Jungfrau,
s^de, gesdd § 416, anm. 3, lede, geled § 401, bredan schwingen,
siredan zerstreuen, § 389, -hpdig -gesinnt, für soegde, legde,
bregdan, stregdan, -hygdig etc.; titiian gewähren für tigbia7i;
tSenian dienen, t^inen dienerin, frinän erfahren, rinan regnen,
für Öegnian, bignen, frignan, rignan. Auch vor ursprünglich
silbenbildendem n findet sich diese synkope, w<ßn wagen, ren
regen, t5in diener, für rvcegn, reg;n, begn (doch sind diese formen
wol erst nach analogie der mehrsilbigen wie gen. rvdnes, renes,
t5enes entstanden.) Erst später begegnet auch hie und da
Synkope vor /, wie sn&l für sndgl Schnecke.
Anm. 7. Fast ausnahmslos herscht die ktirzung in ws. ongean
wieder, tögeanes entgegen (nur einmal noch ongeagn Cura past. H); Ps.
hat nur ongegn, das north, meist ongcegn, tögcegnes, selten ongcßn\ die
poesie schwankt zwischen onge'an und ongegn, tögeanes und tögegtics,
Anm. 8. Nach gutturalem ^vocal fehlt g in frunon, gefrunen zu
frinan, und brudon, broden, stroden zu bredan^ siredan § 389, aber
vielleicht wieder nur in anlehnung an die praesensformen mit palatalem
vocal. Ebenso ist frän sicher nur neubildung nach dem präs. frinan»
§ 214—215. Die gutturale: g, 93
Anm. 9. In unbetonter silbe schwindet g vor n und / in holen
neben holegn Stechpalme, und finul, finule neben seltenem altem finugl,
finuglce fenchel.
Anm. 10. Zwischen consonanten fällt g aus in momes, morne {merne)
gen. dat. sg. zu morgen morgen.
4) ige (aus igi) wird öfter zu i contrahiert: ü igel, silhear-
wan Aethiopes, list, Üb liegst, liegt, geüre ehebrueh, für igel,
sigel-, ligest, ligeö, geligere; so auch stöe sense, aus *sigiÖe.
5) Die endung -ig verliert häufig ihr g, zuerst im inlaut,
wie syndrie, hefie, hungrie für syndrige, hefige, hungrige; menio
für menigo menge; aber auch auslautend, ^i, mcenifold, dysi
(häufig in jüngeren texten) und selbst in betonter silbe, wie
drie trocken, dat. drium etc., äflian vertreiben, für drige, dryge
(§ 31, anm.), äfligan, äfliegan.
Anm. 11. Ebenso wird oft das ig aus g §213, anm., behandelt:
fylian, wyrian, merien, auch vor consonanten, praes. sg. 3. fyli^, praet.
fylide etc.
6) Ebenso wird -ig als erstes glied von compositis bis-
weilen zu i verkürzt; stiräp Steigbügel, stiwita, stiward haus-
meister, swilima conticinium, aus stigrdp, -rvita, -weard, swigtima,
7) Anlautendes g vor ea, eo wird bisweilen in späteren
texten ausgelassen: ealla galle etc., § 212, anm. 2; fast regel-
mässig begegnen so spätws. middaneard weit, wineard Weinberg,
für middan-, wingeard.
8) Nach u wechselt g spätws. bisweilen mit w, namentlich
in suwian schweigen, adrüwian vertrocknen, für s{rv)ugian,
ädrügian; nach o desgleichen in geswdrvung ohnmacht, neben
gesrvdgen ohnmächtig.
§ 215. Die Verbindung ng erhält ihr g unverändert; nur
tritt im auslaut dafür (und zwar schon sehr früh) öfter -nc,
-ncg, -ngc ein, z. b. uuihtherinc urk. a. 811, cymesinc a. 822,
theodningc a. 779, casincg, cillincg a. 814, seleherhtingclond
a. 814, und dieses c etc. dringt auch in den inlaut, simduncga^
gesomnuncgae urk. a. 805 — 831, auch egg, geddincggum a. 825
(north, beispiele bei Bouterwek, North, ev. cxxxvni).
Auch inlautendes ng wird vor stimmlosen consonanten öfter
zu 7ic: hrinct5 bringt, sprinctS springt, slrencö stärke, lencten
frühliog, ancsum {anocuni) bedrängt, für bringt^, streng, l engten
(und lenten Ps.), ongswn.
94 § 215—217. Die gutturale: ^; h (x).
Anm. 1. Dass auch da wo in solchem falle ng geschrieben wird,
die ausspräche doch nc war, scheint daraus hervorzugehen, dass auch für
altes nc in dieser Stellung bisweilen n^ gesetzt wird: drin^ti trinkt,
tSiu^ti dünkt, tfengtS denkt, stingtü stinkt, für drinctS etc.
Es ist hieraus zu schliessen , dass das ^ in der gruppe ng
die gutturale media bezeichnete.
Anm. 2. Aehnlich ist durch synkope zusammengetretenes Z+g' zu
ic geworden in den öfter begegnenden crceflca handwerker (auch crcefca,
und mit secundärem mittelvocal crceftica) neben crcBfl^a, von crceftig
adj. kunstreich.
§ 216. Für geminiertes g steht cg, welches im auslaut
nicht vereinfacht wird (§ 231); vor a (o) auch oft cgCj vor ti
selten cgi, da cg fast stets aus gj erwachsen ist (vgl. § 227):
secg mann, hrycg lücken, gen. sg. secges, hrycges, nom. pl.
secg{e)as, gen. secg{e)a, dat. secgufn (secgium); ferner verba wie
secg(e)an sagen, iicg(e)an liegen etc.
Als ausspräche der gruppe cg ist nach der Orthographie
und der späteren lautentwickelung wenigstens ursprünglich
die als geminierte palatale media anzusetzen (doch vgl. anm. 3).
Anm. 1. Selten steht, meist nur in älteren hss., inlautend g^^, auch
wol gc oder gcg: hrygge dat. sg., hyggean denken, seggan, segcan
und segcgan u. dgl.; häufiger ist egg, namentlich in älteren ws. hand-
schriften.
Anm. 2. Nur in wenigen Wörtern ist doppel -g nicht aus gj er-
wachsen; in diesen wird meist gg, nicht cg, geschrieben: dogga hund,
frogga frosch, hogcian imminere, flocgian emicare, floggellan fluctuare,
clugge glocke, sugga bachstelze; auch sceacga coma, e'arrvicga ohrwurm.
Es ist zu vermuten, dass diese Schreibung die gutturale ausspräche
dieser gg gegenüber den palatalen cg andeuten soll.
Anm. 3. Aus dg ist entstanden das cg des erst ziemlich spät be-
legten micgern fett, flir *midgern, ahd. mUligarni, Dieser Übergang setzt
für seine zeit eine ausspräche des cg als dz voraus, vgl. § 210, 3.
h(x).
§ 217. Anlautendes h ist einfacher hauch. Es steht
unbeschränkt vor vocalen, ausserdem in den Verbindungen hl,
hr, hn, hw, die vielleicht nur als stimmlose /, r, n, ?v, aufzufassen
sind (wie engl. ?vh): hläf brod, hliehhan lachen, hrcefn rabe,
hring ring, hnigan neigen, h^iiitu nuss, htvcel was, hwil weiss.
Anlautendes h schwindet in nahhan aus ne hahhan § 416,
anm. 2 (so auch north, hooflic neben hehoflic notwendig), und
später sehr gewöhnlich im zweiten gliede zusammengesetzter
§ 217—219. Die gutturale: Ä. 95
eigennamen, wie Waldere und später oft Aelfere, Aelfelm,
Ealdelm für Aelfhere, Aelfhelm, Ealdhelm etc.
Anm. 1. Bisweilen fehlt ausserdem anlautendes h in älteren hss.»
cefde, Tvcei, rin^ für hcefde, hwoet, hrin^ und umgekehrt wird bisweilen
ein h vorgesetzt, hierre, kcemete^, hläreow flir ierre, cemeteg, Idre'ow,
(WS. beispiele bei Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 130, north, bei Bouterwek, North,
ev. cxL f.). Wirkliches schwanken der ausspräche herscht jedoch nur
bei dem verbum hweorfan und ableitungen, und häufiger bei hrceti schnell
adv. hratfe, welche sowohl mit h als mit w resp. r alliterieren (vgl. Rieger,
Verskunst 9).
Anm. 2. In einigen jüngeren texten beginnt das h vor consonanten
zu schwinden, läford, ring, real, für hläford, hring, hrSat Vereinzelt
triflft man auch auf Schreibungen wie wkcet, gewhcede, rhigge, für hfvcety
gehrvcede, hrycge.
Anm. 3. Als name für das h begegnet in einem aiphabet des
1 1 . jahrh. ache, Wanley, Catalog, p. 247.
§ 218. Inlautendes einfaches h und altps htv vor
vocalen schwindet. Geht dem h ein consonant voraus, so wird
bei dem ausfalle des h der vorhergehende vocal gedehnt:
feorh, mearh, gen. feores, meares u. ä., § 242, mearh, gen. sneare
§ 256, 4; 'filhti inf. -feolan § 387. Nur ausnahmsweise er-
scheint auch kürze, wie feores, wahrscheinlich durch anlehnung
an feorh, oder }^yrel loch, neben pyrel, aus Pijrel — pyrles
für *pyrhil — *pyrhles.
Anm. 1. Ebenso sind behandelt die ursprünglichen composita drei
kämpf, nebst ableitungen, und önettan anreizen, §43, anm. 4; doch be-
gegnen vereinzelt auch formen wie orrettan, orretscipe,
Anm. 2. Auf erhaltung der kürze weisen einige flexionsformen,
wie moru möhre, § 278, tSweoru nom. sg. f. und nom. acc. pl. n. zu
tirveorh quer, § 295, auch das verbum tSrvyrian für *t5rveorhjan § 400.
Treten durch den ausfall des h vocale zusammen, so erfolgt
meist contraction (§ 110 ff. 166): feoh^ gen. feos § 242, heah,
pl. hea § 295, anm. 1 etc.; vgl. ferner die verba contracta § 373,
wie seon sehen, got. saihwan, und vieles ähnliche.
Anm. 3. In den ältesten texten wie Ep. ist das k noch oft erhalten,
ihöhae, rvlöhum, ryhae, furhum = ws. tSö, ivlö{u)m, räo, furum. Dagegen
liegen in späten formen wie horhihte schmutzig, neben älterem horwehle
neubildungen vor (nach nom. horh § 242, anm. 4). Auffallend ist north.
genehwia nähern.
§ 219. Dagegen ist inlautendes h im allgemeinen in der
gemination und vor stimmlosen consonanten erhalten
und hier wahrscheinlich als gutturale resp. palatale spirans, wie
deutsches ch in ach und ich, zu sprechen.
96 § 220—221. Die gutturale: Ä.
§ 220. Geminiertes hh ist nicht häufig: geneahhe eifrig,
seohhe seihe, ieoh, gen. teohhe reihenfolge, teohhian anordnen,
Qi)reohhe ein fisch, fannus, geohhol julmonat (neben g^oia),
c{e)ahhettan krächzen, cohheitan husten, tvuhhung wut, pohha
tasche, crohha krug, scocha lenocinium Ep., hliehhan § 392, 4,
north, cehher § 289, toehher zähre.
Anm. 1. Die hss. setzen nicht selten einfaches h statt hh, geneahe,
^eohol, eher, hreohe, rvuhun^, hlihan, auch wol ch, hreoche (Aelfr.
gr. 308, 6), und namentlich in der älteren zeit oft hch, aehcha urk.
a. 700 — 715, teo(h)chian, pohcha Cura past.
Anm. 2. Neben pohha und crohha begegnen auch (namentlich
anglisch?) die formen pocca und crocca; zu scocha vgl. scucca Verführer.
§ 221. Die alten Verbindungen ht (§ 232) und hs bleiben
meist erhalten:
1) ht ist häufig, eahta acht, rieht recht, t^öhte dachte, und
ähnliche praeterita § 407, heorht glänzend, etc.
Anm. 1. Die ältesten quellen setzen oft latinisierend et für ht:
ambect, gifect, uuyrcta Ep., mcecti, dryctin Caedm., daneben cht: am-
bechtae, sochiae Ep., und htt, cyniherhttae urk. a. 736, eanherhitae a.
755 — 757, almechtti^ Ruthw. Doch lässt sich auch einfaches ht schon zu
beginn des 8. jahrh. aus den urk. belegen. Sehr späte texte führen ver-
einzelt wieder cht ein, tcechte lehrte, celmichtig allmächtig, etc., auch
trifft man vereinzelt gt, wie for^lian fürchten.
lieber den Wechsel von ht und et in praeteritis wie tSrycte und
tSryhte s. § 407, b;
Anm. 2. Gelegentlich fällt das h aus, namentlich nach r, fortian,
wyrta für forhtian, wyrhta,
2) Für altes hs wird x geschrieben, feax haar, 7veaxan,
wachsen, meox mist, siex sechs, wrixlan wechseln, oxa ochse,
öxn achselhöhle, zu got. fahs, wahsjan, maihstus etc.
Ausgefallen ist das h in neosian heimsuchen (got. niuhsjan),
tSisl, bisle deichsei (neben altem t^ixl Erf. Corp.; ahd. dthsila),
woesma, rvcestm Wachstum (zu rveaxan), north, sesla, seisla der
sechste.
Anm. 3. Auch Tvlx x = hs begegnen die für a: = <7^ § 209, anm.
besprochenen Variationen der Schreibung wie hx, xs, hs, z. b. rveahxan,
praes. 3. sg. rvihxti, praet. rve'ohx; meohx) oxsa, rveahsan etc.
Anm. 4. Auch hs, das erst durch vocalsynkope entstanden ist,
§ 222, 1, wird öfter durch x ausgedrückt: syxt {syxst etc.) du siehst, für
siehst, § 374, namentlich begegnet so ziemlich oft spätws. nexta der
nächste, § 313.
§222—223. Die gutturale: ^ 97
§ 222. 1) Ausserdem erhält sieh im ws. und kent. das
h (= altem h und hw) wenn durch vocalsynkope ein stimm-
loser consonant dahinter tritt. Die hauptfälle sind die Super-
lative wie hiehsta, niehsta § 310, die abstraeta auf -Öw, wie
hiehbu höhe, fc&ht^u feindschaft § 255, 3, und die 2. 3. sg. ind.
praes. der verba contracta wie /ehsiy fehb von fön (got. fähan),
siehst, siehö von seon, got. saihwan^ § 374. Erst spät fällt das
h hier bisweilen nach r aus: ferb leben, statt /erÄÖ.
2) Dagegen schwindet das h zwischen vocal und stimm-
haftem consonanten, namentlich /, r, m, n: t5weäl bad (got.
pwahl), fleam flucht (zu fleon § 384, got. piiuhan), leoma licht
(zu got. liuhap), ymest der oberste (got. auhmüts), Imne ver-
gänglich (alts. lehni)^ betweonum zwischen (zu got. trveihnai);
vgl. femer die flexion der adjectiva auf h, wie tvöh § 295,
anm. 1: acc. sg. m. wörie, gen. dat. sg. f wöre, gen. pl. rvöra
für wdhne etc.; compar. hiera zu heah § 307 u. s.w.
Anm. 1. Dieselbe erscheinung findet sich oft auch bei compositis,
vgl. z. b. bildungen wie he'alic hoch, gemalte ungestüm, ne'alic nahe,
nealäcean nahen, ple'olic gefährlich, iölic zähe, rvölic böse, zu heah,
gemäh, neah, pleoh, töh, ivöh\ e'orisc binse, e'orod reiterei, Eomcsr npr.,
zu eoh pferd; he'anis höhe, zu heah; äwer, öwer § 321, anm. 2, äwt^er,
örvtSer § 346, zu hwcer, hwcetfer; Pleorvald npr. zu pleoh; Heaberhi npr.
headeor, heador hirsch, zu heah\ ähnlich rädor iuvenca, aus rähdeor;
WS. tviobud, weohud altar (weiter verändert weofud) für *tviohbed (Ps.
north. Tvibed füi*wihbed mit palatalumlaut § 164, 3; daneben north, wigbed),
— Vor f begegnet dieselbe ausstossung in heafre, -u, aus heahfore,
'U, north, hehfaro junge kuh.
Anm. 2. Bei hSah findet sich häufig Verdoppelung des n, r bei
ausfall des h, acc. he'anne^ comp, heannis, gen. pl. hearra, compar.
hierra § 307.
Anm. 3. Nicht selten wird in etymologisch durchsichtigen formen
das h durch analogiebildung wiederhergestellt, vgl. formen wie heahne,
hiehra, he'ahnis u. dgl.
Anm. 4. Die ältesten texte zeigen auch in dieser Stellung das h
noch einige male erhalten, thuachl Ep., tShuehl Corp., biiuichn Erf.
Anm. 5. (Zu § 222, 1 und 2). Ueber teilweise abweichendes ver-
halten des Ps. und north, s. § 166, 5.
§ 223. Durchgehends erhalten bleibt endlich das h im
aus laut: feoh vieh, geld, heah hoch, tvöh böse, ruh rau«h;
teoh zieh; nach consonanten sulh pflüg, Wealh Wälscher, feorh
leben, furh furche. Ebenso h flir altes hw, wie in seah sah,
Sievcrs, Angelsäobs. grainmatik. 2. ttxxVi. 7
98 § 223. h. § 224—225. Allgemeines über die consonanten.
got. sahw, etc. Erst in späteren texten finden sieh auch formen
wie siU, Weal (oder sül, Wiall), die nach dem muster der
mehrsilbigen formen, § 218, gebildet sind.
Anm. 1. In den ältesten quellen steht hier öfter ch, z. b. t(h)rüch,
iöch, elchi salch, thorch Ep.; später hie und da ^ (vgl. § 214, 1), wie
feorg, hor^, mearg, purg ftir feorli, kork, mearh, tSurh.
Anm. 2. Bisweilen erscheint ein unorganisches A am wortende, wie
in freoh frei, eoh eibe, hleoh färbe, für freo, eo, hleo. Dieses h ist nach
dem muster solcher paare wie feoh — feos, he ah — he'as § 218 ein-
geführt.
Cap. IL Allgemeines über die ags.
consonanten.
1) Veränderungen im anslaut.
§ 224. Stimmhafte geräusehlaute seheinen im anslant
stimmlos zu werden; doch überwiegt durchaus die etymologische
Schreibung, welche denselben consonanten am ende wie in der
mitte des wertes erscheinen lässt (wie im neuhochdeutschen).
Man findet also nur vereinzelt, und meist nur in sehr alten
quellen, formen wie lamp ftir lamb k. gl., feit urk. a. 692 — 693,
wul/hdt, peohthät a. 704 für feld^ -hat; north, beispiele bei
Bouterwek, North, ev. cxlv (ein vereinzelter rest von t ftir
d auch in späterer zeit ist sint ftir sind; über die 3. personen
auf -^ statt -S s. § 358); häufiger ist -nc ftir -ng^ s. die beispiele
§ 215, und sehr geläufig das h für spirantisches ^, s. § 214, 1.
Bei /; {s), Ö entzieht sich etwaiger Wechsel der ausspräche
der beobachtung, da dasselbe zeichen für stimmlosen wie stimm-
haften laut steht.
Anm. Ueber die behandlung der geminaten im auslaut s. § 231.
2) Gemination.
§ 225. Im ags. kommen alle consonanten ausser j und rv
verdoppelt vor (über c^ ftir gg s. § 216). Dem Ursprünge nach
gehören diese geminaten teils dem germanischen, teils dem
westgermanischen, teils erst dem ags. selbst an.
§226—228. Gemination. 99
§ 226. Germanische Verdoppelung findet sieh häufig bei
// {eall all, feallan fallen, fall voll), rr {steorra stern, feorran
fern), nn {onginnan beginnen, mon, monnes mensch), mm {swimman
schwimmen, hwom, hrvommes winkel) und ss {gewis gewiss, misse
wüste, cyssan küssen, vgl. §232; seltener bei kk {bucca bock,
loc, locces locke, stoc, stocces stock)^ U (sceai, sceaites münze)
und pp {crop, croppes kröpf, top, toppes Scheitel, hncBp, hnceppes
napf). Zweifelhaft, ob bereits germanisch, ist ÖÖ in oööe oder
(got. aippau, aber alts. eföo, fries. ieftha) und moööe motte
(north. mohtSe, -a). Selten und zum teil zweifelhaft sind ger-
manisch ff, hh, bb^ dd, gg.
§ 227. Westgermanische gemination vor /: Alle
einfachen consonanten ausser r werden nach kurzem vocal
durch folgendes j in den westgermanischen sprachen geminiert.
So entspricht dem got. saljan, skapjan, satjan, rakjan alts. selüan,
skeppian, settian, rekkian, und ags. mit Wegfall des j nach
§ 177 sellan, scieppan, settan, recc(e)an. Urspr. hj erscheint
so als hh in hliehhan lachen, urspr. pj als &Ö in ryÖÖa rüde,
smiöbe schmiede, sceÖban schädigen (got. skapjan), pceÖÖan,
peö&an treten, u. s. w. Für //'tritt jedoch bb ein: hebban heben,
zu got. hafjan, für gj natürlich cg, lecg{e)an zu got lagjan.
Dagegen heisst es ohne gemination here, herges beer, werian
wehren, nerian retten, herian preisen, = got. harjis, warjan,
nasjan, hazjan etc.
Anm. 1. Zahlreiche beispiele dieser Verdoppelung bietet die flexions-
lehre z. b. bei den jo- und J^-stämmen § 247. 258, adj. § 297, bei den
schwachen verbis erster und dritter klasse § 400 ff. 415, u. s. w.
Anm. 2. lieber den Wechsel von formen mit geminata und ein-
fachem consonanten in der flexion der mit jo- abgeleiteten verba s. § 410.
§ 228. Eine ähnliche gemination von i, c, p, h zeigt sich
im ags., doch wechselnd mit einfachem consonanten, in einigen
Wörtern vor ursprünglich folgendem r und /: bittor bitter,
snottor klug, rvceccer wachsam, north, cehher ähre, toehher zähre;
ceppel apfel, neben bitor, snotor, wacor, ear, tear (aus *ahur,
^iahur § 111), vgl. got. baitrs, snutrs, ahs, tahrjan; so auch,
doch wol nicht in den älteren quellen, da wo das r, l erst durch
Synkope zu dem consonanten herangetreten ist, wie in bettra
neben betra melior (got. batiza), miccles neben micles zu mice!
gross (got. mikils).
100 § 229—231. Gemination.
Anm. Dies schwanken beniht vermutlich darauf, dass die r, l vor
dem eintritt der gemination z. t. silbenbildend und weiter zu -wr, -ui etc.
geworden waren (§ 138 ff.); als älteste flexion ist so z. b. nom. hitur (aus
*h%tr), gen. bittres, iear (aus *tahur), gen. tcehhres u. s. w. anzusetzen,
woraus dann später die doppelformen hittur — bittres und bitur — biteres
u. s. w. erwuchsen.
§ 229. Nach langem vocal findet eine solche gemination
vor r in den älteren quellen nicht statt; erst später tritt auch
hier besonders tt und dd auf, wahrscheinlich zugleich mit Ver-
kürzung des vocals: (&dre ader, hlcbdre blase, ncbdre natter,
mddrie matertera, werden zu ceddre, hloeddre, nceddre, moddrie;
ebenso wechseln ätor gift, hlütor lauter, tüdor nachkommen-
schaft, fodor futter, mddor mutter u. ä. mit attor, hluttor, tuddor,
foddor, moddor, in denen das tt, dd zunächst in den casus
ohne mittelvoeal (§ 144) wie äfres etc. entstanden ist.
Noch jttnger sind geminationen anderer consonanten, in
formen wie riccra, deoppra etc. von rice reich, deop tief.
§ 230. Noch andere geminiaten ent;stehen im ags. durch
zusammenrücken zweier ursprünglich gejtrennter consonanten.
Dahin gehören, abgesehen von dem zusammentreffen gleicher
end- und anfangsconsonanten bei der compösition, namentlich
die tt aus tti, db § 201, 4 und die tt und dd der schwachen
praeterita § 404 f.
Anm. In einigen wörtem zeigt sich geminata neben einfachem
consonanten ohne deutlich sichtbaren grund, namentlich in dem schon
sehr VkMen reccean sich kümmern, nobeu j^ecean-, femer in liccettan neben
licettan heucheln. — Nur der spätem spräche gehören die Verdoppelungen
in scynnes Verführung, fyrinnes dreieinigkeit, preottyne dreizehn, pritti^
dreissig, tydde lehrte, etc., für älteres scienes, tSrines, tSreotiene, Üritig,
tyde u. s. w.
Im north, sind solche unorganische geminationen sehr verbreitet:
eatta essen, cymma kommen, für eata, cyma u. ä.
§ 231. Vereinfachung von gemination tritt nament-
lich in folgenden fallen ein:
1) Gewöhnlich im wortauslaut, vgl. formen wie edl,
fear, mon, srvim, sib, sceat, bed, scec, teoh mit ealles, feorran,
monnes, swimman, sihbe, sceattes, beddes, scbcce, teohlie; indessen
wird die regel oft vernachlässigt, man schreibt oft auch eall,
monn, upp, sibb, bedd, bliss u. dgl. Die einzelnen denkmäler
weichen hierin stark von einander ab.
i. ' «
/
§231. Gemination. 101
cg bleibt auch im auslaut, secg wie secges, § 216.
2) Ebenso meist im silbenauslaut im wortinnern: eoUre,
ealne, midne, nytne zu eal(l), ecUies; mid(d), middes; nyt{i),
nyttes; cyste praet. von cyssan. Doch findet sich auch hier
oft eallre, eallne u. dgl.
3) Sehr oft nach consonanten in der composition, wie
eorlic männlich, ^mmA/ solstitium, fei tun {f\ir ^felttün srns^feld^
tun) kloake, geomes begierde, wildeor wild, rvyrlrvma wurzel,
wyrtün garten, gcerslapa heuschreck, ftir eorl-lic, emn-niht, georn-
nes, wüd'deor, wyi^t-iruma, wyrt-tün, goers-stapa.
Anm. 1. Ausserhalb der composition tritt dieser fall nur ein bei
metathese eines r, wie in hurna brunnen, heornan brennen, hors rpss,
gen. horses etc., § 179. Hier ist Vereinfachung durchaus regel, nur die
ältesten texte haben noch einige ganz vereinzelte formen wie hurnna^
horssum.
Anm. 2. Auch nach langem vocal oder diphthong findet sich
gelegentlich Vereinfachung, wie in riimodlic, rümedlic grossherzig, für
rümmödlic; spätws. geleaful gläubig, für geleafful.
4) In der späteren spräche sehr gewöhnlich nach unbe-
tonter Silbe; z. b. in ßlllen der composition wie atelic schreck-
lich, swutoUc deutlich, digelic heimlich, sin^alic fortwährend,
für atollic, swutollic, digoltic, singallic. Für die flexionslehre
kommt diese regel besonders in betracht für die ableitungen
mit nw, II, tt, TT, wie die neutra wie westen und hcernet
§ 248, 2 nebst anm. 2., die feminina wie condel und hyrtien
§ 258, 1 nebst anm. 3, die verba wie hliccettan § 403,
anm. 2, gen. westennes, beernettes, condelle, byrbenne und
später westenes, bcemetes, byröene, inf. bliccetan etc.; die com-
parative auf -errn, -era wie (ßf terra, ceftera § 314, anm. 1,
ferner den acc. sg. m. der mehrsilbigen adj. auf -en und der
starken part. praet., wie ^Idenne, geslcegenne, später gyldene,
gesicBgene, und die r- casus der mehrsilbigen adjectiva und pro-
nomina auf -r und -re, wie gen. pl. fdbgßrra, öberray eowerra,
syferra, später fcegera, öbera, eowera, § 296, anm. 2, u. dgl.
Anm. 3. Die doppelschreibung wird in solchen fällen traditionell
vielfach auch in den zeiten fortgeführt, wo sicher bereits einfache aus-
spräche des consonanten herschte. Gelegentlich wird demnach auch irr-
tümlich geminata für ursprünglich einfachen consonanten gesetzt, wie in
forenne vorne, ufenne von oben, ägennes gen. eigen, und namentlich
oft im acc. sg. m. von cucu lebendig, cuconne etc. § 303, anm. 1, fiir
forene, ufene, ägenes, cucone u. s. w.
102 § 232. /V, hi, st, SS. § 233— -234. Grammatischer Wechsel.
3) Die gruppen ft, ht, st, ss,
§ 232. Bereits für die germ. grundspraehe galt das ge-
setz: Alle labiale resp. gutturale + ? werden zu ft resp.
hi; dagegen wird dental + ^ entweder zu st oder zu ss.
Beispiele aus dem ags. sind: a) für /*/: scleppan schaffen,
gesceaft gesehöpf; giefan geben (d. h. gie^an § 192, 2), ^ft gäbe;
tiurfan dürfen, t5earft, tiorfle §422, 6; — b) für ht: hycgan
hoffen, hyht hoffnung; dgan haben, magaii können, 2. sg. dht,
meaht § 420, 2. 424, 10, subst. tneaht macht; namentlich aber
die schwachen praeterita § 407. — c) für si: wät weiss, 2. sg.
wäst; iWan gehn, last weg; hlatSan laden, hlcest last; — d) für
ss: rvitan wissen, praet. wisse, part.-adj. gewis(s) gewiss; cwet^an
sprechen, ondcwis(s) antwort; sittan sitzen, sess sitz.
Anm. Der Wechsel von st und ss hängt mit der ursprünglichen
betonung zusammen, s. Kögel, Beitr. VII, 171 flf. (Anders Kluge, ib.
IX, 150 flf.)
Diese regel hat keine anwendung auf die fälle wo t oder
irgend ein anderer dental erst im ags. selbst durch synkope
hinter einen labial, dental oder guttural tritt.
4) Der grammatische Wechsel.
§ 233. Unter * grammatischem Wechsel' versteht man einen
bereits in der germ. grundspraehe ausgebildeten und nach be-
stimmten gesetzen geregelten Wechsel der inlautenden stimm-
losen Spiranten s, f />, h mit den entsprechenden stimmhaften,
die man mit 2, ^, Ö, ^ bezeichnen kann; für h?v erscheint als
wechselform w (auch g, Beitr. V, 149). Nicht dem Wechsel unter-
worfen waren die gruppen ss, st, sp, sk, ft, ht.
Anm. Die erklärung dieses wechseis ist von K. Vemer gefunden
(Kuhn's Zeitschr. XXIII, 97 flf.). Nach dessen gesetz trat der stimm-
hafte Spirant tiberall da statt des stimmlosen ein, wo der nächstvorher-
gehende vocal in der ursprünglichen indogermanischen betonung nicht
den hauptton trug.
§ 234. Im ags. sind die alten paare ein wenig verschoben
dadurch dass einige der laute Veränderungen erfahren haben.
Es ist nämlich h7v zu einfachem h geworden (vgl. § 222 f.)
und oft wie dieses geschwunden (§218); von den stimmhaften
ist z in r, das alte geim. Ö (nicht mit dem ags. & = /> § 199 ^
zu verwechseln) zu d geworden, und der ^-laut wird in der
Schrift nicht von f unterschieden (§ 192).
§ 234. Grammatischer Wechsel. 103
Es bleiben also für das ags. nur die vier paare s—r,
& — d, h — g (Ä — 7ig nach § 186) und h — w übrig. Beispiele
dafür sind: a) für s — r; pces glas, ^leeren gläsern; ceosan
wählen, ceas, curon, coren § 384; dürr an § 422, 7 wagen,
dearst, dorste; adj. gedyrstig mutig. — b) Ö — d: cweöan sprechen,
Cfvceö, cwddon, crveden § 391, cwide sprueh; lit5an gehen, -Uda
ganger; — c) h — g: slean schlagen, sliehst, sliehb, slög, sldgon,
sloegen § 392, 2, sle^e sehlag, -sla^a Schläger; tiion gedeihen,
ÖdÄ, tSungen § 383, anm. 3; — d) h — w\ sion sehen (got saihwan),
siehst, siehb, seah, sdwon, Reserven § 391, 2.
Anm. Nicht immer sind ausserdem im ags. die alten stufen erhalten;
oft ist einer der beiden im Wechsel stehenden consonanten mehr oder
weniger verallgemeinert. Soweit diese Verschiebungen die flexion betreffen,
ist auf sie in der formenlehre rücksicht genommen worden.
Flexionslehre.
I. Abschnitt; Declination.
Cap. I. Declination der siibstantiva.
A) Vocalische (starke) declination.
1) Die o-declination.
§ 235. Die ags. o- declination umfasst masculina und
neutra. Sie entspricht der griechisch-lateinischen zweiten oder
o-declinatiou (griech. rn^sc. -og, ntr. -ov, lat. -us, -um). Die
jlT zugehörigen femininayjjJden die 4-declination.
Anm. Gewöhnlich bezeichnet man die ö-declination im germ. als
a-declination, weil das alte o im germ. im allgemeinen zu a geworden
ist. Für das ags. aber ist in den endsilben vielleicht noch o vorauszusetzen
(§ 45, 4).
Als Unterabteilungen der ö-stämme sind aufzustellen a) reine
ö-stämme; b)yö-stämme; c) /e^ö-stämme, da die beiden letzteren
gruppen in einigen casus von den reinen ö-stämmen ab-
weiciien.
§ 236. Die endungen der masculina und neutra sind
dieselben in allen casus ausser dem nom. acc. pl. Wir be-
handeln deshalb beide geschlechter zusammen.
Anm. Im north, schwankt öfter das geschlecht zwischen masc. und
neutr., vgl. auch § 251, anm. In den anderen dialekten ist dieser ge-
schlechtswechsel viel seltener und auf einige bestimmte Wörter eingeschränkt.
§ 237. Die endungen der ö-stämme sind:
Singular. Plural.
masc.
ntr.
N. A. V. — (-e-, -u, -o)
G. -es
-as
-w, -
-a
D. -e?
I. -e
]
-um
§ 237—238. Die ö-decUnation. 105
Die eingeklammerten -e; -u, -o im nom. acc. sg. sind die
endungen der jo- und w^ö-stämme, vgl. § 246. 249.
Anm. 1. In den ältesten quellen geht der gen. sing, regelmässig,
und später auch noch häufig im north., auf -ces aus, dömaes etc.; dafür
north, und vereinzelt spätws. auch -as, heofnas (spätws. heofonas etc.;
Bouterwek, North, ev. CXVI f.) Ueber späteres -ys (dafür auch hie und
da -is) s. § 44, anm. 2.
Anm. 2. Dat. und instr. sg. sind in den meisten texten zusammen-
gefallen; in den ältesten texten geht dagegen der dat. auf -cß, der instr.
(wahrscheinlich ursprünglich ein localis) auf -i aus, dömae: dornt (Beitr. YIU,
324 ff.); für / begegnet gelegentlich später y, folcy etc. Der instr. scheint
ursprünglich 2-umlaut gehabt zu haben, vgl. die isolierte form hwe'ne zu
hwön n. kleinigkeit, den adj. instr. ebne von an ein.
Endungslose dat. loc. sg. liegen vor in häm (sehr selten liäme)
zu häm m. heim, und den adverbialen formein iö dceg heute (älter tö
dcege; später auch alce, htvilce, swne, öTSre dce^ u. ä.), iö morgen,
mengen morgen, iö cbfen abends.
Anm. 3. Im nom. pl. haben viele masc. dieser declination north,
auch die schwache endung -o (-a, -e), gästas und gäsio etc. (Bouterwek,
North, ev. CLIX). — Im wests. tritt in sehr späten texten öfter -es statt
-as ein.
Anm. 4. Im north, wird der gen. pl. oft nach art der n-stämme
auf -ana, -ona gebildet, dagana, -ona, liomana zu dceg, lim (Bouterwek,
North, ev. CLXII). — Auch in späten ws. texten finden sich öfter solche
genetive auf -ena, -ana.
Eine seltene nebenform der endung -a ist -o, wie le'ohtfaio.
Anm. 5. Im nom. acc. pl. der neutra ist -u die ältere, -o die
jüngere form. Spätws. tritt dafür gewöhnlich a ein. Ps. hat fast nur -u,
north, meist -o, daneben nicht selten auch -a; alle drei endungen kommen
north, auch bei denjenigen neutris vor, welche in den übrigen dialekten
endungslos sind (§ 238).
Anm. 6. Das -um des dat. pl. geht später in -un, -on, -an über,
vgl. § 293, anm. 2.
a) Reine t^-stämme.
§ 238. Paradigmen der masculina: dorn urteil, gericht,
der neutra: hof hof, und tvord wort.
masculina: neutra:
Sing. N. V. A. döm
hof
Word
G. dömes
hofes
wordes
D. döme
hofe
worde
I. döme
hofe
worde
PL N. V. A. dömas
hofu, -0
Word
G. döma
hofa
worda
D. dömum
hofum
wordum
106 § 238—240. Reine ö-stämme.
Wie dorn flectieren zunächst die einsilbigen masenlina,
wie hof die einsilbigen neutra mit kurzer, wie tvord die mit
langer Wurzelsilbe.
Anm. 1. In einigen spätws. texten nehmen die langsilbigen neutra
im nom. acc. p1. öfter die endung der kurzsilbigen an, wordu, weorcu etc.
Anm. 2. Die Wörter auf -^Z^, wie bridels zäum, fcslels beutel, gyr-
dels gürtel, riecels Weihrauch, sind gewöhnlich m., selten n.
§ 239. Zu dieser declination gehört im ags. eine grosse
anzahl von Wörtern, darunter nicht wenige, welche aus anderen
declinationen in sie übergetreten sind (namentlich langsilbige
alte i- und w-stämme, vgl. § 264 f. 273).
1) Vollkommen regelmässig gehen nur diejenigen Wörter,
welche unveränderlichen endconsonanten und einen (ausser
gegen den hier nicht mehr in betracht kommenden i-umlaut)
indifferenten wurzelvocal haben. Solche Wörter sind:
a) ftir's masculinumaö eid, hceft gefangener, heim heim,
hring ring, wvlf wolf, earm arm, eorl mann, müb mund, dream '
Jubel, etc.
b) für's neutrum a) kurzsilbige col kohle, dor tor,
geoc joch, loc verschluss, bürde, hop Schlupfwinkel, lot Schlau-
heit, sol kotlache, spor spur; ß) langsilbige: bän knochen,
hearn kind, deor tier, fyr feuer, göd gut, lic körper, rvif
weib, etc.
2) Wörter, deren Wurzelsilbe auf eine geminata ausgeht,
vereinfachen dieselbe in den endungslosen casus nach mass-
gabe von § 231, z. b. m. wecU{l) wall, hwom{m) winkel, n. fulQ)
becher, gen. wealles, hwommes, fulles etc.
Für die sonstigen hierherfallenden Wörter gelten folgende
näheren bestimmungen:
§ 240. Wörter mit ce vor einfachem consonanten, wie die
masc. doBg tag, hrvcel walfisoh, pcet^ pfad, stoef stab, die neutra
boeti bad, crcet korb, doel tal, hwoel walfisch, hcef meer, scel
saal, si(Bt5 gestade, srvceti spur, scrcef höhle, trcef zeit, woed
meer, wcel die im kämpfe gefallenen, verwandeln das oe im
ganzen plural in a: dceg — da^as, daga, dagum; fcet — fatu
fata, fatum; nur selten und spät steht ce, hrvcelas^ stcebu,
scrce/u n. ä.
§ 240—242. Reine ö-stämme. ' 107
Anm. 1. Im Ps. steht für dieses a meist ea: feaiu^ creatum etc.
s. § 160; so bisweilen auch north, und in der poesie vor endungen mit
u, ö, wie heafo, ireafum, vgl. § 105.
Anm. 2. Spätws. dringt das a des plnrals öfter auch in die mehr-
silbigen Singularcasus ein, wie poeTS — patSes — pa^e, fcet — fates
— fate.
Anm. 3. ^eat tor (aus ^(Bt nach § 75, 1) hat ws. im pl. gewöhnlich
^aiu, selten ^eaiu mit anlehnung an den vocal des sing.; auch bisweilen
gen. dat. sg. gates, gate nach anm. 2. In der poesie herscht im pl. geatu
vor; im Ps. lauten die formen get — geaiu (mit w-umlaut). — Von ceaf
spreu, scheint sich im pl. nur ceafu zu finden.
gcers gras (mit metathese für grces, § 179) hat im pl. grasu,
Anm. 4. Aehnlich hat mag verwanter, im pl. gewöhnUch mägas
neben seltenem mcdgas, § 57, anm. 3.
§ 241. Die nentra mit e, i vor einfachem consonanten,
wie gebed gebet, gebrecltirm, ^^^^^ wohnsitz, gcsprec gespräch,
brim wallung, clif klippe, hlib deckel, Hb glied, scip schiflf,
geflit Wettstreit, genip dunkel, gewrit schrift, etc. haben im plur.
ursprünglich statt des e, i den w-umlaut eo, io (§ 106 f.): gebeodu,
cliofuy liotSu, liomu etc.; in der ws. prosa verschwindet jedoch
dieser umlaut, namentlich bei e, im allgemeinen ziemlich frühe,
clifu, limu etc.
Anm. Am frühesten verschwindet das eo, io aus dem gen. pl. —
In) Ps. und zum teU auch north, erstreckt es sich auch auf die masc,
z. b. Ps. weoras, tveora, rveogas (meist wegas nach § 164), north, roearas,
tvaras, -a u. ä., § 156, 3.
§ 242. Wörter auf h verlieren dasselbe vor vocalischer
endung. Geht dabei 1) dem h ein consonant voraus, so wird
bei dem ausfall des h der wurzelvocal nach § 218 gedehnt;
also z. b. m. seolh — seoles Seehund, n. feorh — feores leben.
So gehen noch m. fearh schwein, fnearh ross, ealh tempel,
eolh eich, healh winkel, sealh weide, Wealh Welscher. — 2) Geht
dem h ein vocal vorher, so führt der ausfall des h zu con-
tractionen nach § 110 flf.: m. eoh — eos pferd, n. feoh — fhs
geld, § 275 (north, /th, gen. fcees L, feas R^), bSoh — beos
hüfte; ebenso m. fleah floh (gew. flea swm. oder sv^. nach
§ 277, anm. 2), höh ferse (pl. hös, höasy dat. hdm, höum, spät
hdn)^ scoh, sceoh schuh (pl. scös, sceos, dat. spät scdn); n. fldh
bosheit, pleoh gefahr, slöh sumpflache (auch m. und f.), wdh
böses, brdh, t5roh? bosheit, vielleicht auch fliah albugo (daneben
fllo und umgelautet flie).
108 § 242—244. Reine ö-stämme.
Anm. 1. n;oÄ bildet in der späteren prosa die mehrsilbigen casus
gewöhnlich mit ^, wog es, wöge, als ob das h des noin. nach § 214, 1 aus
g entstanden wäre, also nach mustern wie be'ah — be'ages. — Anderer-
seits kommen auch vereinzelte nominativformen ohne h, wie mear, vor
(§ 223).
Anm. 2. Die Wörter auf vocal + k haben in der späteren spräche
(für die älteren fehlen belege) den gen. pl. auf -na nach der art der
M-stämme, feona, tieona, sceona (doch north, scoe, scwä),
Anm. 3. Zu holh n. loch, scheint der pl. holu zu lauten wie zu
dem gleichbedeutenden kurzsilbigen hol.
Anm. 4. horh schmutz (meist m., selten n.) bildet gen. dat. sg. pl.
horwes, horwe, horwa, horwum mit grammatischem Wechsel, § 234 (selten
gen. hores etc.), aber nom. acc. pl. horas; als instr. sg. erscheint hof-u
in der poesie.
§ 243. Für die mehrsilbigen Wörter dieser deelination
kommen folgende regeln in betraeht:
1) Ursprünglich (d. h. vor dem eintritt des vocalischen
auslautsgesetzes, § 130 flf.) dreisilbige neutra mit langer
Wurzelsilbe, wie nieten yieh, heafod hanpt, haben im nom. acc.
pl. 'U wie die kurzsilbigen: nietenu, heafodu § 135, 2. Dagegen
haben ursprünglich zweisilbige, wie wmpen waflfe, iungol stern,
tdcen zeichen (für wSpn, tungl, täcn nach § 138 flf., st. rvepno-,
tunglo-, taikno-) teils endungslosen nom. acc. pl. (also gleich
dem nom. acc. sg.), teils u nach dem muster der dreisilbigen:
wmp{e)nu, tunglu, iäcnu. — Ursprünglich dreisilbige neutra
mit kurzer Wurzelsilbe werfen dagegen die endung ab, reced,
wer od, § 135, 2; doch heisst es gewöhnlicher yflu {yfelu)
neben yfel Formen wie weredu treten erst spät auf.
Anm. wolc(e)n n. wölke, wirft in der älteren spräche das n im
auslaut bisweilen ab, nom. acc. sg. pl. wolc, aber gen. stets wolcnes etc.
(§ 188, anm. 2). Nur unsicher belegt ist ein umgelauteter pl. welcnu, —
Neben täc{e)n begegnet auch eine form tdnCf neben be'acen zeichen,
auch beanc, benc (§185. 101. 2). — Statt des pl. tunglu erscheint spät
ein schwacher pl. tunglan.
2) Die gesetze über die behandlung von mittelvocalen,
§ 143 f. Hiemach ergeben sich folgende hauptfalle:
§ 244. 1) Zweisilbige Wörter mit langer Stammsilbe
werfen nach § 144 vor vocalischer endung den vocal der letzten
silbe aus, wenn er nicht durch position geschützt ist: engel —
engles engel, tungol — tungles stern, ätor — ätres gift^ täcen —
t acnes zeichen, mäbum — mä^mes kleinot, heafod — heafdes
§ 244 — 245. Reine ö-s1ämme. § 246 — 247. jO'Sijimme,
109
hanpt, ^led — celdes feuer, morgen — mor^nes und mornes
morgen, § 214, anm. 10; aber hengest — hengestes hengst, /'(^tels
— fcetelses beutel, n. s. w.
2) Ausgenommen von der synkope sind in den altem denk-
njälem meist die ursprünglich dreisilbigen nom. acc. pl. n. wie
nietenu, heafodu § 144, b; dagegen heisst es wcepnu, tunglu
(neben wce-pen etc., § 243) Später verwischt sich der unter-
schied, heafdu etc.
§ 245. Zweisilbige Wörter mit kurzer Stammsilbe behalten
im gleichen falle ursprünglichen vocal der zweiten silbe, sie
stossen ihn aus, wenn er im nom. acc. erst aus silbenbildendem
nasal oder liquida entstanden ist: nur -er, -or aus silbenbilden-
dem r bleibt meist (§ 148). Also stapol — stapoles säule,
hamor — hamores hammer, heofon — heofones himmel, darotS
— darotSes pfeil, meotod — meotodes gott, heorot — heorotes
hirsch; aber /ugol — fugles vogel (erst spät auch fugoles,
fugeles) und wieder leger — legeres lager, tiunor — bunores
donner, wceter — rvceteres (und wcetres) wasser, u. s. w.
b) jo'Siämme,
§ 246. Paradigmen sind für's masculinum here beer, secg
mann, ende ende; flir's neutrum cyn geschlecht, rice reich,
Westen wüste.
Sing.N.V.A. here
secg
ende
cyn(n)
rice
wüsten
G. her(i)2es
secjes
endes
cynnes
rices
w6stennes
D. lier(i)5e
secje
ende
cvnne
rice
w6stenne
I. her(i)ge
secge
ende
cynue
rice
wüsten
Pl.N.V.A.her(i)2(e)as
secg(e)as
endas
cyn(n)
ric(i)u
w6sten(n)u
G. her(i)g(e)a
sec2(e)a
enda
cynna
ric(e)a
w6stenna
D. her(i)5um
sec2(i)um
endum
cynnum
ric(i)um
w^stennum.
Anm. 1. Für das e des nom. acc. sg. setzen die ältesten quellen i,
heri, endi, rici (Beitr. VIII, 326 ff.).
Anm. 2. Ueber die einschiebung der e, i zur bezeichnung der
palatalen ausspräche bei Wörtern auf g, c ^, % 206, 6.
§ 247. here und secg zeigen die flexion der masculina,
cyn{n) die der neutra mit kurzer Wurzelsilbe vor dem jo (st.
harjo-, sagjo-, kunjo-). Von diesen ist nur here kurzsilbig
geblieben, die andern haben nach § 227 den schlussconso-
nanten bereits westgerm. verdoppelt.
110 §247—248. jO'SiÄmme,
Weitere beispiele dieser declination sind: a) masc. hrycg
rücken, rvecg keil, dyn(n) lärm, hylQ) hügel; — b) neutra net
netz, flet boden, bed bett, wed pfand, gied sprach, neb Schnabel,
wieg ross, etc.
Anm. 1. Ueber die Vereinfachung der westgerm. geminaten im
wortauslaut vgl. § 231.
Anm. 2. Von here finden sich auch die formen her es fUr gen.,
here für dat. instr. sg. und heras für nom. acc. pl. — Ueber das n.
spere s. § 262. 263 mit anm. 4.
Anm. 3. Das n. hieg, hig heu (got. hawi, st. haujo-) hat das^ in
allen formen als g erhalten, umgekehrt hiew, hiw gestalt (got. hiwi, st.
hiujO'), mundartlich auch hiow ohne umlaut, § 100, north, hiu, in der
poesie auch heo, das ro durchgeführt: gen. hietves, (hiowes) etc. — St.
gliujO' n. freude, hat ws. *glieg, glig, gen. gUges etc., aber Ep. gliu,
und in der poesie gle'o, gen. gliwes, selten gliorves etc. — St. bltjo- (?)
n. färbe (as. bli n.) erscheint als bleo (mit unorganischem h auch bleoh
§ 223, anm. 2), gen. bleos (spät auch bleo g es nach bleohf vgl. § 242, anm. 1),
dat. pl. ble'om, ble'oum (ble'otvum), gen. bleo (später auch ble'oa und bUona
nach § 242, anm. 2).
§ 248. 1) Wie ende flectieren die mascnlina, wie rice die
nentra mit ursprünglich langer Wurzelsilbe vor dem jo (oder
. 10 nach § 45, 8), z. b. die masc. esne diener, hierde hirte, l^ce
arzt, mece schwert, und die zahlreichen nomina agentis auf
-ere (north, auch oft -are), wie böcere schriftgelehrter, ftscere
fischer, Srörvere dulder, denen sich auch das fremdwort cäsere
kaiser, angeschlossen hat (spätws. auch bisweilen bloss -re,
wie bdcre, crvelre lictor, drefre betrüber, glitvre spielmann,
rimre Zähler, sceawre beschauer, so auch north., sceawre,
tirörvre dulder, ondetre bekenner); ferner die neutra wcege
becher, wite sti*afe, siycce stück, odrende botschaft, bildungen
mit ge-, wie gew&de kleid, gemierce grenze, getimbre bauwerk,
und viele andere.
Anm. 1. Contractionen zeigen gescie, gescy Schuhwerk (alts. ahd.
gisköhi, nom. acc. pl. gescy) und gecy paar kühe (?, gen. pl. gecy),
2) Wie Westen gehen die ableitungen auf -en, wie (Bfen
abend (auch m.), foesten fasten, feste, und auf -et, wie oncelet
blitz, nierwet enge, 7^ewet rudern, scewet säen, etc.
Anm. 2. In den jüngeren texten wird das nn, it gewöhnlich ver-
einfacht, wdsienes, hoernetes etc., § 231, 4, und selbst der vorausgehende
vocal bisweilen ausgestossen, wie in cefnes neben mfenes und äfennes,
nom. acc. pl. weslnu neben wesienu und wesiennu.
§ 248. >-stämme. § 249—250. Wö-stämme. Hl
Anm. 3. tvesten erscheint selten auch als f. und spät als m., pl.
westenas; ebenso hat liefet spät bisweilen einen pl. ligei{t)as; daneben
steht ein fem. lieget{u) nach § 258, 1.
Anm. 4. Vielleicht gehören hierher auch die deminutiva auf -incel
(ahd. -incli), wie lö^incel zweiglein, cofincel pistrilla, tSiowincel diener,
hceftincel Sklave, liüsincel bauschen, libincel gliedchen, rdpincel strickchen,
scipincel Schiffchen, sülincel kleine furche, iünincel gütchen, wielincel
Sklave, etc. Dieselben synkopieren fast stets das e in der flexion, hüsin-
des etc., doch nom. acc. pl. tSiotüincelu Ps., sülincela gl.
c) n;o-stämme.
§ 249. Paradigmen sind fiir's masculinum hearu wald, flir's
neutrum searu rtistung (st. barwo-, sarrvo-),
masculina: neutra:
Sing. N. V. A. bearu, -o
G. bearwes
D. bearwe
I. bearwe
PI. N. V. A. bearwas
G. bearwa
D. bearwum
searu, -o
searwes
searwe
searwe
searu, -o
searwa
searwum
So gehen noch die neutra heälu übel, meolu mehl, smeoru
schmeer, teoru teer, cwiodu, c{w)udu harz.
Anm. 1. Oft erscheint in den casus obliqui ein u, o oder e vor
dem w, letzteres namentlich, wenn die endung ein a, u enthält: healuwes,
bealoTves, -we, aber bealewa, bealewum,
Anm. 2. In späten texten dringt das w auch in die endungslosen
formen ein, smeorurv, meluw; dagegen findet sich in alter zeit auch ein
dat. pl. ohne w, smerum,
Anm. 3. Der nom. acc. pl. der neutra geht später auch auf -ww,
-wa aus, searwa etc.
Anm. 4. Von dem compositum sciptearo (zu teoru) findet sich ein
unregelmässiger gen. scipiearos; sonst flectiert dies wort auch schwach
nach § 276.
Anm. 5. Von langsilbigen gehört hierher wol das nur im nom.
belegte ^äd mangel (got. gaidrv), welches sein tv ebenso verloren hat
wie die langsilbigen feminina § 260.
§ 250. Die Wörter mit vocal vor dem w zeigen verschiedene
abweichungen:
1) Die ursprünglich langsilbigen masc. sndw schnee,
tSeajv sitte, deatv tau (auch n.), beaw bremse, ntr. beorv getreide
112
§ 250. n;o-stämme.
(altn. hygg\ nur gen. beouuas, heorves Ep. und sippe), s6arv saft
(selten m.), oncleow knöehel (nom. acc. pl. oncUorv und oncleorvu)
und die bildungen mit ge- wie ^ehreow reue, gehldrv mugitus,
zeigen das w in allen casus, einzelne altertümliche formen wie
snä, sea, § 174, 3, ausgenommen.
Anm. 1. Ebenso geht hlärv, hlcew m. grabhügel (selten spät n.,
ursprünglich wol ein neutraler (^^-stamm, §288 ff.) Dem got. hraiw leich-
nam (gleichfalls ursprünglich neutraler 05-stamm) entspricht hrarv, hrärv
(spät auch hrearv^ § 112, anm. 1) und hrä, hrd n. (auch m., vgl. § 173,
2. 174, 3), gen. hrcswes und hr^s, nom. acc. pL hrcs{n)), hrd{tv), hre'aw
und hr^was etc., gen. alt hrd etc.
St. sträwo- Stroh, bildet ws. strearv, north, sire L, streu R* (vgl. das
comp. strea{tvy, sträwberi^e), gen. strees L; andere casus kann ich nicht
belegen.
Anm. 2. Die stamme auf -trvo werden im ws. regelmässig wie die
übrigen langsilbigen behandelt: m. briw brei, gitv (giorv) greif, sliiv
Schleie, Tiw npr., gen. briwes etc.; im mercischen dagegen erscheinen
sie mit g statt des rv, brig, gig, sli{g), Ttg, gen. briges etc. Neben
iw (iorv) m. eibe, erscheint in der poesie eoh (Runenlied). Ueber hierv
und glig s. § 247, anm. 3.
2) Die ursprünglich kurz silbigen neutra treo bäum, cneo
knie, imd das masc. t5eo knecht (st^r^w^o-, cnervo-, bervo-) flec-
tieren folgendermassen;
wests. Ps.
Sg. N. A. tr6o(w) tr6w
G. tr6owes —
D. tr^owe, treo tr^o
I. tr^owe —
PI N A / *^^®w(u), treo ; i tr6ow, tr6o ;
north.
I tr6, tr^o, tr6u(o ^
lÖ6a
tr^, tr6o
Rushw.*
tr6ow, tr6uw
(tree); cn6u,
cn6o
tr6owes
tr6o, tree
\ Ö^owas
G. tr^owa
D. tr6owum
\
cneow
tr6a
tr^o, tr6u; cn6w, tr^o; kn^o
cn^o, cn6#a;
lt56as; Ö6a (Rit)
tr6u(a)na; Ö6ana
/ tr6(ow)um;
tr^ona
j tr6(ow)um ;
1 cn6(u)um, cn6oum \ cn6om
Anm. 3. Wie tieow flectieren ws. auch die composita Idtteorv führer,
Idreow lehrer (Ps. Iddtorv, pl. -as, north. Lind. Idtuu, pl. Idtuas, R* Idtow,
R* IdituTV, pl. Idiewas, -uwas; Lind. IdruUj pl. Idruas, R^ Idroiv, R*
ldreu(rv), Idruw, pl. Idrervas; daneben steht auch ein swm. ws. Idlie'orva,
Idre'owa, Lind. Idtua, ldru{u)a, R^ Idrrva nach § 276). — hleo schütz,
das nur im sing, vorkommt, zeigt nur selten die form hle'ow.
§ 25 1 —253. ^-declinatioii.
113
2) Die 4-declinatioii.
§ 251. Die ä-declination enthält die feminina, welche den
masculinis und nentris auf -o zu seite stehen.
Anm. Im north, werden viele dieser fem. auch als neutra oder
masc. gebraucht und dann teils auch so flectiert (vgl. § 236, anm.)
langsilbige:
ax
äre
4re
^e
äre
4ra; -e
4ra; (-ena)
4ram
ära; -e
a) Reine ^-stamme.
§ 252. Paradigmen: a) fttr die knrzsilbigen giefu gäbe,
b) für die langsilbigen är ehre.
kurzsilbige:
Sing. N.V. jiefu, -o
G. giefe
D. giefe
A. giefe
I. jiefe
PI. N. giefa; -e
G. giefa; (-ena)
D. jiefum
A. giefa; -e
Anm. 1. Die casus obliqui des sing, und der nom. acc. pL gehen
in den ältesten quellen auf -ce aus; nur bisweilen steht im dat - instr. -i,
wie rödi, coßstri^ welches wol aus der e^-declination entlehnt ist, vgl. § 237,
anm. 2. — Ueber die flexion der abstracta auf -un^ s. § 255; 1.
Anm. 2. Im gen. sg. gehen diese fem. in Lind, und Rit. auf -es
aus, wie die masc. und neutra, rödes, sdules, somnun^es etc. (Bouterwek,
North, ev. CLX f.). Solche genetive begegnen auch nicht selten im späten
WS., wie helpeSy sorges etc., namentlich in gewissen formelhaften Wen-
dungen und Gonstructionen bei vorausstehendem genetiv ohne artikel,
wie helpes biddan, ädles gränung, syhhes (zu § 257) lufu, auch formein
wie sorges ond sdres u. dgl.
Anm. 3. Im nom. acc. pl. ist -a im ws. und kent. gewöhnlich,
es fehlt im Ps. (wie auch In den ältesten quellen, s. anm. ]). North, be-
steht daneben noch eine (schwache) form auf -o, vgl. § 253, anm. 2.
Anm. 4. Im gen. pl. ist -a die eigentliche und häufigere endung
(vgl. got. gibd), -ena ist aus der schwachen declination eingedrungen und
findet sich ws. und kent. nur bei einigen knrzsilbigen (wie carena, fremena,
gifena, lufenä) und ganz selten bei langsilbigen (drena, Idrena, sorgena);
in Cura past. fehlt -ena noch ganz (Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 138). — Für
-ena begegnet auch eine kürzere form -na mit ausstossung des -e in
lärna^ sorgna, vgl § 276, anm. 1 ; über north, nebenformen von -ena vgl.
§ 276, anm. 1.
§ 253. Als beispiele für die kurzsilbige n können noch
angeführt werden cearu, caru sorge, sceomu, sceamu schäm,
Sievers» AngelsUohs. grainmatik. 3. aaü. g
114 § 253—255. Reine Ä-stämme.
cwaiu tod, latSu einladung, swatiu spur, sacu Verfolgung, tSracu
kämpf, fvracu Verfolgung, gndswaru antwort, denu tal (?), begu
empfang, scolu schaar, lufu liebe, etc.
Anm. 1. Neben ^iefu(m\ gifu(m), ^yfu(m) erscheint auch (nament-
lich im Ps. nnd north.) geofu(m) mit u-um1aut nach § 106. — Die Wörter
mit urspr. a haben im Ps. und north, ea im nom. sg. und dat. pl. nach
§ 160 {ondsTvearu, -um u. dgl.). — In den casus auf -e erscheint oft ce
statt des a der Wurzelsilbe, namentlich bei den Wörtern mit c: scece,
t5rۧce, wroBce, aber auch Icetie, swce^e, neben sace, iatSe, smatSe u. s. w.
Anm. 2. In jungen texten wird Öfter das u des nominativs durch
die Singularcasus durchgeführt, racu, sagu, ialu, lufu etc. — Im north,
sind die kurzsilbigen feminina fast ganz erstarrt, d. h. zeigen in allen
casus ausser gen. dat. pl. ein -o (L) oder u (R)," auch wol -a oder -e: lufu,
-0, wrcecco, -e L, tvraco R*, geafo, geafa, ^efo, ^efe L, z^ofu R\
sceoma L, scomo, -u W u. dgl. ; daneben begegnen in Lind, nnd Rit. gen.
sg. auf -es, Z^f^^y lufes etc. (§ 252, anm. 2).
§ 254. 1) Die anzahl der langsilbigen ist sehr bedeu-
tend; beispiele von einsilbigen Wörtern dieser flexion sind:
feoht gefecht, för fahrt, ^/ö/handschuh, heall halle, lär lehre,
mearc mark, sor^ sorge, stund zeit, Öra^ zeit, wund wunde:
mit ableitendem consonanten ädl krankheit, ncbdl nadel, fröfor
trost, wöcor Wachstum, V^a^^er bürg.
2) Wie die langsilbigen werfen auch die ursprünglich
dreisilbigen stamme mit kurzer Wurzelsilbe das u im nom.
sg. ab: hyden bütte, d6/<?^ kebse, firen Sünde, tigol ziegel
(dagegen mit u ausnahmsweise e^enu spreu, = ahd. agand)\
ebenso auch die ursprünglichen i-stämme ides weib, rfwgwö
tugend, geogub Jugend) § 269, anm. 4) und das langsilbige sdwol
seele (got. saiwala); ferner alle abstracta auf -ung, -ing, wie
monung mahnung, leomung^ -ing gelehrsamkeit (s. § 255, 1).
§ 255. An besonderheiten der flexion sind noch zu be-
merken:
1) Die abstracta auf -ung haben im dat. sg., aber auch
im gen. und selbst acc. sg., ws. kent. oft -unga statt -unge:
leomunga, costunga etc. (belege Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 137.
Zupitza, Zs. f. d. alterth. XXI, 14 f.).
Anm. 1. In Ps. besteht noch eine abstufung des suffixvocals, so
dass der dat.pl. auf -ingum ausgeht, die übrigen casus aber -tin^* haben
(gen. pl. ist nicht belegt, Zeuner, s. 58).
2) Zweisilbige Wörter mit langer Stammsilbe und einfachem
endconsonanten synkopieren den vocal der sehlusssilbe nach
§255. (^-Stämme. §256-257. ^Vl-stämme. Il5
§ 144 in den casus obliqui, während kurzsilbige ihn behalten:
särvol — sätvle (säule) seele, frbfor — fr 6 fr e trost, rvöcor —
rvocre wucher; aber firen — firene Sünde, ides — idese weib etc.
8) Die ursprünglich dreisilbigen abstracta auf got. -ipa
haben im nom. sing, die endung -u, -o wie die kurzsilbigen,
daneben später auch eine gekürzte form auf -&; cybt^u und
c^&(Ö), ahd. Candida geschlecht, verwantschaft, strengten und
stren^tS, ahd. strengida k^aft, gesyntu, ahd. gisuntida gesund-
heit, iabmettu demut, ofermeitu Übermut, ahd. *dtmuotida,
*ubarmuotida, und weortimyni, urspr. -mundipa rühm. Beide
formen dringen allmählich auch in die casus obliqui des sing.,
namentlich in den acc. ein, welche ursprünglich der regel
folgend nur -e hatten.
Anm. 2. Dies Übergreifen des -u ist vermutlicli durch die abstracta
auf 'U § 279 veranlasst worden.
4) Wörter auf h verlieren dieses vor vocalischef endung,
worauf eventuell eontractionen eintreten (§ 242): snearh —
sniare seite, Udh — lea hain.
Anm. 3. leah hat spätws. oft gen. ISa^e etc. nach dem mnster der
Wörter auf ^y auslantend h, § 214, 1; daneben ist es später oft m. Ua,
gen. nom. acc. pl. le(is und seltener gen. le'ages in zusammengesetzten Orts-
namen. — Auch slöh n. m. hat bisweilen gen. dat. sing, slö f., § 242.
Anm. 4. brü braue, hat nom. acc. pL brüa und brüwa, dat. brüum
(= brüm?) und brütvum, gen. brüna,
b) jä'Siämme.
§ 256. Die ursprünglich kurzsilbigen sind durch die ge-
mination des dem j vorausgehenden consonanten (§ 227) alle
langsilbig geworden und unterscheiden sich in der flexion nicht
mehr von den ursprünglich langsilbigen. In bezug auf die
endungen gilt alles in § 252 bemerkte, soweit nicht ausdrück-
lich unten anderes angegeben ist.
§ 257. Paradigmen für ursprünglich kurzsilbige: sib{b)
friede, für ursprünglich langsilbige: gierd gerte.
PI. V. N. sibba; -e g^^rda; -e
G. sibba jierda
D. sibbum gierdum
A. sibba; -e gierda; -e
Anm. 1. lieber die Vereinfachung der westgerm. geminaten am
wortende vgl. § 281.
8*
Sing. N. V. sib(b) jierd
G. sibbe gierde
D; sibbe gierde
A. sibbe ^erde
116 §257—258. yÄ-stämme.
Anm. 2. Ein gen. pl. auf -ena (§ 252, anm. 4) findet sich bei den
y^-stämmen nicht. — üeber vereinzelte genetive sing, auf -es s. § 252
anm. 2.
Anm. 3. Von den langsilbigen reinen ^-stammen unterscheiden
sich die J^-stämme in der flexion nur durch das gänzliche fehlen des
schwachen gen. pL, ausserdem durch den durchgängigen t-umlaut der
Wurzelsilbe. Von den langsilbigen t-stämmen § 269 trennt sie der acc.
sg. auf -e,
258. 1) Wte sibb flectieren an einsilbigen Wörtern z. b.
noch ben todeswunde, brycg brücke, cribb krippe, ecg schneide,
fit abschnitt eines gedichtes, heii höUe, hen henne, nyt nutzen,
scecc streit, secg schwert, syll schwelle. Ihnen schliessen sich,
was die Verdoppelung des endconsonanten vor vocalischer
endung betriflft, einige ableitungen auf -/, -n und -s an, wie
condel leuchte, ^den göttin, wiergen Wölfin, byrtSen bürde, rcbäen
anordnung, hce^tes hexe, forlegis ehebrecherin, Lindis npr. die
landschaft Lincoln, gen. condelle, tviergenne, byrbenne, hceg-
tesse u. s. w.; desgleichen die abstracta auf -nes, gen. -nesse,
wie hänfnes heiligkeit.
Dagegen haben einige ableitungen auf t, nämlich hymetu
hornis (himiiu Erf., humitu Corp.), ielfetu schwan (celbitu Ep.
Corp.), *iiegetu blitz {ligiiu Ps.) in der älteren spräche nom.
sg. auf -u nach einfachem t, während die casus obliqui das
t verdoppeln, Hgette etc. (doch Ps. legite).
Anm. 1. Hierher ist auch wol das fremdwort lempedu lamprete, zu
stellen. — Später finden sich auch verkürzte nom. wie hymet sowie
durchgehende schwache flexion von hyrneiie, yl feite, gen. -an etc.; über
liegii ntr. s. § 248, 2. — Statt -nes, -nis, -nys begegnet spät auch ver-
einzelt im nom. sg. -nisse, -nysse.
Anm. 2. u im nom. sg. zeigen auch ^owu schaf (got. *afvi) neben
ewe, e'otve, gen. eowo und ewes, e'otves, und tSdowu dienerin, got. fnm,
nel^n tSeoroe, zu welchem letzteren auch schwache formen, gen. tSeo-
rvan etc., entwickelt werden.
Auch die movierten feminina auf -en nehmen später bisweüen die
nom.-endung -u an, ^ydenu, tSinenu, mennenu dienerin, mynecenu nonne;
auch begegnen wieder schwache formen, wie nom. nefene neptis, fl. ^yde-
nan etc.
Anm. 3. Die doppelconsonanten der abgeleiteten Wörter werden
in jüngeren texten oft vereinfacht, -rädene etc., § 231, 4.
Anm. 4. Hierher gehört auch ws. cndoris, gen. (m^'om^^ geschlecht
(so auch B^; cne'orisn Blickl.). DafUr erscheint north, cne'o-, cneuresu,
'0, -a, -risso, -rise, auch -reswu, -ö, pl. -reso L, -reswo R* etc.
§258. y^-stämme. §259—260. w^-stämme. 117
2) Zu gierd stellen sich weiterhin z. h. cex axt (Ps. ceces,
north, acas), hild kämpf, hind hindin, ä^Ö beute, wylf Wölfin,
^& woge , und einige ableitungen mit s, wie blitSs, hliss freude,
lit5s^ liss gnade, milds, milts erbarmen.
Anm. 5. In ieg, ig (e'g) insel (altn. ey, eyjar) ist das ableitende
j als g erhalten. — üeber bend s. § 266, anm. 2.
c) tvä'Siixame»
§ 259. Die Wörter mit langem vocal oder diphthongen
flectieren regelmässig wie die einfachen 4-stämme: stdw (stöu)
ort, hreow reue, ireow treue, gen. stowe, hreorve etc.
Anm. Ohne tv erscheinen ^rea drohung, leid (aus *t5räwu, *tfräu,
vgl. Ep. thräuu, ahd. drärva) und cle'af cleo klaue (aus *klänni, *kldu,
ahd. kläwa § 112). Das erstere ist indeclinabel, ausser im dat. pl. tSream,
tfre'aum, oder flectiert seltener als schwaches m. nach § 277, anm. 2. Von
cle'a ist noch acc. pl. clea, cleo, dat. cle'am und poet. cläm belegt; daneben
steht neugebildetes und regelmässig wie giefu flectierendes clärvu, —
Ueber ea s. § 284, anm. 4.
§ 260. Als paradigmen der Wörter mit einem consonanten
vor dem rv können dienen headu kämpf, mdd wiese:
Sing. N. beadu m^d | PI. N. beadwa, -e m8ed(w)a, -e
G. beadwe m£ed(w)e I G. beadwa msed(w)a
etc.
Wie headu gehen die kurzsilbigen nearu not, sceadu
schatten, sinu (sionu) sehne, und die pl. tant. geatwa rüstung,
froetrva schmuck; wie mcdd die langsilbigen l&s wiese, bl6d{es)'
Ices aderlass, rcbs ratschlag(?).
Anm. 1. Gelegentlich erscheint bei den kurzsilbigen ein vocal vor
dem w, headowe, nearowe, geatewa, frcetewum etc.
Anm. 2. sceadu (daneben auch n. scead, pl. sceadu) flectiert ge-
wöhnlicher, sinu ziemlich oft nach giefu § 255, gen. sceade, sine etc. —
Von geatwa begegnet im Leidener rätsei ein dat. pl. geaium und urkund-
lich ein nom. pl. hergeatu. — Ueber north, cneureso s. § 258, anm. 4.
Anm. 3. Die langsilbigen haben im nom. sg. das -u regelmässig
aufgegeben (doch begegnet ein neugebildetes nom. blödlaswu neben
hlödl^s) und danach schon in alter zeit auch flektierte formen ohne w
entwickelt. — Von mcbd begegnet alt im dat. meda wie von einem
^-stamm, § 274.
3) Die /-declination.
§ 261. Die i-declination enthält auch im ags. fast nur
masculina und feminina, da einige Wörter welche urspiUnglich
118 § 2Q1 — 263. f-declination: a) Masc. nnd neutra.
neuti*a waren, wie mere, mene, ele (und here, ege, hete, sige,
s. § 263, anm. 4) zum loascnlinum übergetreten sind.
Die Wörter dieser declination ausser den masc. Seaxe, leode
§ 264, den femininis meaht neben mihi (Ps. north, mceht) und
gesceaft gesehöpf, geöeaht g^danke (beide auch n.) und dem
neutrum spare § 262 f. haben in allen casus i-umlaut, wenn
die Wurzelsilbe dessen fähig ist; derselbe dient vielfach allein
zu Unterscheidung dieser Wörter von denen der o-declination,
mit welcher sich die masculina stark berühren.
Die mascuUna und neutra mit kurzer Wurzelsilbe gehen
im nom. acc. sing, auf -e, die entsprechenden feminina auf -m
aus; alle langsilbigen i-stämme enden dagegen auf einen con-
sonanten ohne unterschied des geschlechts.
a) MascuUna und neutra.
1) Eurzsilbige.
§ 262. Paradigmen: masc. wine freund (urgerm. rvini-z),
neutr. spare Speer.
masc. ntr.
PL N. V. A, wine ; -as speru
G. wina, winig(e)a spera
D. winum sperum
§ 263. 1) Hiernach gehen an masculinis z. b. here gerste,
dene tal, ele öl, hefe gewicht, hege hag, mene haisschmuck,
mete speise, sele saal, stede ort (daneben styde, bes. kentisch,
north, styd, anm. 5), ciele kühle, Äö?/e mann, hype hüfte, hyse
Jüngling, hyre söhn, hyge, myne sinn, pyle pflihl, ryge roggen,
byle Sprecher, dile anethum, tvlite gesiebt; Dene pl. Dänen
(sing, im compositum Healfdene), und eine grosse anzahl von
verbalabstractis, wie drepe schlag, ece schmerz, ege $chreck,
heie hass, siege {slcege) schlag, stoepe schritt (pl. sicepas etc.,
erst spät auch stapas), hite biss, hlice blick, crvide rede, gripe
griff, {(Bt-, on')hrine berührung, scride schritt, sige sieg, slide
fall, snide schnitt, stice stich, stride schritt, swile, swyle ge-
schwulst, oftige Weigerung, hryce bruch, bryce brauch, hryne
brand, hyge biegung, hyre, gehyre ereignis, gelegenheit, cyme
ankunft, cyre wähl, drype schlag, dryre fall, dyne lärm, flyge
flug, gryre schreck, gyte guss, hryre fall, lyge lug, lyre vertust,
forenyme praesumptio, ryne lauf, scyfe Schub, scyte schuss, sype
masc.
neutr.
Sing.N.V. A. wine
spere
G. wines
speres
D. wine
spere
I. wine
spere
§ 263. t-declmation : a) Masc. und neutra. 119
trank etc.; und die abstraeta auf -scipe -sehaft, wie freondscipe
frenndschafL
2) An neutris gehören hierher noch sife sieb, ofdele ab-
hang, gedyre türpfosten, of ersiehe oberschwelle, (yrle^e Schicksal,
wlcßce lauheit, und wahrscheinlich auch gemyne Sorgfalt, gedyne
lärm, gewile wille, deren geschlecht zweifelhaft ist.
Anm. 1. In den ältesten quellen geht der sing, ausser dem gen.
auf 4 aus; vgl. § 246, anm. 1.
Anm. 2. Die eigentliche endnng des nom. acc. pl. der masc. ist -e,
älter -t (vgl. got. gasteis und § 44, anm. t); die endung -as ist aus der
o-declination eingedrungen, aber häufiger als -e, — Im gen. pl. überwiegt
durchaus die form auf blosses -a. Die endung 'ig(e)a, -ia ist nur bei
Denig(e)a, fvini^(e)a belegt.
Anm. 3. Einige Wörter treten mehr oder weniger in die yö-decli-
nation über, indem sie den einfachen consonanten am ende der Wurzel-
silbe verdoppeln (vgl. § 227 und 247), und demgemäss im nom. acc. sing,
das -e fallen lassen. So bildet meie ws. regelmässig den plural mettas
(seltener einen sing, meii^ meiies), hyse hat hysas und hyssas (auch im
sing, hysses etc.); neben dyne steht dynn, dynnes, neben ofdele north.
Cef d cell; neb^n gewUe gewöhnlich gewilL Abweichend gewif Schicksal,
gen. gervifes, pl. gewi{o)fu, neben gervef gewebe, sei saal, pl. selu neben
scel n., sele m. und salor (n.?).
Anm. 4. bere, ege, heie, sige und vielleicht noch einige andere
waren ursprünglieh wol neutra auf -iz (vgl. got. *hanz in barizeins, agis,
hatiSy sigis), welche aber wie masculina auf -i-z behandelt wurden; auch
die erhaltenen neutra gehörten wahrscheinlich ursprünglich der tz-klasse
(§ 288 ff.) an, auch spere, welches in ältester zeit in compositis als speru-
erscheint, und wol die suffixstufe -z repräsentiert, § 128. 288 ff. *- hcele
{h€ele?\ das nur im sing, vorkommt, ist aus der cons. declination hierher
Übergetreten, § 281, 1. Ganz vereinzelt wird auch ele als n. statt als m.
gebraucht.
Anm. 5. Im north, werden die nom. acc. s^. dieser Wörter, soweit
die wenig zahlreichen belege erkennen lassen, in der regel verkürzt: rvlit
gesiebt, met(t) speise, sig sieg (auch gisig n.), lyg lüge, styd n. ort;
als pl. dazu begegnet metas E^ und schwach met{t)o L (daneben mett
L, meie R', wenn dies nicht singularformen sind) und styde. Auch in
der composition verlieren diese Wörter im north, ihr e, sigbeg corona,
sigfoest siegreich, slydfcest standhaft, unstydful abtrünnig, metbcelg
speisesack, etc. In der älteren spräche scheint jedoch die Verkürzung
auf die Wörter sige und hyge beschränkt gewesen zu sein, vgl. eigen-
namen wie Sigre'd, Sigmund, Hygbei^ht, Hygläc, oder Wulfsig, Hünsig
neben jElfuini, Atduini, Siguini, oder Bysiuulf, Hysimon, Uinibald, Uini-
läc u. dgl. (Lib. Vitae).
Anm. 6. Von den kurzsilbigen jo-stämmen wie here § 246 unter-
scheiden sich die kurzsilbigen t-stämme durch das gänzliche fehlen des
120 § 263—266. t-dedination : a) Masc. und neutra.
-({gy in einigen casus des sing, und pl. (sowie teilweise durch die ver-
schiedene endung des nom. acc. pl.), von den langsilbig gewordenen wie
secg § 246 durch das -e im nom. acc. sing, und plur. und den einfachen
consonanten am ende der Wurzelsilbe.
Anm. 7. Die flexion der kurzsilbigen f-stämme zeigt auch das pl.
txnt, 'Ware, -a -leute, wie Römtvare, Canttvare etc. (daneben BXLch-wareis
und schwach -tvaran); ursprünglich aber war dasselbe wol ein pl. zu dem
sing, 'tvaru volk (zu § 252).
2) Langsilbige.
§ 264. Bei den langsilbigen masealinis sind nur dürftige
reste der alten flexion im plaral erhalten geblieben, vgl. das
paradigma Engle pl. Angeln (urgerm. stamm angli-),
PI. N. V. A. Enjle
G. En^la
D. Enjlum
So gehen noch einige eigennamen wie Seaxe Sachsen
(§261), M^rc^ Mereier, Dere Deirier, Beornice Bernieier, Nort5{ati)'^
Süt5-hymbre Northumbrier etc., auch die fremden Egipte, Crece,
Perse etc. (neben Crecas, Perseas)\ ferner finden sieh die plu-
rale ielde, ylde menschen, ielfe elfen, leode leute (§ 261).
Selten findet sieh in der poesie auch -a für nom. acc. pl.,
wie leoda.
Anm. Einige der völkemamen, besonders Seaxe und Mierce, liaben
im gen. plur. meist eine schwache form auf -na; Seaxna, Miercna (selten
'ena)\ seltener findet sich schwache flexion auch in andern casus.
§ 265. Die übrigen hierhergehörigen masculina haben
ganz die endungen der o-declination angenommen und sind
von den ö-stämmen nur etymologisch und durch den e-umlaut
der Wurzelsilbe (und durch die palatalisierung auslautender
gutturale, § 206, 6) zu unterscheiden. Paradigma wyrm wurm
(urgerm. wurmi-z):
Sing. N. V. wyrm PI. N. V. wyrmas
G. wyrmes G. wyrma
D. wyrme D. wyrmum
A. wyrm A. wyrmas
I. wyrme
§ 266. Hierher gehören noch bend bände, bielg balg,
dcel teil, ent riese, fierst frist, /yrs Stechginster, giest gast,
gl^m glänz, hyll hügel, lieg flamme, lyft luft, mdrv möve, sdl zeit,
stetig Stange, streng sträng, byrs riese, rvdg woge, wiell brunnen,
§266—267. t-declination: a) Masc. und nentra. 121
und eine reihe von verbalsubstantivis, wie hrygd sehwung,
hyrsi schaden, cierr Wendung, cierm klage, drync, drinc trank,
dynt schlag, feng griflf, flyht flug, hlyst gehör, hwyrft Wendung,
hyht hoffhnng, lec blick, slieht mord, smiec geruch, stenc geruch,
stiell sprang, sweg lärm, sweng schwung, swylt tod, tyht er-
ziehung, t5yrst durst, rvrenc drehung, ranke, wyrp wurf, (&rist
{i&rist?) auferstehung, dbspryng quell, etc.
Anm. 1. lieber formen wie stven^eas neben swengas s. § 206, 6.
Anm. 2. bend hat nom. acc. pl. neben bendas auch (vorzüglich
anglisch?) berida, bende, wozu wahrscheinlich ein sing, bend f. nach
§ 257 (got. bandi) anzusetzen ist. Andere Wörter schwanken nach der
flexion der feminiua § 268, wie terist, dspryng, lyft (spät auch n., pl.
lyftu), hlyst, säl n. a.
Anm. 3. sdb meer (got. saiws) flectiert teils als m., gen. säs, dat.
scB^ nom. acc. pL scbs (Ps. scBas\ gen. scewa (?), dat. scem {S6ervnm\ teils
als fem., gen. dat. s^ (gen. auch s€bs\ nom. acc. pl. sa etc. (vgl. § 269,
anm. 3). — Das fremdwort dry zauberer (aus kelt. drüi) hat gen. drys,
(spät auch dryes), dat. dry, nom. acc. pl. dryas, gen. dryra{7), dat dryum,
Anm. 4. Ueber brcbw (angl. bre^) — bräarv s. § 111, anm. 2.
§ 267. Ursprüngliche neutra dieser klasse fehlen. Da-
gegen haben einige Wörter, welche ursprünglich anderen decli-
nationen zagehörten, im ags. einen fiexionstypus entwickelt,
der hierher gestellt werden kann, insofera sie durchgehenden
2-umlaut und consonantisch ausgehenden nom. acc. sing, haben,
wie die entsprechenden langsilbigen masculina und feminina
der /-declination.
Hierher gehören a) ursprüngliche neutra, wie flcesc
fleisch, flies vlies (angl. fleos\ hcel heil, Mit schwertgriflf, Ithn
leben, hreti rühm (m.?), ferner bildungen mit ge-^ wie z^ßi
fllgung, gehield (Ps. north, ^ehcpld) custodia, observantia, gehlyd
lärm, geresp tadel, geswinc plage, gewed wut, zeswyrf(J) feil-
spähne, gegrynd grundstück, gedwild Irrtum, gehndst das
stossen, auch wol ^dcyrf stück, abschnitt, felcyrf vorbaut
(m.?). Dieselben flectieren wie cynn § 246 (dat pl. geswincium
nach § 206, 6).
Anm. 1. Neben diesen formen begegnen zum teU auch solche ohne
i-umlaut, wie gefög, geheald, gehnäst, oder nebenformen mit r, wie
hdlor, hrötSor; hiemach ist es wahrscheinlich, dass diese Wörter ursprüng-
lich zu den 0^-^5-stämmen gehörten, s. § 288 fT.
b) Ursprüngliche feminina, namentlich wieder bil-
dungen mit ge-\ beispiele: gebyrd geburt, gecynd geschlecht,
122 § 267 — 268. t-declination: aX Masc. und neutra. b) Feminina.
^ehygd andenken, oferhygd Übermut, gemynd andenken, genyht
genüge, gebyid geduld, gewyrht tat, forwyrd verderben, fulrviht,
fvihuht taufe, grin schlinge, wiht , wuht ding. Bei diesen
ist weibliches geschleeht und demgemäss flexion nach § 269
noch oft, zum teil überwiegend, erhalten; als neutra flectieren
sie im allgemeinen wie cynn § 246 oder word § 238, haben
aber im nom. acc. pL, soweit belegt, meist die endung -w, -ö,
wie gehygdu, oferhygdu, gewyrhtu, grinu, rvihiu; doch begegnen
von einigen auch endungslose formen, wie gecynd neben
gecyndu.
Anm. 2. Ebenso erscheinen in neutraler form die pluralia tantum
^ifiu hochzeit, ^edryhiu elementa, ^ehyrstu (neben gehyrste) rtistung,
die ursprünglich feminina sein müssen. In späten texten nehmen gelegent-
lich auch noch andere feminina der t-declination die neutrale pluralendung
-u an, z. b. lyftu, wistu, samrvistu zu lyfl luft, wist schmaus, samwist
Verbindung.
Auch das umlautslose gesceaft, nach auswels der verwanten sprachen
ursprünglich ein fem. (vgl. § 261. 269), daneben aber im ags. auch n.,
bildet einen pl. gesceaftu neben gesceafie, -a, nach § 252 ; über getfeaht
s. § 261. 269.
Anm. 3. wiht in der bedeutung 'wesen, creatur' istwol stets fem.,
und bildet den erwähnten pl. wihiu erst in später zeit (vgl. anm. 2);
dagegen nimmt das wort in der verallgemeinerten bedeutung von *ding,
etwas*, frühzeitig neutrales geschlecht neben dem fem. an. lieber die
zusammengesetzten närviht etc. s. § 348.
Anm. 4. Neben gecynd f. n. bestehen noch zwei weitere, wahr-
scheinlich erst aus dem pl. gecyudu erschlossene singularformen, nämlich
gecynde n. nach § 246, und gecyndu, -o sw. f. nach § 279; ebenso ist
neben gebyrd auch ein schwaches gebyrdu, -o entwickelt worden.
b) Feminina.
1) Kurzsilbige.
§ 268. Nur wenige, zum teil unsichere, reste sind er-
halten: defiu tal(?), fremu nutzen, und vermutlich hylu hölung,
-le^ hinlegung, ende, und -Jieru rettung, in ealdor-, feorhlegu
resp. -neru, deren nominative .nicht belegt sind.
In der flexion haben sich diese Wörter ganz an die kurz-
silbigen (ä-stämme wie giefu § 252 angeschlossen; nur kommt
vereinzelt noch ein nom. sg. dene vor, der die alte endung
der 2-stämme (urgerm. nom. dani-z) erhalten haben könnte.
§ 269. t-declination: b) Feminina. 123
2) Langsilbige.
§ 269. Paradigma: hen bitte (urgerm. höni-z).
Sing. N. V. b6n PL N. V. b6ne ; -a
G. b6ne G. b6na
D. b6ne D. b6nutn
A. b6n A. b6ne; -a
. I. b6ne
Dieser declination folgen z,h,henc bank, cwen frau, dryht
sehaar, hyd haut, lyft luft, nied not, tid zeit, t5ryti kraft, wen
hoflfhung, rviht, wuht ding, wynn wonne, wyrd geschiek, fvyrt
kraut, Wurzel, b^sen gebot (gen. hysne etc.), €e{Tv) gesetz, ehe,
und viele verbalabstracta (mit ursprünglichem suffix 'ti\ z. b.
dckd tat, fierd fahrt, ^led glut, sped gedeihen, gehygd, gemynd
gedenken, gewyrht tat, geöyld geduld, (sht besitz, meaht, mihi
macht (§ 261), est gtinst, wist das sein, ^st stürm, (srist aüfer-
stehung, u. a. Ohne umlaut erscheint regelmässig gesceaft
Schöpfung, geschöpf, geöeaht gedanke (beide auch n. § 261).
Anm. i. Die en düngen dieser declination sind dieselben wie die der
^-declination ausser im acc. sing., welcher dort -e hat; auch diese endung
dringt (früh und in weitem umfange im northumbrischen, später und an-
fangs seltener im westsächs. und kent.) in die t-declination ein, z. b. tide,
ctvene etc.
Anm. 2. Die älteste und eigentliche endung des nom. acc. pl. ist
-i (mcecii hymn. Caedmons, vgl. got. mahtets)^ welches später zu -e wurde
(§ 44). Daneben findet sich aber schon frühe auch -ce nach der ^decli-
nation (uuyrdae Ep.). Im Beda begegnet vereinzelt -o, wie ahto, scyldo,
Anm. 3. <§ ist im ganzen sing, und nom. acc. pl. indeclinabel,
daneben bestehen gen. dat. sg. cRwe, wozu auch ein nom. acc. cdw ge-
bildet wird; einige texte scheinen zwischen cr gesetz, und äw ehe, zu
scheiden; über sä s. § 266, anm. 3.
Anm. 4. lyft und ärist und einige andere sind auch masc, § 266,
anm. 2, gecynd, gehygd, gemynd, gewyrht, tviht, wuht etc. auch neutra,
§ 267, b. — duguZ tugend, ^^<?g^w& Jugend, und ides weib, welche sonst
der 2-declination angehören, folgen im ags. der <l-declination, § 252;
seon, syn gesicht, onsion anblick, antlitz, hat ws. noch öfter acc. sg.
seon, im Ps. und north, aber stets -e nach der ^-declination (onsiens Ps.).
Anm. 5. Im north, erscheinen viele dieser feminina auch als neutra,
vgl. § 251, anm. An besondem ab weichungen der flexion sind anzumerken
der gen. sg. auf -es in Lind, und Rit., iides, dedes etc., Bouterwek, North,
ev. CLX. f. (so auch vereinzelt spätws., vgl. auch § 252, anm. 2.) und
schwacher plural, wie nom. acc. tido, de'do, gen. iidana, dedana etc.
124 §270—272. w-declination.
4) Die 2^-declination.
a) Masciilina.
1) Eurzsilbige.
§ 270. Paradigma sunu söhn (urgerm. mnu-z^ got. sunus).
Sing. N.V. sunu, -o; -a PL N. V. suna; -u, -o
G. suna G. suna
D. suna; -u, -o D. sunum
A. sunu, -0; -a A. suna; -u, -o
J. suna
§ 271. Die zahl der dieser declination folgenden Wörter
ist ziemlieh beschränkt. Darchflectiert erscheint neben sunu
nur noch rvudu holz; von meoäu met, begegnet ausser nom.
acc. sg. noch ein dat. meodu-^ -o, von ma^u knabe ein nom.
acc. pl. magas. Nur im nom. acc. sg. sind belegt hrego (breogo)
herscher, heoru schwert, lagu see, siodu sitte, spiiu bratspiess.
Die Wörter friobu friede, und liobu glied (got. fripus, lipus)
erscheinen als w-stämme nur noch im ersten gliede von com-
positis; sonst gelten friobu f. (nach § 279) oder frib n. (nach
§ 239, 2) und Hb n. nach § 239, 2); ebenso nur cwib bauch,
für got. qipus. Für got skadus schatten, begegnet ebenso sceadu
f. und scead (angl. scoed) n. nach § 253 und 240.
Anm. 1. Im nom. acc. sg. tritt -a für -u, -o erst spät ein. — Im
gen. sg. findet sich später auch die endung -es nach der 0-declination,
wudes, desgleichen im nom. acc. pl. -as, tvudas, sunas. Von sunu be-
gegnet spät auch ein schwacher plural sunan im anschluss an den späten
nom. sg. auf -a.
Anm. 2. Die north, formen sind sg. nom. acc. sunu (seltener -o, -a,
-e) L, sunu, -e R^; gen. sunu L, sunu, -e, -ce R\ sunu R^; dat. sunu, -e
L, sunu R\ sunu, -o R*; pl. nom. acc. sunu, -o, -a L, sunu, -ce, -as, -es
R*, sunu, -0 R*, gen. sunu, -o L, sunu, -ena R*, suno, -una R', dat. sunum.
2) Langsilbige.
§ 272. Die langsilbigen Wörter warfen nach § 134 im
nom. acc. sing, das -u ab und gerieten dadurch mit den o-
stämmen in berührung, deren flexion sie denn auch zum teil
angenommen haben. Als paradigma kann dienen feld feld:
Sing. N. V. A. feld PI. N. V. A. felda; -as
G. felda; -es G. felda
D. feldä; -e D. feldum
I. felda; -e
§273—274. ti-declinatioiL 125
§ 273. Beste dieser flexion zeigen häufiger noch die
Wörter feld feld, ford fürt, weald wald, und die mehrsilbigen
sumor Sommer; winter winter, ceppel apfel (?), seltener eard
Wohnsitz, hdd person, stand, rang, weseu, hearg hain, seatS
brunnen, und -gdr speer, in eigennamen wie Wihtgär. Die
übrigen Wörter, welche sonst der u-declination zugehörten,
sind ganz in die o-declination übergegangen {ar böte, dic^
tod, feorh leben, flöd flut, scield schilt, Öom dorn, wäg wand,
hun^or hunger, u. s. w., = got. airus, daupus^ fairhwuSy flödus,
skildus, paumus, waddjus, hührus, und die zahlreichen verbal-
substantiva auf -(w)öÖ, -(w)aÖ = got, -ödus).
Anm. 1. North, finden sich auch noch die dative deotSa und wonga
und selbst einige beispiele von ursprünglichen o-stämmen, wie binna
krippe, s. Bouterwek, North, ev. CLXIII.
Anm. 2. Der gen. sing, auf -a ist nur spärlich belegt (hdda, LicciU
felda Beda, nnnira, Wthtgära Chrön.), der nom. acc. pl. wie es scheint
nur durch das ziemlich häufige hear^a und appla (anm. «3). Dagegen ist
der dat. instr. auf -a in den älteren texten noch häufig, doch wird er
später auch durch das -e der o-declination verdrängt.
Anm. 3. winter ^ welches im sing., soweit dies erkenntlich ist,
stets männlich gebraucht wird, hat im nom. acc. pl. die neutralen formen
tviniru und tvinter, — ceppel flectiert im sing, ganz nach der o-declination,
hat aber im pl. neben (ßp(p)las gewöhnlicher mit unregelmässigem vocal
in der Wurzelsilbe' ajp(p)/a^ später auch ap{p)lu, welches wie tvintru neutral
gebraucht wird.'
Anm. 4. In der ältesten spräche erscheint ausnahmsweise auch bei
langsUbigen noch vereinzelt ein nom. acc. sg. auf -u: cetgäm speer Ep.,
flödu flut, olwfwolpu npr. (1. wolf-) auf runeninschriften.
b) Feminina.
§ 274. Von solchen sind nur noch wenige übrig geblieben.
Paradigmen sind dum tür, hond band. Ihre flexion ist die
folgende:
Sing. N. V. A. duru hond PI. N. V. A^ dura; -u honda
G. dura honda G/ dura honda
I. D. dura; -u; honda D. durum hondum
Wie duru geht noch nosu (altkent. nasii) nase, wie hond
noch flor flur, boden, und cweom mühle.
Anm. 1. Seltenere nebenformen sind gen. dat instr. sg. dure, nose,
dat. dyru, dyre mit t-umlaut, und gen. dat. hond. — flör hat im gen. dat.
sg. auch flöre (doch acc. sg. stets flör) und wird ausserdem auch als masc
gebraucht (nach § 273). — cweom . folgt gewöhnUcher der 4-declination,
126 § 274—275. tt-declination. § 276. Schwache declination.
gen. dat aoc. sg. cweome; daneben besteht auch ein swf. cweorne
nach § 278.
Anm. 2. Die north, formen sind: a) von dum (auch m. und n.):
sg. nom. duru, -o, -a L, dure R', dura R*, acc. duru, -e L, duro, -a
ß», dat. duru, -o, -a L, dure R*, dura R*, |pl. nom. acc. durö, L,
duru R*, duro R'; -r- b) von hond: sg. nom. acc. hond, dat hond, -a
L) honda R, pl. nom. acc. hond, -a, -o L, honda R\ hond(a) R',
dat. hondum,
c) Neutra.
§ 275. Eine selbständige u-declination des neutrums gibt
•
es im ags. nicht mehr. Der einzige rest ist Ps. north, feolu,
feolo und ws. feola, fela viel, ersteres ein erstarrter nom.-aec.,
letzteres wohl erstarrte form der ttbrigen casus. Got. faihu
vieh, ist ws. kent. feoh, fio, Ps. north, feh, welches ganz der
0-declination folgt (§ 242).
H
B; Die n-stämme (schwache declination).
§ 276. Die drei geschlechter unterscheiden sich fast nur
noch im nom. voc. sg. (welchem im nentrnm der acc. gleich
ist); derselbe geht beim masc. auf -a, beim fem. auf -e oder u
§ 279, beim neutrüm auf -e aus. Paradigmen sind m. ^ma
mann, f. iunge zunge, n. eage äuge.
masc.
S. IJ. V. guuia
G. guman
D. I. gnman
A. juman
PI. N. V. A. juman
G. jumena
D. ^umum
fem.
tunge
tunjan
tnnjan
tunjan
tunjan
tunjena
tunjum
ntr.
^a^e
^agan
^ajan
^a^e
^ajan
^agena
^ajum
Anm. ]. Neben -an begegnet in einigen texten auch -or^; neben
-ena im gen. pl. steht selteiner -ana, -ona (vgl. anm. 2, schluss). — Lang-
silbige Wörter auf r und ^ , selten andere, synkopieren gern das e, ärna,
Idrna, äarna, sorgna, äagna> Vereinzelt findet sich spät -an wie eastran,
ccBgean, oder -enan, wie e'agenan, und stark -a, wie bcedstra, prica,
uama,
Anm. 2. Im north, fehlen durchgehends die auslautenden -n (nur
in R^ sind dieselben teilweise erhalten), und die vocale der endsilben
schwanken vielfach. Das masc. hat im nom. gewöhnlich -a, seltener -e,
'CB, gen. dat. acc. sg. und nom. acc. pl. bei einigen Wörtern stets -a, bei
andern wechselnd -a, -o, -u, letzteres namentlich in R^ seltener -e, -cb;
dazu kommt öfter in Lind, und Rit. ein stark gebildeter gen. sg. auf -es,
•iBf^ seltener ein nom. acc. pl. auf -as.
y
§276 — 27S. Schwache declination : Masc. und fem. 127
Noch stärkeres schwanken herscht im femininum: nom. sg. meist
-d, daneben -a; gen. -a, -e» daneben -es, -ces in Lind, und Bit., dat. acc.
sg. -a, -e, nom. acc. pl. -a, -o, -e, auch nach art starker masc. -as; ab-
weichend von den übrigen hat eort5u erde, meist -w, -o statt der übrigen
angeführten endvocale (auch stets so im nom. sg.) ausser in E', welches
auch beim fem. noch einige formen auf -an besitzt. Zudem schwanken
die fem. vielfach zum neutr. geschlecht hinüber.
Im neutrum begegnen nom. dat. sg. eare, nom. acc. pl. earo ohr
L, -an R', -a, -u R, gen. -o R^, dat. -um, und nom. acc. sg. e^o {-e)
äuge L, -e R', -o^ -u R*, dat e'go L, -e R*, nom. acc. pl. ego L, -a«, -u,
-e R', -0 R2, dat -um.
Die endung des gen. plur. aller geschlechter lautet neben -ena
sehr oft -ana, auch -ona, selten -una, hie und da auch -a wie in der
starken declination.
1) MascuUna.
§ 277. Wie g;uma geht eine grosse anzahl von Wörtern,
z. b. g(>ma gaumen, hona hahn, mona mond, nefa neffe^ sefa
sinn, iiona schade, creda credo, namentlich aber viele nomina,
agentis, wie bona mörder, hunia Jäger, wi^a kämpfer, etc.
Anm. 1. oxa ochse, hat im nom. acc. pl. (Bxen, exen neben oxan;
gen. oxna, dat. oxum und selten oxnum, das pl. tantnm hitvan, higan
(north, higu) genossen, familie, im gen.pl. hina neben higna und hitvna,
— Von tiefa neffe, enkel, begegnet spät dat. pl. nefenum.
Anm. 2. frea herr, gefe'a freude, tSräa plage, le'o löwe (north.
le'a, gen. le'as), (tve'o zweifei (spät auch twy und iwyn, north, iud und iuta,
vgl. § 156, 3), Swe'on pl. Schweden; gefd feind, rä reh, contrahieren
durchgehends den vocal der wurzel- und der ableitungssilbe zu den diph-
thongen e'a, eo resp.' zu «, gen. etc. fre'an, gen. pl. le'ona, gefdna,
Srveona, dat läom, Sweom, gcfäm^ dooh auch leoum u. dgl, §11^? ^^"^* ^*
An zweifelhaften worten gehören hierher noch flea floh, das auch
f. sein könnte, meo pedule (pl. me'on), *ceon pl. kiemen {eian £p.), *sceo
Schienbein {scia £rf. Corp., north, pl. sciu L, scia, scice R^).
Anm. 3. Neben frea steht seltener uncontrahiertes frigea; tSrda
ist gewöhnlicher stf. nach § 252 ; leo bildet neben seinen regelmässigen
formen später gewöhnlich dat. pl. le'onum und im dat. sg. vereinzelt leone
oder le'onan.
2)
§ 278. Die anzahl der feminina, welche wie tunge flec-
tieren, ist geringer als die der masc. Beispiele von langsilbigen
sind : eort5e, folde, hrüse erde, heorte herz, sunne sonne, meorvle
Jungfrau, ncbdre natter, srvealwe schwalbe, von kurzsilbigen
128 § 278—279. Schwache declination: Feminma.
bune (büne?) krag, ceoie kehle, cHÖe^ clife klette, cwene fr au,
cwice quecke, miere {miere? vgl § 218) stute, piose, pise erbse.
Anm. 1. Die meisten kurzsilbigen Wörter nehmen im nom. sg. be-
reits ziemlich frühe die endung -u von den kurzsilbigen ^-stammen auf:
cinu spalte, fatfu tante, hosu hose {hosa m. ?), hracu rächen, moru möhre,
peru bime, spadu spaten, stviopu, swipu geissei, tfroiu kehle, wucu
Woche; doch haben die ältesten texte noch die alte endung -e, -throtae,
-morae Ep., hroßce Ps.; hrace und fatSe begegnen auch später noch ver-
einzelt.
lufu liebe, flectiert im strengws. überwiegend (so in Cura past.,
und ausschliesslich so in Aelfric's Hom.) stark wie ^iefu § 252, sonst meist
schwach. Ps. hat auch hier einen alten schwachen nom. lufe erhalten.
Anm. 2. Contractionen , wie § 277, anm. 2, finden sich bei beo
biene (north. b\a, Ps. pl. bian), ceo krähe (ehyae Ep., ciae Erf.), peo
hundsfliege (Ps. pie), rio decke {ryhae Ep., daneben reowe und reorvu),
se'o pupille, fld pfeil, slä schiebe (pl. sldn, daneben stark släh), sld,
sle'a? weberkamm (slahae Corp.), td zehe {dd? rehkuh; mir fehlen
belege für schwache flexion), dd thon (ihöhae Ep.), gen. etc. be'on,
se'on, fldn etc.; td hat tdn und Idan, dat. pl. tdum und jünger idnum;
fld wol nur fldnum, das freilich zu dem öffcer neben fld vorkommenden
fldn stm., § 238, oder stf., § 252, gehören könnte. Die spätere spräche
(Aelfric) hat in ähnlicher weise ein swf. id aus dem stm. idn stab, zweig,
entwickelt. Umgekehrt findet sich auch spät nom. sg. tdn für td zehe.
Anm. 3. Unregelmässige endung hat e'astron, -un (seltener -an)
ostem, welches meist als plurale tantum erscheint: gen. e'astreno, -ana,
auch eastran und stark eastra. Neben dem schwachen eastron steht
auch ein scheinbar starkes eastru, eastro mit neutraler endung, auch
findet sich ein nom. sg. eastre. — North, lautet der nom. acc. eastro,
eostro L, dostru R* {eastran und eastra R*), gen. eastres, eostres L,
eostra, eostro R*, dat. dastroi, eastro L, Sostrum R*. In L gilt das wort
für ntr. sing., in R als plural {tSis eostro Luc. 22, 15 L, tSds eostru R).
Anm. 4. Wie die masc. fleetieren ^emcecca {gemaca) gattin, ^e-
bedda bettgenossin, ^eresta witwe, deren geschlecht zwischen fem. und
m. zu schwanken scheint.
§ 279. Zu der schwachen declination gehören ihrem Ur-
sprünge nach auch die abstracta auf -u, -o, wie brcidu breite,
hSu heil, meniu, menigo menge, strengu kraft, ieldu alter, in-
sofern diese den got. schwachen substantivis auf -ei wie managei
menge, entsprechen. Jedoch haben diese im nom. sing, die
endung -u aus der <J-declination übernommen, und damit die
alte flexion ganz zerstört. Ihre declination ist die folgende:
Sing. N. strengu, -o PI. N. A. strenge, -a; -u, -o
G. \ G. strenja
D. > strenge; -u, -o D. strengum
A. )
§280. Schwache decl.: Neutra. §281. Vereinz. cons. stamme. 129
Anm. 1. Im sing, sind diese abstracta meist indeclinabel, d. h. sie
gehen in allen casus auf -u, -o aus. Der plural kommt nur von wenigen
vor. Der nom. acc. sing, hat auch bisweilen eine gekürzte form, yld
neben yldo alter; vgl. § 255, 3.
Anm. 2. Auch hier haben Lind, und Rit. wieder genetive auf -es,
wie celdes, snytres = ws. ieldu, snytru.
Anm. 3. Der alte ausgang A zeigt sich noch in dem stetigen um-
laut des vocals der Wurzelsilbe, sowie in der palatalisierung vorausgehender
gutturale: menigeo, sirengeo,
3) Neutra.
§ 280. Wie eage geht mit Sicherheit nur noch Sare ohr;
heorte ist fem. geworden.
Anm. 1. Starke Verwirrung zeigt die flexion von tvonge wange,
in folge von Vermischung mit formen des gleichbedeutenden tvenge und
von tSunwenge schlafe , welche beide ursprünglich stn. nach § 248 waren
nom. acc. sg. wonge — menge und tSunwenge — tSunwonge; dat. tSun-
wengan; nom. acc. pl. wongan und tSunwengan neben tfunwongan und
stark gebildetem tfunwonge, -a; gen. tSunwongena und -wonga,
Anm. 2. Spätws. finden sich vereinzelt auch die genitive ^ages
und eares, und der dat. eare. Unklar ist das geschlecht von ühta swm.
oder ühte swn. morgendämmerung (got. ühitvd swf.), welches fast nur in
der alten tormel on ühtan gebraucht erscheint (daneben selten Wendungen
wie ühtna gehwylce, päm ücän ühte),
Anm. 3. lieber die north, declination von eore und ägo s. § 276,
anm. 2.
C) Kleinere declinationsklassen.
1) Vereinzelte consonantische stamme.
a) Maseiilina und neuta'a.
§ 281. 1) Paradigma der masculina: föt fass.
Sing. N. V. A. föt PI. N. V. A. f(§t
G. fötes G. föta
D. f(§t D. f<Stum
I. föte, f6t
Ebenso gehen tdti zahn, pl. tit5^ und mon(n), man{n), pl.
men{n), und ähnlich auch die zweisilbigen heeleb held, mdnaö
monat.
Anm. 1. Neben monn besteht auch ein swm. monna, manna,
welches nach § 276 flectiert, aber meist nur im acc. sg. vorkommt. North,
lautet der acc. stets monno in L, monnu, selten monn in R. Die mit
SieverB, Angelsäohs. grammatik. 2. aafl. 9
180 § 281—283. Vereinzelte consonantische stamme.
-mon zusammengesetzten eigennamen scheinen regelmässig stark nach
§ 238 zu flectieren, z. b. dat Colemanne, Gearomonne,
Wie mon flectiert auch das zusammengesetzte tvifmon weib (später
oft assimiliert wimman), nur dass dasselbe bisweilen als fem. gebraucht wird.
Anm. 2. Von föt, tot! lautet der nom. acc. pl. später (anglisch?)
bisweilen föias, iötfas (so schon einmal fötas Mart., tötfas Ps. neben
öfterem tcet^, von tob' der dat. sg. north, tobe L., der gen. pL töbana,
teeüa L. neben töba L. B.
Anm. 3. Zu dem sonst nur als erstes glied von compositis belegten
ÖS ase, gott, begegnet ein gen. pl. e'sa mit auffälligem i-umlaut.
Anm. 4. hoeleb und mönab haben endungslosen nom. acc. pl. neben
hcelebas {hcehbe) und mön{e)b'as; im sing, aber flectieren sie regelmässig
nach der o-declination. — Der nom. hceleb ist eine neubildung ftir hcBle
(vgl. ealu unter 2); dieser alte nom. ist in die i-declination übergetreten,
§ 263, anm. 4.
2) An neutris fallen hierher das einsilbige scrüd gewand,
und das zweisilbige ecUu hier. Ersteres hat im dat. sg. scryd
(spät scrüd und scrüde), nom. ace. pl. scrüd, gen. scrüda;
das zweite, ein alter ^stamm, wie hceleb und mönab, bildet
gen. dat. sg. {e)älot5^ -ab (north, gen. aipes ßit), gen. pl. ealet5a,
ganz vereinzelt auch nach dem gen. dat. einen ace. sg. ealab.
b) Feminina.
§ 282. An kurz silbigen gehören hierher hnutu nuss/
studu, stubu Säule, hnitu niss. Als paradigma kann dienen
hnutu :
Sing. N. hnutu PI. N. hnyte
G. hnute G. hnuta
D. hnyte D. hnutum
A. [hnutu] A. hnyte
Anm. Der unbelegte acc. sg. hnutu ist nach dem acc. studu, siubu
angesetzt; im gen. pl. begegnet spät auch hnutena. — Von studu, stub'u
sind ausser dem nom. acc. (daneben die endungslose form feurstud in
den alten north. Bedaglossen, 0. E. T. 123, wofür später wieder /i?'ör^/w/>w
erscheint; ähnlich durustod türpfosten) noch die dativformen styde, stude
und studa belegt, von hnitu ausser dem nom. sg. noch der nom. acc
pl. hnite.
§ 283. Die lang silbigen sind im dat. sg. und nom. acc.
pl. endungslos, haben aber /-umlaut wo derselbe lautgesetzlieh
eintreten kann. Der gen. sg. lautet entweder dem dat. gleich,
oder wird wie in der Ä-deelination ohne umlaut und mit der
endung -e gebildet. Paradigma böc buch.
§ 283—284. Vereinzelte eonsonantische stamme. 131
Sing. N. V. A. böc PI. N. V. A. b6c
G. b^c; böce böca
D. b^c böcnm
§ 284. So gehen noch de eiche, gdt geiss, brdc hose,
gös gans, wldh säum, franse, bürg bürg, düng unterirdisches
gemach, abgrund(?), /urh furche, sulh pflüg, ^wr/* rasen, grüt
grütze, lüs laus, müs maus, brüh korb, sarg, cü kuh, ea wasser,
neaht, niht nacht, und das zweisilbige meegeb, mcegb Jungfrau.
Anm. i. Doppelbildung des gen. sg. zeigen be'c — böce (ersteres
der alten spräche eigen), byr(i)g — bürge, fyrh — füre (auch ohne umlaut
furh); von de, gdt, gös, müs scheinen dagegen nur die längeren formen
äce, gätey göse, müse vorzukommen , wie umgekehrt von tfrüh nur b'ryh,
Anm. 2. Der dat. sg. erscheint bisweilen, namentlich in jüngeren
texten, ohne umlaut, de, böc, bürg, furh, grüt, tfrüh,
Anm. 3. Die Wörter auf A verlieren dasselbe vor vocalischer endung
nach § 218: furh, gen. füre, pl. gen. füra, -ena, dat. fürum; sulh, gen.
pl. süla, dat. sülum ; tSrüh, dat. pl. tSrüm ; später findet sich auch nom. acc.
sul (sül?), dat. syl (syl?) ohne h.
Anm. 4. de als name einer rune bildet nom. acc. pl. deas. — böe
ist selten auch ntr.; urkundlich begegnet a. 837 ein umgelauteter dat. pl.
bcecum, — Wlöh ist nach dem north, pl. tvlosh hierherzustellen. — bürg
(burug) hat im gen. etc. statt des alten und seltenen byrg meist byrig;
später flectiert das wort auch ganz wie beii § 269, nur ohne umlaut : gen.
dat. sg. bürge, nom. acc. pl. bürge, -a. — düng ist nach dem allein
belegten dat. sg. pcere ding Andr. 1272 und ahd. tun^ vermutungsweise
hierhergestellt worden. — Neben grüt besteht auch ein regelmässig
nach § 258, 1 flectierendes grytt. — Für tSrüh erscheint bisweilen auch im
nom. acc. sg. bryh mit umlaut. — cü hat gen. sg. cü, cüe, cy, cüs, nom.
acc. pl. cy, eye, gen. cüa, cüna, cyna, — da hat nur sehr selten im gen.
sg., häufiger im dat. sg. die form ie; gewöhnlich flectiert es im sing, und
stets im plural nach der ^-declination, sing, da, plur. nom. gen. acc. ea,
dat. eam, e'aum, vgl. § 259, anm. — neaht, niht (Ps. north, nceht) und
mcegetf, mcegtf sind im ganzen sing, und im nom. acc. pl. unveränderlich,
doch hat niht auch gen. dat. sg. nihte und einen meist nur adverbial
gebrauchten gen. nihtes (auch dnes nihtes ü. dgl.). Im north, ist nceht
bisweilen masc.
Anm. 5. Hierher gehört auch das zweisilbige mioluc (miolc) milch
(Ps. north, milc), welches neben dat. sg. mioluc auch eine scheinbar pln-
ralische form miolcum besitzt (Cosijn, Tijdschr. v. Nederl. Taal— en Let-
terk. II, 387 f.).
Anm. 6. Die franennamen auf -^tirg^ wie Eadburg, Wderburg flec-
tieren regelmässig nach der 4-declination , gen. dat acc. -bürge.
Anm. 7. Als consonant feminina flectieren einige länder- und Orts-
namen, wie Cent, Cerl, 1, WM, gen. Wihte, dat acc. Wiht u. s. w. Die
9*
132
§ 285. r-stämme.
meisten Ortsnamen fremden Ursprungs sind aber indeclinabel und lassen
ein bestimmtes geschlecht nicht erkennen. Vereinzelter begegnen auch
unflectierte formen wie cei Exanceaster, cet Wynnefeld, cet MannetSorp,
cei Folcstän u. dgl. von einheimischen namen.
2) Stämme auf -r.
§ 285. Die verwantschaftsnamen auf -r; fceder vater,
br6t5or bruder, mddor mutter, dohtor toehter, srveostor^ swusier
Schwester (nebst den pl. tant. ^ebröbor gebrüder, und gesrveostor
gesehwister), fleetieren im ws. und kent. folgendermassen :
Sing. N. V. A. fseder bröÖor
G. f8eder,-(e)resbröÖor
D. faeder br6Öer
PI. N. V. A. f8Bd(e)ras bröÖor, -öru
G. f8ed(e)ra brötJra
D. f8ed(e)rum bröörum
mödor
mödor
m6der
dohtor sweostor
dohtor sweostor
dehter sweostor
(mödru), -a j dohtor, sweostor
1 -tru, -tra
mödra dohtra sweostra
mödrum dohtrum sweostrum
Anm. 1. Statt -or findet sich nicht selten auch -er (nicht aber -or
neben den formen die im paradigma mit -er gegeben sind); selten -ar,
Anm. 2. Synkope des e in den mehrsilbigen casus von fceder ist
nur den älteren texten des ws. eigen; später wird das e fest.
Anm. 3. Der gen. sg. der feminina mödor und dohtor lautet
spätws. bisweilen gleich dem dativ meder und dehter; umgekehrt er-
scheinen spät auch einige unumgelautete dative, wie hrötSer, dohter, -or.
Anm. 4. In den übrigen dialekten ist die flexion die folgende:
a) Ps. sing. nom. acc. feder, gen. feadur, dat. feder, pl. nom. acc. fedras,
gen. fedra (feddra), dat. feadrum, fedrum; north, sg. nom. acc. fceder,
fader, gen. fadores^ faderes, fadres L, fadores Kit, fceder R, dat.
feder, fader, federe L, feder, fceder Kit., fceder R; pl. nom. acc. fadoras,
fcßdero L, fcedres R*, gen. fadora L, Rit., foedra R*, dat. fadorum L.
fcedrum R. — b) Ps. nom. gen. hrötSur, dat. brcetSer, pL brötSur, dat.
bröt5rum\ north. brötSer, gen. brö^er, brötfres L, brötier R, dat. brceter,
brcktSre, brötier^ brötSre, brötSere L, brötier, -or R; pl. nom. acc. brötSro,
-/ a, brötSero, brötier L, brötier, brcßpre, bröpre R*, brötier, -or, brötiro,
R', gen. bröpre R, dat. brötirum; — c) Ps. mödur, gen. mödur, mckder;
north, möder, gen. möderes, mödres L, möder, -or, moeder R, dat. rnöder,
-ere L, mceder, möder R; pl. nom. acc. möder o L, möder R; — d)
Ps. dohtur, gen. dcehter, pl. nom. acc. dohtur, dohtra, north, dohter, dat.
dcehter, dohter, pl. acc. dohter o L, dohter R, dat. dohtrum; — e) north.
suosster, scester L, stvuster R*, swester R^, gen. sucester L, swester R*,
pL nom. acc. sucestro, scsstra, suoßster L, swuster, stvcester R^, swester R*.
§ 286. Stämme auf -nd. 133
3) Stämme auf -nd.
§ 286. Zu dieser gruppe gehören die substantivierten
partieipia praesentis (die flexion der eigentlichen participia s.
§ 305 f.). Paradigmen der maseulina: freond freund, kettend
hasser. feind.
Sing. N. V. A. freond hettend
G. Mondes bettendes
ifriend
Monde *'«***'"^«
L fr^onde hettende
ri-JN. v.A. ^ freond l-de; -das
G. fr^onda hettendra
D. fr^ondam hettendum
Wie freond gehen noch feond feind (pl. flend, feond, gen.
feonda; dazu die plurale ge/Hend, gefiend gegen&eiüge freunde
resp. feinde), göddind woltäter (pl. göddind El. 359). Alle
zweisilbigen, wie ägend besitzer, demend riehter, hcblend, nergend
heiland, wecUdend herseher, rvigend kämpfer, fleetieren wie het-
tend, d. h. nehmen im gen. pl. die endung der adjeetiva an.
Anm. ]. Im dat. sg. findet sich die form friend, fiend in der ws.
prosa noch ziemlich oft, selbst in später zeit; dagegen herscht in der •
poesie ausschlieslich die (wahrscheinlich bes. anglische) form freonde,
feonde (in Ps. north, ist der dat. nicht belegt). Von teond ankläger,
findet sich ein dat. teonde, — Der nom. pl. lautet im Ps. freond, fiond
nach § 1 59, 4, und so bisweilen auch in ws. texten ; north, stets frUmdaSy
fiondas, und so auch öfters in der poesie.
Anm. 2. Im nom. acc. pl. der mehrsilbigen sind kettend und ad-
jectivisch gebildetes kettende die üblichsten formen ; in der prosa nehmen
einige frühe die endung -das an, so weatdendas, lufiendas, cefterfytgendas
schon beiAelfred; einiges der art, wie hyrgendas, ektendas, findet sich
auch in der poesie. — In jungen texten begegnet bisweilen eine neubildung
des ganzen plurals nach dem gen., wie wealdendras, wealdendra, weal-
dendrum,
§ 287. Feminina sind selten, und mit ausnähme von
swelgend Strudel, wol nur in der gelehrten literatur zu finden,
wie londbüend colonia, beos wealdend herscherin, beos feond
feindin (als Übersetzung von kaec praesul, kostis), timbrend
erbauerin, u. dgl. lieber ihre flexion lässt sich nichts sicheres
ermitteln.
Anm. swelgend hat im dat. acc. sg. srvelgende, ist also ganz in
die ^-declination übergetreten; ausserdem wird es in der jüngeren spräche
als ntr. gebraucht
134 § 288—289. Stämme auf -os, -es.
4) Stämme auf -os, -es,
§ 288. Diese entsprechen den griech. neutris auf -oq, lat
-US, -eris, — Ihre anzahl ist im ags. eine ziemlich beschränkte,
da die meisten der ursprünglich hierhergehörigen Wörter das
s des Suffixes ganz aufgegeben haben und danach in andere
declinationen und zum teil in anderes geschlecht übergetre-
ten sind.
A n m. 1 . Hierher fallen wol alle alten neutra der ags. t-declination,
sowol die kurzsübigen wie spere, sife, gedyre etc. § 263, 2, als die lang-
silbigen wie flasc, hcbl, ^ehield etc. § 267, a; vgl. auch lemh, ccelf § 290,
anm, l j femer mit geschlechtswechsel die masculina bere, ege, hete, sige
§ 263, anm. 4 und die langsilbigen hlaw grabhügel, hr€ew leiche, north.
dcßg tag. Hier ist das ^ des suffixes nach § 182 geschwunden; der vocal
desselben erhielt sich als i, e bei den kurzsübigen, während er bei den
jangsilblgen abfiel (§ 133). Die zweite suffixform mit dem vocal o, a wird
noch durch einige umlautslose formen wiedergespiegelt, die neben jenen
umgelauteten auftreten, wie gefög, geheald (§ 267, anm. 1), hldw, hrärv
§ 250, anm. 1. Auch feit filz, scel saal (vgl. § 263, anm. 3), helt schwert-
grifP, spie speck , hrif mutterleib, scip schiff (gegen ahd. spüc^ href scef)
fallen wol hierher.
Anm. 2. lieber nebenformen mit r s. § 2S9, anm. 2.
Die Wörter, welche mindestens noch reste des suffixalen s
erhalten haben, zerfallen in zwei klassen:
§ 289. Die erste klasse umfasst diejenigen Wörter, welche
das suffixale s als r in allen formen festhalten, wie salor saal,
hocor spott (?), sMor diebstahl; dögor tag, eagor meer, grandor
frevel, hälor heil, hriber, hryt5er rind (spät auch hrüber),
rvildor wild, ear ähre (aus *ahur, north, auch eher, cehher).
Diese Wörter sind im allgemeinen in die ö-declination
übergetreten, flectieren also nach §238. 244 f., doch erscheint
bisweilen noch ein endungsloser dat instr. sing, (dögor, hdlor,
hrdbor, sigor, north, eher, cehher, neben häufigem dogore, dogre,
hrotSre u. s. w.). Als plurale erscheinen dögor, hryberu, ?vildru,
ear (north, ehera und ehras),
Anm. 1. Das geschlecht von salor, hocor, eagor, grandor, hälor
lässt sich im ags. nicht direct feststellen; doch dürfen dieselben aus
etymologischen gründen und nach analogie der übrigen Wörter mit Sicher-
heit als neutra angesetzt werden ; sigor sieg, das ebenfalls hierher gehörte,
ist wie sige zum masc. übergetreten. — eagor und grandor sind nur als
erste teile von compositis belegt.
§ 289—290. Stämme auf -os, -es. 185
Anm. 2. Mehrfach begegnen r-lose nebenformen zu diesen Wörtern,
nach § 288 : scel — salor, e'ag e'agor, hM — hcdor, hritS (in composs.
wie hritihiorde, hritSfald) — hritSer, north, doe^ — dögor; sige — sigor m.
Anm. 3. Als s ist das alte s des Suffixes möglicherweise erhalten
in henS' in dem Ortsnamen he'nsbröc, wenn nämlich diese form dem altn.
hoens hühner, entspricht; femer mit metathese in tSrüstfel ausschlag, aus-
satz, got. prütsfill; vielleicht gehören so auch hüsc^ hüx spott (ftir *hücs)
und hocor zusammen.
§ 290. Die zweite Masse wird gebildet durch einige
Wörter, welche das r im sing, im allgemeinen aufgeben, im
plural es dagegen im allgemeinen behalten, ohne dass jedoch
einzelne abweichungen von dieser norm ausgeschlossen wären.
Hierher gehören insbesondere die Wörter Igmb lamm, ceaif
kalb, ce^ ei. Ihre flexion ist folgende:
Sing. N. A. lomb
cealf
^Z
G. lombes
cealfes
seges
D. lombe
cealfe
se^e
PI. N. A. lombru
cealfru
aejru
G. lombra
cealfra
ö&gra
D. lombrum
cealirum
^grum
Anm. 1. Der sing, dieser Wörter hat öfter t-umlaut, so stets Ps.
ccßlf, north, ccelf und celf und seltener lemh neben lotnb^ vgl. § 288,
anm.' 1; ob der umlaut von ä^ hierher gehört, ist zweifelhaft. — Neben
lomh kommt auch ein sing, lombor vor, neben «^ eine längere form cßger-
in €&gerfelma eihaut, ager^elu eigelb. — Der nom. acc. pl. heisst Ps.
north, auch calfur, lomhur, -or neben calferu, -ero, lomberu, -(o)rti.
— Die spätere spräche bildet vielfach den ganzen plural ohne r, lamb,
gen. lamha, dat. /am^t/m etc.; von (;^a//* bgegnet, ebenfalls spät, auch ein
m. plural cealfasr
Anm. 2. cild kind, flectiert im allgemeinen wie word § 238, hat
also pl. cild etc. (north, auch cildo); doch findet sich auch bisweilen ein
pl. cüdru, gen. cildra. Bei Aelfric erscheint als regel pl. nom. acc. cild,
gen. cildra, dat. cildum. North, ist cild ausserdem bisweilen masc. und
bildet dann den pl. cildas,
Anm. 3. An vereinzelten formen dieser art begegnen noch ein nom.
acc. pl. hreadru frusta, zu hread brot; hamedru zu hcemed coitus; gen.
pl. speldra zu speld fackel (dat. pl. madrum zu unbelegtem mad mass?);
an kurzsilbigen der pl. scerero, -oro, -uru Ep. Erf. Corp. scheere, «u
dem sonst regelmässig nach § 238 fiectierenden scear pflugschaar, und
das pl. tantum hceteru gewand.
136 § 291—292. Adjectiva.
Cap. n. Declination der adjectiya.
§ 291. Das adjectivum hat im germanischen eine zwei-
fache declination, die sog. starke und die schwache. Die
letztere ist erst im germanischen neu gebildet worden, während
die erstere ursprünglich mit der declination der adjectiva und
substantiva in den verwanten sprachen übereinstimmte.
Die meisten adjectiva können nach beiden decUnationen
flectiert werden. Der eintritt der einen oder andern hängt
meist von syntaktischen gründen ab. Die schwache form
steht im allgemeinen nach dem artikel und bei substantivischem
gebrauch des adjectivs; in der starken form dagegen steht
das praedicative adjectivum und das attributive adjectiv ohne
artikel (vgl. A. Lichtenheld, das schwache adj. im ags., Zs. f.
d. alterth. XVI, 325 ff.)
Anm. 1. Nur stark flectieren alle pronomina ausser seolf\a) und
se ilca §339, die cardinalzahlen von 2 ab soweit sie adjectivisch flectiert
werden (§ 324 ff.), ötSer der zweite § 328, und eine reihe von adjectiven wie
eall all, genög genug, monig mancher; nur schwach die comparative,
die Superlative auf -ma und die Ordinalzahlen von 3 ab.
Anm. 2. tvon, tvona fehlend, und gewuna gewohnt, sind bei meist
nur praedicativem gebrauch gewöhnlich indeclinabel ; doch finden sich
einige formen mit starker flexion.
A) Starkes adjectivum.
§ 292. Die starke adjectivdeclination des germ. hat sich
von ihrer ursprünglichen form, welche mit der substantiv-
declination, wie bemerkt, identisch war, vielfach durch an-
schluss an die pronominale declination entfernt. Hierdurch
sind die unterschiede der drei vocalischen decUnationen^ welche
das adjectiv wie das Substantiv einst besass, stark zerrüttet
worden. Es ist nur noch eine vocalische declination deutlieh
ausgeprägt, die der o-stämme (mit dem fem. auf -ä, wie beim
subst, § 235). Unterabteilungen bilden wieder, wie beim sub-
stantivum^ die jo- und wö-stämme. Von der i- und w-declinaiion
dagegen haben sich nur dürftige reste im nom. erhalten, s.
§ 302 f.
§ 293. Starke adjectiva: o-stömme. 137
1) Reine o-Btimme.
§ 293. Hier sind wieder knrz- und langsilbige, sowie
mehrsilbige zu unterscheiden. Die unterschiede ihrer para-
digmen sind bedingt durch die auslauts- und synkopierungs-
gesetze. Als paradigmen dienen: für die kurzsilbigen hrvcet
hurtig, scharf, fttr die langsilbigen ^öd gut, fttr die mehrsilbigen
hcdig heilig. Die abweichungen von der substantiydeclination
sind bei 1) und 2) durch cursivdruck hervorgehoben.
1) Eurzsilbige.
masc. ntr. fem.
Sing. N. V. hwaet hwset hwatu, -o
G. hwates hwcetre
D. htvatum hwcetre
A. hwcetne hwaet hwate
I. hwate —
PL N. A. V. hrvaie hwatu, -o hwata, -e
G. htvcetra
D. hwatnm
2) Langsilbige.
Sing. N. V. jöd jöd göd
G. jödes gödre
D. gödum gödre
A. gödne göd göde
I. göde —
PL N. V. A. göde jöd jöda, -e
G. gödra
D. , 36dum
3) Mehrsilbige.
masc. ntr. fem.
Sing. N. V. UWz hälij häligu, -o; hil^u, -o; U\iz.
G. härl^es häligre
D. häljum hälijre,
A. häli^ne hdli^ bälge
L bälge -
PL N. V. A. bälge ( haligu, -o ; hälga, -e
I hälgn, -o; baiig
G. häligra
D. bälgnm
Anm. I. Das u im nom. sg. f. und nom. acc. pL n. der kurz- und
mehrsilbigen, hwatu, häUgu, ist im allgemeinen älter als das -o, hwato,
häligo.
138 § 293—295. Starke adjectiva: o-stÄmme.
Anm. 2. Der dat. sg. m. n. geht in sehr alten quellen bisweilen
auf -em aus, minem etc. — Das -um desselben casus nnd des dat. pl. aller
geschlechter geht später in -un, -on, -an über, gödan, hal^an etc.,
vgl. § 237, anm. 6.
Anm. 3. Im spätws. zeigen auch die langsilbigen im nom. acc. pl. n.
bisweilen die endung -u; gewöhnlich aber wird der nom. acc. pl. n. durch
die formen des masc. ersetzt, hrvate, ^öde, hälge ftir hwatu, göd, hdii-
^u, hdlig.
Anm. 4|. Die r-casus, gen. dat. sg. f. und gen. pl., haben auch bei
kurzsilbigen gegen § 144 in der älteren spräche keinen mittelvokal. Im
spätws. dagegen wird -ere, -era mehr und mehr regel, und zwar ohne
rücksicht auf die quantität, sumere, sumera wie ^ödere, gödera etc.; nur
bei den mehrsilbigen bleibt -re, -ra, wie hdligre u. s. w.
Anm. 5. Im north, geht der gen. sg. m. n. auch auf -ces, der gen.
dat. sg. f. auch auf -rce aus; der nom. pl. hat als endung -e, seltener -ee,
dagegen sehr häufig (namentlich im Kit.) -o,
§ 294. Nach hwc^t gehen die wenig zahlreichen kurz-
silbigen adjectiva des ags., wie til tüchtig, sum irgend ein, hol
hohl, dol toll, tgm zahm, beer baar, blcec schwarz, glced froh,
hrced hurtig, Icet langsam, spät, wcer vorsichtig, sowie die zu-
sammengesetzten auf -sum -sam und -lic -lieh.
Anm. 1. Das paradigma hwcet zeigt zugleich die änderungen, welchen
der wurzelvocal ce nach § 49 f. unterliegt. Abweichend vom Substantiv
ist der vocal ce hier in der regel würklich auf formen mit geschlossener
Wurzelsilbe beschränkt, hwcet — hrvates gegen dce^ — dceges, fcet —
fceies u. s. w. Doch finden sich verschiedentlich Schwankungen ; strcec
(neben strec; oder strac?) starr, hart und hrcet!, hrced hurtig, schnell,
bewahren oft das ce in offener silbe, selbst vor gutturalem vocal, wie
strcecum; hlcec schwarz, hat spätws. gewöhnlich a auch bei geschlossener
Wurzelsilbe, blac, hlacne, blacre, blacra; ähnliches mehr vereinzelt auch
bei anderen adjectivis.
Anm. 2. Im Ps. haben die adjectiva auf -sum nicht -sumu, sondern
-sum im nom. sg. f., Zeuner s. 138. — Neben -Uc steht vor vocalischer
endung alt oft -lec-,
§ 295. Wie göd gehen die meisten ags. adjectiva, wie
eald alt, fä^ feindlich, hol gesund, heah hoch, röf tüchtig, fyrn
alt (alter /-stamm, wie der umlaut zeigt), und viele andere.
Anm. 1. Wörter auf Ä wie tfiveorh quer, ^^/i?arÄ trächtig (von der
san), sceolh schielend (nur schwach sceola), fäh feindlich, floh hinterlistig,
^emdh ungestüm, heah hoch, hreoh wild, sceoh scheu, töh zähe, gewlöh
geschmückt, wöh krumm, böse, ruh rauh, verlieren das h in den mehr-
silbigen formen; die mit vocal vor dem h contrahieren dann meist nach
§ 110 ff.; also tftveorh — tSweores, vgl. § 218. 242 (Ps. tSrverh nach § 164,. 1
295—296. Starke adjecttva: o-stämme. 139
aber dat. sg. tSrveorum, schwach btveora mit u- und o-umlaut nach ausf&ll
des h, Zeuner s. 85), aber rvöh, nom. sg. f. rvö (für *fvöhu), femer tvös,
tvö{u)m, rvöne, wo, pl. wöra^ tva(u)m, fem. wöre u. s. w. — he'ah hat im
acc. sg. meist he'anne, seltener he'ane, ganz selten hSahne, gen. dat. sg.
f. hearre, gen. pl. hdarra neben heare, häahre und heara^ heahra,
§ 222, 2, dat. A^'am neben heaum; Ps. north. A^'A, § 163, aber dat. he'am
aus *he'äum; acc. ^«an^ aus *he'hona § 166, 5, schwach häa aus *heho,
wie WS. — rwA hat gen. rw«;^* etc., vgl. § 116.
In der späteren spräche erscheinen statt der contrahierten formen
sehr gewöhnlich solche mit innerem g, wie he'ages, he'agum, he'age, tvöges,
wögurrij wöge, ebenso auch rüges etc. für rüwes. Hierin ist nicht ein
fall grammatischen wechseis ( § 234) zu erblicken , sondern es hat eine
Umformung nach dem muster von adjectivis wie genöh — genöges statt-
gefunden, deren h nach § 214, 1 erst aus älterem g entstanden war.
Anm. 2. Wörter auf doppelconsonanten , wie grimm grimmig, siill
still, tvpnn dunkel, dimm düster, deall berühmt, eall all, vereinfachen
diesen nach § 231 vor consonantisch anlautender endung und meist auch
im auslaut: grim(m), grimme, grimre, grimra, aber grimmes, grimmum etc.
Jedoch bleibt II auch oft vor consonanten , eallre, eaUra, eaüne etc.
§ 296. Zu den mehrsilbigen, welche vrte hälig (north,
auch h^lig) gehen, gehören namentlich die ableitongen auf
'ig, wie eadig glücklich, fämig schaumig, hremig lärmend, m^nig
mancher, pl. viele (north, auch 7nenig); auf -el, -ol, wie lytel
klein, micel gross, yfel übel, hnitol stössig, sticol stechend,
sweotol deutlich; auf -er, -or, wie feiger, fdeger schön, biter ^
bitter bitter, snotor, snottor weise; auf -en, wie hSSen heidnisch,
gilpen prahlerisch, die stoflfadjectiva wie gylden golden, iren
eisern, stcenen steinern, und die part. praeteriti der verba, § 306,
und viele andere.
Anm. 1. Die kurzsilbigen adjectiva dieser art, wie monig, micel,
yfel und viele participia praet., wie coren, boren, slcegen etc. bilden den
nom. sg. f. und den nom. acc. pl. n. meist ohne endung, doch finden
sich auch formen wie monigu, yfelu u. dgl., und zwar bereits in alten
denkmälem wie der Cura past., und namentlich im Ps., wo sie häufiger
sind als die endungslosen.
Anm. 2. Die mehrsübigen mit kurzer erster sUbe behalten nach
§ 144 den mittelvocal in aller formen, wenn derselbe alt ist: sweoioles,
stveotole, aber nicht immer, wenn er erst aus der endungslosen form aus
silbenbildendem r entstanden ist, fcegeres und ftBgres (f^gres?)u,s.w,',
micel wird dagegen stets, yfel sehr oft, wie die langsübigen behandelt,
d. h. sie synkopieren, micles, yfles etc. — Bei den langsübigen tritt im
nom. sg. f. und nom. acc. pl. synkope in den dreisübigen formen in der
älteren zeit nicht ein, also nur häligu, lyielu, nicht hälgu; erst später
140 § 297—298. Starke adjectiva: >-stämme.
finden sich formen wie äotvru, hlütru u. dgl. In den übrigen formen mit
vocalisch anlautender endnng sollte bei den langsilbigen stets synkope
eintreten, aber oft ist der mittelvocal aus den nicht synkopierenden formen
wieder eingedrungen, je später, je häufiger. Am stärksten schwanken die
adjectiva auf -ig (vor vocalischer endung auch oft -eg-). Die part praet.
auf -en haben am seltensten synkope.
Anm. 3. Auch an die adj. auf -en tritt die acc.-endung -ne, an die
auf -er die endungen -re, -ra unmittelbar an: -^yldenne, trenne, fcegerre,
snotterra etc. Gelegentlich, namentlich später, wird statt des nn, rr auch
einfaches «, r geschrieben, gyldene, foegera, ötSera. Bisweilen tritt hier
sogar in der späteren spräche synkope des mittelvocals nach langer
Wurzelsilbe ein, dtSre, öüra u. dgL, § 145 nebst anm.
2) jO'Biämme,
§ 297. Die ursprünglich kurzsilbigen, wiemid medius,
nyt nützlich, gesib verwandt (vgl. got. midjis, gasibjis), flectieren
ganz wie die reinen o-stämme auf doppelconsonanten, § 295,
anm. 2; mid, gen. middes, f. ;mV?reu. s.w.
Anm. 1. niwe (niewe) neu, mit der nebenform neotve nach § 100.
159, 4, got niujis, welches ursprünglich hierher gehört, hat im nom. -e wie
die langsilbigen, und behält sein w auch vor consonanten : ninme, nirvre,
nirvra oder ne'otvne etc.
Anm. 2. frio frei, Ps. fre'a, st. *frija- (§114. 166, 3), hat im nom. sg.
Wurzel- und suffixvocal contrahiert, behielt aber in den mehrsUbigen formen
ursprünglich die uncontrahierte form bei: frio, gen. friges, dat. frigum,
pl. frige etc. Doch werden statt dessen auch oft (im ws. fast regelmässig
alle) formen direct nach dem contrahierten nom. gebUdet, gen. dat. sg. f.
friore, gen. pl. friora, acc. sg. m. frione, nom. acc. pl. m. frio etc. —
Später findet sich nicht selten auch ein nom. frioh^ freoh nach dem muster
der Wörter auf Ä, § 295, anm. 1.
§ 298. Die ursprünglich langsilbigen gehen im nom.
sg. m. n. auf -e aus; im nom. sg. f. und nom. acc. pl. n. haben
sie 'U, '0, im übrigen flectieren sie wie die reinen ö-stämme.
Paradigma g;rene grün.
masc. ntr.
fem.
Sing. N. V. gr^ne gr^ne
jr^nu, -0
G. grünes
jr^nre
D. gr^num
gr^nre
A. 2r6nne gr^ne
jr^ne
I. gr^ne
P. N. V. A. jr^ne jrenu, -o
jr^na, -e
G. jr^nra
D. jr^num
§ 298 — 300. Starke adjectiva: jo- und wo-stämme. 141
Anm. Wörter mit mnta+liqnida oder nasal vor dem ^, wie ^i/r^,
syfrcy f ebene schieben vor dem r, n einen vocal ein, wenn ein ungleicher
consonant folgt: sy ferne, fcßcenra; dagegen heisst es acc. sg. m. fäcne
für *fcdcnne, gen. pl. syfra für ^syfrra etc.
Wörter auf -nne wie ginne ausgedehnt, tSynne dünn, nehmen im acc.
sg. m. kein weiteres n an, ginne, tfynne.
§ 299. Diese deelination ist im ags. ziemlieh stark vertreten.
Beispiele: Mibe freundlieh, breme berühmt, cene kühn, dieme
dunkel, drpge trocken, ierre erzürnt, fc^cne sündig, sefte sanft,
sTvele süss, syfre sauber; ferner verbaladjectiva wie genge gäng,
genchne annehmbar, die auf -ede (selten -ode^ alts. -örfi), wie
healede mit einem brach behaftet, höcede hakig, hoferede buck-
lig, und 'ihie (sehr selten -iä/, später auch -ihtig), wie sicenihte,
stdnihte steinig, Öymihte dornig, und die zahlreichen auf -bc^e
-bar, wie rvcestmbdre fruchtbar.
Anm. 1. Einige adjectiva schwanken zwischen dieser deelination
und der der reinen o-stämme, z. b. smolt und smylte ruhig, strong und
strenge stark, unlad und uhlcßde arm, elend. Neben sefte tritt spät auch
iimlautsloses .fo/V^ auf (im anschluss an das adv. softe § 315).
Anm. 2. Nicht wenige adjectiva sind in diese deelination erst aus
der 1- oder ti-declination übergetreten, s. § 302 f.
3) it;o-Btamme.
§ 300. Die Wörter mit einfachem consonanten vor dem
w vocalisieren dieses im auslaut zu -w, -o, (-«), vor consonan-
tischer endung zu -o. Es gehören hierher z. b. earu schnell,
gearu bereit, mearu zart, nearu eng, calu kahl, fealu fahl, salu
schmutzig, geolu gelb, basu, be{o)su braun, hasu graubraun,
auch wol cylu {cylew) guttatus, und *medu in medewa wln most.
Ihr paradigma ist
masc. ntr. fem.
Sing. N. V. jearu gearu, -o jearu, -o
G. jearwes gearore
D. jearwum gearore
A. 2;earone 26*ru> "O jearwe
I. jearwe —
PI, N. V. A. jearwe gearu jearwa, -e
G. gearora
D. gearwum
Anm. Vor dem tv steht oft ein mittelvocal, gearutve, gearowe,
gearewum etc. — Die späteren texte führen das rv öfter durch : gearuw.
142 § 30t— 303. Starke adjectiva: wo-, i-, u-stämme.
Zear(u)fVine, gear{u)wre, gear(u)wra etc. Vereinzelt finden sich ausserdem
formen wie haswere, basne, basum etc.
§ 301. Wörter mit langem vocal oder diphthong vor dem
rv behalten das letztere im allgemeinen in allen formen, weichen
also von der flexion der einfachen ö-stämme nicht ab. Bei-
spiele: sldw stumpf, gedearv tauig, gieaw klug, hneaw sparsam,
hreaw roh, gesearv saftig, {ge)hleorv sonnig, aprieus, reow wild,
rauh, tSeow dienstbar (in t5eow man, wifinan, meist schwach
flectiert), röw sanft.
Anm. 1. Das plurale tantum fe'awe wenige (got fatvai) contrahiert
in der poesie gewöhnlich zu fea, dat. fe'am {feaum), ebenso stets i'm Ps.
und sonst wol mercisch; altws. nur im dat. pl. fäam neben fe'aum und
wahrscheinlich nom. acc. pl. n. fea (aus *farvum, *fanfu). Sonst geht das
wort im sächsischen (und E^) regelmässig, nur dass es meist in anschluss
an fela § 275 seinen nom. acc. feawa bildet. In Lind. Rushw.^ fehlt das
wort gänzlich.
Anm. 2. Das m ist durch co'ntraction geschwunden in wea leidvoll
und (un)gebleo (miss-)farbig, wofür auch nach analogie der adjectiva auf
h § 295, anm. 1 {un')gebleoh vorkommt. Sonst begegnen formen ohne tv
nur vereinzelt, wie acc. re'one von reow.
4) t-stämme.
§ 302. Nur wenige reste kurzsilbiger Wörter sind erhalten:
bryce zerbrechlich, swice trügerisch, freme tüchtig, gemyne
eingedenk (neben gemun nach der ö-decL). Ihre flexion ist
ganz die der ursprünglich langsilbigen y^-stämme, wie grene
§ 298, d. h. sie behalten den einfachen consonanten in allen
formen und schieben kein j vor vocalischer endung ein. . Von
langsilbigen gehört hierher nur noch fpm alt (fast nur noch
im adverbial gebrauchten ntr. 'ehemals' gebraucht) und viel-
leicht lyt wenig, in lythwön ein wenig, gen. lytes in dem
adv. lyfis-nä, lytes-nä, lytestne beinahe.
Anm. Die übrigen langsilbigen t-stämme, deren i in den endungs-
losen formen abfallen soUte, sind in die flexion der langsübigen^o- stamme
übergetreten, z. b. bryce brauchbar, srvele süss, ^/i'ÖV freundlich , gede'fe
geziemend, gemcene gemein, vgl. got. brüks, suis, bleips, gaddfs, gamams,
5) t^-Btftmme.
§ 303. Die einzigen sicheren reste der adjectivischen
w-declination sind wlacu lau, neben wIcbc^ von welchem letzteren
ausschliesslich alle casus ausser dem nom. sing, (und acc. sg.
§303. Starke adj.: usi&mme. §304. Schwache adjeotiva. 143
n.) gebildet werden, und ws. crvucu, cucu lebendig (ftir *crviocu,
§ 71), Ps. cwicu? (nur nom. pl. cwice), north, cwic (mit palatal-
umlaut, § 164, 3), in der poesie cwic{u), daneben selten formen
von c{w)ucu,
Anm. 1. Die form auf -u steht für den nom. sg. und pl. aller
geschlechter, auch acc. sg. f. und acc. sg. pl. ntr., und für den schwachen
nom. sg. Sonst findet sich von der eigentlichen ti-flexion nur noch der acc.
sg. m. cucune, -one, auch cucunne, cuconne nach § 231, anm. 1, und weiter-
hin c{iv)ucenef c(w)ucenne, auch cfvicen{n)e. Alle übrigen formen, und
so auch öfter der acc. sg. m., werden wie von einem nom. c(tv)uc resp.
crvic gebildet; im strengws. tiberwiegen durchaus die formen mit in-
nerem w. •
Anm. 2. Die langsilbigen w-stämme sind meist in die o- oder jo-
dechnation übergetreten; vgl. z. b. ags. heard hart, gleaw klug, mit got.
hardus, glaggwus, und e^le beschwerlich, hnesce zart, iwelfrvintre zwölf-
jährig, mit got. aglus, hnasqus und iwalibwintrus. Bisweilen finden sich
noch doppelformen, wie sirong und strenge (§ 299, anm. 1).
B) Die schwache declination.
§ 304. Die schwache declination der adjectiva ist die-
selbe wie die der substantiva; nur wird der gen. plur. fast
stets durch die starke form auf -ra ersetzt. Paradigma gdda
der gute.
masc. ntr. fem.
Sing. N. V. x<^da jode jöde
G. jödan
D. jödan
A. gddan jöde jödan
P1.N.V.A. jödan
G. jödra, (-ena)
D. jödum
Anm. 1. Vereinzelt gewähren späte texte auch nom. sg. m. auf -an,
wie se forman dceg, se ieotSan dal,
Anm. 2. Gen. pl. auf -^w«, wie gödena, finden sich wol nur in der
gelehrten Übersetzungsliteratur, wie Cura past. Daneben finden sich ver-
einzelte ausätze zu bildungen auf -an (nach der analogie der übrigen
casus auf -an) oder -a (nach der substantiydeclination)." Auch mischformen
wie hdligrana und häligran begegnen ganz vereinzelt in nrk.
Anm. 3. Im dat. pl. erscheint frühzeitig oft -an statt -ww, gödan,
UBSS4m etc., und zwar Mher als im dat. der starken adjeetiva und im dat.
pl. der substantiva, § 237, anm. 6. 293, anm. 2 (z. k schon überwiegend
144 § 304. Schwache adjectiva. § 305—306. Participia.
in Cura past.). Man hat darin sicher eine Übertragung ans den übrigen
casus auf -an zu erblicken.
Anm. 4. In einigen Wörtern finden sich contractionen; ao he'a, gen.
he'an zu he'ah, dat. sg. hre'on zu hräoh\ wo, wön zu wöh, etc.
Anm. 5. Die ab weichungen des north, sind im wesentlichen die-
selben wie bei der schwachen declination der substantiya, § 276, anm. 2.
C) Declination der participia.
§ 305. Das participinm praesentis hat sich durchgängig
der 7V>-declination der adjectiva angeschloesen, und kann auch
schwach flectiert werden. Paradigma der starken flexion
^fende gebend:
masc. ntr.
fem.
Sing. N. V. tiefende tiefende
jiefendu, -o
6. tiefendes
giefendre
D. jiefendum
giefendre
A. giefendne tiefende
Riefende
I. tiefende
PL N. V. A. tiefende jiefendu, -o
jiefenda, -e
G. jiefendra
D. pefendum
Anm. 1. Bei praedicativem gebrauch steht das part. praes. gern in
der unflectierten form, Riefende für giefendu, giefendne (andere casus
als nom. acc. kommen nicht in betracht).
Anm. 2. Die declination der substantivierten part praes. s. § 2S6 f.
§ 306. Das participinm praeteriti flectiert stark und
schwach wie ein gewöhnliches adjectivum, z. b. zu hätan heissen,
aciosan erwählen, nerian retten.
Im. baten n. bäten f. hätenu
m. äcoren n. äcoren f. äcoren(u)
m. genered n. jenered f. 2enered(u)
f m. äcorena n. äcorene f. äcorene
schwach | ^ jenereda n. jenerede f. generede.
Anm. 1. Die form auf -u im nom. sg. f. und nom. acc. pl. ist selten
und kommt auch bei langsilbigen (§ 296 mit anm. 1) meist nur in attri-
butivem gebrauche vor. In praedicativer Verwendung steht dafür meist
die endungslose form: hdten, äcoren, genered,
Anm. 2. Bezüglich der synkope der endsilbenvocale in mehrsilbigen
formen gelten die regeln von § 296.
§ 307—311. Steigerung der adjectiva. 145
D) Die Steigerung der adjectiva.
1) Comparativ.
§ 307. Das ags. besitzt nur eine endung des comparativs,
nämlich -ra, welches sowol dem got. Aza vne dem got -öza
entspricht.
Meist tritt diese endnng an den positiv des adjectivnms an
ohne dass dieser i-umlant erfährt: earm arm — earmra; heard
hart — heardra; ^Iced froh — glcedra; foe^er schön — fcegerra;
gearo bereit — gearora (altws. auch gearra, später auch gea-
ruwra, vgl. § 300, anm.). Mit t-umlaut bilden ihren comparativ
nur wenige, wie eäld alt — ieldra^ great gross — grietra,
geong jung — gingra (Ps. auch gungra), gehleow sonnig —
*gehUervra, gehliura, sceort kurz — scyrtra, auch brdd breit —
hrddra neben gewöhnlichem brädra; hiah hoch, hat hierra,
hyrra § 222, 2, neben hiehra und heahra (spät kent. auch
hegra), north, hera, herra.
§ 308. Die comparative flectieren einfach als schwache
adjectiva, § 304.
Anm. Vereinzelt begegnet bei compositis Steigerung beider teile:
lenglifra zu longlife langlebig, mäfealdra zu monigfeald mannigfaltig
(über leng' und md- s. § 323 ; vgl. auch lengtogran prolixiora Scint., und
mdcroeftigra neben mdcrcefiig in der poesie).
2) Superlativ.
§ 309. Der Superlativ geht in seiner kürzesten form auf
'osi (daneben auch -ust, -ast), seltener auf -est aus, z. b. leof
lieb — leofost; heard hart — heardost, hrvoet scharf — hwatost,
rice reich — ric{e)ost, aber z. b. sirong, strenge stark — strengest,
§ 310. Nur wenige adjectiva haben im Superlativ, wie im
comparativ, § 307, «-umlaut: eald — ieldest, long — lengest, strong
— strengest (Ps. auch strängest), geong — gingest (Ps. auch gun-
gesta), sceort — scyrtest; hiah hat hiehst, h^hst neben hiahest,
heahst und hehst, § 101, 2 (Ps. hesta, north, hesta, heista § 166, 5,
vereinzelt spätws. auch higest, kent. hegest),
Anm. Auch diese umgelauteten Superlative haben die nebenform
'OSt, z. b. lengust, oder später bisweilen Verkürzung zu -st, wie gingst, yltst.
§ 311. Was die flexion angeht, so beschränkt sich die
starke declination der Superlative fast ganz auf jene endungs-
lose form auf -ost, -est, welche für nom. voc. sg. und acc. sg.
Sleyers, Angelsäohs. grammatik. 2. aad. 10
146 §311—313. Steigerimg der adjectiva.
n. steht. Sonst sind stark flectierte formen selten. Gewöhn-
lich folgt der Superlativ der schwachen declination.
Die umgelauteten formen haben dabei entweder den aus-
gang -esla, ieldesia, lengesta, gin^esta (erst spät auch mit Syn-
kope yldsta, lengsta, gingsta, sfrengsia), selten -osta, -usta, wie
selosta § 312, cerusla § 313, oder von je her verkürzt -sta,
hiehsia, hyhsta, niehsta, nyhsta Qieahsta, hehsta u. s. w. § 101, 2).
Aber auch die nicht umgelauteten mit -osi, wie heardost,
leofost, verwandeln sehr häufig das o der endung in e, sobald
es in das wortinnere tritt, heardesfa, leofesta neben heardosta,
Uofosta (vgl. § 129).
3) Unregelmässige Steigerung.
§ 312. Bei einigen adjectivis werden die fehlenden steige-
rungsgrade durch besondere Steigerungsformen ersetzt, denen
kein positiv zur seite stellt:
göd gut comp. bet(e)ra, beiira superl. bel(e)st, fl. hetsia
— — „ sälla, selra „ sätest, -ost, setesta {-osla)
yfel böse , wiersa „ ivierrest{a), wiersta
micel gross „ mära „ mdsi{a)
lytel klein , Icessa „ lcest(a)
Anm. 1. Neben betest^ betsl (letzteres in ws. prosa die üblichste
form) begegnet auch beiost (vgl. § 309). — Für wiersa hat das north.
fvyrsa, für tvierresta Ps. north, wyrresta, § 156, 4. — Zu mära gehört
als substantivische neutralform md, P.s. mce, zu seUa, setra besser (alt
und north, sdelrä) desgleichen sei (älter sdl.) Für mcesi{a) heisst es north,
auch mäsl{a). — Statt des in der ws. prosa allein üblichen l&st, Icesta
hat das north, tasesl, -a (L auch leasest), und diese form findet sich auch
in den poetischen texten. Einmal begegnet ein altertümliches Icsresta
mit grammatischem Wechsel in den kent. gesetzen.
Anm. 2. Isolierte comparativformen sind wahrscheinlich auch elra
der andere, elcra der letztere.
§ 313. In mehreren fällen ist aus adverbien und präpo-
sitionen ein comparativ und Superlativ abgeleitet, ohne dass
ein entsprechender positiv begegnet:
feor fem comp, fierra superl. fierrest{a)
neah nahe , nearra „ niekst{ä) nyhsi(a)
cbr Mher „ cbrra „ cerest{a)
fore vor „ furtirn , fy^'sl(a) der erste.
Anm. In der poesie begegnet feor einigemale auch als adj.; von
neah erscheint in glossen einmal ein adj. dativ ne'agum proximis. —
üeber spätws. ndahst{a), nehst(a), nex:(a) s. § 101, 2, über Ps. nesia,
§ 314. Steigerang der adjectiva. § 315. Adverbia.
147
north, nesia, neista s. § 1Ö6, 5. — Für fyrsla begegnet altertümlich auch
fyrest{a).
§ 314. Bei einigen Wörtern findet sich ein Superlativ mit
einem w-suffix. Dies ist in seiner einfachsten form -ma nur
in forma der erste, und in hindema der hinterste, letzte,
erhalten; die übrigen haben die gewöhnliche Superlativendung
-est angefügt, gehen also auf -mest aus. Auch diese bildungen
sind zum teil aus adverbien und präpositionen abgeleitet.
{sit5 spät) comp. sitSra superl. sitfemesi, sibest
(Icet spät)
{inne innen)
{Ute aussen)
(ufan oben
(nitian unten)
(fore vor)
{cefter hinter)
(mid medius)
{norti nordwärts)
Iceira
innerra
{üterra
yterra
iyferra
\ uferra
nitferra
furtSra
oefierra
n
Icetemest
innemesi
{ütemest
ytemest
{yfemest
ufemesi
ymest
{nitSemest
niot^emest
forma^ fyrmest
(ßfiemest
midmest
(sv,^ südwärts)
{east ostwärts)
{west westwärts)
nortfmesi
sütSmest
eastmesi
westmest
{nortierra
nyrtSra "
{sütSerra
sytierra "
, easterra „
, westerra „
Anm. 1. Neben den comparativen auf -erra erscheinen oft formen
mit einfachem r, innera, ülera, ufera, niTSera etc., und bei langer Wurzel-
silbe auch verkürzte formen auf -ra, wie twwr«, w/(/)rö, ceflra, nortfra etc.,
§ 145, anm. 231,4.
Anm. 2. Statt -mest im Superlativ (über -mysl vgl. §44, anm. 2)
tritt später oft die Schreibung -mcest auf, welche auf anlehnung an den
Superlativ mäsi zu deuten scheint.
Anm. 3. ymest gehört wol nicht etymologisch zu yfemest, sondern
ist dem got. aühmisis gleichzusetzen.
Anhang.
Bildung der adverbia.
§ 315. Die adverbia der adjectiva haben die endung -e.
z. b. hcard hart — hearde, soö wahr
sö&e, neuro enge —
10*
148 § 315—319. Bildung der adverbia.
nearwe, stveotul klar — stveotule, hlütor lauter — hlütre, tvid
weit — wide. Geht das adjeetivum selbst schon auf -e aus,
so lautet des adverbium ihm gleich: clSfie rein, ^edefe ge-
ziemend.
Anm. 1. So auch einige adverbia auf -e, denen kein adj. zur seite
steht, wie cedre frühe, some ebenso, sneome schnell.
Anm. 2. Die adverbia der kurzsilbigen adj. mit^ §294 schwanken
zwischen a und ce, (h)ratie und {h)r(Bt5e schnell, smale und smcele klein.
Anm. 3. Zu sefte sanft, swe'le süss, heisst das adverb softe, swöte
ohne umlaut (auch einmal altertümlich cläne zu cl^ne rein); ähnlich
smoltUce (vgl. § 316) zu smylte ruhig, dagegen zu hädor heiter, gewöhn-
lich hcedre, — Zu göd gehört als adverbium weL
§ 316. Sehr häufig wird statt und neben dieser bildung
auch eine zusammengesetzte form auf -Ixce^ -Hce gebraucht:
hearde und heardlice, söbe und sdblice, stveotule und stveotuUice.
Diese bildungsweise nimmt später immer mehr überhand.
§ 317. Einige adverbia, zum teil ohne begleitendes ad-
jeetivum, gehen auf -a aus ; z. b. fela sehr, geara ehemals, giena
wieder, geosira gestern, gieta (auch giet) noch, singala (auch
singale und singcUes) immer, söna bald, iela, ieala geziemend,
die zahladverbia tuwa, t5riwa § 331, und north. g&Öa, oÖÖa
oder, wofür sonst otit5e steht. Ob -hwega, § 344, hierher gehört,
ist zweifelhafk.
§ 318. Mittelst der endungen -unga, -enga, -inga werden
adverbia aus adjectiven, seltener aus andern Wörtern, gebildet.
Beispiele: dearnunga heimlich, eallunga durchaus, eawunga öffent-
lich, eorringa, ierrlnga wtttend, hölinga heimlich, wininga
vielleicht.
Anm. Die drei endungen wechseln sehr häufig bei demselben wort
mit einander ab , ohne dass die Wurzelsilbe dadurch beeinflusst wird. Die
meisten zeigen ti-umlaut des wurzelsilbenvocals ; t-umlaut der Wurzelsilbe
ist selten, wenn nicht das grundwort schon den umlaut hatte, z. b. ceninga
neben änunga, änitiga durchaus; semninga neben somnunga plötzlich.
§ 319. Auch deutliche casusformen von adjectiven dienen
bisweilen als adverbien. Accusativische adverbia dieser art
sind z. b. lytel, lyt wenig, genög genug, fyrn, gefyrn ehemals,
füll voll, sehr, Mah hoch (dafür spät auch heage, vgl. § 295),
ungemet (neben dat. ungemete und gen. ungemetes) ausserordent-
lich, sehr, und die auf -weard wie upweard, sübweard; geni-
tivische: ealles durchaus, nealles {nalles, nalas, nalws, nals)
§ 319—321, Bildung der adverbia. 149
durchaus nicht, dies anders, micles sehr, simbles, singales immer,
samtenges zusammen, gearlanges ein jähr lang, dceglanges den tag
über, niht langes die nacht durch, ungewisses unbewusst, weas?
zufällig, endemes (später endemest) pariter, Iptes- in Iptesnd (alt
hjtisnä, später l(/leslne) beinahe, und das pronominale hwcethu-
guningas {hwcethnmgununges, -htveganunges^ auch -hweguninga)
etwas; ferner verschiedene smf -weardes -wärts, wie uptvear-
des, sübweardes, auch mit präposition, wie tögegnes entgegen,
iomiddes in der mitte; dativische endlich sind miclum sehr, lijtlum
wenig.
§ 320. Von substantivis kommen vorzugsweise genitive
auf -es (auch von femininis) und der instrumental sing, und
der dat. instr. pl. in adverbialem gebrauche vor; der genitiv
z. b. in doBges des tages, nihies des nachts, idceges und spät
pydceges desselben tages, {un)t5onces (un)freiwillig, willes, selfwilles^
unwilles (un)freiwillig, gewealdes aus eigner macht, ungewealdes
ohne dafllr zu können (diese auch mit adjectivis und prono-
minibus verbunden), niades, niedes gezwungen, dt5res healfes
auf der andern seite, insicepes (neben dat. instcepe) sofort, ferner
in einigen bildungen mit präpositionen und adverbien, wie
tö cefenes abends, td nönes mittags, td ühtes morgens, tö geflites
certatim, td medes zum lohn; hü gerades wie, gehü elles sonst-
wie, hü giares zu welcher zeit des Jahres; der gen. pl. z. b.
in hü meta wie, hü nyta wozu, hüru tSinga praesertim, dßnge
'6inga irgendwie, ndnge, näne t^inga durchaus nicht; der
instrumental z. b. in fäcne sehr, sdre (früher säre mit i-umlaut,
vgl. § 237, anm. 2) schmerzlich; vom dat pl. sind namentlich
die bildungen auf -mcelum, wie dropmcelum tropfenweise, stund-
mdlum zeitweise, aufzuführen.
Anm. Andere uneigentliche adverbialbildungen aus Substantiven
mit Präpositionen werden hier übergangen.
§ 321. Von ortsadverbien zur bezeichnung der ruhe an
einem orte, der bewegung nach, und der bewegung von einem
orte her, sind die wichtigsten folgende:
wo?
wohin?
woher?
tSar da
tSider
^onan
htvdr wo
hwider
htvonan
her hier
hider
heonan; hine
inne, innan
innen
in{n)
—
150
§ 321 — '62'i. Bildung und Steigerung der adverbia.
WO?
wohin?
woher^
üie, ütan aussen
üi
f uppe, uppan,
\ ufan oben
w/?(p), np(p)
—
ufan
neotian unten
nitior
—
foran vorn
fovTi
hehindan hinten
hinder '
hindan
— Osten
east
easlan
— Westen
west
westan
— norden
nortS
nortSan
— Süden
sün
sütfan
feorran fern
feor{r)
feorran
neah nahe
near
ne'an
Anm. 1. Neben den adverbiis auf -an begegnen auch solche auf
-on und in vollerer form -ane, -one, wie w/b», ufane etc. (bei diesem
adv. auch noch ufenan). Im north, verlieren diese adverbia ihr auslautendes
-n, tiona, htvona, ufa etc.
Anm. 2. Für tf^r, hrvär erscheint spätws. pdr, hwdr. Zu hrv^
gehören noch die bildungen gehwär, ee^hwdßr, d^ehwär, (ge)fvelhwär,
welgehrvcßr überall, dhrvcBr, öhwcbr irgendwo, ndhweer, nöhwcer nirgends,
mit den nebenformen dwer, örver etc. (vgl. § 43, anm. 4. 57, anm. 2. 222, 2,
später auch dwdr etc.). Aehnliche bildungen begegnen auch von hwider
und hwonan, wie cb^hwider, cßgkrvonan und öhmonan (north, öuuana)^ etc.
Eine emphatische nebenform von TScbr ist tSdra {tiara?\ desgleichen
zu hwcer hwdra {fiwaral) in hwoethrvdra tiberall.
Anm. 3. Neben TSider begegnet selten eine altertümliche form tfceder,
neben hider auch hidere. Aehnlich gebildet ist auch ofere desuper. Für
,hin und her' wird hider (pnd, ne) tsider gebraucht, daneben auch hidrcs
tScedres (tfidres, vereinzelt hider tsideres) mit genitivischer endung; für
»hüben' und 'drüben' hidenofer und ^eonofer.
Nur ausnahmsweise findet sich eine Steigerung eines solchen orts-
adverbiums in hider or otitfe gyt beheonon als Übersetzung des lat. citerius.
Steigerung der adverbia.
§ 322. Gesteigert werden im allgemeinen nur die adjeetiv-
adverbia, und zwar gelten als adverbia die endungslosen
formen der adjeetivischen comparative und Superlative auf
'or, -ost, z. b. heardor — heardost, strongor — strongost, leoflicor
— leoflicost.
Anm. seldan selten, hat comp, seldor und seldnor, sup. seidost,
§ 323. Einige adverbia haben jedoch im comparativ eine
besondere einsilbige form ohne specielle comparativendung^
aber vom positiv meist durch i-umlaut gesdueden. Es sind
§ 323. Steigerung der adv. § 324. Cardinalzahlen. 151
het besser, wiers, wyrs schlechter, mä, mm mehr, 1(bs weniger,
wr früher, slb später, fterr entfernter, leng länger, sä (alt und
north. s6d) besser, seft sanfter, ietS leichter, tylg propensios,
cnd früher (?); ausnahmsweise findet sich so auch nyr näher,
leben gewöhnlichem near. Zum teil fehlen entsprechende
■\ ositive.
Anm. Diese adverbien entsprechen den got. isdverbien auf -is, -s
ie balis, seips ; wie die endung -is, -s ist nach § 133. 182 abgefallen.
i»'
Cap. in. Die Zahlwörter.
1) Cardinalzahlen.
§ 324. Die drei ersten zahlen sind in allen casus und
geschlechtern declinierbar.
1) an flectiert wie ein starkes adj. nach ^dd § 293, 2, hat
aber im acc. sg. m. gewöhnlich die form amne (aus *dnina,
*ainina, vgl. altn. mininö auf dem runenstein von Strand; die
Verkürzung des vocals in cenne aus Sine wird erwiesen durch
die Schreibung emie im Ps. und north.) neben späterem dnne
und im instr. cene neben jüngerem äne, Pluralformen finden
sich in der bedeutung * einzig* und in der formel änra ^ehwylc
jeder; schwache flexion in der bedeutung 'solus'.
2) masc. ntr. fem.
N. A. tw^gen tu, twä twä
G. tw62(e)a, tw^gra
D. twaem, twäm
Anm. 1. Ebenso flectiert he^en beide, f. ha, ntr. bü, gen. be'g(7*)a,
dat. b^m, bdm. Die einsilbigen formen beider werden oft zusammen ge-
braucht; m. f. bu Itvd, n. bti tu (auch büitvu, bülä)y dat. bdm irvdm, —
Für /w^'^^n findet sich kent. und in Rushw. auch iWßBgen; north, formen
sind iucßge, lue'^e, iudg, iuöge (und itvd Rushw.) ftir's m., iud, iwcege
n^s f., tucß, (uü, iudge, iuaego ftir's n., gen. tudgara, dat. stets iU(Bm.
- >>/:^en hat altert, und north, w: gen. bcega, dat. boem (neben bdm)^
wo/!l vielleicht alte dualformen stecken (vgl. urk. twcentig zwanzig, ge-
prS^^gs. iroSniig oder tweniig, verkürzt aus *ttvcem tigum).
Das e von begen, (wegen ist in der älteren zeit sicher lang; später
begegnet bisweilen die Schreibung beggen, welche auf Verkürzung
schliessen lässt.
152 § 324—326. Cardinalzahlen.
3) masc. ntr. fem.
N. A. Öri, Örie (Örj^) Ör6o t5r6o
G. Ör^ora
D, tJrim, Örim
Anm. 2. Die länge des i in tirim ist wenigstens für das north, durch
doppelschreibung festgestellt. — Der nom. lautet north, für alle go-
schlechter tfrto, türia, tSrea, der gen. tSreana.
§ 325. Die zahlen von 4 — 19 werden bei attributivem
gebrauch in der regel nicht flectiert (zahlreiche ausnahmen im
north.). Sie lauten 4. feower (feuer, fear L), 5. fif, 6. sxex, six,
syx (alt auch siox, seox, und ebenso wieder seox, seax in
jungen texten, north. *^a; LR), 7. seo/bn, siofon, -an, -en {seofen
Ps., seofo, -a L, Kit, siofu R^), 8. eahta {cehto L, cehto, -a Rit.,
oehtorve R^), 9. ni^on (auch nigan^ -en, selten neogon, north.
nione R^), 10. tien, iyn {tea, ten L, tea Rit, teo, ien R^),
11. endleofan, -lufan, -lyfan (auch mit -wn, -öw), eile f an {oellefi^\
Celle fixe LR), 12. trvelf (iwcelf LR); 13. ÖH-, Öreo- (Ör/7-, breot-)
tene, -tyne, 14 — 19 fiower-, fif-, siex-, seofon-, eahta-, nigon-
tene-, -tyne.
Stehen diese zahlen allein, so bilden sie flectierte formen
nach der f-declination, z. b. nom. acc. fife (ntr. fifu, -ö), gen.
fifa, dat. fifum; von eahta begegnet so nom. ehturve (north.?),
dat eahtum,
Anm. North, lautet der flectierte nom. acc. pl. feuer o, fifo, sexo,
seofona, nigona, teno, cellefno, tucelfo,
§ 326. Die zehner von 20 — 60 werden gebildet durch
Verschmelzung der silbe -tig (= got. tigus decade) mit der
entsprechenden einerzahl; die von 70 — 120 ebenso, aber mit
vortritt von hund (welches jedoch später bisweilen fortfällt).
Sie lauten 20. twentig oder twentig (§ 324, anm. 1; twcentig L,
twcegentig R^), 30. t5rltig, brittig, 40. feorvertig (feortig L, Rit.),
50. fiftig, 60. siextig (sexdig, -deih L); 70. hundseofontig, 80.
hundeahiatig (selten hundeahtig), 90. hundnigontig, 100. hund-
teontig {hun(d)teantigL, Rit), 110. hundendleofantig {hundwlleftig-
Cura past., spät auch hundendlyftig\ 120. hundtrvelftig (daneben
später hundtwentig mit gleicher bedeutung).
Diese zahlen sind ursprünglich (neutrale) substantiva und
haben also den genitiv nach sich; doch treten sie bald auch
in adjectivischem gebrauch auf; sie bilden oft einen gen. in
singularischer form auf -es, brittiges, fiftiges u. s. w,, haben
§326—327. Cardinalzablen. §328. Ordinalia. 153
aber sonst gen. -tigra, -Hga, dat. -ti^im. In späten texten
werden sie zum teil ganz indeelinabel.
Anm. Vortretende einerzahfen stehen (soweit erkenntlich) in der
regel im neutrum und bleiben unflectiert, wie pära iwd and trvenli^ra
manna; nur die einsilbigen dative iwäm und tirim sind auch in dieser
Stellung gewöhnlich.
§ 327. Neben hmidteontig besteht aueh einfaches n. hund
(du hund) und n. hundred (north, hwidrab, -eb) für 100. Die
zahlen 200 — 900 werden meist- mit dem n. hund gebildet, tu
hund, breo hund u. s. w., weniger gewöhnlich von hundteontig
und hundred. — 1000 heisst büsend n., gen. büsendes; fftr
mehrere tausende gilt der pl. büsendu, -o, (-e), auch unflectiert
Öüsend, gen. -da (vereinzelt -drä) dat. -dum,
Anm. 1. hund hat north, dat. hundum, im älteren ws. dagegen mit
singularischer flexion hunde, gewöhnlich aber ist das wort indeelinabel.
— Von hundred werden die plurale hundredu und hundred gebildet,
der erstere jedoch nur bei absolutem gebrauche.
Anm. 2. Auch diese zahlen sind ursprünglich substantiva mit sub-
stantivischer rection, doch werden sie oft auch wie adjectiva behandelt
und in der späteren spräche vielfach als indeclinabilia gebraucht.
Anm. 3. Zahlen die über die hunderttausende hinausgehen, werden
im bedürftiisM durch Umschreibungen ausgedrückt, z. b. ten tSüsend sitSum
hundfealde püsenda = eintausend millionen.
2) Ordinalia.
§ 328. Als ordinale der einzahl gilt forma, auch formesta,
fyrmest{d), fyrest{a) und (Brest(d)y für die zweizahl ober und
cef terra; die übrigen sind 3. bridda (north, birda, birdda\
4. feorverba, feorba, 5. fifta, 6. siexta, sixta, syxta (seista, sesta
L, sesta, sexta R^), 7. seofoba {seofunba L, R'^), 8. eahtobaj -eba^
spätws. auch eahteoba {eahtegeba Beda, north, cehtoba, -aba
L R2), 9. nigoba, 10. teoba (angl. teogeba Beda, Mart., telgba
L), 11. ellefta, endlefta^ -leofta, -lyfta, endleofeba {cellefta L, R^),
12. twelfta; 13 — 19 haben -teoba oder -teogeba (angl. -tegba,
'teogba Beda, Mart.; 18. spätws. auch eahteoba); 20 — 120 -tiogoba,
-tigoba: tfventigoba etc. (auch -tiga und -teoba [falsch über-
liefert?] und 'tigba, angl. -tegba Mart.) Für hund, hundred und
büsend fehlen die Ordnungszahlen; statt ihrer werden Um-
schreibungen angewant, wie se be byb on bdm twäm hundre-
dum mftemyst ducentesimus, se be hib ceftemyst on büsendgetele
millesimus (Aelftic), etc.
154 §328. Ordinalia. §329—331. Andere zahlarten.
Bei zusammengesetzten zahlen wird entweder nur das
letzte Zahlwort in die ordinalform gesetzt: an, twd (so stets
in neutraler form), öri ond twenii^oba u. dgl., oder das ordinale
der einerzahl steht voraus mit folgendem Sac und dem dat.
des eardinale der zehnerzahl: bridda eac twenti^m der 23te,*
siexta eac flfii^um der 56te, u. s. w.
Die flexion der ordinalia mit ausnähme des stark adjee-
tiviseh fleetierenden ö\5er ist die der sehwachen adjectiva § 304;
die superlativformen für die einzahl sehwanken nach § 311.
Vorgesetzte einerzahlen werden (mit ausnähme des einsilbigen
dativs iwdm, trväm und vielleicht tirim) nicht flectiert.
3) Andere zahlarten.
§ 329. Von alten distributivzahlen erscheinen im ags.
nur noch reste. Zu dem got. tweihnai gehören die erstarrten
formen twih und iweonum in bindungen wie mid unc ttvih
'unter uns beiden', be sdm iweonum 'zwischen den meeren/
Gewöhnlicher sind diese formen mit der praeposition be zu
den rein praepositionalen betweoh, betwuh, betuh (selten betrvih,
betwyh, Ps. north, betrvih) und betweonum, -an (selten später
hetwynün, Ps. betwinum^ north, bi-, belwien, -twäi L, bitrven,
'twien, -trvin Rit, bitwion Rushw., poet. betweon) zwischen, ver-
schmolzen. In ähnlicher weise ist eine praeposition betrvix,
beirviux, betrveox(n), betwox{n), betwux(n), betux zwischen, ent-
standen (vgl. ahd. in, untar zuiskim).
Anm. 1. Wahrscheinlich aus dem nordischen entlehnt ist der einmal
belegte acc. pl. m. prinna *je drei'.
Anm. 2. Sonst wird *singuli' durch das adj. eenliepige wieder-
gegeben; für *bini, temi' etc. gelten die dativischen formein ttv^em ond
iwam (auch adj. ^eirvinne), tirim ond tfrim, feower ond fe'ower, tSüsen-
dum ond tSüsendum (auch püsendfealde) u. s. w.
§ 830. Multiplicativa werden durch composition mit
dem adj. -feald gebildet: dnfeald^ irviofeald (irvie-, twi-, t/vy-
feald), brifeald, monigfeald etc.
Anm. trviofecUd und tfrifeald flectieren bisweilen im dat. das erste
glied: twdmfealdum, tSrimfealdum, tSrimfealdre etc.
Von monigfeald begegnet ein doppelt gesteigerter comparativ
mäfealdre, § 308, anm.
§ 331. An einfachen Zahladverbien auf die frage: *wie
viel mal' bestehen nur dbne einmal, tufva (jwiwa, twywa, twuwa,
§ 332—334. Pronomina personalia und reflexiva.
155
auch twuga, twigea, twia) zweimal, und tSrirva {Örywa, briga)
dreimal. Alles übrige, sowie auch nebenformen zu den eben
genannten, wird durch Umschreibung mittelst siö gang, weg,
gebildet: cene slba (später erst sibe) einmal, twcem, brim, flf
siöum etc., oder auch an cenne sib u. dgl.
Anm. 'Zum ersten, zweiten etc. male' heisst forman, ötfre, driddan
sidd u. s. w.
Cap. IV. Pronomina.
1) Persönliche ungeschlechtige pronomina.
§ 332.
]. person. 2. person.
Sg. N. ic, Ic Öu, ÖU
Gr. min Öin
D. me, me Öe, Öe
A. mec, me, me Öec, t5e, Öe
Du.
N. wit, wit
Xit, 3it
G. uncer
incer
D. unc
ine
A. uncit, unc
incit, ine
PI.
N. we, we
3e, 26» Xie
G. User, üre
eower
D. üs
eow
A. üsic, üs
eowic, eow
Anm. 1. Neben ic steht verneintes nie, nicc in der bedeutung
nein'.
Anm. 2. Für wd, gd etc. steht die länge des vocals durch doppel-
schreibung und längezeichen in den hss. fest, doch vgl. § 121.
Anm. 3. Die north, formen des dat. acc. sind me, mec, fneh; t5d,
tiec, t5eh\ pl. üsic, üsig, üsih und iuih, iuh (ivigh Rit.); gen. pl. üser,
üserra, üsra; iuer, iuerra; Ps. ür, eower.
2) Reflexivum.
§ 333. Ein selbständiges reflexivum besteht im ags. nicht
mehr. Statt seiner werden die betrefi'enden formen des ge-
$chlechtigen pronomens der dritten person , § 334, gebraucht
J56 §334—337. Pronomina personalia, possessiva n. demonstrativa.
3) Geschlechtiges pronomen der dritten person.
§ 334. masc. ntr. fem.
Sing. N. he (he) hit h6o, hie, hi
G. his hiere, hire, hyre
D. him hiere, hire, hyre
A. hi(e)ne hit hie, hi, h^o
PI. N. A. hie, h6o, hi (hig)
G. hiera, hira (hyra); heora
D. him (heom)
Anm. North, lautet der dat. sg. f. meist (seltener der gen.) hir.
Der gen. pl. keara ist dem Ps. und north, eigen.
4) Possessiva.
§ 335. Die possessiva werden von den stammen des un-
gesehlechtigen pronomens und des verlornen reflexivums ge-
bildet: min mein, bin dein, sin sein, uncer unser beider, incer
euer beider, üre (Ps. tir), üser (üsser) unser, eorver (north.
iuer) euer.
Neben sin^ welches sich auf alle geschlechter und numeri
zurückbeziehen kann und meist nur reflexiv gebraucht wird
(wie lat. suus\ treten auch die genitive des pronomens der
3. person. Ms, hire, pl. hiera in possessivem gebrauche auf.
§ 336. Die flexion der possessiva ist die der starken ad-
jectiva {üre wie grene § 298, die r-casus sehr oft mit einfachem
r, gen. dat. sg. f. üre^ gen. pl. ürd),
Anm. üser assimiliert gewöhnlich in den casus, welche synkope des
mittelvocals haben müssen (§ 144; vgl. § 180), das sr zu ss: üsses, üssum
für *üsres, *üsrum etc., aber üserne; das doppel-^ dringt aber auch in
die nicht synkopierten casus ein, üsser, üsserne, üsserra. North, fehlt
jene assimilation , gen. üsres etc. — iuer hat north, iures und iueres etc.,
gen. pl. iuera.
5) Demonstrativa.
§ 337. Das ursprüngliche einfache demonstrativpronomen
se, seo, ticet hat im ags. meist nur noch die abgeschwächte
bedeutung des bestimmten artikels. Seine flexion im west-
sächs. ist:
masc. ntr. fem.
Sing. N. s6, se t^set s6o
G. Öaes Öälre
D. t$älm (Öä.m) Öäere
A. t$one $8Bt t$ä
I. Öyj tJon --
§ 337 — 338. Pronomina demonstrativa. 157
masc. ntr. fem.
PL N. A. Ö4
G. tS&NL (5äera)
D. Öslm (S4m)
Anm. 1. Die eingeklammerten formen sind jünger und finden sich
in den ältesten qnellen noch nicht oder seltener.
Anm. 2. Für sB steht in sehr späten texten öfter se'o wie im fem.
Noch später tritt p'e, peo llir se^ seo ein.
Für tScere erscheint in der älteren spräche selten auch ö«rtf, und
vereinzelt tich* als dat. sg. Späte texte gebrauchen oft die formen f>äre
und pcBra.
Neben ^one begegnet auch tSoene und tSane, beide in jungen denk-
mälern häufig.
tiäm geht spätws. in tSdn über, vgl. § 187. Die instrumentalform
^on ipän) erscheint nur selten attributiv; sie steht hauptsächlich in com-
parativischen bindungen wie tSon mä 'mehr als das' und adverbialen
formein wie for, bi tfon deswegen, cefter b'on nachher, u. dgl. (über siotftfan,
sytftian s. § 109, anm. 2).
Anm. 3. Abweichende formen des Ps. sind nom. acc. n. b'öpt, tuet,
nom. sg. f. sie (einmal se'o), gen. m. n. tü^s (neben b'ces d. h. tüces mit deh-
nung), gen. dat. f. tS^re, gen. pl. tSeara, Das north, flectiert sg. nom. m.
sd, ti'e, n. ti(ßt, f. 3^iM, tSio, tSy ; gen. t5(es, f. t^cere; dat. t^^m, f. tSesr, -re,
acc. m. tione, tSene, n. timt, f. tSä, instr. tSy, be; bon, pl. nom. 2)«, gen.
bära, dat. 5V»/w.
§ 338. Dem deutschen 'dieser* entspricht das zusammen-
gesetzte demonstrativpronomen t5es, f. t5eos, n. tiis. Seine älteste
flexion im westsächs. ist folgende:
masc. ntr. fem.
Sing. N. t$es t3is t$6os
G. Öis(s)es, t5ys(s)es Öisse (Seosse, Öisre)
D. Siosum; t3is(s)nm, t3ys(s)um $isse (Seosse, Öisre)
A. t^iosne, t^isne, t5ysne t3is t$4s
I. Öys, ?5is —
PI. N. A. Ms
G. Öissa (Öeossa)
D. 5iosum, t$is(s)um, t$ys(s)nm
Anm. i. Das y ist in den älteren quellen auf die angegebenen
casus beschränkt; später tritt es nach massgabe von § 22 auch in den
übrigen casus statt t auf.
Anm. 2. In der späteren spräche lauten der gen. dat. sg. f. pisser e,
der gen. pl. pissera, und bisweilen synkopiert pisre, pisra.
Anm. 3. Der Ps. flectiert sing. nom. tiiss, dis, tfe'os, gen. tiisses,
bisse; dat. tfissum, bisse, acc. beosne, bis, bäs; pl. nom. tSds, dat. bissum
(beossum); north, sing. nom. m. bes, bis, n. bis, f. bius, bios; gen. bisses.
158 § 338—340. Pronomina demonstrativa und relativa.
f. taisse; dat. tüissum, tfassum, f. t^isser, tf asser, tScesser; acc. m. tSiosne,
n, dis, f. tads; instr. tits, tfisse, tSissa; pl. n. tSäs, dat tSissum, tiassum,
Anm. 4. Ursprünglich wurde dies pronomen durcH anfUgung einer
Partikel -se, -si (= got. sai, ahd. se ecee?) an die casusformen des ein-
fachen demonstrativums gebildet. Im ags. sind aber nur noch reste dieser
bildungsweise wie tid-s, tSe'o-s (vgl. north. tfB, diu § 337, anm. 3), das
erkenntlich, da die partikel ganz mit dem pronomen verschmolz und in
die flexion mit hineingezogen wurde.
Anm. 5. Das pronomen y^n^r, got jains, ist im ags. so gut wie
verschwunden; nur findet sich ein vereinzeltes tö ^eonre byr^ Cura past.
443, 25; ausserdem gehören dazu die adverbien resp. praepositionen ^^on//
{^ind, ^iend) durch, begeondan jenseits, u. ä.
§ 339. Pronomen der Identität (lat. idem) ist se ilca
(oder ilca?f vgl. das adverbium idceges desselben tages; in der
Cura past. oft illca, in späten texten bisweilen mit jungem
mittelvoeal ilica, ileca), welches wie ein sehwaches adjectivum
flectiert, nur spät auch gelegentlich starke formen entwickelt;
'ipse' heisst altws. sei/', sonst auch seolf, silf, sylf, welches
sowol stark wie schwach flectiert werden kann.
Anm. se seolfa heisst in der älteren zeit nur *eben dieser, hie
ipse'; erst spät findet es sich auch in der bedeutung von Sdem'.
6) Relativa.
§ 340. Das ags besitzt kein eigenes relativpronomen.
Zum ersatze dient entweder das einfache demonstrativpronomen
se, seo, tScet oder die partikel Ö^, sei es allein, sei es in Ver-
bindung mit demonstrativen pronominibus.
Anm. sd, sdo, ti'cet kann sich natürlich nur auf eine dritte person
zurückbeziehen. — tfB steht verhältnissmässig selten allein; gewöhnlich
weist es auf ein vorangegangenes demonstratives se, seo, daet zurück.
Häufig tritt dies demonstrativum unmittelbar vor das t^S (sB de, seo tue,
ntr. alt oceUe, später auch tfcei tSe aufgelöst), bleibt aber in der rection
des vorausgehenden satzes.
Seltener ist die Verbindung mit einem persönlichem pro-
nomen, welches dann dem Öe nachgesetzt wird: t5e he qui, t5e
his cuius, t5e him cui u. s. w.; auch kommen doppelbildungen
wie se be his etc. vor.
Bezieht sich das relativum auf eine erste oder zweite
person, so steht entweder einfaches Se {ic , , . &e, bü , . . be
oder Öw be etc.) oder es tritt die letztgenannte Umschreibung
ein: be ic ego qui, Öe we nos qui, be üsic nos quos etc.
§ 341—345. Pronomina interrogativa und indefinita. 159
7) Interrogativa.
§ 341. Das einfache interrogativum hwa, hrvcet = got.
hrvas, hat nur mase. und ntr. sing, entwickelt Das ntr. hwwt
(north, auch huced, hucetd) mit folgendem genitiv, z. b. hwoet
momia, bedeutet 'was für ein'.
Sing. N. hwä hwsßt
G. hwsßs
D. hwäem, hwäm
A. hwone hwaet
I. — hwy, hwi
Anm. 1. Neben hwone (selten hwane) kommt auch hrvcene vor,
namentlich in der späteren spräche. — Eine zweite form des instr.,
hfvon (htvan), steht nur in adverbialen formein wie iö hwon wozu, for
hwon warum, etc., eine dritte, M, nur in der rein adverbialen bedeu-
tung *wie'.
Anm. 2. Das zusammengesetzte ^^^n;a jeder, § 347, bildet bisweilen
auch einen gen. dat. sg. f. gehwar e. Daneben kommen jedoch auch die
m. oder n. formen gehwces, gehweem auf feminina bezogen vor.
§ 342. Stark adjectivisch flectieren hwceber welcher von
beiden?, und die zusammengesetzten hwilc Qiwylc, hwelc, Ps.
hwelc, north, hucelc^ hucelc) welcher? (aus *hwi'lic, *hwa'lic) und
hülic wie beschaffen. Als correlativum zu hwilc gilt swilc,
swylc, swelc solcher (north, sucelc, got. swaleiks),
8) Indefinita.
§ 343. Das unbestimmte pronomen 'irgend ein' wird aus-
gedrückt durch sum, welches stark adjectivisch flectiert. In
negativ- und fragesätzen können auch die interrogativa hwä,
hrvcetSer, hwelc indefinit gebraucht werden. Die übrigen in-
definita werden meist durch Zusammensetzung gebildet.
§ 344. Das indeclinabele -hwega (-hwiga, -hwuga; -hwegu,
'0, 'hwigUj 'hwygo, -hwugu, -o, -hu^, north, -hwosgu, -htvogu,
'hwosgna) bildet mit hwcet das substantivische hwcbthwega
'aliquid'; mit hwilc das substantivische und adjectivische
hwilchwega 'aliquis'. Dieselbe bedeutung haben näthwä, nat-
hwilc j eigentlich 'nescio quis'. 'Etwas' wird auch durch äwiht,
öwihl {dwuht, auht, äht; owuhi, öht; ahd. eowiht) ausgedrückt.
§ 345. Verallgemeinernde pronomina werden aus den
interrogativen durch swü — swä entwickelt: swä hwä swä, swU
hwceber swä (bisweilen mit assimilation, snä hwaöer swä oder
160 § 345—349. Pronomina indefinita.
conti'ahiert swceber, swaber), swä hwilc swä (auch contrahiert
swilc) wer auch immer, etc. Daneben spätws. löcahrvä^ löchwä
(vereinzelt lährvä), löchwceber, Idchwilc in gleicher bedeutung
(vgl. ahd. sihuuer, sihuuelih),
Anm. Ueber andere ausdrucksformen an stelle verallgemeinemder
pronomina s. Kluge, Beitr. VIII, 531 f.
§ 346. Lat. 'alteruter' ist dhwceber {dhrvoeiSer, dwber, duber,
aber, -or; örvber), welches meist nur in negativsätzen gebraucht
wird. So findet sich auch dhrvilc und dhrva, dhrvcet,
§ 347. 'Jeder' heisst die {elc, Ps. ylc, ylc?j north, wie);
ferner gehwä (nur substantivisch), gehrvceber uterque, gehwilc^
(auch dnra gehrvilc\ verstärkt ceghwä, ceghwceber und verkürzt
cegber; ceghwilc (oder eghrvä, eghrvceber, eghrvilc, Ps. north.
oeghwä etc. Seltener sind cethwä, samhwilc^ (ge)welhwilc.
Fttr 'alles' dient ausser eall öfter die Umschreibung die
fvuhty dlcuht, vgl. § 348, 2.
Anm. 1. Dies vorgesetzte <§, ce, e entspricht dem got. aiw, ahd.
eo, io § 174, 3, und ist aus d, ö durch das ursprünglich folgende i von
gi umgelautet, vgl. ahd. eo-gi-kweltk etc.
Anm. 2. Ueber die flexion von ^ehwä s. 341, anm. 2.
§ 348. 1) Dem lat. 'ullus' entspricht cmi^; flir *quidquam'
begegnet north, auch dniht, welches vermutlich aus dnwiht ent-
standen ist, vgl. unten 2.
2) 'Neuter' ist ndhwceber, nöhtvoeber {ndwber, ndber, nöwber\
'nullus' ndn, ndnig, 'nihil' ndwiht, nöwiht {ndwuht, nduht, ndht;
norvuht, ndht. Letzteres ist im sing, n.; daneben begegnet
ein pl. nduhias und später in adjectivischem gebrauch ndhte;
ferner ndyi wiht, wuht, auch ndnuht, north, nceniht, und ndnping
(spät ndping),
§ 349. 'Solcher' ist gewöhnlich swelc (swilc, swylc), vgl.
§ 342 ; daneben begegnen auch byslic, buslic (assimiliert auch
byllic, bullic\ und selten beeslic, aber nur in demonstrativer
bedeutung, nie correlativ.
§ 350—351. Conjngation. Allgemeines. Ißl
II. Abschnitt: Conjugation.
Allgemeines.
§ 350. Das ags. verbum besitzt folgende formen:
1) Nur ein selbständig entwickeltes genus, das activum.
Von dem im gotischen noch teilweise erhaltenen medio-
passivum besteht nur noch die einzige form hätte mit dem
pl. hatton, § 367, 2. Das passivum wird sonst mit dem htilfs-
verbum heon, wesan § 427, seltener mit 7veort5an umschrieben.
2) Zwei tempora, ein praesens und ein allgemeines tempus
der Vergangenheit, das wir praeteritum nennen. Das fehlende
futurum (über heon s. § 427) wird meist durch das praesens
vertreten, seltener mit dem htilfsverbum sculan umschrieben.
3) Zwei volle modi, einen indicativ und einen optativ
(häufig conjunctiv genannt), dazu einen auf das praesens
beschränkten imperativ.
4) Zwei numeri, Singular und plural.
5) Drei verbalnomina, einen Infinitiv des praesens, ein
participium praesentis mit activer, und ein participium
praeteriti mit passiver bedeutung.
Anm. Spät findet sich auch vereinzelt ein dem lateinischen nach-
gebildetes participium necessitatis , wie io dönde faciendus.
§ 351. Die germanischen verba pflegt man nach der
bildung ihres praeteritums in zwei hauptklassen zu zerlegen:
1) Starke verba; dieselben bilden ihr praeteritum teils
durch sog. ablaut, d. h. Wechsel des wurzelvocals, wie got.
binda ich binde, band ich band (ablautende verba); teils
durch reduplication der Wurzelsilbe, wobei gleichzeitiger
ablaut nicht ausgeschlossen ist, wie got. haita ich heisse, haihait
ich hiess; leta ich lasse, lailot ich Hess (reduplicierende
verba).
2) Schwache verba; dieselben bilden ihr praeteritum
durch Zusatz der silbe -da, -ta am ende (dentalpraeteritum)^
z. b. got. nasja ich rette, haba ich habe, salbd ich salbe, praet.
nasida, habaida, sälboda; bugja ich kaufe, praet. bauhta etc.
Die schwachen verba selbst zerfallen wieder in drei klassen,
s. § 398.
Siorers, Angelsäoba. grammatlk. 2. aali. 11
162
§ 352—353. Die endungen der verba.
Zu diesen beiden hauptklassen kommen noch einige
kleinere gruppen, über die weiter unten, § 417 flf., berichtet ist.
I. Die endungen der verba im allgemeinen.
§ 352. Die endungen der starken verba:
Indicativ.
Sing. 1. -u, -o; -e
2. -es, -est
3. -eÖ
PL -at5
Praesens.
Optativ.
)
■en, -an, -on
Imperativ.
Sing. 2. —
PI. 1. -an
2. -aÖ
Infinitiv. ' Participiiim.
-an i -ende
Praeteritum.
Indicativ. ! Optativ.
Sing. 1. —
2. -e
3. —
PI. -im, -ou, -an -en
Participium.
Anno. Ueber die passivformen s. § 307, 2.
§ 353. Die endungen der schwachen verba, klasse I und II
(die von III s. beim vollen paradigma, § 415).
Praesens.
Indicativ.
I. II.
Sing. 1 . -u, -o ; -e -iu, -io, -i(g)e
2. -es, -est -as, -ast : v -e
3. -eÖ -aÖ i I
Optativ. Imperativ.
I. II. ! I. II.
Sing. 2. -e, — -a
■»te)e PI. 1. -an -i(2e)an
2. -aÖ -i(5e)aÖ
PI. -atJ
-i(3e)aÖ
-en -i(g)en
Infinitiv. | Participium.
I. -an, II. -i(je)an | I. -ende, II. -i(j)ende.
§a53-35(i. Die endungcn der verba. 163
Praeteritnm.
Indicativ. | Optativ.
Sing. 1. -de
2. -des, -dest ^.^q
3. -de
PI. -dun, -don, -dan
•den
Participium.
I. -ed (-t), IL -od (-ad).
§ 354. Die endungen der starken verba und der I. klasse
der schwachen sind im ganzen praesens mit ausnähme der
2. sg. imp. (vgl. § 362) dieselben. Die II. klasse der schwachen
verba zeigt dieselben consonanten, aber abweichende vocale.
Ferner decken sich wieder die endungen des ind. plur. sowie
des ganzen opt. praet. bei allen verbis, wenn man von dem
vorausgehenden d, t der schwachen verba absieht.
Anm. Ueber die praeteritopraesentia, welche ihr praesens wie ein
starkes praeteritnm, ihr praeteritnm wie ein schwaches praeteritnm flectieren,
s. § 417 ft'.; die abweichende flexion der verba auf -mi s. § 426 ff.
§ 355. Die 1. sing. ind. praes. geht im Ps. auf -u
(seltener -o, ganz selten -e), north, auf -o (kl. II der schwachen
verba auf -er, -iga) aus; in den ältesten Urkunden finden sich
-w, -ö neben -e, welches später allein bleibt; im westsächs.
herscht bis auf einige ganz vereinzelte formen -e; z. b. Ps.
bifidu, ner^y scecu, brdwiu, north, bindo, nergo, sceco, t$röiv{i^a,
wests. binde, nerge, sece, brörvi{g)e,
Anm. 1. Erhalten ist das alte -u auch wests. in den contrahierten
formen wie se'o, ie'o, slea § 373 ff., ans *sehu, *lihu, *slahu nach § 1 1 1 ff.
Anm. 2. Vor dem pronomen ic wird der endnngsvocal bisweilen
apokopiert, namentlich in dar foimel wenic ich gl&ube,^ Tih wene ic ; north.
for^eldig, rvillic flir for^eldo ic, rvillo ic, etc., vgl. § 408, anm.
§ 356. Die älteste form der endung der 2. sing, in die.
praes. ist -is, gewöhnlich -es (got. -is, -eis), z. b. bindes, hilpes,
in der II. schw. conj. -as (got. -ö*), z. b. secUfas, die der 2. sing.
ind, praet. der schwachen verba -des, -tes, z. b. neredes, sdhtes.
Diese formen auf -s herschen in den ältesten quellen oft noch
fast ausschliesslich, später werden sie durch -est, -ast, -dest
verdrängt.
Anm. 1. Am längsten scheint sich einfaches -s im kent. zu halten,
in den kent. gl. ist es z. b. noch die regel. Am frühesten setzt sich das
11*
164 § 356—359. Die endungen der verba.
-st in den einsilbigen formen der verba contraeta § 373 ff. und der verba
auf -mi § 427 ff. fest.
Im älteren wests. ist der ausgang -st5 sehr gewöhnlich, bindest
nerestS, eardastS, i^Idestü u. s. w. Zur erklärung s. § 196, 1.
Anm. 2. Bisweilen verschmilzt die 2. sing, mit dem pronomen der
2. person, namentlich öfter in wen{e)siu, ivenstüu.
§ 357. Die normalendung der 3. sing, indic. praes. der
starken verba und der ersten klasse der schwachen verba ist
-eb aus älterem -ib {= got. -ip, -eip), welches in den ältesten
hss. wie Ep. noch öfters als -Uh, rit erhalten ist. Daneben
begegnet in alten texten auch -id, -ed (vielleicht Schreibfehler,
oder aber nach § 199, anm. 1 zu beurteilen), desgleichen -et,
welches sich auch später z. t. erhält (oft z. b. in den kent.
gl.). North, ist -es (-ces, -as, -ceb, -ab) neben -eb sehr geläufig;
WS. kent. Ps. bindeb (über bint s. § 859, 3), north, bindeb, -es,
-WS, -as; -ceb, -ab etc.
§ 358. In der 2. und 3. sing, indic. der ebengenannten
verba wird häufig das e der endung -es(t\ -eb synkopieii;. Die
einzelnen dialekte und denkmäler weichen hierin stark von
einander ab.
Anm. Das westsächs. zeigt die synkope bereits in seinen ältesten
denkmälem, wie Cura past., in weitem umfange entwickelt (Cosijn, Taal-
kund. Bijdr. II, 151 ff.). Auch in den jüngeren denkmälem des strengws.
herschen die gekürzten formen so gut wie ausschliesslich. In den weniger
streng ws. texten treten dagegen später oft wieder vollere formen als
neubildungen auf, wie siondet5, feaüetü, blörvetS für älteres Stent, fielt!,
ble'mb etc. j s. auch §371, anm. Im kentischen ist die synkope eben-
falls häufig, in den kent. gl. regel (Zupitza, Zs. f. d. altert. XXI, 16 f.).
Dagegen kennt sie der Psalter und das northumbrische so gut wie
gar nicht, und dies ist ein wichtiges charakteristicum ftir die dialekt-
scheidung. Ueber die Stellung der poet. texte vgl. Beitr. X, 464 ff.
§ 359. Ftir die berührung der wurzelauslautenden con-
sonanten mit dem -s{t\ -b der endung gelten in diesem falle
folgende nähere bestimmungen :
1) Gemination wird vereinfacht: winnan winst ivinb; feallan
fielst fielb; hliehhan hliehst hliehb; yppan ypst ypb (ypt).
2) d wird vor -s{t) gewöhnlich zu t: biddan hitst, rckdan
rcelst; ebenso nach consonanten, findan fintst (findst), stondan
slentst (stendst), 7vealdan wieltst, andwyrdan andtvyrtst, wenn es
nicht ganz ausfällt, wie nach n, l in formen wie fimt, stenst,
wielst; g wird (ausser nach n) vor -s{t) und -b häufig (nament-
§ 359—360. Die endungen der verba. 165
lieh in jüngeren hss.) zu h: sli^an, stigst und stiksf, sUgÖ und
stihb, swelgan swilgst und stvilhst (swelhsi), stvilg^ und swilhb
{swelhb\ § 214, 1 (doch s. auch unten anm. 1). Statt n^ tritt
dagegen öfter nc ein, hrin^an, bringst und hr inest, bringö und
brincb, und umgekehrt steht bisweilen ng für nc, wie dringt
trinkt, bengt^ denkt, § 215, anm. 1.
3) d und t verschmelzen mit dem & der endung zu /,
nach vocalen auch tt: findan fint, berstan birst, bidan bit, bitt,
etan it, itt, schwach sendan sent, fcestan fcest (altwests. auch
f(Bst5 nach § 196, 1), gretan gret, hwettan hwett u. s. w.
4) c geht in der späteren spräche vor st und & in ä über:
secan, tcecan, bryccan, 2. sg. sehst, tcehst, pryhst, 3. sg. sehb,
tdhb, pryhb; doch wird hier gewöhnlicher die etymologische
Schreibung est, cb beibehalten.
Anm. 1. Dass dem est, ctf in der späteren spräche der laut ksl, h^
zukommt, geht daraus hervor, dass auch für altes hti und g^ bisweilen
c^ geschrieben wird, wie in getiictS, äfec^ ; flictf, forswylc^,
5) Ö+Ö wird nach consonanten stets, nach vocalen meist
vereinfacht: weorban wiert5, cweban cwit5, cyban cyb, aföö.
Vor 's(t) wird & teils zu t, wie sniban snitst, oder es fällt,
nach einem consonanten, aus: weortSan tvierst,
6) ^+&wird oft zu st: ceosan ciest, so aneli rveaxan wiext
(altws. auch wiexf> nach § 196, 1) ; vereinzelt finden sich auch
foimen wie ypt (Cura past), fliht (Boeth.), drift, scyft (Metra)
zu yppan, fleon, drifan, scüfan; nach c bleibt dagegen das Ö
regelmässig, wiercb, Öync(5, lycb u. s. w.
Anm. 2. Durch den Übergang von s'Ö in 5/ werden bei verbis auf 5
die 2. und 3. person öfter gleichlautend : ceosan, tfü und he cysl, cyssan,
M und he cyst, weaxan, tiU und he (tviexi) tvyxt. Auch bei verbis auf
st kommt der gleiche fall vor, restan, Jüysian, efslan, t5ü und he rest,
hlyst, efst,
§ 360. 1) Alle drei personen des indic. praes. plural.
und die 2. plur. imper. gehen auf -a& (für *-aw&, vgl. got.
-and) aus. Dafür gewähren alte hss. selten -at, -ad, vgl. § 357 ;
das north, wechselt mit -as {-ces, -es, -cet5, -eb): bindab, north.
bindas u. s. w.
2) Folgt aber auf das verbum unmittelbar eines der pro-
nomina we oder ge, so tritt statt -ab häufig eine ktiraere
endung -e ein, binde we, binde ge neben tve, ge bindab (und
bindab we, ge).
166 360—364. Die endungen der verba.
Ebenso finden sieh derartig gekürzte formen der 1. 2. plur.
ind. praeteriti, speeiell der praeteritopraesentia, z. b. mdle we,
bur/'e WC, cöfne ge, söhte ge mit -e statt des zu erwartenden -o, -m.
An in. Solche formen sind north, noch erhalten, z. b. wälla wc
voliiinus, fiuUi WC nescimiis, embiglo tve ministravipius, maga ge potestis,
7iuutu gie nescitis, saldo gd, neben häufigerem -i, -c in der 2. ps., plccgde
ge, hcefdi ge, null ge, oncneugi ge u. dgl.
Ursprünglich beschränkte sich diese apokope auf auslautendes -w,
d. h. sie betraf nur die adhortativen formen des praesens {-an und
optativisches -en, letzteres namentlich beim verneinten imperativ gebräuch-
lich) und das praeteritum; im north, und Ps. fehlt daher auch -e tür -ati
noch gänzlich; ws. ist die kürzung dagegen auch in den indicativ und
eigentlichen imperativ eingedrungen.
§ 361. Der opt. praes. hat im sing, den ausgang -c,
binde (alt auch -ö?, north, oft -a), im plural gewöhnlich -cn
oder -an, hindert, hindan (im alten hss. auch -cen, später wests.
auch 'on und bisweilen -wn), north., mit apokope des n, binde,
'(Ky -a wie im sing.
§ 362. Die 2. sg. im per ati vi der starken verba ist
endungslos, ausser bei den kurzsilbigen verbis, welche ihr
praesens im germ. mit -jo- bildeten, § 372; diese haben wie
die urspr. kurzsilbigen verba der I. schwachen klasse die
endung -e, älter -/, während die langsilbigen verba dieser aii:
nach § 133, c endungslos sind (vgl. § 410, 3). Die adhortative
form der 1. plur. auf -an ist ziemlich selten, in vielen denk-
niälern wird sie durch die entsprechende optativform auf -en
ersetzt (über binde ?ve etc. s. § 360, 2).
§ 363. 1) Neben der regulären endung des Infinitivs auf
-an, bindan, findet sich in älteren (wests.) texten auch seltener
'on, binden. Das north, apokopiert das auslautende -n und
schwächt oft den vocal a zu -ce, -e: btnda, bindoe, binde binden.
Die flectierte form des inf. geht gewöhnlich auf -anne aus,
ältere hss. haben daneben auch -eyine {-ene) und -onne, bindenne,
bindene, bindonne, späte texte auch -ende, bindende etc.
Anm. Selten steht nach iö der unflectierte inf. statt des flectierten,
tö bindan statt iö hindanne etc.
2) Die gewöhnliche endung des participium praes. ist
-ende, älter jtöpw^'. selten -indi (so in Ep.); selten findet sich -onde.
§ 364.^ 1) Die 2. ind. sing, praeteriti der starken verba
geht regelmässig auf -e, die der scliwaclien auf -des{i) aus.
364—366. Die endungen der verba. 167
Anm. 1. Hie und da fällt das e der starken verba unmittelbar vor
dem pronomen hu ab: com tSU, drunc tfil, dt M, druh t5f(, ^ervic tfü für
cöme, druncc, ceW, dru^e, ^ervice tiü.
Anm. 2. Im north, bilden einige reduplicierende verba (auf l) die
2. sg. ind. praet. auf -es, -est: hehies (neben forleorle) L, ^ihchtcst,
^ilcortest Rit., ebenso forlctes R.*
Anm. 3. lieber e-umlaut der 2. sing. ind. praet. s. § 377.
2) Der ind. plur. praeteriti hat in den ältesten quellen (so
namentlich noch in Ps. und meist in ßushw.*) die endung -un,
bundun, söhlun; demnächst erscheint -on, bundon, söhtan (gemein-
wests. und north.), später häufig -an, bundan, söhtan (vereinzelt
schon in der Cura past, Lind., Rushw.), selten -en {bunden
Rushw.).
Anm. 4. Apokope des auslautenden -n findet im north, nicht statt.
§ 365. Der optativ praeteriti hat im sing, die endung
-e, bunde, söhte (north, öfter, namentlich Rit., -a, bunda), im
plural urspiünglich -en, bunden, söhi&a, vom indicativ streng
geschieden. Später greift aber das -on^ -an des indic. auch
in den opt. über.
Anm. I . North, hat der pl. gewöhnlich -c mit apokope des «, oder
auch -0, -on mit mehr oder weniger vollständiger anlehnung an den
indicativ.
Anm. 2. In jüngeren texten lautet die 2. sing. opt. der schwachen
verba der 2. sing. ind. gleich, solltest etc.
§ 366. Die participia praeteriti der nicht bereits mit
einer praeposition zusammengesetzten verba werden gev^öhn-
lich mit der partikel ^e-, älter ^/- componiert, wie im deutschen,
z. b. gebunden, geholpen, genercd, ^efremed etc. Doch finden
sich, namentlich beim starken verbum, auch formen ohne ^e-.
Was die endungen anlangt, so hat das part. praet, der
starken verba neben der üblichen endung -en wie in {^e)bunden
in alten texten selten auch die endung -on {-an, -un), flectiert
'one u. s. w., selten -in- in den flectierten formen (Beitr. VIII,
328). Ueber die endungen beim schwachen verbum s. § 402.
406. 413. 415.
168
§ 367. Flexion der starken verba.
II. Die starken verba.
A) Die flexion der starken verba.
§ 367. Paradigmen.
I) Regelmässige verba. H) Verba contracta.
1) Activum.
Praesens.
Indicativ.
Sing. 1. binde helpo bidde
2. fbindest, hilp(e)st (bidest,
Jbintst Ibitst
3. fbindeÖ, hilp(e)Ö (bideÖ,
tbint Ibit
PI. bindaÖ helpaÖ biddaö
teo t^o seo slea f6
tihst liebst siehst sliehst fehst
tihÖ tiehÖ siehÖ sliehÖ fehÖ
teoÖ teoö seot5 sleaÖ föÖ
Optativ.
Sing, binde helpe
PI. binden helpen
Sing. 2. bind help
PI. 1. bindan helpan
2. bindaÖ helpat5
bindan helpan
bidde
bidden
teo
teon
Imperativ.
bide I tih
biddan . teon
biddaö teoÖ
teo seo slea fö
teon seon slean fön
teoh seoh sleah föh
t6on seon sl6an fön
teoÖ seot5 sleaÖ föÖ
Infinitiv,
biddan | teon teon s6on slean fön
Participium.
bindende helpende biddende | teonde teonde seonde sleande fönde
Praeteritum.
Indicativ.
tah teah seah slö j, -h fen j
tije tii;^e säwe slöge fenje
täh teah seah slöj, -h feu j
i tigou tiijon sawon slögon fenjen
Optativ.
tigo tilge sawe slöje fenje
bieden ■ tijen tilgen sawen slögen fengen
tigen togen sewen slsegen fongen
Sing. 1. bond
2. blinde
3. bond
healp
hulpe
healp
bned
bi^de
baed
PL bundon
hulpon
btedon
0]
Sing. bunde
PL blinden
hulpe
hulpen
biede
bieden
Part
banden
holpen
beden
§ 367—370. Flexion der starken verba. 169
2) Passivum.
Sg. Ind. 1. 3. hätte
PI. 1—3. hätton
Anm. halte entspricht dem got. haiiada ich heisse, vocor; der pl.
Iiätton ist nach dem muster der schwachen praeterita gebildet.
Beide formen werden sowol mit praesentischer als mit praoteritaler
bedeutung gebraucht.
1) Praesens.
Regelmässige verba.
§ 368. Wie bindan und helpan geht die ganze menge
der regelmässigen starken verba, sowol die ablautenden, wie
die reduplicierenden. An hindan schliessen sich alle verba an,
deren wurzelvocal weder i- noch w-umlaut erfährt, also von
den ablautenden kl. I, § 382, kl. III, 1, § 386, 1, von den
reduplicierenden die mit wurzelvocal cb = got. e, § 395, A, b.
Bei den übrigen verbis müssen die einwirkungen der brechung,
des w- und des f-umlautes beachtet werden.
§ 369. Verba mit brechung, wie rveorpan § 888, feallan
§ 396, a, behalten dieselbe durch alle praesensformen, nur in
der 2. und 3. sg. ind. oft modificiert durch /-umlaut, s. § 371;
die verba mit a, wie faran, bewahren das a ws. meist auch in
der 2. sg. imp. gegen § 49: far, sac (aber Ps. fer). Von
scafan findet sich scaf und sccef neben dem regelrechten sceaf,
§ 370. U' und o-umlaut tritt im wests. gewöhnlich nicht
ein; im Ps. aber, und weniger regelmässig im north., erscheinen
beide umlaute vor einfachem consonanten (also in ablautsreihe
IV und V) im inf., part. praes., 1. sg. ind., pl. ind., pl. imp.,
aber nicht in der 2. 3. sg. ind., 2. sg. imp. und im optativ.
Beispiele :
wests.
Ps.
north.
Inf. heran
beoran
be(a)ra
Part, berende
beorende
be(a)rende
Ind.
sg. 1. bere
beoru
bero
2. birest
bires
beres
3. IjireÖ
bireÖ
bereS
pl. beraÖ
beoraÖ
be(a)rat$
Opt. bere
bere
bere
Imp.
sg. 2. ber
her
ber
PI. 1. heran
beoran
be(a)ra
2. beraÖ
beoraÖ
be(a)raÖ
170 § 370—371. Flexion der starken verba.
Anm. Nur selten begegnet man auch im wests. formen mit u-, ö-um-
laut wie beorafi, heorati, beorende ; früheres Vorhandensein derselben in
weiterem umtange wird aber durch häufige formen wie 2. sg. hier est, 3.
sg. bit'reta, später byresl, byret5 wahrscheinlich gemacht (umgelautet aus
*bcoris, *beori^ mit Übertragung des vo aus der 1. sg. *beoru).
Im north, fehlt der w-umlaut in der l. sg. ind. — Rushw." steht im
allgemeinen auf seite des north., nur sind die formen mit w-umlaut
etwas seltener.
§ 371. /-Umlaut kommt nur der 2. und 3. sing. ind. praes.
zu, und erscheint häufig in diesen beiden formen; oft aber
drängt sich auch unumgelauteter vocal aus den übrigen praesens-
formen ein. Die einzelnen mundarten gehen hier weit aus
einander.
Anm. Am weitesten im umlaut geht das wests. Schon seine
ältesten denkmäler, wie die Cura past., zeigen umlaut aller überhaupt
desselben fähiger vocale, namentlich in den gekürzten formen, § 359:
helpan hi/pb', beran bireti, bierebi^^li), anm.), rveorpan, wierptS; faran
fereby rveaxan wieocÖ, feallan field\ stondan Stent, cnärvan ctiarvtf, hätan
liest, flörvan flervb, lücan hjc^, lütan lyt, hearvan hierv'^, ceosan ciestf etc.
(Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 151 ff.), daneben aber trifft man bereits formen
ohne umlaut; namentlich haben die verba mit a in der Wurzelsilbe, wie
faran, meist ce, fccrest, fceretf, nicht mehr e. Auch die jüngeren strengws.
denkmäler bewahren den umlaut in der regel, soweit sie den vocal der
endsilbe synkopieren (§ 358 mit anm.) ; nur die verba mit e und ea in
der Wurzelsilbe zeigen auch im Späteren ws. öfter unumgelauteten vocal,
beran berst bertS, etan, etst et, helpan helpsl helptU, feallan fealst
fealti, weaxan weaxt (wexb', § lül, 2), auch bealan beatst. Sehr selten
sind andere synkopierte formen ohne umlaut, wie stant, flörvti, lücÜ, für
Stent, fle'fvö, lyc(5. Verba mit d nehmen in der 2. 3. sg. spatws. bisweilen
den diphthong eo statt <?' an, fleowb, speowti statt fle'wb', spervtS (§ 113, anm.),
von flörvan, spöwan. — Die weniger streng ws. denkmäler zeigen dagegen
häufig, zum teil überwiegend, formen ohne umlaut und ohne synkopo
des endungsvocals (§ 358, anm.): weaxed, fealleti, slondetS, cnäweti, hälctS,
flöwed; bügeb, he'arvetf, ce'ose'd u. s. f.
Das keut. schwankt stark im umlaut, namentlich bleiben die verba
der II. und III. ablautsreihe oft ohne umlaut, Zupitza, Z. f. d. altert. XXI, 1(5.
Der Psalter kennt nur Wechsel von e und / (§ 92): helpan hUpe'd,
beran biretf, stregdan slri^des (so auch/<?ö/a?i filet5 wegen des ausfalles
des h § 218), aber rveorpan rveorpeb, fear an fereb (§ 151, 1), fällan
fälleh, stondan stondetü, cnärvan cndrvetf, flörvan flöwe'Ö, lücan lücetf,
ceosan ceoseti u. s. w.
Im northumbrischen fehlt der eigentliche t- umlaut ganz; doch
erscheinen ursprüngliches e (und i in nioman, § 390, anm. 2) ungetrübt
durch den M-umlaut der übrigen formen (§ 370) als e (resp. i), vgl. helpa
helpetf, beara beretf, ntoma nimetf im gegensatz zu cearfa cearfeb, rvorpa
rvorped, fara fcereti, stonda slondeti, hdla hdtetf u. s. w.
§ 372— 37 J. Flexion der starken verba. 171
Verba auf 'ja-,
§ 372. Wie biddan flectieren noch die verba sHlan,
fricg{c)an, Ucg{c)an § 391, 3, hebhan, hliehhan, scieppan, slccppan,
scet5t5an § 392, 4, welche ihr praesens im germ. mit jo bildeten.
Die abweichungen liegen nur im praesens. Dasselbe schliesst
sich ganz an die flexion der kurzsilbigen schwachen verba
erster klasse (paradigma fremman § 409) an.
Dem paradigma nerian § 400 folgt das starke verbum
swerian § 392, 4; dem paradigma der langsilbigen , deman
(welches sich nur durch den durchgehenden umlaut der Wurzel-
silbe von dem der starken verba unterscheidet), das verbum
tvepan weinen, und vielleicht gierran § 388, anm. 1 und hwesan
§ 396, c.
Anm. North, ist auch der sg. imp. der kurzsilbigen endungslos,
tili, hefy statt bide, hefe, vgl. § 410, anm. 3.
Verba contracta.
§ 373. Als verba contracta bezeichnen wir die verba
auf ursprüngliches h; dieses musste nach § 218 vor vocalen
ausfallen, und infolge davon wurden die nachbarvocale con-
trahiert. Es gehören hierher die verba teon, t5eon, wrco7i, leon,
scon abl. I, § 383, fleon, teon abl. II, §384, ^efeon, pleon, seon,
abl. V, § 391, 2, ßean, lean, slean, t5wean abl. VI, § 382, 2,
und die reduplicierenden fön, hon § 395.
§ 374. Das h bleibt im wests. und kent. erhalten in der
2. und 3. sing. ind. praes., welche /-umlaut und gekürzte
endung hat, und in der 2. sg. imp. (vgl. das paradigma § 367);
im Ps. und north, jedoch nur im imperativ sing.
Anm 1. Die formen des Ps. sind 1) inf. tvre'an, praes. 3. sg. tvriti,
imp. sg. tvrih. — 2) praes. 1. sg.fleom (vgl. § 426 ff.), 3. sg. iiti, pl. te'oti,
fle'ob, opt. pl. fle'n, imp. sg. teh, part. fleonde; — 3) inf. sean, siati, fl.
^eseonne, praes. 1. sg. sio, sie; ^efio, ^efie, 2. sg. sisi, 3. sg. si^, ^^fi^
(einmal gefthti 20, 2 und gefihl 15, 9), pl. siatf, seatf, seoti und ^efia'b\
gefeati, ^efeoti; opt. sg. se, gefiy pl. sen, ^efen; imp. sg. seh, ^efch,
pl. siatS; gefiaö, gefioti, part. sionde, siende; — 4) praes. 1. sg. sle'a;
dwe'a, 2. sg. sle's, dtve's, 3. sg. sle'tf, Ütve'd', pl. sleatf^ opt. sg. sie, imp.
slceh, buaeh; — 5) inf. fön, praes. 1. sg. fö (einmal föu 115, 13), 2. sg.
foesl, 3. sg. foeti (einmal foeht 47, 4, d. h. fmt, fätS, f(iht)\ pl. föti,
opt. foe, pl. foen (d. h. fce, fwn oder föe, föen ?), imp. sg. föh, pl. föt5,
part. fonde.
North, sind folgende flexionen belegt: I) inf. ^itiia Kit., praes. pl.
^itiii füd, opt. sg. gibii, part. diiende; tvrla (öfter wriga § 383, anm. 2),
172 § 374—378. Flexion der starken verba.
praes. 3. sg. writf, pl. wtnati; — 2) inf. fle'a, pracs. sg. 3. flitf, R' Rit.
fleti, pl. fle'ätf, opt. sg. Rit. flee, flu, flice, imp. sg. fleh, pl. fleatf, part.
fleende Rit.; — 3) inf. sea, praes. sg. 1. seom, siutn, 2. sg. sist, 3. sg.
5i3f, pl. seatf, opt. sg. 51, imp. sg. seh (auch 5iÄ, si^h Rit.), pl. 5^'öÖ, part.
seende, seiende; — 4) inf. sld, slce, praes. sg. 1. sla, 2. sg. sltkSj 3. sg.
sldtf, pl. 5/ö3f, 5?<§2r, imp. sg. siäh, pl. ö/i/a wd, part. slande; praes. 1. sg.
S^w«, 2. sg. ?)^w«5, 3. sg. tfrvdtf, pl, S^w^^T, opt. sg. titvd, imp. tirväh; —
5) inf. /öa, praes. 2. sg. /ö^^, 3. sg. foetS (d. h. fdSffdit^^ ^\.föat5, föetS
ifdtf?), opt. /V?^ (/«'?), imp. föh, pl. /<?«& {gefeon ist north, schwach,
gife'age, praet. gife'ade nach kl. 11).
2) Praeteritum.
§ 375. Die praeterita der verba eontraeta weichen von
denen der regelmässigen nicht ab, da hier das ä entweder im
auslaut steht (1. 3. sg. ind.) oder durch den grammatischen
Wechsel zu g oder w geworden ist.
§ 376. w-u miaut erleidet im Ps. und north, der pl. ind.
der starken verba erster ablautsreihe; der Ps. hat eo: sleoguti,
äreosun (vgl. auch weotan wissen § 420, 1), das north, meist io:
driofun^ riosun. Im westsächs. finden sich solche io, eo (ie)
nur vereinzelt.
§ 377. /-Umlaut gebührt eigentlich der 2. sg. ind. und
dem ganzen opt. (vgl. alts. formen wie 2. sg. ind. bundi, opt.
sg. 1. 3. bundi, pl. bundin); er findet sich aber fast nur noch
in einigen Optativen der praeteritopraesentia, § 422 fF., im regel-
mässigen verbum ist er fast ganz aufgegeben (reste in hliepen
Cura past. 214, 7 [?], hwyrfe Dan. 211, wyrde Rit. 114; eine
umgelautete 2. sg. ind. bwoege begegnet north. Joh. 13,6 in R^),
3) Participium praeteriti.
§ 378. Einige verba haben im part. praet. in der älteren
Sprache neben unumgelautetem wurzelvocal bisweilen /-umlaut,
geben ihn aber später meist auf; so namentlich die mit ursprüng-
lichem ag: geslegen, gebwegen, später nur geslcegen, geslagen,
get^wwgen (auch gebwogen), ferner sehr oft cymen neben cumen,
vereinzelt gebrcewen neben gebrdwen, gescyfen neben gescofen etc.,
betygen neben betogen und betigen von teon zeihen § 383, anm. 3,
und north, dccn, foen (in der poesie den, fen) von dön, fön
(ähnlich auch das participialadjectiv cegen eigen, neben ägen,
got. aigins).
§ 379—381. Tempusbildung der ablautenden verba. 173
Anm. Altwests, finden sich auch bisweilen part. wie getiie^en,
^ewieten, getvrieien, Cosijn, Taalk. Bijdr. II, 248, mit o- und 2-umlaut
§ 109. 100.
B) Die tempusbildung der starken verba.
1) Ablautende verba.
§ 379. Die tempusstämme. Sämmtliche formen der ags.
ablautenden verba lassen sich auf vier stamme (tempusstämme)
zurückfuhren. Dieselben sind: 1) der praesensstamm; zu
ihm gehören alle formen des praesens; 2) der erste praeteri-
talstamm; zu ihm gehört nur die 1. und 3. sg. ind. praet.;
3) der zweite praeteritalstamm; er umfasst die 2. sing, ind.,
den plur. ind. und Ahn ganzen opt. praet; 4) der stamm des
part. praeteriti, aus dem nur dies selbst abgeleitet ist.
Als Vertreter dieser vier stamme pflegt man anzuführen:
1) die 1. sg. ind. praes. oder den inf., 2) die 1. sg. ind. praet.,
3) die 1. pl. ind. praet., 4) das part. praet.
§380. Der grammatische Wechsel. Die verba, welche
im praesens auf eine stimmlose spirans ausgehn, lassen der regel
nach im dritten und vierten stamm grammatischen Wechsel
eintreten; z. b. ceosan das cvron coren § 384; liban IdtS Udon
Uden § 382; teon teah tugon to^en § 384, seon seah säwon sewen
§ 391, 2. Häufig jedoch wird dieses Verhältnis verschoben,
namentlich dringt der grammatische -Wechsel öfters in den
2. stamm Vor, wie in slean sldg slogon geslcegen § 392, 2.
§ 381. Die ablautsreihen. Der Wechsel der wurzel-
vocale in den vier stammen des verbums bewegt sich inner-
halb bestimmter vocalgruppen oder -reihen die man ablauts-
reihen nennt. Solcher reihen kennt das germanische verbum
sechs. Dieselben haben, wenn wir die vocale nach der reihen-
folge der vier stamme ordnen, folgende gestalt:
1. stamm. 2. stamm. 3. stamm. 4. stamm.
1 ai 1 1
2. eu au u u
:h. e, i a u u, o
4. e, i a d U| o
5. e, 1 a e e
6. a ö da
Anm. lieber den Wechsel von ^ und i, m und o s. § 45, 2. 3.
174 §382-3S3. Starke verba: T. ablantsreihe.
Das viel mannigfaltigere System der ags. ablautsreihen
ergibt sieb aus diesem germanischen durch einftihrung der
Veränderungen, welche die germ. vocale im ags. erfahren haben
(§ 49 ff.). Das einzelne hierüber geben die folgenden Über-
sichten an.
§ 382. Klasse I. Verba nach der ersten ablantsreihe:
i, ä, i {eo, io, § 107), ? {ie, § 378, anm.), z. b. ^pan, grdp,
grlpun {grhpuyi)^ gripen greifen; mit grammatischem Wechsel
im 3. und 4. stamm, wie sniban, snäb, snidon, sniden schneiden.
Anm. 1. Wie gripan gehen noch nipan dunkel werden, clifan
kleben (?), drifan treiben, helifan bleiben, scrifan vorschreiben, ioslifan
spalten (?), srvifan umgeben ; hitan beissen , drilan cacare (?), flitan wett-
eifern, linilan stossen, scitan cacare, slitan zerreissen, besmilan be-
schmutzen, titvüan hauen, gewitan gehen, cetwitan schelten, wlitan
schauen, wrilan schreiben; friö^aw warten, ^lidan gleiten, ^nidan, cnidan
zerreiben, hlidmi bedecken, ridaii reiten, slidan gleiten, slridan schreiten,
wridan wachsen (?); hlican glänzen, sican seufzen, snican kriechen (?),
strican streichen, srvican verlassen, wican weichen; figan rösten (?),
lini^an neigen, migan mingere, sigan sinken, stigan steigen; cinansicAi
spalten, äcrvinan, drvinan schwinden, ginan klaffen, hrinan berühren,
hwitian zischen (?), scinan scheinen (praet. scdn, sce'an § 7f>), tiwinan
weich werden (?) ; ärisan sich erheben, gcrisan geziemen, spiwan speien,
mitSan meiden, tvritian drehen, winden; wie sniban noch litian gehen,
scrid'an sehreiten (doch part. saitfeti Guthl. 1012); zweifelhaft ist ailciitian
anhängen; über spätws. frinaiiy frän s. § 389, anm.
Anm. 2. Vereinzelt werden auch von schwachen verbis starke
praeteritaltbrmen gebildet, ;v//t zu rinan für rignan regnen, Blickl. gl.,
ofersivdtS zu ofersrvitSan Saints 2, 4.
Anm. 3. Besondere Unregelmässigkeiten zeigt das praesens des
verbum ripan ernten; für das ws. steht die quantität des i nicht fest, in
den anglischen dialekten ist es kurz und erleidet demnach unter umständen
u- und ö-umlaut (§ 310) : riopan, praes. riopu, ripes, ripetü, pl. riopatS etc.
Wahrscheinlich gehört hierher auch das defective verbum -iveosan ver-
gehen; part. praes. lötveosende, part. praet. forweoren (forworen § 72),
mit ö-umliiut aus ivisan, vgl. ivisnian swv. Ueber leoran s. § 384, anm. 3.
§ 383. Die verba teon zeihen, tieon gedeihen, wreon be-
decken, north. ÖJa, 7vria, Ps. ivrean (für ^lihan etc., vgl. got.
(eihan, peihan) haben in einigen praesensformcn das h aus-
fallen und danach contraction eintreten lassen (§ 373), be-
halten aber das // in der 1. 3. sing, praet. und verwandeln
es nach § 380 im dritten und vierten stamm in g\ ivreon,
wrdhj wrigon, ivrlgen. Häufig aber sind sie in folge der con-
§383—384. Starke verba: I. IL ablautsreihe. 175
traction im praesens ws. in die zweite ablautsreihe tibergetreten :
wreon, wriah, rvrugon^ rvro^en, nach mustern wie teon, teah,
iugon, togen ziehen, § 384.
Anm. 1. In den lexicis und grammatiken finden sich oft infinitive
wie *sihan, *tikan angesetzt; diese existieren in der literatur nirgends
und sind nur aus formen mit regebrecht erhaltenem h (§ 374) fälschlich
erschlossen.
Anm. 2. Bisweilen dringt das ^ des 3. und 4. Stammes auch in den
2. stamm ein: tiä^, wt*dg, in north. «;?7^a neben wria auch in den ersten.
Anm. 3. tfe'on bildet neben praet. pl. tSi^on, Sugon, part. tii^en,
tio^en auch noch ein praet. pl. tüungon, part. Zungen nach kl. III,
§ 386. — ie'on zeihen, hat im part. praet. auch tygen mit «-umlaut neben
ti^en und to^en,
Anm. 4. Wie ieo7i gehen in st. 1 — 2 auch /<fö« leihen, ^£?ön seihen,
(got. Iei/iwa7ij *seih7van\ praet Iah, le'ah. Ausserdem begegnet nur das
part. praet. äsiweti (oder äsirven fllr äsiewen mit i-umlaut?, § 378), äsiowen
und heseon.
§ 384. Klasse II. Verba nach der zweiten ablautsreihe,
eo, da, u, o (got. iu, au, u, u) wie beodan, bead, hudon, boden
bieten, ceowan, ceaw, cuwon, cotven kauen, oder mit gram-
matischem Wechsel im 3. und 4. stamm, wie ceosan, ceas,
curon, cor 671 wählen, seot5an, seat5, sudon, soden sieden, ieon
(north, tea, für ^teohan resp. *tehan\ teah, tugon, togen ziehen.
Anm. 1. So gehen noch a) regelmässig ci*eopan kriechen,
dreopan tröpfeln, ^eopan in sich aufnehmen, cleofan spalten, reo f an
zerbrechen (nur part. rofen, berofen)\ breotan brechen, fieolan fliessen,
^eotan giessen, gre'otan weinen, hleoian (er)losen, neotan gemessen,
re'olan fallen, sceoian schiessen (part. scoten und sceoien, § 76), spreotan
spriessen, tieoian lärmen, ätüreolan verdriessen, creodan ertönen, hreodan
schmücken (meist nur part. praet. hroden)^ leodan wachsen, reodan
röten; äbreotSan vergehen, entarten; reocan (north, r^'^a), ^m^ör«» (north.
sme'ca, smica, letzteres wol schwach) rauchen, riechen; dreopan erdiMen,
fleo^an fliegen (Ps. fle'ga^i, north, fle'ga), le'ogaji lügen; bre'otvan brauen,
hreoivari reuen; — b) mit grammatischem Wechsel dreosan fallen,
freosan frieren, hreosan fallen, forleosan verlieren; fleon (north, flea)
fliehen.
Anm. 2. heofan klagen, hat im praet unregelmässig heof nach
art der reduplicierendeu verba, daneben heofde\ ^qjs&q hreorvan spätws.
öfter hreow. — Von reocan begegnet spät auch das praet rdohte, —
Im spätws. sind die verba fleon und fleogan, deren formen sich im
(2.), 3. und 4. stamm berührten, auch im praesens duroheimmder geraten,
so dass formen von fle'07i auch in der bedentnng ' fliegen', solche Ton
fle'o^an auch in der bcdeutung ^fliehen' gebraacht w^den. .
176 § 384—386. Starke verba: IL III. ablautsreihe.
Anm. 3. Hierher gehört wol auch das defective stv. leoran gehen
(part. geleorene Ruine 7 verderbt für ^elorene, da die metrik für leoran
länge des e'o fordert; für das reimwort forrveoren ist forworene zu lesen,
vgl, § 383, anm. 3). Gewöhnlich flectiert das verbum schwach, praet. leorde,
part. gele'ored.
Anm. 4. Unklar ist das Verhältnis der doppelformen sneowan und
snörvan eilen (beide nur poetisch), und cneodan zuteilen (Beda) und cnodan
(Cura past.). Die lange der wurzelvocale in snöwan und part. ^ecnoden
steht metrisch fest, und die verba wären danach wol zu § 39(>, c zu
stellen.
A n m. 5. North, findet sich ein stark gebildetes praet. speafl, speofi
spie, welches hierher oder zu §396,b gehören könnte; nach dem part.
^espeoftad aber wird man diese formen eher einem urspr. schwachen
verbum zuteilen müssen.
§ 385. Die verba slüpan schlüpfen, supan schmecken,
trinken, düfan tauchen, scüfan schieben, lüian sich neigen,
hruian schnarchen, strüdan rauben, hrücan brauchen, lücan
schliessen, sücan, sügän saugen, bügan sich biegen, smu^an
schmiegen, haben im praes. ü statt eo (vgl. got. lükan}^ gehen
aber sonst regelmässig: lücan^ Uac, lucon, locen.
Anm. 1. Von scüfan (spätws. auch sceüfan, sceofan geschrieben,
§ 76, anm.) lautet das part. praet. scofen und sceofen § 76, north, auch
scyfen mit t-umlaut Lind. Mt. p. 16, 7. Hierher gehören auch wol die
isolierten part. praet. ä^rüten geschwollen, ^etfrüen verdichtet (wofür
fehlerhaft zweimal ^etiuren tiberliefert ist); femer vielleicht das verbum
scüdan eilen (nur part. sendende Guthl., welches auch schwach sein
könnte).
Anm. 2. (zu § 384—385). Die verba auf gutturale haben im Ps.
und north, im (1. und) 2. stamm e für eo und ea nach § 163. 165, z. b.
praet. ieli^ fleh, fle'g, be'g, bre'c etc., ws. teah, fle'ah, fle'a^y beag, bre'ac,
§ 386. Klasse III. Verba nach der dritten ablautsreihe,
got. i, a, u, u. Diese klasse zerfällt im ags. in drei haupt-
unterabteilungen :
1) Verba auf nasal + consonant haben die ablautsreihe
h {a, § 65), u, w, z. b. Undan, band {band), bundon, bunden
binden.
Anm. 1. So gehen noch findan finden, grindan schleifen, hrindan
stossen, swindan schwinden, tfindan schwellen, windan winden, tSrinlan
schwellen, {on-) ginnan beginnen, linnan aufliören, sinnan denken, spimian
spinnen, winnan arbeiten, clingan sich zusammenzicheu, aitigan, crincan
fallen, singan singen, spring an springen, stingan stechen, sroingan
schwingen, türingan dringen, wringan ausdrücken, -ringen, drincan trinken,
§ 38(1— 3&7. Starke verba: 111. ablautsreihe. . 177
äcmncan verschwinden, scrincati, scringan vetdorreii, sineän amken,
slincaii kriechen, stiiican riechen, stvmcan sich abmühen, climban, clim-
man klimmei^, {ge)limpan sich ereignen, rimpan ronzeln, crimman ein-
fögen, grimman wüten, Mimman brilllen, scrimmani, smimman schwimmen.
Änm. 2. Hierher gehören auch ientan (irnan, yman, Ps. ioman,
noi^. ioma) laufen, und auch wut beornan, north, beorna, bearna,
brennen (intrana.), zu got. rinnan, brinnan mit metathese, § 179, praet
orn, 6om, Jünger arn, baut, fUr *rpnn, *brpnn, später auch regehnässig
ablautend wa. earn, bearn.
Neben iernan steht regelmässiges rinnan rinnen (von flUssigkeiten),
namentlich in gerioHan gerinnen (doch part selten auch geurnen).
Von itvingan begegnet ein altes part. sungen.
Isoliert stehen die formen Sungott, Sungen zu Se'on gedeihen § 3S3,
Von findan lautet das praet weste. auch funde nach art der schwachen
praeterita.
Anm. 3. Im north, (doch mit ausschlnss von B') haben alle diese
verba im 2. stamm a, obwol sonst das north, (wenigstens Lind,) o vor
nasalen streng durchführt: ongann, band, fand, dranc, gelamp, Gamete.
Da im north, vor den nasalverbindungen die vocale bereits sicher gedehnt
waren, § 168, so ist wol anzunehmen, dass das a nach dem mnster der
1 . ablautsreihe hier eingetreten ist, blnda — band — wie gripa — grdp;
es kann jedoch auch anlehiinng an praeterita wie hSlp § 387 vorliegen.
(Die formen mit u wie fund, druttc, gelump, die sich in den ausgaben
finden, benthen auf falscher lesung). — scrincan hat praet pl. scriungon
L. Mt. Vi, 6, pari forscriuncen h. Mt. 12, tO, äscryuncan Bit. 24, 1, neben
gescruncan I^ Lac. 6, 6.
§ 387. 2) Verba anf ; + conBOiiant haben die ablants-
reihe e, ea, {ä, Ps. und north, stets nnr ä) u, o, z. b. ftelpan,
healp (hälp), huipon, holpen helfen.
Anm. 1. So gehen noch delfan graben, belgan zürnen, snielgan
verschlingen, beleldan bedecken, meltan schmelzen, sweltan sterben, beüan
bellen, sweilan schwellen.
An vereinzelten formen begegen noch Collen in coUenferh^ erregt^
zu *cwellan quellen, und wollen- in wollenUare weinend, zu *meUan
wallen ; doch konnte das letztere wort auch zn tveailan § 396, a gehören.
Geringe abweichungen zeigen im ws. giellan gellen, sciellan schallen (f),
gieldan gelten, gielpan prahlen, scielfan schwanken (?) mit ie, i, y im
praesens wegen des anlautenden g, sc, §75; Fb. nnd north, bewahren
das e nach § 157; meolcan melken, und seolean eisdilaffen (meist nnr im
part. praet ä-, betolcen), haben im praes. eo nach § Sl.
Anm. 2. f^olan verbergen, tibergeben, got /VAtn^ TwHsrt tm
praesens vor vocalischer endni^ sein h (3. 3. Bg. westi. */Ukst, */UktT,
im Fs. 3. sg. ßeti, § 374), bewahrt ea aber im praet feaih; der pluial l
heisst selten fulgon, gewöhnlich fAlon nach § 3W, das part. falm. ~'
praes. ftlgtm, das oft angesetst wird, existiert nicht
SlsT«!«, AnialilLolu. g
178 § 388—389. Starke verba: III. ablautsreihe.
§ 388. 3) Verba auf r oder h +consonant haben die
ablautsreihe eo, ea (north, auch a), u, o, z. b. weorpan^ tvearpy
tvurpon, worpen werfen, oAßx feohtany feaht, fuhtorty fohten fechten;
mit grammatischem Wechsel rveorban, weart5, rvurdon, worden
werden.
Anm. 1. So gehen noch ceorfan schneiden, deorfan sich abmühen,
htveorfan sich wenden, sceorfan schürfen, steorfan sterben, srveorfan
abwischen, sceorpan schrapen, beor^an bergen, heorcan bellen, sneorcan
excidere (nur praet. ^esnerc Ps.), srveorcan dunkeln, seortfan coire (?,
nur north, imp. serb Mt. 5, 27), smeortan schmerzen (nur part. fyrsmeor-
iendum Oros.), ceorran knarren (nur praet. pl. curron belegt).
Zu dem praet. pl. gufTon Andr. 374 wird gewöhnlich inf. *geotran
angesetzt; wahrscheinlicher ist die form mit dem nur im praesens belegten
gierran, gyrran zu verbinden, d. h. diesem verbum praesensbildung mit
jo zuzuerkennen. — Ueber feolan s. § 387, anm. 2.
Isolierte participia praeteriti dieser klasse sind noch äcworren cra-
pulatus, und flöhten föt fiisse mit Schwimmhaut habend.
Anm. 2. Für rveorpan, weortfan lauten die north, formen rvorpa,
rvortSa nach § 156, 2; für htveorfan begegnet hrvurfa im Rit (praet. pl.
hurfon L. Mt. 23, 15); feohian lautet im Ps. fehian, north, fehia, praet
fceht (ebenso ist wol inf. hrehta zu hruhiun iniecerunt L. Mt. 26, 50
anzusetzen); beorgan north, berga nach § 162 ff.
§ 389. 4) Andere abweichungen, die sich aber :^\xm teil
ohne weiteres aus den lautgesetzen begreifen, zeigen folgende
verba :
brejdan schwingen
brsegd
brugdon
brogden
stregdan streuen
straegd
strugdon
strogden
b erst an bersten
baerst
burston
borsten
t$ er Scan dreschen
Öaersc
Surscon
t5orscen
frignan (er)fragen
frsegn
frugnon
frugnen
murnan trauern
meam
mumon
—
spurnan, spornan treten
spearn
spumon
Anm. bregdan und stregdan verlieren oft ihr g mit dehnung des
vorausgehenden vocals, bre'dan, brced etc., § 214, 3. Das part. lautet
selten auch bregdeiu
stregdan ist nur im Ps. rein als stv. erhalten; im north, erscheinen
neben dem praet. stroegd auch die formen strcegde und slrugde, vgl. funde
§ 386, anm. 2, part. sirogden. In der sächs. prosa begegnet ganz ver-
einzelt praet. stre'd (für siregd), part. strogden; gewöhnlich flectiert das
verbum schwach, praet. *stregde, slredde, part. *geslregd(ed), gestred(ed),
berstan und tSerscan (north, tioersca, tfearsca L, tfarsca R*, tSersca
Rit.) stehen mit metathese für Hresian und tSrescan (§ 179), welches
letztere ganz vereinzelt begegnet.
§389—391. Starke verba: IIL— IV. ablautsreibe. I7d
fri^nan (got. fraihnan) lasst in den mehrsilbigen formen oft das ^
mit dehnung des vorausgehenden vocals schwinden, frinan: fräsen,
8. § 214, 3; dafür tritt spätws. nach dem mnster der I. ablautsreihe /rman
frän ein, doch bleibt meist frunon, fmnen, obwol auch frinon^ frinen
belegt ist. Sonstige ungewöhnlichere nebeuformen sind frinnan, praet.
fren^y pl. frun^on, § 185. Das » gehört bei diesem verbum ursprünglich
nur dem praesens an (vgl. got. fr ah, frihum)\ ein rest der älteren flexion
hat sich vielleicht in dem praet. pl. fru^an B. Mt. 12, 10 und den
participialformen ^efroe^en, ^efregen, ^efru^en und gefri^en erhalten,
die aber auch zu fncgean § 391, 3 gehören könnten.
Für murnan, welches allein belegt ist, wird oft falsch *meornan
angesetzt. Als praet. findet sich einmal in der poesie schwach murnde.
Auch spuman, spornan herschen in der älteren spräche durchaus
als einzige praesensformen ; erst spät findet sich einmal die neubildung
speornttti^.
Vielleicht gehört hierher noch mit unregelmässigem praesensvocal
forcwolstan verschlucken, von dem nur der inf. belegt ist.
§ 390. Klasse IV. Verba nach der vierten ablautsreihe,
got. i, a, e, u, wests. e, ce, d, o (kent. und Ps. e, e, i, o, north.
e, ce, e, ö § 150 f.), z. b. heran^ beer, hckron, boren tragen.
Anm. 1. So gehen noch cwelan sterben, helan verhehlen, htvelan
tosen (?, nur hwiletf und htvelung clangor belegt), stelan stehlen, scieran,
scyran scheeren (praet. ws. nur scear, pl. scearon, in den poetischen
texten auch scoßr, scSron)^ ieran reissen, tSrveran rühren, und brecan
brechen; femer gehört hierher das isolierte part. praet. gedwolen irrend;
über getiuren s. § 385, anm. 2.
Anm. 2. Besondere Unregelmässigkeiten zeigen:
niman nehmen nöm nömon numen
cuman kommen c(w)6m c(w)6mon cumen, cymen
Von cuman (north, cyma, selten cuma, inf. auch c(w)ome) lautet
der opt. praes. nicht selten (im Ps. stets) cyme mit t-umlaut; bisweilen
erscheint dies y auch in anderen, eigentlich nicht umlautenden praesens-
formen (Beitr. Vm, 81 f.).
Für nönif nömon tritt bes. spätws. auch nam, nämon auf, welches nach
§ 08 eine neubildung sein muss. Eine oft angesetzte form cwämon
scheint nicht belegt zu sein. Die länge des 6 in nöm, com ist durch
doppelschreibung und accente gesichert.
Vielleicht gehört hierher noch siriman in-, obniti (nur part. sirim{ay
endi gl.).
Anm. 3. üeber den w- und ö-umlaut bei diesen verbis s. § 370.
§ 391. Klasse V. 1) Verba nach der fünften ablauts-
reihe , got. i, a, S, i, wests. e, ce, &, e (kent. und Ps. e, e, i, e,
north. 0, ce, e, e, § 150 f.), wie meian, tncet, mdton, meten
messen, oder mit grammatischem Wechsel, wie cwetian, cwcetS,
12*
180 § 391. Starke verba: V. ablautsreihe.
cwddon, cweden sprechen (north, cuosöa, cucet^, cucedon, cuoeden
neben cuetSa^ cueti, cvedon, cueden nach § 156).
Anm. I. So gehen noch drepan erschlagen (part. auch einmal
dropen Beow. 2981), scrcpan schrapen, srvefan schlafen, rvefan weben,
fetan fallen, cnedan kneten, tredan treten, sprecan (kent. und spätws.
auch specan) sprechen, rvrecan verfolgen, we^an tragen; töten, lesan
sammeln, genesan genesen, mit grammatischem Wechsel nur das defective
tvesan § 427 (north, wosa).
Das verbum plegan spielen, tanzen, bildet nur im praes. starke
formen (neben schwachem plegian) ; das praet. lautet ws. plegode, north.
ploegde und pl(e)agade, im Ps. begegnen nur praesensformen von pkegian,
plagian.
Zweifelhaft ist hlecan glomerari (nur 3. pl. hlecatS G. P. 361, 20).
Anm. 2. Ws. giefan geben, -gieian erlangen, weichen nur nach
massgabe von § 75 von der regelmässigen form ab, praet. geaf, geat
(kent und Ps. gef, get, north, geaf, gcet), pl. ge'afon, gäaton (ausserws.
ge'fun, ge'tun), part. giefen, gieten etc.
Anm. 3. eian essen, und freian fressen, haben im praet sg. &tt
fr est, vgl. got fr et; die lange des ä ist handschriftlich bezeugt und
ausserdem als alt (d. h. nicht durch dehnung entstanden) erwiesen durch
die north, form et mit e, § 150, 1.
Anm. 4. lieber den u- und (>-umlaut dieser verba s. § 370.
2) Die verba gefion sich freuen, pleon wagen, und s6on
sehen, stehen flir ^-fehon, *plehon, *seh(w)on, § 373. Ihre
tempusbildung ist:
2ef(§on gefeah jefd^gon (gefsßgen)
pl6on pleah — , —
s^on seah säwon fsewen
\ sawen (sdwen?)
Anm. 5. Zur flexion der praesentia vgl. § 374. Ein Inf. *gefeohan
existiert nicht; gefcegen (north, gefagen) froh, ist, wie f(Bgen, eigentlich
adjectiv, vgl. alts. fagan, — Statt sdwon findet sich in nicht streng ws.
texten, namentlich in den poetischen hss., auch seegon.
Ps. und north, lautet das praet. von seon nach § 162 sceh; dazu pl.
segun, 'on, part. gesegen, north, auch gesen, R* gesean. — Für ws.
gefeon steht north schwach flectierendes gefeage nach kl. II.
3) Die verba biddan bitten, lic^e)a7i liegen, sittan sitzen,
bilden ihr praesens im germ. mit jo, vgl. got hidjan, sind aber
sonst regelmässig, praet hced, Iceg, scet^ part. heden, legen, seien.
Auch bicg{e)an nehmen, und fricg(e)an erfahren, haben
diese praesensbildung, bilden aber, namentlich in der poesie,
praet. beah, bäh (daneben, besonders strengws. wie es scheint
immer, schwach bigede, tSigde, § 400, anm. 1. § 401, anm. 1;
§391—392. Starke verba: V.— VI. ablautsreihe. 181
von fricgean ist das praet nicht belegt), part. ^ebegen? (wenn
äbegen distentus gl. hierher gehört), ge fr igen {ge fragen, vgl.
§ 389, anm.).
Anm. 6. Die verba auf g^ haben nach § 57, anm. 3 im dritten stamm
WS. & und ä, wägon, lägon und wdgon, lägon; doch begegnet kein
*sägon, *t5dgon neben sagon, tSägon, vgl. oben 2, anm. 5, und 3.
§ 392. Klasse VI. 1) Verba nach der sechsten ablauts-
reihe, got. ags. a, ö, 6, a, wie faran, fdr, föron, faren gehen.
Anm. 1. So gehen noch alan wachsen, calan frieren (fast nur
part ofcalen), galan singen, grafan graben, sc{e)afan schaben, hladan
laden, wadan gehen, dragan ziehen, gnagan nagen, acan schmerzen
(nur praesensformen belegt), bacan backen, sacan streiten, sc{e)acan
(Ps. north, sccecan, -a § 162), rvascan (waxan) waschen.
Weiter gehören hierher das isolierte praet. wöc (tv^oc Sat. 476?)
erwachte , erwuchs , zu dem ein praes. *wacan nicht vorkommt (als praes.
dazu gilt wcecnan erwachen) und die partt. gedafen (selten gedcefen)
geziemend, getfracen geschmückt (?).
Anm. 2. Bisweilen steht bei einigen dieser verba im part. praet
(ß statt a, z. b. gehkeden, groefen neben gehladen, grafen, § 50, 2.
Anm. 3. Die abweichungen von sc{e)afan und sc(e)acan, praet
sce'oc, scöc, part. sc(e)acen, sccecen erklären sich aus § 76. Dagegen sind
wests. tveaxan wachsen (wexan mit palatalumlaut nach § 101, 2, north.
tvcexa) und später auch sponan verlocken (in jüngeren texten auch
sponnan, vgl. § 396, a) in die flexion der reduplicierenden verba § 396
übergetreten, praet ws. we'ox, north, wöx {wdox, pl. we'xon R*), und
altws. spöti, später spe'on (Ps. und north, nicht belegt).
2) Die verba flean schinden, lean tadeln, slean schlagen,
Öwean waschen (die praesensformen des Ps. und north, s. § 374)
haben ein inlautendes h aufgegeben (vgl. got. slahan, pwahan
und § 373). Die 1. 3. sing, praet. hat g, flog, log, slög, Öwög
nach dem pl. lögon, slögon, Öwdgon (§ 380; I6h, sldh, Öwdh sind
nach § 214, 1 zu beurteilen); im part. praet. in den älteren
quellen oft mit i-umlaut siegen, Ö wegen; ausserdem begegnen
slcegen, Öwcegen oder slagen, beflagen, belügen und tiwogen, north.
bwean^ Owen, bwcbn.
3) stondan stehen, gibt das n im praet. stdd, stddon auf;
aber part. standen.
4) Die verba swer(i)g(e)an schwören, hebban heben, Miehhan
(hlihhan, hlyhhan, Ps. north, hlcehhan, -a) lachen, scieppan
(scippan^ scyppan, ausserws. sceppan) schaffen, stmppan gehen,
scebban schädigen, haben im praesensstamm ein j, welehes
den übrigen formen fehlt: praeb swir {swior Oros. 89, 25); h6f.
182 § 393—395. Reduplicierende verba.
hlöh (pl. hiögon), stöp, scop, sceop, scody sceod (§ 76), part.
sfvoren (swaren), hafm und hoefen, sceapen {scepeii).
Anm. 4. Hebban bildet spätws. auch ein schwaches praet. hefde
und part. hefod. — Neben sceti^an findet sich auch ein regelmässiger
inf. sceäöan, und umgekehrt neben scdod auch ein schwaches praet.
scetiede, § 400, anm. 1.
2) Reduplicierende verba.
§ 393. Beim reduplicierenden verbum kann man dieselben
vier Stämme unterscheiden wie beim ablautenden verbum,
§ 379 ; doch sind dieselben hier nicht so deutlich unterschieden.
Es haben nämlich gleichen vocal der 1. und 4. stamm einer-,
und der 2. und 3. stamm andererseits. Der grammatische
Wechsel erstreckt sich, wo er überhaupt eintritt, über den 2., 3.,
und 4. stamm.
Das eigentliche charakteristicum der reduplicierenden verba
liegt in der bildung ihres praeteritums.
§ 394. Im ags. sind die ursprünglich reduplicierten prae-
terita (§ 351, 1) durchgehends durch contraction verkürzt. Nur
wenige verba haben in den anglischen dialekten (und in der
poesie) noch formen erhalten, welche auf die alte bildung mit
reduplication deutlich zurückweisen: heht zu hälan heissen,
got. haihait; reord zu rcedan raten, got. rairöp; leolc zu läcan
springen, got. lailaik, und mit stärkerer entstellung {oii)dreord
(north, ondreard) zu (onjdrddmi fürchten, leort zu l(Bia7i lassen.
Zu allen aber bestehen in den übrigen dialekten nebenformen
nach § 395.
Anm. Der Ps. und das northumbrische kennen nur reduplicierte
formen: heht, ondreord, leort resp. heht, ondreard {ondreord R), leort,
reord] leolc ist nur in der poesie belegt. Rushw.^ hat einmal h^t neben
häufigerem heht, und gewöhnlich le't gegen ein leort. In der sächsischen
prosa findet sich von den reduplicierten formen nur heht (oder he'ht mit
anlehnung an het § 395? Cosijn, Altws. gr. 14) und zwar fast ausschliesslich
in nicht streng ws. texten, und auch da mit het abwechselnd; leort im
Beda scheint durch einen anglischen Schreiber eingeschleppt zu sein.
§ 395. Gewöhnlicher führt die Verkürzung zu völliger
Verschmelzung der reduplications- und Wurzelsilbe ; das produkt
erhält entweder e, e oder eo, eo als vocal, z. b. hätan, het, Mton,
hdten heissen, oder Meapan, hleop, hleopon, hleapen laufen,
springen.
§ 395—396. ßeduplicierende verba. 183
A) Den vocal e^ e haben a) mit ursprttngl. a vor n+eon-
sonant: blondan mischen, und vielleicht ablongan erzürnen (nur
part. äbloncgne Lind. Matth. 26, 8); — b) mit ws. ee, got.
ansserws. d: {on)drdiäan fürchten, l^tan lassen, slcbpan schlafen;
— c) mit ä, got. ai, ausser wenn ein w folgt oder vorausgeht:
hätan heissen, läcan springen, scädan (sceadan § 76, praet. sced
und scead) scheiden.
Zu a) gehören auch die verba fdyi fangen, und hon hangen,
zu got. fähan, hähan, § 67, praet. mit grammatischem Wechsel
feng, heng, part. fangen, hangen, north, auch faen^ hoen, d. h.
f(mj hoen (wie dien § 429, vgl. htfen Crist 1158), neben hangen.
Anm. 1. Das e des praet. ist zweifellos lang in b) und c); in a)
scheint es ursprünglicb kurz gewesen zu sein, doch wird es nach § 124, 1
später gedehnt {onfdn^ Lind. Luc. 18, 31).
Anm. 2. slcspan bildet im Ps. und north, sein praet. schwach
sle'pie, Lind. Rit. sle'pde, und so auch bisweilen ws. (on)siäpie und
ondrcedde. — Umgekehrt begegnet von dem im ws. sonst schwach
flectierenden rcedan raten, lesen (praet. rcedde, part. gerädd) ein stark
gebildetes part. rceden Blickl.
§ 396. B) Den diphthong eo, eo erhalten im praeteritum
a) mit urspttngl. a vor /, ?i+consonant: feallan fallen, weallan
wallen, fealdan falten, hecUdan halten, stealdan besitzen,
wealdan walten, seallan salzen, wealtan wälzen (north, weelta,
auch schwach), wealcan walken; bonnan bannen, spannan spannen,
gongan gehen ; — b) mit ursprttngl. au : beatan schlagen, heawan
hauen, hUapan laufen, ahneapan abpflücken; — c) mit ö\ hröpan
rufen, htvapan drohen, blotan opfern, rvrdtan aufwtthlen (?, praet.
unbelegt), flöcan plaudere (?, praet. unbelegt), swagan rauschen,
(praet. unbelegt) swdgan ttberwältigen (dazu das part. gestvögen
ohnmächtig), und mit /-umlaut (praesensbildung mit ja, § 372)
mpan weinen, und *hwesan keuchen, für welches aber vielleicht
richtiger ^hwcesan anzusetzen ist; ferner blöwan bltthen, flöwan
fliessen, grdwan wachsen, hlöwan brüllen, rötvan rudern, spöwan
gedeihen; — d) mit ätv: bläwän blasen, cläwan sculpere
(praet. unbelegt), cnäwan kennen, cräwan krähen, mäwan mähen,
säwan säen (auch scewan Cura past), bräwan drehen, tväwan
wehen; — mit rvä: swäpan wegfegen.
Anm. 1. gongan, gangan gehen, north, geonga § 157, 4 {gengan?
Andr. 1097) hat neben geong (und einigen gang im Beowulf) auch gengde
und eode § 430 (in der prosa jedoch wohl nur das letztere, auch fehlt
184 § 396—397. Redupi. verba. § 398—400 Schwache verba.
dem north, das part. praet. ;^e^on^en); ^eng Gen. 626. 834 und spenn
Gen. 445 sind nicht echt ags.
Anm. 2. Zu b) gehören noch die isolierten participia äacen gross,
vgl. got. aukan vermehren, und e'aden geboren; zu b) oder c) die
isolierten praeterita ^^?i<70/? Exod. 475 und onreod inbuit Corp. 1129; über
north, "^speaftan (?) s. § 384, anm. 5, über rveaxan § 392, anm. 3.
Von büan wohnen , part. praet. gebün, ^ebüen, selten byn, fehlt ein
starkes praet.; es wird durch büde, büede, north, byde, byede, zu dem
gleichbedeutenden büian, büwian, north, bya, ersetzt.
Anm. 3. Das eo ist sicher lang in b) — d), vielleicht kurz in a)
bei folgender doppelconsonanz , wenn nicht auch hier dehnungen ein-
getreten sind.
Anm. 4. Gelegentlich tritt im pl. contraction des e'o mit einem
endungsvocal ein, wie re'on für r^9tvun von rörvan.
A n m. 5. North, abweichende formen des praet. sind blew, ble'wu,
ble'uu, pl. blervun; cndaw, cncsrv^ pl. cneawun; spe'ua opt praet.; se'aw; heu,
§ 397. Das part praet. hat urspr. den vocal des praesens
(doch steht aswopm Rushw. Mt. 12, 44 von swäpan § 396).
Grammatischer Wechsel (und demgemäss anderer vocal) findet
sich nur in den partt. von fön und hon § 395.
III. Die schwachen verba.
§ 398. Die schwachen verba sind meist abgeleitete verba.
Nach der Verschiedenheit ihrer ableitungssuffixe unterscheidet
man 3 Massen:
1) die /ö-klasse; ihr ursprüngliches suffix war indog.
-ejo-, daraus entwickelte sich germ. -jo- nach kurzer, -w- nach
langer Wurzelsilbe, § 45, 8.
2) die ö-klasse ; ihr suffix war germ. -ajo- wechselnd mit -ö-.
3) die ae-klasse; ihr suffix war germ. -ai- wechselnd mit -jo-.
Im ags. sind diese Verhältnisse vielfach durch spätere
lautUbergänge getiübt worden.
§ 399. An Stämmen sind bei der schwachen conjugation
nur drei zu imterscheiden : der des praesens, der des prae-
teritums und der des part. praeteriti. Die beiden letzteren
berühren sich sehr häufig in ihrer form.
1) Erste schwache conjugation.
A) Ursprünglich kurzsilbige verba.
§ 400. Bildung des praesensstammes. Durch die
westgerm. consonantengemination vor j (§ 227) sind die ur-
§400—401. Schwache verba: I. klasse: Kurzsilbige. 185
sprüDglich kurzsilbigen verba dieser klasse ausser denen auf
r im praesens (mit ausnähme der 2. 3. sg. ind., s. § 410) zu
langsilbigen geworden. Es stehen sieh also im ags. zwei
abteilungen ursprünglich kurzsilbiger verba gegenüber, solche
wie nerian {nergan, nerigan, nerigean) retten, und solche wie
fremman vollbringen.
Alle formen des praesensstammes haben i-umlaut.
Anm. 1. Wie nerian gehen z. b. noch derian schaden, erian
pflügen, f erian gehen, herian preisen, ämerian läutern, sderian anordnen,
bescierian berauben, tverian wehren, gewerian bekleiden; eindämmen,
byrian gebühren, onhyrian eifern, snyrian eilen, ^p^mn fragen, styrian
stören, und mit ans&U von h auch d'n^/man adversari (aus *tfweorhjan);
wie fremman bilden ihr praesens a) verba auf m, n und die Spiranten
s, &, f, g (verdoppelt bb, cg, § 190. 216), z. b. gremman erzürnen, irymman
befestigen, t^ennan dehnen, rvennan gewöhnen, clynnan klingen, dynnan
tosen, hlynnan brüllen; cnyssan stossen, hrissan zittern; scetStian
schädigen (auch stark , § 392, 4), äswebban einschläfern, töten, wecg{e)an
bewegen, t5icg(e)an empfangen (auch stark, § 391, 3), — b) verba auf t,
d, wie hwettan antreiben, letian hemmen, settan setzen, ^r^^^an retten,
(ä)(reddan erforschen.
Die verba auf / und ^ s. § 407.
Anm. 2. Die strenge Unterscheidung der beiden gruppen nerian —
fremman ist nur noch in einigen sehr alten denkmälem, namentlich Ps.,
gewahrt. Im wests. beginnt sehr frühzeitig , schon in der Gura past., eine
ausgleichung derselben, dergestalt, dass die bildnng der ersten gruppe
auf die der zweiten übertragen wird. So erscheinen formen wie lemian,
temian, trymian, tSenian, helian, sylian, hrisian, wretSian neben fremman,
irymman, cnyssan etc.; bei einigen verbis dieser art sind im wests. nur
diese jüngeren bildungen zu belegen, während andere, wie fremman und
trymman, noch bis in späte zeit schwanken. Doch ist zu bemerken , dass
dieser Umformung meist nur die verba auf einen dauerlaut, m, n, l, s, tf,
unterliegen, seltener die auf bb und cg, wie swefian und hegian statt
swebban, hecgean.
In jüngeren westsächs. texten treten sodann sämmtliche verba auf
-ian, welche ursprünglich der y^-klasse angehören , vielfach in die flexion
der II. schwachen klasse über: nerian, praes. nerie, nerast, neratS; neriatS,
praet. nerode wie fremian, praes. fremie, fremast, frematS; fremiatS,
praet. fremode etc.
Seltener werden einzelne dieser verba, namentlich fremman und
trymman, wie ursprünglich langsilbige behandelt und formen wie part
gefremmed^ geirymmed, praet. trymde gebildet.
§ 401. Bildung des praeteritums. 1) Die kurzsilbig
gebliebenen verba auf r und die mit mm, nn, ss, ÖÖ, bb, cg
im praesens, § 400, anm. 1, haben im praet die erdung -ede;
186 § 401 — 403. Schwache verba: I. klasse: Kurz- und laugsilb.
der consonant am wurzelende erscheiot davor einfach: nerian
— nerede, fremman — fremede, t^ennan — benede, cnyssan —
cnysede, scebban — sceöede, swebban — swefede § 190, wec--
g{e)an — wegede u. s. w.; nur lecg{e)an legen hat stets legde
ohne mittel vocal (daneben Ude, § 214, 3).
Anm. 1. Solche formen ohne mlttelyocal finden sich gelegentlich
auch sonst, wie weg de, big de, cnysde; später erst wird auch wol der
doppelconsonant des praes. in's praet. übertragen, cnyssede u. ä.
Anm. 2. Spätws. tritt statt des -ede im praet. auch vielfach -ode
ein, s. § 400, anm. 2.
2) Die verba auf -d, -t haben als endung -de^ welches
sich vorausgehendem t assimiliert: ireddan — tredde, sei tan —
sette (north, auch satte, scette ohne umlaut).
§ 402. Bildung des participium praeteriti. Die
endung ist ursprünglich, und so regelmässig in den anglischen
dialekten, -ed, der endconsonant der wurzel erscheint wie im
praet. einfach: {ge)nered, {ge)/remed, {ge)cnysed, {ge)scet5ed,
{ge)weged\ {ge)seted, (ge)treded. Im strengwestsächsischen wird
dagegen bei den verbis auf t, d der vocal der endung regel-
mässig (z. b. bei Aelfric immer) synkopiert und das d eventuell
dem vorausgehenden laute {t) assimiliert: gesei{t), ahred{d) etc.
Die weniger streng ws. texte schwanken. — Von lec{g)ean
lautet das part. wieder {ge)legd ohne mittelvocal, daneben
{ge)led § 214, 3.
In den flectierten formen bleibt das -e- nach § 144, a
erhalten, ausser bei denen auf -t, -d; diese synkopieren das
e im anglischen in den formen mit vocalisch anlautender
endung, behalten es aber vor consonantisch anlautender casus-
endung: geseted — gesettum, aber gesetedne, gesetedre. Das
strengws. tilgt wiederum den vocal durchgehends, gesettes,
gesettum wie gesetne, gesetre, während die weniger strengws.
denkmäler abermals schwanken.
B) UrsprüngHch langsilbige und mehrsilbige verba«
§ 403. Bildung des praesensstammes. Der ganze
praesensstamm der zweisilbigen verba hat /-umlaut, wo der
wurzelvocal dessen fähig ist; verba mit eo schwanken nach
§ 100. Das ableitende j fällt aus, ausser nach vocalen, wie
in ciega7i rufen.
§403—404. Schwache verba: I. klasse: Langsilbige. 187
Anm. 1. Zu dieser klasse gehört eine grosse reihe von vefbis, wie
d^lan teilen, fyllan füllen, deman urteilen, hieran hören, leoran gehen
(ursprünglich wol stv., s. § 384, anm. 3), slieran (steoran) steuern, strienan
(streonan) erwerben, triewan (treowan) glauben, cytSan verkündigen,
gyrdan gürten, u. dgl.
Anm. 2. Unter den mehrsilbigen verbis sind besonders die ablei-
tungen auf -eitan (got. -atjan) zu bemerken, wie bliccettan bUtzen, roc-
cetian eructare, sporetian spornen, ebenso die aus compositis verstüm-
melten ondettan bekennen, öneiian anreizen, örettan kämpfen, aus *anda-
haitjan etc. Diese haben nach. § 227 gemination des ableitenden t, doch
wird hier, nach schwacher silbe, auch oft einfaches t geschrieben, § 231 , 4.
§ 404. Bildung des praeteritums. Die endung des
praet. ist -de, welches unmittelbar an die Wurzelsilbe antritt.
Der i-umlaut bleibt; z. b. hieran — hierde, deman — demde,
§ 405. Durch das zusammentreffen des d der endung mit
dem endconsonanten der wurzel ergeben sich eine reihe von
kleinen Variationen der nonnalform, die sich nach den laut-
gesetzen leicht begreifen. Die wichtigsten sind:
1) Gemination wird vereinfacht: fyllan — fylde füllen,
tvemman — tvemde beflecken, äfirran — äfirde entfernen, cyssan
— Cyste küssen (das t nach 2).
2) Die endung -de wird zu -te nach /?, t, c, ff, ss (welche
ihrerseits nach 1 vereinfacht werden) undav yppan — t/jt>^^ zeigen,
gretan — grette grttssen, sce^xcan — scencte schenken, rvyscan
— wyscie wünschen, iecan — iecte vermehren (doch auch ihte
§ 407, b), pyffan — pyfle blasen, cyssan — cyste küssen, lixan
— lixte leuchten (aber lysan — lysde lösen, r&san — rdbsde
stürmen mit einfachem s),
Anm. Vereinzelt erscheint jedoch in etymologischer Schreibung
auch 'de, so sle'pde Lind. Rit., § 395, anm. 2, rqfsde Corp., ädwescdon
Aelfr. Can., hyspdttn Matth. 27, 44, u. ä.
3) t5d bleibt in den älteren texten unverändert, geht aber
später gewöhnlich in dd über: cjjban, cybde und cydde verkünden.
4) Nach consonant + df, t geht das d der endung ganz
verloren: sendan — sende senden, gyrdan — gyrde gürten,
ehian — ehte verfolgen, byrstan — byrsie dürsten, etc.; nur
selten schreibt man etymologisch foestte, hyhtte u. ä. Der end-
laut der Wurzelsilbe schwindet dagegen in cemban — cemde
kämmen.
5) Die verba auf consonant +7i, r, l, welche im praet. bei
regelmässiger bildung silbenbildendes n, r, l haben sollten,
188 § 405—406. Schwache verba: I. klasse: Langsilbige.
schwanken stark; nemnan nennen, hat nemde mit aasfall des
n (so auch bisweilen in der 2. 3. sing, praes. tiU nemst^ he
nemtf) und spät nemnode; efnan, rcefnan ausführen, oft efnäe^
rccfnde; ebenso north, hyngra — hyngerde hungern, timbra —
Umher de zimmern, degla — degelde verbergen; häufiger aber
nehmen diese verba die endung -cde und (besonders im Ps.
und north., im ws. erst spät) -ode nach kl. II an : efnede (north.
efiiade)^ frefran — frefrede, -ode trösten, htjngran — hyngrede,
'Ode; timbran — timbrede, -ode; dieglan — die^lede, digiade etc.;
eglan quälen und slglan segeln, haben in der älteren spräche
eglde, siglde, in der jttngeren begegnet eglede. Später treten
dann auch praesensformen nach kl. II, wie frefrian^ hyngrian,
timbrian auf (vgl. § 400, anm. 2).
§ 406. Bildung des participium praeteriti. Die
endung desselben ist ursprünglich ttberall -ed; für die anfügung
desselben gelten bezüglich der unflectierten form und bezüglich
der casus mit consonantisch anlautender endung dieselben
regeln wie für die kurzsilbigen , § 402. Vor vocalisch an-
lautender endung wird regelmässig synkopiert, wobei wieder
die regeln von § 405 zur anwendung kommen.
Beispiele für die verschiedenen typen sind: ddman — ge-
demed — gedemde, fyllan — gefylled — gefylledne — s^fylde
§ 405, 1 ; gretan — gegrel{ed) — ge^e({ed)ne — gegrdite, scen-
can — gescenced — gescencedne — gescencfe § 405, 2; cyban —
gecybed — gecyt5edne — gecybde, spät gecydde, § 405, 3; sendan
— gesend{ed) — ^esend{ed)ne — gesende, ehtan — geeht(ed) —
gecht{ed)ne — geehte § 405, 4; nemnan — genemned — genem-
nedne — genemde, timbran — getimbred {-od) — getimbredne
{'Odne) — getimbrede, (-ode) § 405, 5 u. s. w.
Anm. In den späteren denkmälern wird die volle form -^^ vielfach
auf alle flectierten formen ausgedehnt, wie gede'mede, gefyllede u. s. w.
Umgekehrt zeigen verba auf p und nc später bisweilen Verkürzung in
der unflectierten form des participiums, wie heclypt, gescyrpt, geypt,
ädrenct, forscrenct, besenct, geswenct von clyppan, gescierpan, yppan,
ädrencan, forscrencan, öesencan, srvencan, und ähnlich gecyd(d) von cytian
(vgl. oben und § 405, 3), selten andere, z. b. forswceld, gebcernd,
ymhiyrnd, geglengd, gecebyligd, von forsrvcelan, bcernan, ymbiyrnan,
glengan, gecebylgan.
§407. Schwache verba: I. klasse: Unregehnässige.
189
C) ünregelmfissige verba.
§ 407. Einige verba liessen im germanischen die endung
des praeteritums und partie. praeteriti ohne mittelvoeal direct
an die Wurzelsilbe antreten. In folge davon erscheinen diese
formen im ags. ohne i-umlaut, und die verba deren letzter con-
sonant ein guttural ist, nehmen nach § 232 im praeteritum
und pari praet. ht an; wurzelhafter nasal fällt vor diesem ht
nach § 45, 5. 186, 1 aus.
a) Begelmässig gehen so:
c well an tödten
dwellan hemmen, irren
seil an übergeben .
stellan stellen
tellan erzählen
byc^ean kaufen
cweccean schütteln
dreccean quälen
leccean benetzen
reccean erzählen
streccean strecken
Seccean decken
weccean wecken
Iseccean ergreifen
bepsecean betrügen
rsecean reichen
tälcean lehren
r^cean sich kümmern
reccean
s^cean suchen
t$encean denken
tJyncean dünken
wyrcean arbeiten
brin^an bringen
Anm. I. Neben dwellan — dwealde tritt in jüngeren texten auch
dwelian — dwelede und dwelode nach § 400, anm. 2 auf; von tellan
begegnet auch ein part. geteled,
Anm. 2. Für altws. sellan haben die spätem ws. texte meist syllan
für *sieUan, Die brechung erscheint mercisch schon in einer urk. von
ca. 840 (siollanne), doch hat der Ps. und Rushw.^ nur sellan. Das north,
bietet im inf. sealla neben sella, ebenso im pl. ind. und imp. seallas
neben sellas, sonst nur formen mit e,
Anm. 3. Die verba mit ecc nehmen ziemlich frühzeitig und später
regelmässig statt des ea im praet. und part. den vocal e an, cwehie,
{
cwealde
gecweald
dwealde
^edweald
sealde-
^eseald
stealde
jesteald
tealde
geteald
bohte
gehöht
cweahte
gecweaht
dreahte
^edreaht
leahte
geleaht
reahte
^ereaht
streahte
gestreaht
tJeahte
getJeaht
weahte
geweaht
Isehte
^el^ht
beps^hte
bep^ht
rsehte
^erseht
t^hte
^et^ht
röhte
s6hte
gesöht
$6hte
geööht
Öühte
SeSdht
worhte
geworht
br6hte
3ebr6ht
190 § 407—408. Schwache verba: I. klasse: ünregelmässige,
drehte, gedreht u. s. w., wahrscheinlich unter anlehnung an den vocal des
praesens, da dieser übertritt älter zu sein scheint als der § 101, 2 be-
sprochene palatalumlaut von ea zu e.
Im Ps. und north, haben diese verba nach § 162 im praet. (B, rcehie,
wcßhie, tScehie, soweit nicht auch hier das e aus dem praesens einge-
drungen ist.
Auch r€Bc(e)an zeigt ws. stets umgelauteten vocal im praet., rcehte;
dagegen north, rähte.
Statt ivecc(e)an gebraucht das spätws. auch häufig fvrecc{e)an.
Anm. 4. Statt des ä der praeterita und participia tritt in sehr
späten texten bisweilen d auf, iahte, Iahte, statt iahte, Iahte,
Anm. 5. In recc(e)an neben rec{e)an scheint Verkürzung einge-
treten zu sein (vgl. § 230, anm.).
Anm 6. Ws. wyrc(e)an, north, rvyrca hat kent. Rushw.* die neben-
form wircan und im part. vereinzelt girvarht Corp. Späte texte bieten
statt worhie, ^ervorht bisweilen mit metathese rvrohte, gcwroht.
Das compositum forwyrc{e)an sündigen, bildet spätws. das praet.
forrvyrhie, part. forrvyrht,
Anm. 7. Neben dem praesens brin^an, welches der starken con-
jugation angehört, steht auch schwaches breng{e)an (alts. brengian).
Das part. lautet selten brungen,
b) Nach dem muster dieser verba nehmen auch die übrigen
verba auf c, welche ursprünglich regelmässig gehen, öfters im
praet. und part. ht an, behalten aber den 2-umlaut; so z. b.
iec(e)an vermehren, iecte, iehle (ihte, yhle), part. geieced (spät
geiht, geyht), flectiert geiecte und geiehte etc.; brycc{e)an drücken,
brycte, bryhte, part get^rycced; cnycc{e)an knüpfen, cnycte,
cnyhte; rvlecc{e)an erwärmen, part. gewleced, gewleht und ge-
rvlcecced, gewlceht; dlecc{e)an preisen, dlecte, ölehte; die auf
'l{Bc{e)an wie nealcec{e)an sich nähern, nealcecte, -hie (north.
'Cede, -cde) u. a. m.
Anm. 8. Für einige isolierte formen kann man nur vermutungs-
weise ein volles paradigma ergänzen. So gehört zu dem praet scyhie
verführte, ein wol praes. scycc(e)an (zu scucca), zu dem part. ^ecliht
collecta ein praes. *clyccean, zu ofhcehie hackte ab, bedashie tradidit,
die praesentia *hcecc(e)an und ''^dcecc(e)an (vgl. Iceccean — loehie oben
unter a).
§ 408. 1) Die verba auf rw und Iw, wie gierwan, gyrwan
bereiten, sierwan, syrwan berücken, smierwan, smyrwan schmieren,
rvielwan, wylwan wälzen, verlieren in der 2. 3. sing. ind. praes.,
der 2. sing. imp. und im praet. ursprünglich ihr w und gehen
also auf -est, -eb, -e, praet. -ede (älter -ide) aus, z. b. praet
§ 408. Schwache verba: I. klasse: Unregelmässige. 191
gierede, si(e)rede, smirede, rvylede. Das part. praet. scheint in
der unflectierten form ursprünglich das w zu behalten, in den
flectierten es zu synkopieren.
Anm. 1. Mit dem Wechsel von rw, Iw und einfachem r, l musste
ursprünglich auch ein Wechsel des wurzelvocals zusammengehen, da nur
vor rw, Irv brechung des grundlautes a resp. i (in smienvan) eintreten
konnte, z« b. smierwan, aber smirest, smiretS, praet. smirede; doch sind
von diesem Wechsel wol nur bei smierwan noch deutliche spuren erhalten.
Bei gierwan musste der Wechsel lautgesetzlich verschwinden {gierwan
nach § 98, a, gierede nach § 98, b etc.).
In der späteren spräche treten zahlreiche Umbildungen
auf, indem namentlich entweder das w durchgeführt, oder ganz
getilgt wird, oder endlich nach § 400, anm. 2 formen nach der
II. schwachen klasse (mit oder ohne w) gebildet werden. Die
einzelnen verba schwanken hierin stark; bei einigen, wie
hierwan verspotten, nierwan bedrängen, ist die altertümliche
flexionsweise überhaupt nicht mehr zu belegen.
Anm. 2. gierwan bleibt meist der alten flexion getreu, doch findet
sich früh part. gegiered neben gegierwed, imp. gier und gierwe neben
giere, selten spät opt. praes. gyrie, part. gegyrwod. Der Ps. hat regel-
mässig gerwan, praet. gerede, part. gered, das north, meist nach der
11. schwachen klasse gearwia (iarwia R^), doch praet. gerede, part.
gered neben gearwade, part. gearwad,
Anm. 3. sierwan geht in der alten ws. prosa regelmässig, doch
findet sich part. gesiered und selten praes. sierian, wozu später das praet.
syrode tritt. Gewöhnlich wird später das w durchgeführt, praes. 3. sg.
syrwtS, praet syrwde, oder nach der ö-klasse syrwian, praet (syrwode),
pl. syrwedon,
Anm. 4. Auch von smierwan sind altws. noch zahlreiche reste der
alten flexion erhalten, dazu part. gesmired, praes. smirian, smierian,
später auch nach der (^-klasse flectierend, praes. 3. sg. smyraTS, praet.
smirode, smyrode, part. gesmirod. Daneben öfter formen mit e, smerwan
und smerian etc. Das north, hat inf. smirian L, smiran R*, praet smi-
rede; Rushw.* imp. smere. Im Ps. sind nur praes. sg. 3. smireti, praet.
smirede belegt; als inf. ist dazu *smeorwan zu vermuten (§ 159, 4).
Anm. 5. hierwan und nierwan haben das w überall (auch im Ps.)
durchgeführt, praes. sg. 3. hyrwtS, praet. hyrwde etc., gelegentlich auch
formen der o-klasse aufgenommen, hyrwian, nyrwian, praet hyrwode,
nyrwode etc. Vereinzelt findet sich ein part. geniered und praet. nyrugde
(Blickl.).
wielwan bildet praet. wylede, part. gewylwed, daneben auch inf.
wylian und wylwian etc. nach klasse II.
192 § 408. Schwache verba: I. klasse: ünregelmässige.
Anm. 6. Sonst scheint noch rcesrvan erwägen, vermuten, ähnliche
flexion gehabt zu haben, da sich auch rasian und praet. rdsrvode und
rcbsode findet.
ficetwan schmücken, hat im praet. meist frcetwode nach kl. U, neben
frcetwede, part. gefrodtwod, -ed; später finden sich auch praesensformen
nach kl. II.
2) Neben xervan, ywan zeigen (praet. iewde, part. -lewed,
fl. Aewde etc.) tritt schon altws. auch eowan, praet. eowde etc.
ohne Umlaut auf, sowie im praes. auch eowian nach der
II. klasse, dem sich erst später ein praet. iorvode zugesellt.
Daneben steht in seltenerem gebrauch (und wol nicht in streng
WS. texten) eatvän, namentlich im praet. eawde. Der Ps. ge-
braucht meist otiawa% praet. oteawde, nur je einmal otiorvan,
oteorvde; das north, {ced-^ cet-^ ge-yawa, praet -eawde, und
Lind, auch eawade und selten -iade,
Anm. 7. Aehnliche berührung mit der ^-klasse zeigen siiv(t)an nähen,
spiw(i)an speien (aus *sien>nn, *spiewan, ausserhalb des streng ws.
siow(i)an, spiow{i)an), bei denen aber die alte flexion fast nur noch in
den ältesten denkmälem zu belegen ist.
Anm. 8. tSywan bedrängen (aus *tftewan, ausserws. auch tSeowan)
und hlyrvan erwärmen (aus *hliewan) haben regelmässig praet. tSywde,
hlywde, part. *^ebyived, *gehlywed, fl. ^etSywde, ^eMywde, daneben
begegnet aber auch praet. hlyde, part. gehlyd und in der poesie auch
formen mit contraction, wie inf. tfe'on, praet. tSeode^ part. fl. tSe'ode, und
praes. Ind. pl. hle'otS,
3) Das verbum ciegan, ci^an rufen, nennen (Ps. cigan,
north, cei^a, ceia, R* auch cdgan, aus *kaujan, § 176) überträgt
gewöhnlich das g des praesens auch in's praet., äegde, cigde
(north, ceigde, R^ auch cdgde), part. gecieged, geciged, pl. ge-
degde (north, geceiged, pl. geceigde); nur der Ps. hat noch
regelmässig cede, part. *geced, *gecede; über die flexion des
praesens s. § 408.
Anm. 9. Ebenso flectieren das nur poetische he^an ausführen,
vollbringen (aus *haujan, altnord. heyja), praet. hede, part. gehed, und
ausserws. auch sMgan streuen (got. slraujan), praet. stre'de (streide Erf.
Corp.) ; im ws. ist dafUr strewian, stre'otvian, praet. slrervede, sire{ö)wode
eingetreten (vgl. anm. 7).
Anm. 10. Hierher gehört vielleicht auch *tdon machen (zu got
iaujan), von dem ausser einer 3. pl. ieot^ nur praet. teode, part. teod
belegt sind; doch könnten diese formen auch zu *(eogan § 418, anm. 4
gezogen werden.
§ 408—409. Schwache verba: I. klasse.
193
4) Die verba hean erhöhen (aus *hiehan, zu heah hoch),
i^n lehren, byn drücken (aus *t^^han, ahd. dühen) und wol auch
die nur in einzelnen formen belegten *scyn verführen, *Ör^w
zusammendrücken (?), lassen durchgehends contraction des
Wurzel- und endungs- oder ableitungsvocals eintreten, praet.
heade, tyde (spät auch iydde), praet. head, tyd (flectiert spät auch
tydde etc.) u. s. w.
Anm. 11. Nur selten finden sich uncontrahierte formen, wie ic
t5y^e, praet. tSy^de, praes. pl. sc^ap (north.), part. ätSryid,
Von hean begegnet auch ein (mercisches ?) part. hed (aus */ie'hid,
§ 166, 5).
Flexion der sohwaohen verba erster klasse.
§ 409. nerian und fremman stellen die flexion der ursprüng-
lich kurzsilbigen , deman die der ursprünglich langsilhigen dar.
Beispiele für die erste klasse s. § 400, fllr die letztere § 403 ;
über gierrvan und ciegan s. § 408, 1. 3.
Praesens.
Indicativ.
Sing.
1.
2.
3.
nerie
neres(t)
nereÖ
fremme
fpemes(t)
fremet$
d^me
d6m(e)st
d6m(e)Ö
' gierwe
: giorßst
: giereÖ
ciege
cie2(e)8t
cie2(e)Ö
PI.
neriaO
fremmaÖ
d6ma?5
' gierwaÖ
ciegaÖ
Optativ.
Sing.
PI.
nerie
nerien
fremme
fremmeu
deme
dornen
jierwe
jierwen
ciege
ciegen
Imperativ.
Sing.
PI.
2.
1.
2.
nere
nerian
neriaÖ
freme
fremman
ft'emmad
d^m
d^man
demaÖ ,
1 jiere
gierwan
jierwaÖ
cieg
ciegan
ciegaÖ
Infinitiv.
nerian
fremman
d6man
jierwan
ciegan
Partieipium.
neriende fremmende | dornende || gierwende ciegende
Sievers, Angelsöchs. grammatik. 2. aaH. J3
194
§ 409—410. Schwache verba: I. klasse: Flexion.
Praeteritum.
Indicativ.
Sing. 1. nerede fremede
2. neredes(t) freinedes(t)
3. nerede fremede
PI. neredon fremedon
Sing. nerede fremede
PL nereden fremeden
d^mde
d^mdes(t)
d^mde
d^mdon
gierede
u. s. w.
ciejde
u. s. w.
Optativ.
d^mde
d^mden
gierede ciejde
u. s. w. u. s. w.
Sing. nered
PI. nerede
Participium.
fremed i d6med ;; jier(w)ed cieged
fremede | d^mde i; gierede ciejde
Anm. 1. lieber graphische nebenformen von nerian etc., wie nergan,
nerigan, nerigean etc. s. § 175. lieber formen wie se'cean, seceatS,
hncegean, hncegeatS etc. neben secati, secatS etc. s. § 206, 6. lieber das
eindringen von formen der II. klasse § 400, anm. 2.
Anm. 2. Vor dem pronomen ic fällt im north, öfter das -e der
1. sg. ind. praet. aus, scegdig L, e'adig, cerdig Rit., ftlr scegde ic, e'ade
ic, cerde ic etc., vgl. § 355, anm. 2.
§ 410. Die eigentlichen flexionsendungen waren ursprüng-
lich dieselben in beiden Massen, und sind es noch im prae-
teritum. Die faktischen unterschiede in der flexion des prae-
sens im ags. sind folgende:
1) Das j des Suffixes -jo- blieb vor unähnlichen vocalen
bei den kurzsilbigen auf r wie nerian erhalten; bei den übrigen
kurzsilbigen erzeugte es vor seinem ausfall (§ 177) im west-
germ. nach § 227 gemination des wurzelauslautenden conso-
nanten, wie in fremman; bei den langsilbigen fiel es aus ohne
gemination zu hinterlassen.
Anm. 1. Bei vorausgehendem vocal oder diphthong ist entweder
das j ganz geschwunden und contraction eingetreten, wie in hdan, iyn etc.
§ 408, 4, praes. hea, iy, 2. sg. heast, iyst, 3. sg. hea'b, iytf, pl. he'atS,
tytS u. s.w., oder erhalten, wie im ws. ciegan, § 408, 3.
Im Ps. flectiert cegan praes. ind. ce'gu, ^cest^ ceti, cegdtS, opt. cege,
imp. ce, ^cegan, ce'gatS etc. (vgl. § 408, 3), d. h. das j ist überall da
geschwunden, wo die endung den vocal i enthielt.
2) Das praesens der ursprünglich kurzsilbigen zeigt Wechsel
zwischen geminiertem und einfachem consonanten; letzterer
steht in der 2. 3. sg. ind. und der 2. sg. imp.
Anm. 2. Dieser Wechsel beruht darauf, dass die endung dieser
formen ursprünglich ein i enthielt, vgl. got. nasjis, nasjip, nasei, und
§410. Schwache verba: I. klasse: Flexion. §411. II. klasse. 195
vor diesem t das j des Suffixes bereits vor dem eintritt der westgerm.
gemination geschwunden war.
Besonders zu beachten sind bei diesem Wechsel die bestimmungen
der §§ 190. 216, wonach cg als Verdoppelung von ^ und hb als Ver-
doppelung von f eintritt: lec^{e)an — le^eTS, swehban — stvefetS w. s. w.
Später, und so schon im north., reisst hier Verwirrung ein, indem
die gemination auch in die 2. 3. sg. verschleppt wird, seiest und seilest,
seleb und selleb' u. dgl.
3) Der imp. sg. der kurzsilbigen geht auf -e aus (got. -ei)^
nere, freme, bei den langsilbigen wird dies e nach § 133, c stets
apokopiert. dem, hier etc.
Anm. 3. Spätws. begegnen sehr gewöhnlich auch formen wie deme,
hyre\ seltener bei ursprünglich kurzsilbigen verbis, wie teile. Von solchen
finden sich auch vereinzelte formen nach art der langsilbigen, wie cmell.
Das north, dagegen apokopiert regelmässig auch bei den kurzsilbigen,
ner, sei etc., vgl. § 372, anm.
4) In den altwests. texten wird dem entsprechend die
endung der 2. 3. sg. ind. regelmässig zu -st, -Ö gekürzt, demst^
demb, während bei den kurzsilbigen nur ausnahmsweise eine
Synkope stattfindet (besonders nach / und g: selb, le^b u. s. w.)
Später tritt starke Verwirrung ein. Im strengws. herscht
neigung zur synkope auch bei kurzsilbigen, während ander-
wärts oft die volleren formen bevorzugt werden (über Ps.
north, s. § 358, anm.)
Die verba auf eonsonant + w, r, l, §404, 5, behalten auch
im WS. den endungsvocal : nemnest, nemnetS (doch auch ver-
einzelt nemst), efnest, efneb^ frefrest, frefreh etc.
Anm. 4. Alle verba, welche spätws. ihren inf auf -tan bilden,
haben jedoch spätws. häufig die 2. 3. sing, auf -ast, -atf nach der II. klasse,
s. § 400, anm. 2.
2) Zweite schwache conjugation.
§ 411. Praesensstamm. Den praesensformen dieser
klasse liegt ein gemeinschaftlicher stamm auf -dja- zu gründe,
der sich jedoch in der 2. 3. sing. ind. und der 2. sg. imp.
bereits im germ. oder mindestens im westgerm. zu -ö- verkürzte.
Im ags. ist jedoch das -djo- in der regel zu -/a- {-iga", -igea-)
geworden (north, ausnahmen s. § 414, anm. 2), vgl. z. b. sealfian
salben, löcian schauen, wunian wohnen, täcnian zeichnen, scea-
wian schauen etc. — Praeteritum und partieipium prae-
teriti werden von einem stamme auf -ö- gebildet.
♦13
196
§ 411 — 414. Schwache verba: II. klasse.
Anm. 1. Da das t dieses -ia- erst in relativ später zeit aus o, a
hervorgegangen ist, so erzeugt dasselbe niemals t-umlaut; dagegen
erscheint auch vor ihm oft o-umlaut als nachwirkung des ursprünglichen
ö-lautes, vgl. § 109.
Anm. 2. Die zahl der hierher gehörigen verba ist sehr gross, da
von sehr vielen nominibus, namentlich adjectivis, verba nach dieser klasse
gebildet werden können. Als besondere gruppen sind die ableitungen
auf -niariy got. -indn, wie fcestnian festigen, auf -sian (got -isdn) wie
ricsian, rixian herschen, hledsian segnen, müisian erbarmen, hdlsian
grüssen, eorsian zürnen, blissian freuen, hre'owsian reuen, und auf
'{e)cian, wie hedecian bitten, ästyfecian ausrotten, äswefecian ausrotten,
ieldcian aufschieben, gearcian machen, hervorzuheben.
Anm. 3. lieber verba mit contraction s. § 414, anm. 4, über ein-
dringen von formen dieser klasse in verba der ersten s. § 40(», anm. 2.
§ 412. Praeteritum. Das praeteritum dieser klasse
geht auf 'ode {-ade, -nde, -ede) aus, wunode, läcnode etc.
Anm. 1. 'Ode ist die gewöhnliche wests. form, -ade ist hier seltener,
aber im Ps. und north, am häufigsten ; in diesen mundarten begegnet wieder
-ode sehr selten; -ude und -ede sind überall seltener, finden sich aber
in allen dialekten.
Im plural sind die formen mit e häufiger als im sing., und es ist
vielleicht als normalform anzusetzen sg. secdfode, pl. sealfedon, vgl. § 129.
Anm. 2. Einige verba auf w synkopieren selten den mittelvocal,
irüwian irüjvde, tüe'ojviän tüeowde etc. (vgl. § 416, anm. 6).
§413. Participium praeteriti. Die endung desselben
ist -od, -ad, -ud nach massgabe der bestimmungen von § 412,
anm. 1, gewunod, getdcnod; ftir die flectierten formen kommt
dazu noch -ed-, wie geldcnedvm u. dgl.
§ 414. Paradigma der zweiten klasse:
Praesens.
Indicativ.
Sing. t. sealfie
2. sealfast
3. sealfatJ
PI. sealfiaö
Optativ.
sealfie
sealfien
Imperativ.
Sing. 2. sealfa
PI. 1. sealfian
2. sealfiaö
Infinitiv. Participium.
sealfian sealfiende
Praeteritum.
Indicativ. Optativ.
Sing. 1. sealfode |
2. sealfodest j. sealfode
3. sealfode J
PI. sealfedon, -odon
sealfoden
§ 414—415. Schwacue verba: IL und III. klasse. 197
Participium.
sealiad
Anm. 1. Für ie wird oft ige, für ia oft i^a, i^ea geschrieben,
sealfi^e, sealfi^en, sealfigean u. s. w. — Einfaches ^ ist selten und im
wesentlichen auf einige nicht strengws. denkmäler beschränkt. Nur ganz
vereinzelt begegnet die Schreibung e^^ wie kle'otire^endum, mcegere^an
gl. Im allgemeinen dürfen die ie, ia (auch nach ausweis der metrik)
als zweisilbig betrachtet werden.
Anm. 2. Das north, hat vielfach formen erhalten, welche dem ur-
sprünglichen ausgang des praesensstammes 'djo- naher stehen, z. b. inf.
auf 'O^ia, -a^e, -e^e, praes. ind. pl. -agetS, -egetf, -egatS u. dgl. — Andere
abweichungen des north, sind: ind. sg. 1. auf -«, -iga {^röwa, tfröwiga),
sg. (2.) :<. auf -es, -etü, -i(g)as, -iges, -agiti, -aid etc., pl. auf -aS, -as, -es
etc., imp. sg. 2 auf -ig, wie drig, clcsnsig neben -«, part. praes. auf -ende,
-ande etc.
Participia praes. auf einfaches -ende sind ausserhalb des north, fast
nur in der poesie belegt, dort aber nicht selten (in angl. denkraälern;
vgl. Beitr. X, 482).
Anm. 3. lieber die flexion kurzsilbiger verba mit i in der Wurzel-
silbe wie clipian, bifian, hlinian etc. s. § 416, anm. 6. 7.
Anm 4. Bei einigen verbis mit vokalischem ausgang (nach ausfall
von Ä) treten in den formen ohnej contractionen ein: tTveog(e)an zweifeln
(ahd. ZTvehdn), praes. twe'oge, iwe'osi, irveotf, opt. trve'oge, imp. twe'o,
ltveog(e)ab\ praet. iweode, part. tweod (north, praes. ind. sg. 3. tuds, iucps
L, iwias B.\ opt. itviga L, iwioge E*, praet. tuiade, tuiedon L, twiade,
Irviodun R*, tvieda Rit.). So gehen noch *teog(e)an anordnen, bestimmen
(nur contrahierte formen scheinen belegt; north, praet. tiadce), scöian,
scögan beschuhen (part. scöd, north, gescoed) und böian, bögan prahlen.
3) Dritte schwache conjugation.
§ 415. Diese conjugation umfasst die wenigen reste,
welche von der got. a/- klasse im ags. übrig geblieben sind.
Es gehören hierher namentlich die verba hdbban haben, libhan,
lifgan leben, secg{e)an sagen, hycg{e)an denken, ferner ursprüng-
lich auch t5riag{e)an (Ps. bregan, north, t^reiga) drohen, schelten,
smeag{e)an (Ps. smegan) denken, freog{e)an (Ps. frigan) befreien,
feogan hassen. Ihre ursprüngliche flexion ist folgende:
Praesens.
Indicativ.
Sing. 1. haebbe libbe; lifje secje hycje tJr^aje freoge
2. hafas(t) liofas(t) sajas(t) ho3as(t) Ör6as(t) fr6os(t)
3. hafaS liofaÖ sajaö hojaÖ Ör6at5 fr^oö
pi /habbaÖ llibbaÖ secj(e)aÖ hyc2(e)aÖ Ör6a3(e)aÖ fr6o2(e)at5
• Uh8ebbaÖ)\li^(e)aÖ
198
415—416. Schwache verba: III. klasse.
Optativ.
Sing. 1. haebbe libbe; lifge secje hycge
u. s. w. wie fremme § 409.
Imperativ.
Sing. 2. hafa liofa saja hoga
PI. 2. rhabbaö flibbaÖ ' sec2(e)aÖ hyc3(e)aÖ
\ (haebbaÖ)l lif2(e)aÖ
Infinitiv.
habban flibban sec2(e)an hycj(e)an
\ lif2(e)an
Participium.
haebbende f libbende sockende hycgende
1 lifgende
Ör^age freoje
Ör6a ixko
t5r6a2(e)aÖ fr6o2(e)aÖ
t5r^a2(e)an fr6o3(e)an
Ör^a^ende Mogende
Sing. t. haßfde lifde
Praeteritum.
ssegde hogde
u. s. w. wie de'mde § 409.
Ör^ade freode
Participium Praeteriti.
gehsefd gelifd gessegd gehogod geöread g^fr^od
§ 416. Die eigenttimlichkeit dieser klasse beruht in der
mischung von formen der 1. und 2. schwachen conjugation.
Zur letzteren gehören ursprünglich nur die 2. 3. sg. ind. praes.
und die 2. sg. imp., zur ersteren alle übrigen praesensformen.
Das praeteritum fügte -de, das part. praet. -d direct an die
v^urzelsilbe. Doch sind im laufe der zeit viele Verschiebungen
des alten Systems eingetreten.
Anm. 1. Sprachgeschichtlich jüngere formen von habban sind:
praes. ind. sg. 1. hafu, -o, -a (in der poesie), 2. hcefsl, 3. hcef&, letztere
in strengws. prosa (auch schon der älteren zeit, wie Cura past.) die ge-
wöhnlichsten; spät auch opt. habbe; im part. praet. begegnet auch hasfed
(Bcda). — Mit der negation ne verschmilzt habban zu nabban, praes.
ind. sg. 1 ncebbc (nafu etc.), 2. nafast, ncefst^ 3. nafatS, nceftS, pl. nabbaTS,
praet. nee f de, part. ^encefd.
Die flexion im Ps. ist: praes. ind. sg. 2. hafast, 3. hafatS, pl. habbatS,
imp. pl. babbab', part. nabbende, praet. hefde, part. praet. hefd; in
Rushw.^ praes. ind. sg. 2. hcefest, 3. hcefep, hcefp (nafep, nceß), pl.
hahbapy nabbap, opt. hcebbc, imp. hcefe, pl. habbab, inf. habban, part.
hcebbende, praet. hcefde, ncefde ; im Lind, und Rushw.^ praes. ind. sg. 1.
hafo, hmfo (auch hafu, nafu und hoßßc L), 2. hcefes, -is, 3. hcefetS, -es,
-is (ncefis etc.), pl. habbaö, -as, fiabbatü, -as, opt. hcebbe, imp. hcefe, pl.
habbati, -as, inf. habba, part. hcebbende, ricebbende, praet. hcefde, tiasfde.
§ 416. Schwache verba: III. klasse. 199
Anm. 2. Die nebenformen von libban mit fg (/f), wie Uf^an,
lifian sind hauptsächlich den nichtws. oder doch nicht strengws. mund-
arten eigen. Das praet. lautet spätws. auch lifede, liofode (lyfode), —
Der Ps. flectiert praes. ind. sg. 1. lif^u, 3. leofatS, liofati, pl. lif^atS, öpt.
lif^e, inf. lifian, part lifgende, part. praet. lifd; ebenso Rushw.* praes.
ind. sg. 3. leo/ap, pl. lifgap, part. Hf^ende, praet. lifde; Lind, und
Rushw.« praes. ind. sg. 1. liofo L, lifo R* (im Joh.), 3. lifetS, -es (im Joh.
liofatf, -Ceti, -etS L), pl. lif(i)^ati, -as, inf. U/\t)^a, part. lif{t)^ende, lifiende,
praet. lifde,
Anm. 3. Jüngere formen von secgean sind: praes. ind. sg. 2. scegst
und seg(e)st, 3. scegtü und seg{e)?i, imp. sg. scßge und 5^^^; die formen
mit ce sind besonders für das ältere, die mit e ftir das spätere strengws.
charakteristisch. Statt der regelrecht umgelauteten formen wie sec^ean
begegnen öfter (schon in Cura past.) solche mit cp, wie scec^ean, üeber
formen wie praet. scede, part. gesced s. § 214, 3.
Die flexion des Ps. ist folgende: praes. ind. sg. 1. sec^u, sec^o,
2. sagas, 3. segetS, pl. secgati, opt. secge, imp. sege, pl. secgatS, inf.
secgan, part. secgende, praet. segde, part. praet. segd\ Rushw.' praes.
ind. sg. 1. scecge (secge, soecga), 2. scegestj 3. scegetf, pl. soecgatS (sec-
gati), opt. scecge, imp. scecge, scege, sceg, pl. scecgatS, inf. secgan, praet.
scegde, part. praet. scegd; Lind, und Rushw.^: praes. ind. sg. 1. ^cb^ö,
2. sceges, 3. scegetS, -es, pl. scecgati, -as, opt. scecge, imp. ^öbc^^, ^öb^,
pl. scecgatS, -as, praet. scegde, part. praet. ^ce^rf (sceged).
Anm. 4. Iiycgean bildet ws. die 2. 3. sg. ind. praes. öfter hygesty
hyg{e)tf, oder pl. hogiati etc.; das praet. lautet auch hogode und (/^r)-
hyg(e)de, das part hogod nach klasse II. — Die belegten formen des
Ps. entsprechen dem paradigma; in Rushw.* fehlt das wort, in Lind, und
Rushw.* sind belegt: praes. ind. sg. 3. hogatSy -as, -etü (hycgatf L wol
fehlerhaft), pl. Iiogati, -as, inf. kycga, part. hycgende, praet. hogde,
Anm. 5. Für tHre'agean, sme'agean etc. begegnen vereinzelt kürzere
formen wie türe'an u. s. w. — Deutlicher als im ws. ist die ursprüngliche
flexion von dreagean, sme'agean, freogean im Ps. erhalten: inf. tSregan,
praes. ind. türegu, Ureas, tireatü, pl. d'regati, opt türege, imp. tirea, tire-
gata, part. tfre'gende, praet dre'ade, part. getfre'ad ftlr *tiraujany * tirauju,
*tSra%iais, praet. *t!irauda u. s. w., ebenso inf. *frigan, praes. ind. frigu,
fre'as, fre'atf (friab', frioti), pl. *frigati, im^. fr e'a, frigatS, ydsi. frigende,
praet freade, friode, part. fread, fnod. — Rushw.* hat inf. tireiga;
opt sg. '6,gefreoge; ind. sg. 3. /i'«9, i\.fiegap, opt fiegce; Lind, praes.
ind. sg. 3. dre'atf, smead, pl. smeas, imp. sg. &r^Vi, sm^age, pl. smeas,
inf. smeage, part. smeande, praet tireade, smeade {smeawde, sme'aude)\
femer praes. ind. sg. 3. /rw^i, frigeb', frewetf, opt. friega, imp. />'i^,
part. praet. gefriod, gefre'od, gefreouad und praes. ind. sg. 3. gefiitS,
gefiab, gefieti, gefirvetü, inf. gefiage, praet. gefiade; Rushworth^ praes.
ind. sg. 3. tireata, smeoti, pl. smeogas, imp. smeoge, pl. sme'ogas, part
sme'ande, praet tireade, tSreode ; smeade, smäode, und praes. ind. sg. 3.
^rwö", /riöÖ^j /eaö, inf. gefioge, praet /i'«</tf, part. gifriad, gifriod; das
200 § 416. Schwache verba: III. klasse.
Rituale endlich praes. ind. pl. tSreaZ, sme'a^, inf. tö sme'anne, part. tire'ande,
smeande und praes. ind. sg. 1 . fria, praet. friade, friode, part. friad, friod,
Anm. 6. Ursprünglich war die anzahl der verba dieser klasse viel
bedeutender. Die meisten aber sind entweder ganz zur IL klasse über-
getreten, wie hifian leben, clipian nennen, ginian gähnen, hlinian lehnen,
tilian zielen, bervitian ausführen, tiolian dulden, scomian schämen^ sorgian
sorgen, oder zeigen eine mehr oder weniger vollkommene doppelbildung
nach der I. und II. klasse: fylgean — fy^gd^ und folgian — folgode
folgen, tellan — tealde und talian — talode zählen; zu ws. rvacian
wachen, findet sich ein part. praet. wceccende (im north, geht das ganze
praes. nach der I. klasse, inf. tvcecca etc.), zu haiian hassen, das subst.
part. kettend feind. Bei noch anderen weist nur noch ein praet. ohne
mittel vocal auf die alte flexion hin: irüwian trauen — trüwde § 412,
anm. 2, plagian spielen — plcegde und piagade; ädrügian vertrocknen
— ädrüg de und ädrügode u. s. w.
Anm. 7. Die oben anm. 6 angeführten verba mit t in der Wurzel-
silbe haben insofern noch einen rest der alten flexion erhalten, als sich
wenigstens in einigen denkmälem noch ein Wechsel von t und io
beobachten lässt, je nachdem auf die Wurzelsilbe ein t oder a, o folgt
(vgl. das paradigma libban)-, z. b. inf. clipian, praes. ind. sg. 1. clipie,
2. cliopast, 3. cUopatS, pl. clipiatSf imp. cliopa, pl. clipiatü, praet. clio-
pode u. s. w. Meistens ist jedoch auch dieser Wechsel verwischt, man
findet diopian, biofian, hlionian u. a. neben formen wie clipode, hlinode etc.
(im Ps. stets cleopian regelmässig nach klasse II).
Anm. 8. Anglisch sroigian (swigian?) schweigen, hat im praet.
sTvigde (swigde?)] im ws. tritt dafür gewöhnlich srvugian (für swiogian
§ 71), sugian, später suwian ein, welches regelmässig nach der II. klasse
flectiert und nur vereinzelte andere formen aufweist, wie namentlich das
part. swigende.
Anm. 9. Hierher gehört auch das verbum fetian holen; es flectiert
in der älteren spräche praes. ind. fetie, fetast, fetati, fetiati, opt. feiie,
imp. feta, feiiatS, praet. fette, part. fett und felod. Später geht die
gruppe ti durch Ij in cc (dh. tsch, § 206, anm. 3) über, während sich das
t vor andern vocalen erhält, also inf. feccan, part. feccende, praes. ind.
fecce, fetast, fetatS, feccaTi, opt. fecce^ imp. feia, feccatS, Im praet.
erscheint neben fette auch fetode nach klasse II.
Anm. 10. Sehr unregelmässig ist die flexion von Are/?/?«» berühren,
welches vielleicht auch dieser klasse angehört: inf. hreppan (vereinzelt
hrepan), praes. ind. sg. 1 . kreppe^ 2. hrepest und hrepast, 3. hrepeti und
hrepata, opt. kreppe^ imp. sg. hrepa, praet. hrepede, hrepode und hreo-
pode, part. hrepod.
IV. Kleinere gruppen.
1) Verba praeteritopraesentia.
§ 417. Die verba praeteritopraesentia des germanischen
sind entsprungen aus ursprünglich starken verbis, deren altes
§ 417—422. Praeteritopraesentia. 201
praeteritnm (perfectum) praesensbedeutung angenommen hat
(wie lat. memini, novi, coepi, gr. oIöcl)^ während ein eigentliches
praesens fehlt. Ihre formen bestehen aus:
1) einem urspr. starken praeteritnm mit praesentiseher
bedeutung (perfectpraesens);
2) einem neugebildeten dentalpraeteritum (§ 351, 2) mit
praeteritaler bedeutung.
§ 418. Die flexion des ersteren ist im ganzen die der
starken praeterita; doch haben sich mehrfach ältere formen
erhalten; namentlich die 2. sing. ind. auf -t und der 2-umlaut
im opt. — Das dentalpraeteritum folgt ganz der flexion der
schwachen praeterita.
§ 419. Die praeteritopraesentia schliessen sich in dem
baue ihres perfectpraesens an die ablautsreihen der starken
verba an. Hiernach ergiebt sich folgende tibefsicht:
§ 420. Erste ablautsreihe.
1) Praes. wät ich weiss, 2. sg. wäst, pl. witon, alt wiotun,
wietun, opt. wite, imp. wite, praet. wisse, wiste, inf. witan, alt
wioian, wietan, part. witen; daneben altes part. praet. gewiss
adj. certus.
Mit der negation ne verschmelzen diese formen zu nät,
näst, nytun, nyie, nysse^ nyste.
Anm. Der Ps. hat pl. weotun, ncotun, inf. weotan, p&rt. weotende ;
das north, wuion, nuton, inf. wuta (auch wite L ; nur wita Rit), opt. wite,
-ö, imp. wite, pl. wutas, praet. nur wiste, nyste part. praet. witen E^
^ewitten L.
Ebenso flectiert das compositum gewitan,
2) dg {äh (§214, 1) ich habe, 2. &g. dht, ähst, pl. dgon,
opt. dge, imp. dge, praet. dhte, inf. dgan; part. praet. cßgen und
dgen adj. eigen (vgl. § 378); mit der negation nah, nahte etc.
§ 421. Zweite ablautsreihe.
3) deag {deah § 214, 1, north, deg § 163) ich tauge, 2. sg.
doht? unbelegt, pl. dugon, opt. alt dyge, gewöhnlich duge^
praet. dohte, inf. dugan.
§ 422. Dritte ablautsreihe.
4) on{n), an{n) ich gönne (dazu die composita geonn und
ofonn missgönne), 2. sg. north, giunne Eit., pl. unnon, opt. unne,
imp. unne {giunne und gewöhnlich gionn Eit.), praet. üöe, inf.
unnan, part. praet. geunnen.
202 § 422—424. Praeteritopraesentia.
5) con{n) can{n) ich kenne, kann (dazu das compositum
onconn klage an), 2. sg. consf, pl. cunnon, opt. cunne, praet.
cüt5e, inf. cunnan, part. praet. oncunnen; daneben altes part.
praet. cüb adj. bekannt.
6) bearf ich bedarf (dazu das compositum bebearf), 2. sg.
tiearfi, pl. t^urfon, opt. alt tSyrfe, gewöhnlich tiurfe, praet. tSor/'te,
inf. tSurfan; dazu part. praet. tSearfende (north. tScerfende,
tSorfende L, porfende, pur f ende R^, bar f ende, bor f ende Eit.)
adj. arm.
7^) dear{r) ich wage (north, t/örr L), 2. sg. dearst, pl.
durron, opt. alt tf«/rr^, gewöhnlich rfwr/-^, praet. «för^^e (north.
dorstce Ruth wellkreuz, ,darste L R^, durste und ^t/[r]*^e R*),
inf. [durran] unbelegt.
§ 423. Vierte ablautsreihe.
8) sceal ich soll (spätws. auch sccall [und scyl Scint.]),
2. sg. sceoUt, pl. sculon, sceolon (spätws. auch scylon Scint.),
opt. scyle, sciele, seile (beide schon altws.), scule, sceole;
praet. sc{e)olde, inf. sculan, sceolan,
Anm. 1. North, sceal, sccel, pl. scüon, sciolon, opt seile, R* sceal,
scal, 2. sg. scealt, scall, pl. sculon, opt. scyle, praet. scalde, sculde, opt.
scylde; im Ps. und Rit. ist das wort nicht belegt.
9) mon, man ich gedenke (ebenso die composita gemon,
onmon\ 2. sg. monst, pl. munon, opt. alt f?iyne, gewöhnlich mune,
imp. gemun, onmun und gemyne, gemune, praet. munde, inf.
munan, part. praet. gemunen.
Anm. 2. Das spätws. hat einzelne neubildungen nach art der regel-
mässigen starken praesentia wie 1. sg. ind. praes. gemune, 2. sg. gemunst,
3. sg. gemanZ, pl. gemunatS, Im Ps. und north, ist diese Verwirrung
schon weiter durchgeführt: Ps. hat nur 1. sing, gemunu, opt. 2. sg. ge-
mynes, pl. gemynen, imp. gemyne, pl. gemunati, inf. gemunan, praet.
gemunde; north, ind. sing. 3. gemynes L, gimunab' R^, pl. gemonas,
gemynas L, imp. gemyne L R*, imp. gemyne L R* Rit.; pl. gemynas,
gemynan L, inf. gemonaL, praet. gemyste (für *gemynste, § 186, 1); R*
hat 2. sg. gemynest, praet. gemunde.
§ 424. Fünfte ablautsreihe.
10) ;wö?^ ich kann, 2. sg. meaht, mihi, pl. magon, opt. //iäP^^
(spät wa^e und muge), praet. meahle, mihte, inf. magan oder
mugan? unbelegt.
Anm. Die formen des Ps. sind m<?^, mceht, mcegon, mege, mcehte,
north, abweichend nur mceA/, mcehle.
§ 424—425. Praeteritopraesentia. § 426-427. Verba auf -mi. 203
11) be-, ge-neah es gentigt (nur in der 3. person üblich),
pl. -nugon, opt. -nuge, praet. benähte, inf. -nugan? unbelegt.
§ 4251- Sechste ablautsreihe.
12) möt ich darf, 2. sg. mosf, pl. mölon, opt. möle, praet.
nwste; inf. mötan? unbelegt.
2) Verba auf -mi.
§ 426. Die 1. sg. ind. praes. des indogerm. verbums gieng
entweder auf -o oder auf -mi aus (vgl. die gr. verba auf -m
und 'fii, wie g)€Q09 und rld^rjfii etc.). Zu den verbis auf -ö
gehören alle regelmässigen germ. verba; vo^ den verbis auf
-mi haben sich nur dürftige reste gerettet; sie zeichnen sich
dadurch aus, dass die 1. sg. ind. auf -m ausgeht*.
Im ags. gehören hierher noch folgende verba:
1) Das verbum substantivum.
§ 427. Das verbum substantivum bildet seine formen von
den drei wurzeln es (ind. und opt. praes.), bheu (ind. und opt.
praes. mit futurischer bedeutung, Infinitiv und imperativ) und
wes (Infinitiv, part. praes. und praeteritum). Die flexion ist
folgende :
1) Wurzel es:
Praesens.
wests.
Sing. ]. eöm
2. eart
3. is
/ sind, -t;
Indicativ.
Ps.
eam
ear5
is
earun
north.
am
art$
is
I . ' ' I earun ( aron ;
PI. *!"f ""' 8md(un), sint, (-d);
wests.
sie,
sio, s^o
si, six, sy
Optativ.
Ps.
sie.
(\,p. auch
siem, sion)
I sien, I
/ aiTi. \ si
north.
sie, se
sin,
syn
sie, se
y syndun
Anm. 1. Durch Verschmelzung mit der negation ne entstehen die
formen neom (Ps. neanif north, nam), nis, nearun, -on.
Anm. 2. E' hat auch ind. pl. sendun, und Lind, einen inf. sie; im
Ps. ist sind die gewöhnliche fonn des pl., earun am seltensten; earTS
und earun begegnen vereinzelt auch in der poesie j fUr sind haben einige
denkmäler auch send.
204
§ 427. Verbum substantivum. § 428. Verbum wollen.
2) Wurzel bheu:
Indicativ.
wests.-Ps. north.
Sg. 1. b^ora, beo biom, beom
2. bis, bist bist
3. biö biÖ
Praesens.
Optativ,
wests. north.
PI. beoÖ
f biÖon
IbiaÖ
b^o
bia
I
b6on
bia
Infinitiv.
beon (north, bian)
Participium.
blonde
Imperativ.
Sing. b6o
PI. b6ot5
Anm. 3. Statt bist, biti wird später auch bi/si, byti geschrieben,
was jedenfalls auf kürze des i hinweist. Für biüon steht north, selten
auch biotSon, Auch R* hat einen ind. pl. beopan (bitfon) neben beop,
biop. Ein opt. ist im Ps. nicht belegt.
3) Wurzel wes:
Praesens.
Inf. wesan (north, wosa, wossa) | Part, wesende
Imp. Sg. wes, PI. wesat5 (north, waes, wosas)
Praeteritum.
Indicativ. Optativ.
Sing. 1. waes |
2. w*re / ^*'«
u. s. w. regelmässig als starkes verbum, § 391.
Anm. 4. Auch hier finden sich Verschmelzungen mit der negation,
praet. sg. nass, 2. ncßre, pl. n^ron, opt. nare.
Anm. 5. Für rvces, nces begegnen öfter die enklitischen formen
was und nas, § 49, anm. 1.
2) Das verbum wollen.
§ 428. Das verbum wollen besass im germ. vom praesens
ursprünglich nur einen optativ mit indicativischer bedeutung:
im ags. sind dazu ein neuer optativ und ein (nur verneint
vorkommender) imperativ geschaffen worden. Das praeteritum
wird schwach gebildet. Die flexion ist folgende:
Indicativ.
wests. Ps.
Sing. 1. wille, wile —
2. wilt —
3. wile, wille wile
Praesens.
north.
willo, -e
wilt
wil
PI. willaÖ
willaÖ wallas, -aÖ
Optativ,
wests. Ps. north.
wille,
wile
willen —
I waella, -ae, -e
\ wellae, -e
f waellae, -e
l wellae, -e
§ 428. Verbum rvolien, § 429. Verbum tun.
205
/ wolde
^'^^- 1 (walde)
Praeteritum.
walde walde 1 J wolde walde walde
I I (walde)
(Flexion wie nerede etc. § 409).
Anm. 1. North, lautet die 1. sg. ind. auch willic bei folgendem
pronomen. — R' scheidet 1. und 3. sg. noch als wille und wile; pl. rviUatS
und opt. wille wie wests. — Selten begegnet inf. willan; ein part. praes.
wellende findet sich im Ps., ein imp. ne wellatf R*.
Anm. 2. Verschmelzung mit der negation tritt fast stets ein; in
folge derselben gestaltet sich der vocalismus der einzelnen formen etwas
abweichend: Westsächs. ind. sg. 1. 3. nel(l)e, nyl(l)e, 2. nelt, nylt, pl.
nellatf, nyllatf, opt. nelle, iiyl(£)e, imp. nele (?, ne wylle pü Beda), pl.
nellati, nyllatS, praet. nolde (R' sing. 1. 3. nyle, pl. nyllati, imp. nellaf?,
praet. nulde)\ Ps. imp. sg. nyl, pl. nyllati, praet. nalde; north, ind. sg. 1.
uuillic, pl. nallas, imp. sg. nelle (ncelle Rit.), pl. nallati, ncellati, nellab
{-etSy -as, -ces), praet. nalde.
3) Das verbum titn.
§ 429. Das verbum döntnn^ bildet seine formen in folgen-
der weise;
Indicativ.
wests. Ps. north.
Sg. 1. dö döm döm, dö, döa
2. d6st d(Bs(t) döas
3. d6Ö dceÖ doeÖ; döaeÖ, -as, -es
PI. döÖ
döÖ
döaÖ, -as, -eÖ, -es
f dön
1 fl. d6nne
Sg. 2. do
PI. 1. dön
2. döÖ
Infinitiv.
d6n d6n, do, d6a
— döanne, -enne
Imperativ.
do, d6a, d6, d6a, d6e
d6n
d6ts d6aÖ, -as, -seti, -eÖ
Optativ,
wests. Ps. north.
dö,
d6a
^ dö \ doe,
|d6a
dön doen doe
Participium.
dönde — doende
Part, praet.
gedön jedcen -
Praeteritum.
Indicativ.
Sing. 1. 3. dyde dyde dyde
2. dydes(t) dydes(t) dydes(t)
PI.
dydon
f dydon
^^^"° \ d^don
dyde
Optativ,
dyde
dyde
dyden dyden dyde
206
§ 429. Verbnm tun. § 430. Verbum gehefi.
Anm. 1. In den poetischen hss. findet sich auch ind. pl. praet.
dcedon, opt. dcede und part. praet. ^e-, forden, in der sächsischen prosa
aber scheinen diese formen unbelegt zu sein.
Anm. 2. Bei den nichtws. formen mit oe ist es zweifelhaft, ob die-
selben mit öe oder (k anzusetzen sind, da die hss. nicht unterscheiden.
Anm. 3. R' hat praes. ind. sing. 1. dö{m), 2. doesl, n. dcep, pl.
dop, döap, doep, opt. sg. dö(a), pl. döan, imp. sg. dö, pl. dop, döap,
doep, inf. döan, flect. döanne, part. dönde, doende, praet. dyde, pl. dydon,
part. ^edöan, gedoen,
4) Das verbum gehen,
§ 430. Das verbum gän gehen (neben gongan § 396,
anm. 1):
Praesens.
Indicativ.
wests.-Ps. north.
Sing. 1. zk z^
2. 5«s(t) 38es(t)
3. gseÖ 3860, gatS, -s
PI. 3äÖ jaÖ, gffiÖ, -s
Optativ.
wests. Ps. north.
Z^
gae
(rf. Ä.
3^)
gan
5*
Imperativ.
Sing. 2. gä gä, ga, gaae
PI. 2. gäÖ gäö, saeÖ, -s
Infinitiv,
gän 3än, g«
Part, praes.
gande jande —
gegfm
Part, praet.
— geead
Praeteritum.
Optativ.
6ode eode 6ade, 6ode
Indicativ.
Sing. 1. 3. 6ode 6ade, eode
(flexion wie nerede etc. § 409).
Anm. 1. Für m setzen die hss. oft ae, das auch als de gedeutet
werden könnte; oben ist nur da 6ß gesetzt worden, wo die hss. selbst
die ligatur ce neben ae bieten.
Anm. 2. R* flectiert wie wests., nur steht im opt. pl. gobn neben
gän, imp. pl. gäiti neben ^«3. — Der Ps. hat als 1. sing. ind. praes.
auch einmal gan.
207
LiteraturJ)
Bouterwck, K. W., Die vier Evangelien in alt-northumbr. Sprache
(Gütersloh 1857). Einleitung s. CXII— CLXIV.
Brate, E,, Nordische lehnwörter im Orrmulum. Paul -Braune, Beitr. X
(Halle 1884), 1—80.
ten Brink, B., Zum engl, vocalismus. Zs. f. deutsches alterth. XIX
(Berlin 1876), 211—228.
— , Kode, Ebenda XXIII (1879), 65-67.
— , Beiträge zur engl, lautlehre. I. Altengl. g (^). — hen^ und hehU
Anglia I (Halle 1878), 512—526. II, 177 f.
— , Das altengl. suffix -ere. Anglia V (Halle 1882), 1—4.
— , Anzeige von Elene her. v. Zupitza, Anz. f. deutsch, alterth. V, 55—57.
Cook, A. S., Vowel-Length im King Alfred's Orosius. American Journal
of Philology V, no. 3.
— , Vowel-Length in Old English. Ebenda VI, no. 3.
Cosijn, P. J., De taalvormen van Aelfreds Pastoraal. Taalkundige Bij-
dragenll (Haarlem 1879), 115—158. 240—246.
— , Uit de Pastoraal. Ebenda II, 246-259.
— , De oudste westsaksische chroniek. Ebenda II, 259—277.
— , De Instrumentalis singularis op -wi. Tijdschrift voor Nederl. Taal- en
Letterkunde II (Leiden 1882), 287 f.
— , Kurzgefasste altwestsUchs. grammatik. I. Die vocale der Stammsilben.
Leiden 1881.
— , Altwestsächsische grammatik. I. hälfte. Haag 1883.
Dieter, Ferd., Ueber spräche und mundart der ältesten engl, denkmäler,
der Epinaler und Cambridger glossen mit berücksichtigung des Erfurter
glossars. Güttingen 1885.
Hilmer, H., Zur altnordhumbr. Laut- und Flexionslehre. I. Lautlehre.
Goslar 1880.
Holtzmann, A., Altdeutsche Grammatik. I, 1. 2. Leipzig 1870— 75.
Kluge, Fr., Zur altgerman. Sprachgeschichte (1880). Kuhn*s zeitschr.
XXVI (Berlin 1883), 68—103. 328.
— , Anglosaxonica. Anglia IV (Halle 1881), 101—106.
— , Sprachhistorische miscellen. Paul -Braune, Beitr. VIII (Halle 1882),
506—539.
— , Die german. consonantendehnung. Ebenda IX (1884), 149—186.
— , Anzeigen: Anglia IV (1881), anz. 14-20. V (1882), anz. 81—86.
Nehab, J., Der altengl. Cato. Berlin 1879, s. 15—41.
*) Ein Verzeichnis der älteren gesammtdarstellungen der ags. gram-
matik s. bei R. Wülker, Grundriss zur Geschichte der ags. Litteratur.
Leipzig 1 885, s. 93 flf. Hier sind nur solche arbeiten der neueren zeit auf-
geführt, welche unsere kenntnis des ags. im ganzen oder einzelnen
insbesondere durch materialnachweise gefördert haben.
208 Literatur.
Paul, H., Untersuchungen über den german. vocalismus. Halle 1879
(Abdruck aus Taul-Braune, Beitr. IV, 315—475. VI, 1--261).
Platt, J., Zur altengl. declination. Engl. Studien VI (Heilbronn 1883), 149ff.
— , Nachträge zu Sievers* ags. grammatik. Ebenda VI, 290 ff.
— , Angelsächsisches. Anglia VI (Halle 1883), 171—178.
— , Zum consonant. auslautsgesetz. Paul -Braune, Beitr. IX (Halle 1884),
36Sf. [Zu diesen aufsätzen vgl. die erklärungen Anglia VI, 474.
VII, 222. Beitr. X, 494.].
Priese, 0., Die Sprache der Gesetze Aelfreds des Grossen und König
Ines. Strassburg 1883.
Sarrazin, G., Angelsächsische quantitäten. Paul -Braune, Beitr. IX
(Halle 1884), 365—367. 585 f.
Sicvers, E., Zur altangelsächs. declination. Paul -Braune, Beitr. I
(Halle 1874), 488—504.
— , Zur accent- und lautlehre der german. sprachen. Ebenda IV (1877),
522—539. V (1878), 63—163.
— , Das verbum kommen. Ebenda VIII (1882), 80 f.
— , Zur flexion der schwachen verba. Ebenda VIII (1882), 90—94.
— , Der angelsächs. instrumental. Ebenda VIII (1882), 324—333.
— , Miscellen zur angelsächs. grammatik. Ebenda IX (1884), 197 — 300.
—, Zur Verbalflexion. Das pronomen^^/i^r. Ebenda IX (1884) 561 — 568.
— , Zu Codex Jun. XL Ebenda X (1885), 195—199.
— ,*Zur rhythmik des german. alliterationsverses. Ebenda X (1885),
209—314. 451—545.
— , Altangels, f und b. Ebenda XI (1886), 542 ff.
Sohrauer. M., Kleine beitrage zur altengl. grammatik. Berlin 1880.
Svensson, J. V., Om spräket i den förra (merciska) delen af Rushworth-
handskriften. I. Ljudlära. Göteborg 1883.
Sweet, H., King Alfred's West-Saxon Version of Gregory*s Pastoral
Gare. London 1871, p. XIX— XLIL
— , History of English Sounds. London 1874.
—, An Anglo-Saxon Reader. Oxford 1877. 4*^ Ed. 1884.
— , Dialects and Prehistoric Forms of English. Transactions of the
Philol. Society 1875—76, 543 ff.
— , Disguised Compounds in Old English. The Preterite of 'cuman^
English Etymologies. Anglia III (Halle 1880), 151—157.
— , History of English Sounds and Dialects. I. Proceedings of the Philol.
Society, 5. Dec. 1879. IL Ebenda, 16. Apr. 1880.
— , English Etymologies. Ebenda, 3. Juni 1881. 2. Febr. 1883.
— , History of g in English. Ebenda.
— , Old-English Contributions. Ebenda, 3. März 1882. 6. Febr. 1885.
Zeuner, R., Die spräche des kentischen psalters (Vespasian A. L).
Halle 1881.
Znpitza, J., Kentische glossen des neunten Jahrhunderts. Zeitschr. f.
deutsch, alterth. XXI (Berlin 1877), 1—59. XXII (1878), 223—22«.
— , Anzeige: Anz. f. deutsch, alterth. II (Berlin 1876), 1—19.
Register.
Die zahlen bcsiehen 8ich*'auf die paragraphen der grammatik. Unfestes t, y s. ov.
unter tc; io unter eo (ev. ie), a vor tn, n unter o; & steht nach d. Aus der lautlehre ist
nur das wichtigere aufgenommen, was nicht als beliebiger beleg fUr durchgehende sprach-
erscheinungen steht. Von der formenlehre sind die Zahlwörter in § 324 — 381 ausgeschlossen.
k adv. 174, 3.
abbud stm. 10.
ac adv. 49, anm. 1.
kc f. 284 u. anm. 1 . 2. 4.
acan stv. 392, anm. 1 .
ä,cumba swm. 17, anm. 3.
adela swm. 50, anm. l.
adesa swm. 50, anm. 1.
adlstf.lS3, anm. 201,3.
254, 1. 252, anm. 1.
at5 stm. 239, 1, a.
öestf.173, 2. 174,anm.3.
269 u. anm. 3.
febyljÖ stf. 31, anm.
sebyljan swv. 466, anm.
aecyrf mn.? 267, anm.
sedr stf. 201, anm. 1.
sedre adv. 315, anm. 1.
setiele adj. 50, anm. 2.
aetJeling stm. 50, anm. 2.
sef- part. 51.
sefdsell stn. ? 263, anm. 3.
sefen stnm. 237, anm. 2.
248, 2 u. anm. 2; t6
ffifenes adv. 320.
8ef(e)st stf. 43, anm. 4
u. nachtr.
»fnan s. efnan.
aefterfyljend m. 286,
anm. 2.
sefterra, seftemest 314.
328.
aefvv^erdla swm. 98,
nachtr.
^Z n. 290.
»jÖer pron. 347.
gegen adj. 378.
öljhwä, -nwsBÖer, -hwilc
pron. 100, nachtr. 347.
öejhwaer, ^jhwider,
8eghw9nan adv. 100,
nachtr. 321, anm. 2.
sehher s. ^ar.
^ht stf. 269.
sei- 89, anm. 1.
selcpron. 43, anm. 4.347.
selcuht n. 347.
seled stm. 244, 1.
Mlfred npr. 43, anm. 4.
57, anm. 2.
aelmeslic adj. 196, anm.4.
semerje swf. 100, nachtr.
176, nachtr.
fene adv. 331.
seniege adj. 100, nachtr.
seni^ adj. 348, 1; senge
t^mga adv. 320.
seniht n. 100, nachtr.
348, 1.
seninga adv. 318, anm.
senlic adj. 100, nachtr.
senliep(ig)e num. 100,
nacntr., 217, nachtr.
329. anm. 2.
seppel stm. 10 273 u.
anm. 2. 3.
äer adv. 313. 323.
aerce- 79, anm. 3.
serende stn. 100, nachtr.
248, 1.
8erest(a) sup. 311. 313.
328.
serist stmf. 266 u. anm. 2.
269.
sem stn. 79, anm. 2.
179, 1.
aeman swv. 79, anm. 2.
89, anuL 2.
Sievers, Angelsächs. grammatik, 2. aufl.
^rra comp. 313.
sespryng stf. 31, anm.
266 u. anm. 2.
set adv. 51 u. anm.
Bdtzkt(u) stm. 273,anm.4.
sßthrine stm. 263, 1.
SBthwä pron. 347.
SBW S« OD.
8BX Stf. 50, anm. 2.258,2.
ägan anv. 420, 2.
ägehws^r adv. 321, anm.
2.
dgen adj. 378. 420, 2.
azend m. 286.
an adv. 49, anm. 1.
äht 8. äwint
ähwä, ähwseöer, ähwilc
pron. 346.
ahwser adv. 321 , anm. 2.
alan stv. 392, anm. 1.
aloS s. ealu.
änfeald num. 330.
änunga, -inga adv. 318,
anm.
kr stm. 273.
kr stf. 252 u. anm. 4.
276, anm. 1.
arc stm. 10. 79, anm. 3.
asce swf. 10.
A'sgout npr. 26, anm.
assa swm. 10.
assen stf. 10.
atelucor adv. § 43,
nachtr.
4tor stn. 244, 1.
auht 8. 4wlht.
4wÖer pron. 222, anm. 1.
346.
4w6r, &war adv. 48,
14
210
Register.
anm. 4. 57, anm. 2.
222, anm. 1, 321.
anm. 2.
jiwiht, äwuht, auht n.
G, anm. 1. 344.
awul stf. 57, a.
ba s. begen.
bacan stv. 392, anm. 1.
baed stn. 240.
baeftan adv. 1 1 '», anm. 1 .
baer adj. 294.
-baere adj. 299.
baßrnan swv. 79, anm. 2.
89, anm. 2. 496, anm.
bsemet stn. 248, anm. 2.
baers stm. 179, nachtr.
balca swm. 80, anm. 3.
bän stn. 239, 1, b.
basu adj. 300.
beacen stn. 243, anm.
beadu stf. 105, anm. 2.
260 u. anm. 1.
beald adj. 201, 2.
bealdlice adv. 198, 3.
beahi stn. 105, anm. 1.
249 u. anm. 1.
bearn stn. 239, 1, b.
bearu stm. 105, anm. 1.
249.
beatan stv. 396.
b6aw stm. 250, 1.
bed stn. 247, b.
jebed stn. 241.
jebeddaswf.278,anm.4.
bedecian swv. 411, anm.
2.
b6;^en num. 324, anm. 1.
belgan stv. 387, anm. 1.
bellan stv. 387, anm. 1 .
b6n stf. 269.
benc stf. 269.
bend stmf. 258, anm. 5.
266 u. anm. 2.
benn stf. 258, 1.
jebeun stn. 267, nachtr.
bco swf. 278, anm. 2.
beodan stv. 3S4.
beodem stn. 43, 3, a.
beon anv. 427.
beorcan stv. 388, anm. 1 .
beorgan stv. 388, anm.
1. 2.
beoraan stv. 79, anm. 2.
179, 1. 386, anm. 2.
Beornice npr. 264.
be(o)su adj. 300.
beot stn. 43, anm. 4. 1 1 4.
blow stn. 250, 1.
beran stv. 370. 39(K
bere stm. 261. 263, 1 u.
anm. 4. 2S8, anm. 1.
ber(er)n stn. 43, 3, ii.
berstan stv. 79, anm. 2.
179, 1. 389 u. anm.
bet adv. 323.
betera comp., betost,
betsta sup. 312.
bidan stv. 382, anm. 1.
biddan stv. 367. 391, 3.
bie^an swv. 31, anm.
bielg stm. 266.
bifian swv. 416, anm.
6. 7.
bindan stv. 367. 386.
binn stf. (?) 273, anm. 1.
bitan stv. 382, anm. 1.
bite stm. 263, 1.
bit(t)er-adj. 296.
blsec adj. 294.
bUwan stv. 396.
bledsian swv. 198, 4.
411, anm. 2.
bleo(h) stn. 247, anm. 3.
3ebleo(h) adj. 301, anm.
2.
bletsian s. bledsian.
blican stv. 382, anm. 1.
bliccettan swv. 403,
anm. 1.
blice stm. 263, I.
bliöe adj. 299. 30 > anm.
bliös, bliss stf. 201, 7.
258, 2. !
blfösian, blissian swv. '
201, 7. 411, anm. 2. ;
bl6dl8es(wu) stf. 260 n. |
anm. 3. i
blondan stv. 395.
äblonjen part. 395. i
blötan stv. 396.
blöwan stv. 396.
boef. 283. 284, anm. 1. |
2. 4. :
böcere stm. 248, 1.
bogincel stn. 248, '
anm. 4.
böian swv. 414, anm. 4.
bold stn. 183, 2.
bona swm. 277.
gebonn stn. 267, nachtr. I
bonnan stv. 39(».
botl stn. 196, 2 und
anm. 1. |
botm stm. 196, anm. 2.
box stm. 56, anm. 2
(nachtr.) \
bräd adj. comp. 307.
br^edu f. 279.
br*w stm. 112, anm. 2.
266, anm. 4.
brastlian swv. 10.
breadru npl. 290, anm. 3.
breaw s. orsew.
;^ebrec stn. 241.
brecan stv. 390, anm. 1.
br^j s. brsew.
bregdan stv. 3S9 und
anm.
brego stm. 106, anm. 1.
271.
-breht,-brihtnpr. 179, 2.
breme adj. 299.
brengean swv. 407,
anm. 7.
äbreoÖan stv. 384,
anm. 1.
breotan stv. 384, anm. 1 .
br^owan stv. 384,
anm. 1.
brerd stm. 79, anm. 2.
bridels stm. 238, anm. 2.
brim stn. 241.
bringan anv. 67. 407, a
u. anm. 7.
briw, brig stm. 250,
anm. 2.
bröc f 284.
brööor, gebroöor m.
285.
bröhte s. bringan.
br6m stm. 68.
brü stf 255, anm. 4.
brücan stv. 385.
bryce stm. 'bruch' 263, 1 .
bryce stm. ' brauch '
263, 1.
bryce adj. 302 und
anm.
brycz stf 258, 1.
brygd stm. 266.
bryne stm. 263, 1.
brytofta pl. 201, 4.
bü s. b6jen.
büan anv. 396, anm. 2.
bucca swm. 55.
bufan 110, anm. 1.
bu^an stv. 385.
büian swv. 396, anm. 2.
bune swf. 278.
bürg f. 284 u. anm. 1.
2. 4.
-burj npr. 284, anm. 6.
buma swm. 179, 1. 231,
anm. 1.
Hegister.
211
bütan 110, anm. 1.
büwian s. büian.
bycjean swv. 31,
anm. 407, a.
bvden stf. 254, 2.
abyffan swv. 192,
nachtr.
byge stm. 263, 1.
gebyrd stnf. 267, b; ^e-
byrdu swf. 267,
anm. 4.
byröen stf. 258, 1.
byre, jebyre stm. 263, 1.
byrgend m. 286, anm. 2.
byrian swv. 400, anm. 1 .
byrst stm. 266.
bysen stf. 269.
caefester 75, anm. 1.
caelf s. cealf.
cseppe swf. 75, anm. 1.
caerse swf. 75, anm. 1.
179, nachtr.
calan stv. 392, anm. 1.
cälend stm. 12. 50,
anm. 5.
calu adj. 300.
carcern stn. 10. 79,
anm. 3.
caru stf. 105, anm. 2.
252, anm. 4. 253.
cdsere stm. 248, 1.
cassiic stm. 10.
caul, cawl stm. 6,
anm. 1.
ceaf stn. ]05j anm. 1,
240, anm. 3.
ceaflas stm. 183, anm.
cealf n. 288, anm. 1.
290.
ceaster stf. 252, anm. 1.
254, 1.
cellendre 93.
c^ne adj. 299.
Cent npr. 284, anm. 7.
c^o swf. 278, anm. 2.
ceole swf. 109, a. 278.
c6on pl. 277, anm. 2.
ceorfan stv. 388, anm. 1.
ceorian svw. 109, a.
ceorran stv. 388, anm. 1.
c^osan stv. 384; coren
part. 296, anm. 1.
306.
c6owan stv. 384.
Cert npr. 284, anm. 7.
ciefes stf. 254, 2.
ciegan swv. 31, a. 408, 3.
409. 410, anm. 1.
ciele stm. 263, 1.
cienn stm. 266.
cierr stm. 266.
cild n. 290, anm. 2.
cinan stv. 382, anm. 1.
cinu swf. 278, anm. 1.
clsene adv. 315.
clsensian swv. 185.
186, 2.
claiister 6, anm. 1.
clawan stv. 396.
cläwu, clea, cl6o stf.
57, a. 110, anm. 3.
112 und anm. 3. 259.
anm.
cl6ofan stv. 384, anm. 1.
cleopian swv. 109, b.
416, anm. 6. 7.
cli5an stv.? 382, anm. 1.
cliöe swf. 278.
clif stn. 241.
clifan stv. 382, anm. 1.
clife swf. 278.
climban stv. 386, anm. 1 .
clinjan stv. 386, anm. l .
clucge swf. 216, anm. 1.
clyccean swv. 407,
anm. 8.
clynnan swv. 400,
anm. 1.
cna&, cnapa swm. 189,
nachtr.
clyppan swv. 406, anm.
cnäwan stv. 174, 3. 396.
cnedan stv. 391, anm. 1.
cn^odan stv. 384,
anm. 1.
cn^oris stf. 258, anm. 4.
cn6o(w) stn. 250, 2.
cnidan stv. 382, anm. 2.
cnieht stm. 6, anm. ].•
101, 1.
cnödan stv. 384, anm. 4.
cnucian swv. 55.
cnyccean swv. 407, b.
cnyssan swv. 400,
anm. 1. 401, 1 und
anm. 1. 402.
cofincel stn. 248, anm. 4.
col stn. 239, l,b.
Coleman npr. 281,
anm. 1.
collenferhÖ adj. 387,
anm. 1.
C9ndel stf. 258, 1.
copor stn. 56, anm. 2.
comuc stm. 179, 1.
costun^ stf. 255, 1.
crabba swm. 10.
craeftca swm. 215,
anm. 2.
crset stn. 240 u. anm. 1.
crawan stv. 396.
Cr6(a)cas, Crecas, -o
npr. 58, anm. 261.
cr6aa swm. 277.
creodan stv. 384, anm. 1.
cr6opan stv. 384,
anm. 1.
cribb stf. 258, 1.
crimman stv. 386,
anm. U
crinjan, crincan stv.
386, anm. 1.
crocca, crohha swm.
219, anm. 2.
cü f. 284 u. anm. 4.
cuman stv. 70. 378.
390, anm. 2.
cumpseder stm. 70.
cunnan anv. 422, 5.
cwalu stf. 253.
cweccean sWv. 4(»7, a
und anm. 3.
cweöan stv. 391, 1.
cwelan stv. 390, anm. 1 .
cwellan swv. 407, a.
cwellere stm. 248, 1.
jecw6me adj. 68,
anm. 2. 269.
cw6n stf. 68, anm. 2.
269.
cwene swf. 69. 278.
cweom stf. 274 und
anm. 1.
cwic(u) s. c(w)ucu.
cwice swf. 278.
cwide stm. 263, 1.
cwiÖ stn. 271.
acwinan stv. 382,
anm. 1.
äcwincan stv. 386,
anm. 1.
forcwolstan stv.? 389,
anm.
äcworren part. 388,
anm. 1.
c(w)ucu adj. 71. 172,
anm. 303 u. anm. 1.
cwudu stn. 249.
jecy n.? 248, anm. 1.
cyöan swv. 403, anm. 1 .
405, 3. 406 u. anm.
cytJÖu stf. 255, 3.
cylu acy. 300.
cjnne stm. 26d, 1.
14»
212
Register»
cyning stm. 31, anm.
cynn stn. 31, anm. 246 f.
jecynd, -e, -u stnf.
267, b u. anm. 4. 269,
anm. 4.
cyre stra. 263, 1.
cyssan swv. 405, 1. 2.
da swf.? 278, anm. 1.
dsBccean swv. 407,
anm. 8.
d^d stf. 269.
^edseftan swv. 89,
anm. 1.
dseg stm. 237, anm. 2.
240 ; daejes adv. 320.
daßjlonges adv. 319.
dsBzred stn. 57, anm. 2.
dael stn. 240.
d^l stm. 266.
d^lan swv. 403, anm. 1 .
dserstan swm. pl. 179,
nachtr.
gedafen part. 392,
anm. 1.
jedafenian' swv. 50,
anm. 1.
dalc stm. 80, anm. 3.
daro$ stm. 1 05, anm. 2.
245.
d^at$ stm. 273 u. anm. 1.
d6axol adj. 128, 3.
deall adj. 295, anm. 2.
dearnun^a adv. 318.
d^aw stmn. 250, 1.
jed^aw adj. 301.
ged^fe adj. 302, anm.;
adv. 315.
delfan stv. 387, anm. 1.
deman swv. 403, anm. 1.
4(»4. 406 u. anm. 409.
demend m. 286.
dene stm. 263, t, stf.
268.
Dene npr. 263, 1 und
anm. 2.
denn stf. 69, nachtr.
253. 268.
deofol stmn. 114.
deor stn. 239, l,b.
deorfan stv. 388, anm. 1.
D6re npr. 264.
derian swv. 400, anm. 1.
diejlan swv. 405, 5.
diegol adj. 128, 3.
dierne acy. 299.
dile stm. 263, 1.
dimm adj. 295, anm. 2.
dinor stm. 69.
docga swm. 216. anm. 2.,
doeg n. (north.) 288.
anm. 1. 289, anm. 2.
d6zor n. 289 u. anm. 2
dohtor f. 285.
dol adj. 294.
d6m stm. 238.
dön anv. 68. 429.
dor stn. 239, l,b.
ondrsedan stswy. 394.
395 u. anm. 2.
dragan stv. 392, anm. 1 .
dr6am stm. 239, 1, a.
dreccean swv. 407, a.
dr6fere stn. 248, 1.
ädrencean swv.406,anm.
dr^o^an stv. 384, anm. 1 .
dr^opan stv. 384, anm. 1 .
dr^osan stv. 384, anm. 1.
drepan stv. 391, anm. 1.
drepe stm. 263, 1.
drimn stv. 382, anm. 1.
drinc stm. 266.
drincan stv. 386, anm. 1.
dritan stv. 382, anm. 1.
dropmselum adv. 320.
ädrujian swv. 214, 8.
416, anm. 6.
dry stm. 11 7. 266, anm. 3.
dryi^e adj. 31, anm. 299.
dryht stf. 269.
zedryhtu pl. 267, anm. 2.
dryuc stm. 266.
drype stm. 263, 1.
dryre stm. 263, 1.
diifan stv. 385.
dujan anv. 421, 3.
duguÖ stf. 186, anm. 3.
254, 2. 269, anm. 4.
düng f. 284 u. anm. 4.
•durran anv. 422, 7.
dum stf. 274 u. anm. 1 .
dwellan, dwelian, swv.
407, a u. anm. 1.
ädwaescan swv. 405,
anm. 1.
jedwild stn. 267, a.
dwinan stv. 382, anm. 1 .
jedwolen part. 390,
anm. 1.
dyhtij adj. 31, anm.
dyne stm. 26:t, 1.
jedyne stn.? 263, 2.
dynn stm. 247, a. 263,
anm. 3.
dynnan, dynian swv.
400, anm. 1.
dynt stm. 266.
jedyre stn. 263, 2. 288,
anm. 1.
Saccian swv. 10.
Öseder, tJsedres adv.
321, anm. 3.
Ssenne adv. 65, anm. 2.
Öser adv. 321.
Saeslic pron. 349.
Sär, 5ära adv. 321,
anm. 2.
Öe part. rel. 340.
zeSeaht stfh. 261. 269.
o^aw stm. 250, 1.
Öeccean swv. 407, a.
Öejn stm. 185. 253.
Öencean swv. 407, a.
t5ennan, Öenian swv.
. 400, anm. 1. 2.401, 1.
56oh stn. 242, 2 und
anm. 2.
Ö6on stv. 114. 186,
anm. 4. 373. 383 und
anm. 3. 386, anm. 2.
Ö^on swv. 408, anm. 6.
Öeotan stv. 384, anm. 1 .
Ö6o(w) stm. 250, 2.
Ö6ow adj. 301.
Ö6owian swv. 412,
anm. 2.
Ö6owiDcel stn. 248,
anm. 4.
t^6owu stf. 258, anm. 2.
Öerh s. Öurh.
Öerscan stv. 79, anm. 2.
179, 1. 389 u. anm.
tJes pron. 338.
tJicjean stswv. 391, 3
u. anm. 6. 400, anm. 1.
401, anm. 1.
Öider adv. 321.
Öidres adv. 321, anm. 3.
Öin pron. 335.
Öindan stv. 386, anm. 1.
t$inen(u) stf. 258, anm. 2.
Öisl(e) stswf. 221, 2.
U swf. 67. 115. 218,
anm. 3. 278, anm. 2.
Öolian swv. 416, anm. 6.
5on pron. 65, anm. 2.
337, anm. 2.
Öonan adv. 321.
5onces adv. 320.
Sonne adv. 65, anm. 2.
Öorh s. Öurh.
Öorn stm. 273.
jeöracen part. 392,
anm. 1.
Öracu stf. 253.
Register.
213
Öraj stf. 254, 1.
Öräwan stv. 31HI.
Ör6a stf. 112. 250, amn.
t5r6a swm. 277, anin. 2.
t5r6agean swv. 4 1 5. 4 1 (>,
anm. 5.
Ör^anj stf. 119.
Ör^o num. 114.
5reotan stv. 384,
anm. 1.
Öreottyne num. 230,
anm. 1.
örie num. 33, anm. 114.
Srifeald num. 330 und
anm.
t5rlms stm. 186, 2.
tJrinjan stv. 386, anm. 1 .
t^rinna num. 329, anm. 1 .
Örinnes stf. 230, anm. 1 .
Örintan stv. 3S6, anm. 1.
t^ristnes stf. 196, anm. 3.
Srittij num. 230, anm. 1.
(üriwa adv. 317. 331.
Öroh stmn.? 242, 2.
Örotu swf. 278, anm. 1.
Öröwere stm. 248, 1.
jeöruen part. 3S5,
anm. 1.
Örüh f. 284 u. anm. 1.
2. 4.
Öriistfel stn. 2S9, anm. 3.
äÖrüteu part. 385,
anm. 1.
öryccean swv. 407, b.
Öryö stf. 269.
Öryn? swv. 408, 4.
Öü pron. 332.
?5ullic pron. 349.
(Junten part., Öungon
praet. 383, anm. 3.
386, anm. 2.
Öunor stm. 70. 245.
Öunwonge, -wen je
stswn. 280, anm. 1.
jeÖuren part. 385,
anm. 1.
tiurfan anv. 422, 6.
(Surh praep. 56, anm. 1.
Öuslic pron. 349.
Öw6al stn. 222, 2.
Öw6an stv. 111. 373.
392, 2.
Öweorh adj. 218,
anm. 2. 295, anm. 2.
Öweran stv. 390, anm. 1.
Öwierian stv. 218,
anm. 2. 400, anm. 1.
Öwinan stv. 382, aum. 1.
t5witan stv. 382, anm. 1.
Öydaejes adv. 320.
?;eÖyld stnf. 267, b. 269.
Öyle stm. 263, 1.
Öyllic pron. 349.
Öyn swv. 1 1 7. 408, 4.
Syncean swv. 31,
anm. 407, a; tJöhto 67.
5ynne adj. 298, anm.
t5yrel. Öyrel adj. 218.
tJyrnihte adj. 299.
tJyrs stm. 266.
Öyrst stm. 266.
?5yrstan swv. 405, 4.
Öyslic pron. 349.
Öywan (= tJiewan?)
swv. 408, anm. 8.
^a f. 111. 284 und
anm. 4.
(^acen part. 396, anm. 2.
Eadburj npr. 284,
anm. 6.
^aden part. 396, anm. 2.
6adis adj. 296.
eat$e adv. 212, anm. 2.
^at$m6d adj. 201 , anm. 3.
6aÖm6ttu f. 255, 3.
eafo^ stn. 105, anm. 2.
eafora swm. 1 05, anm. 2.
^aj- n.? 289, anm. 2.
eaje swn. 276 und
nachtr. 280.
öajor n.? 289 und
anm. 1. 2.
eald adj. 295; comp.
307, sup. 310 und
anm. 311.
ealdorleju stf. 268.
ealdomeru stf. 268.
ealh stm. 242, 1.
call adj. 291, anm. 1.
295, anm. 2.
ealles adv. 319.
eallunga adv. 318.
ealneg adv. 172, anm.
oalu n. 105. 281, 2.
Eanberht npr. 212,
anm. 2.
6ar stn. 111. 289.
6are swn. 276, nachtr.
280.
eard stm. 273.
earfotie adj. 212, anm. 2.
earm stm. 239, l,a.
eanii adj. comp. 307.
earu adj. 300.
^arwicja swm. 216,
anm. 2.
6ast, ^astan adv. 321,
vgl. 314.
^asterra comp., 6astmest
sup. 314.
eastron pl. 278, anm. 3.
eatoi adj.^ 105, anm. 2.
6awan s. iewan.
^awfaßst adi. 118, anm.
^awunga adv. 318.
ece stm. 263, 1.
ecj stf. 258, 1.
eö- = ed- 201, anm. 1.
e8t$a s. otStSQ.
efes stf. 93.
efh adj. 188. 193, 2.
eftian swv. 193, anm.
405, 5.
efsung stf. 93, anm.
efstan8wv.43.anm.4. 93.
ege stm. 261. 263, 1 u.
anm. 4. 288, anm. 1.
ejenu stf. 254, 2.
öjhwä pr. 347.
^jhwilc pr. 347.
Ezipte npr. 264.
ejian swv. 405, 5.
ezle adj. 303, anm. 2.
6htan swv. 405, 4. 406.
6htend m. 286, anm. 2.
el- = sei- 89, anm. 1.
elcra comp. 312, anm. 2.
ele stm. 93. 261. 263, 1
u. anm. 4.
dies adv. 319.
elra comp. 312, anm. 2.
emb(e) adv. praep. 95,
anm. 2.
emniht 231, 3.
end adv. 323.
endlufon num. 198,
anm. 1.
ende stm. 246. 248, 1.
endebyrdan swv. 180.
endebyrdnis stf. 180.
endemes(t) adv. 100,
nachtr. 319.
endlefan num. 100,
nachtr.
enetere, enitre adj.
100, nachtr. 173,
anm. 3.
enjel stm. 244, 1.
Engle npr. 264.
ent stm. 26().
6ode praet. 212, anm. 2.
396, anm. 1.
eofolsian swv. 43,
anm. 4.
214
Registor.
eofor stm. 106, 1.
cofot stn. 43, anm. 4.
106, anm. 1.
cob stm. 242, 2.
eoh stm. 250, 2. (s. iw).
colh stm. 242, 1.
com, eam anv. 43,
, anm. 2.
Eomaernpr. 222, anm. 1.
eort5e swf. 278.
eorisc stm. 222, anm. 1.
eorl stm. 239, l,a.
coriic adj. 231, 3.
eorneststm. 2 12, anm. 2.
eorod stn. 43, anm. 4.
222, anm. 1.
eorrinja adv. 318.
eorsian swv. 411^ anm. 2.
6owan swv. s. lewan.
6owde stn. 73. anm. 1.
eower pr. 174, 3. 296,
anm. 2. 335. 336.
anm.
eowestre stm. 73,
anm. 1.
6owu stf. 73, anm. 1.
258, anm. 2. i
erian swv. 400, anm. 1. i
-ern = aem 43, 3, a.
esne stm. 248, 1.
est stf. 269.
etan stv. 391, anm. 3.
Exanceaster npr. 284,
anm. 7.
jefä swm. 277, anm. 2.
facne adv. 320.
faÖu swf. 278, anm. 1.
fsecne adj. 298, anm. 299.
fieder m. 285.
faeger, fgejer adj. 296
u. anm. 2. 3 ; comp. 307.
faestan swv. 89, anm. 1.
405, 4.
faesten stn. 248, 2.
faestnian swv. 196,
anm. 3. 411, anm. 2.
faet stn. 240 u. anm. 1.
2.
fsetels stm. 238, anm. 2.
244, 1.
fajenian swv. 50,
anm. ].
fah adj. 295, anm. 1.
fald stm. 80, anm. 3.
falu adj. 105, anm. 1.
300.
fämig adj. 296.
faran stv. 392, 1.
gef6a swm. 113. 277,
anm. 2.
f(§a(we) adj. 301, anm. 1.
feala s. fela.
fealdan stv. 396.
-fealdlice adv. 198, 3.
feallan stv. 396.
fearh stm. 242, 1.
lefearh adj. 295, anm. 1.
feccean s. fetian.
ffefor stm. 192, anm. 2.
?;ef(&2 stn. 267, a.
fela 106, anm. 2. 275.
felcyrf stn.? 267, a.
feld stm. 201, 2. 272 f.
feit stn.? 288, anm. 1.
feltün stm. 231, 3.
fenj stm. 266.
feojean swv. 416,
anm. 5.
feoh stn. 242, 2 und
anm. 2. 275.
feoht stf 254, 1.
feohtan stv. 388 und
anm. 2.
feola, -o, -u s. fela.
feolan stv. 387, anm. 2.
jef^on stv. 113. 373.
391, 2.
föond m. 114. 286 und
anm. 1 ; f. 287.
feorh stn. 242, 1. 273.
feorhle^n, -neru stf 2()8.
feorr adj. 313, anm.
feorr adv. 313. 321.
feorran adv. 321.
f(§orstudu f. 282, anm.
ferian swv. 400, anm. 1.
fers stn. 192, anm. 1.
ferse adj. 79, anm. 2.
179, 1.
fetan stv. 391, anm. 1.
fetian swv. 196, 3. 416,
anm. 9.
zefiend pl. 286.
fierd stf. 269.
fierr adv. 323.
fierra comp. , fierrest
sup. 313.
äfierran swv. 405, I.
fierst stm. 179, 1. 266.
figan stv. 382, anm. 1.
findan stv. 386, anm. 1.
2.
finul(e) stswf. 214,
anm. 9.
firen stf. 254, 2. 255, 2.
fiscere stm. 248, 1.
fit stf. 258, 1.
flä swf. 278, anm. 2.
flaesc stn. 267, a. 288,
anm. 1.
fläh stn. 242, 2.
fiah adj. 295, anm. 1.
fiän stm. 278, anm. 2.
flasce swf. 10.
fl6a swmf. 242, 2. 277,
anm. 2.
fl^ah stm. 242, 2.
fl^ah stn. 242, 2.
fleam stm. 222, 2.
flean stv. 373. 392, 2.
fleo stn. 242, 2.
fi^ojan stv. 384, anm. 1
2.
fl^onstv. 119. 373. 384.
anm. 1. 2.
fl^otan stv. 384, anm. 1.
flett stn. 247, b.
flie stn. 242, 2.
afliegan swv. 31, anm.
flies stn. 267, a.
geflit stn. 241 ; tö ge-
flites adv. 320.
flöcan stv. 396.
flocjettan swv. 216,
anm. 2.
flocjian swv. 216,
anm. 2.
flöd stm. 273.
flohtenföt adj. 3S8,
anm. 1.
flör stf. 274 u. anm. I.
flöwan stv. 113, anm.
371, anm. 396.
flyze stm. 263, 1.
flyht stm. 266.
zefÖg stn. 267, anm. 1.
Folcstän npr. 284,
anm. 7.
-fold=-feald43,2,b.5l.
folde swf 278.
fol^ian swv. 41(>, anm. 6.
fon stv. 67. 115. 367.
373. 395.
fönt stm. 70.
fir stf. 254, 1.
foran adv. 321.
ford stm. 273.
forÖ adv. 321.
foröweard adv. 43, 3, a.
fore adv. comp. 313.
forenyme stm. 263, I.
forma sup. 179, 1. 3o4,
anm. 1. 314. 328, anm.
fonnesta sup. 328, anm.
Register.
215
forsc still. 179, 1.
forst stm. 179, naclitr.
tot m. 281, 1 II. au 111. 2.
fracoÖ adj. 43, anni. 4
fraetwa f. pl. 43, anm. 4.
260 u. anm. 1.
fra3twan swv. 408,
anm. 6.
frea swm. 119. 176.
277, anm. 2. 3.
frefran swv. 405, 5.
fremde adj. 201, anm. 1.
treme adj. 302.
fremman, fremian swv.
400 und anm. 1. 2.
401, 1. 402. 409.
fremu stf.252, anm.4.268.
freo adj. 114. 297,
anm. 2.
freot5u stmf. 107, 1. 271.
frco^eau swv. 415. 416,
anm. 5.
freols stmn. 43, anm. 4.
freond m. 114. 286 und
anm. 1.
freosan stv. 384, anm. 1.
fretan stv. 391, anm. 3.
friegeanstv. 372.391, 3.
friÖ stn. 271.
zefriend m. pl. 28().
irijea s. fr^a.
fri^nan stv. 6, anm. 1.
185. 189 u. anm.
froeja swm. 216, anm. 2.
trofor stf. 254, 1. 255, 2.
fruma sup. 179, 1.
fuzol stm. 55. 245.
füll adj. 55; adv. 319.
füll stn. 239, 2.
füllest stm. 43, anm. 4
fullestan swv. 43, anm. 4.
fullian swv. 173, anm. 3.
fulluht s. fulwiht.
fultiim stm. 43, anm. 4.
fultumian swv. 43,
anm. 4.
fulwiht stn. 173, anm. 3.
267, b.
furtJor adv. 55.
furÖra comp. 313. 314.
furÖum adv. 55.
furh f. 284 u. anm. 1.
2. 3.
furlonj stn. 43, anm. 4.
fylgean swv. 31, anm.
416, anm. 6.
fyllan swv. 403, anm. 1.
405, 1. 406 II. anm.
fy^lst stm. 43, anm. 4.
fylstan swv. 43, anm. 4.
t)T stn. 239, l,b.
fyr(e)sta sup. 313 und
anm. 328, anm.
fyrmest sup. 314. 328,
anm.
fyrn adj. 295.
(3e)fyrn adv. 319.
fyrs stm. 266.
jäd stn. 249, anm. 5.
gaderian swv. 50,
anm. 1.
gaedelii^j stm. 50,
anm. 2. 3. 75, anm. 1.
aet-, t6-gaßdere adv.
50, anm. 2. 3. 75,
anm. 1.
gairs stn. 75, anm. 1,
79, anm. 2. 240, anm. 3.
jserstapa swm. 231, 3.
gaesne, j6asne adj. 76,
anm. 1.
jaflfetunj stf. 10.
galan stv. 392, anm. 1.
gan anv. 57, anm. 1.
430.
-jar stm. 273 u. anm. 4.
gat f. 284 u. anm. 1.
jeador adv. 212, anm. 2.
jealla swm. 212, anm. 2.
onjean adv. 214, anm. 7,
tögeanes adv. 214,
anm. 7.
gear stn. 102, anm.
geara adv. 317.
gearcian swv. 411,
anm. 2.
jeard stm. 212, anm. 1.
^^arlanges adv. 319.
Gearom9n npr. 281,
anm. i.
jearu adj. 174, 2. 300;
comp. 307.
geat stn. 105, anm. 1.
240, anm. 3.
geatwa f. pl. 43, anm. 4.
260 u. anm. 1. 2.
tögejnes adv. 319.
Xenge adj. 299.
jeoc stn. 239, l,b.
g^oc stf. 212, anm. 2.
jeofon stm. 106, anm. 1.
geojuÖ stf. 186, anm. 3.
212, anm. 2. 254, 2.
269, anm. 4.
geoloca swm. 106, 1.
jeolu adj. 300.
j^oinor adj. 68.
jeon pron. 74. 338,
anm. 5.
jcond, begeondau adv.
74. 100, aum. 1.
jeong adj. 100, anm. 1.
307; comp. 307. 310.
u. anm. 311.
geouofer • adv. 321,
anm. 3.
j^opan stv. 384, anm. 1.
georn adj. 212, anm. 2.
jeorran ? stv. 388,
anm. 1.
2eostra(n) adv. 109, a.
317.
jeotan stv. 384, anm. 1.
gesthüs stn. 75, anm. 2.
jiccian swv., giccig adj.
100, nachtr.
jied stn. 247, b.
jiefan stv. 391, anm. 2.
jiefende part. 305.
giefu stf. 75, anm. 3.
252, a. 253, anm. 1. 2.
gieldan stv. 387, anm. 1.
giellan stv. 387, anm. 1 .
^ielpan stv. 387, anm. 1.
giemunj stf. 212,
anm. 1.
giena adv. 317.
jiend, jind adv. 74.
100, anm. 1.
jierd stf. 257. 25S, 2.
^ierran stv. 388, anm. 1.
gierwan swv. 173, 2.
212, anm. 1. 408, 1
u. anm. 1. 2.
giest stm. 266.
giestran, 5yJ*stan 179,
anm.
giet(a) adv. 317.
-jietan stv. 391, anm. 2.
jiew stm. 250, anm. 2.
^ifre adj. 298, anm.
giftu pl. 267, anm. 2.
jilpen adj. 296.
-^ils npr. 183, 2.
gimm stm. 69.
jinan stv. 382, anm. 1.
jinian swv. 416, anm. 6.
onjinnan stv. 386,
anm. 1.
^inne adj. 298, anm.
gitsian swv. 198, 4.
glge dadj. 294; comp. 307.
jleaw adj. 174, 3. 301.
303, anm. 2.
216
Register.
lUd stf. 269.
jlen^ean swv. 406, anm.
jl^o s. jliew.
jlidan stv. 382, anm. 1.
jliew, jlij stn. 247,
anm. 3.
jliewere stm. 248, 1.
3löf stf. 254, 1.
Xlöwan stv. 396.
gnaxan stv. 392, anm. 1.
gnidan stv. 382, anm. 1.
jöd stn. 239, l,b.
jöd adj. 293. 304;
comp. 312.
jöddönd part, 286.
gold stn. 201, 2.
göma swm. 277.
jongan anv. 396 und
anm. 1.
JOS stf. 66. 284 und
anm. 1.
jrafan stv. 392, anm. 1.
gr^at adj. comp. 307.
gremman, gremian swv.
400, anm. 1.
jr^ne adj. 298.
jreotan stv. 384,
anm. 1.
TTÖtan swv. 405, 2. 406.
Grimbold npr. 51.
grimm adj. 295, anm. 2.
jrimman stv. 386,
anm. 1.
grimsian swv. 186, 2.
grin stn. 267, b.
grindan stv. 386, anm. 1.
gripan stv. 382.
gripe stm. 263, 1.
grondor stn. 289 und
anm. 1.
gröwan stv. 396.
jrüt f. 284 u. anm. 2. 4.
jegrynd stn. 267, a.
gryre stm. 263, 1.
guma swm. 276.
2yden(u) stf. 258, 1 u.
anm. 2.
jylden adj. 296 und
anm. 3.
gyrdan swv. 403, anm. 1.
405, 4.
jyrdels stm. 238,
anm. 2.
zyte stm. 263, 1.
nabban anv. 10. 415.
416, anm. 1.
hacele swf. 50, anm. 1.
hM stm. 273.
hsBccean swf. 407,
anm. 8.
ksedre adv. 315, anm. 3.
hsetSen adj. 296.
hsef stn. 240 u. anm. 1.
hseft stm. 239, l,a.
hseftan swv. 89, anm. 1.
hseftincel stn. 248,
anm. 4.
hsejtes stf. 258, 1.
hgel stn. 267, a. 288,
anm. 1. 289, anm. 2.
hsele stm. 89, anm. 263,
1 u. anm. 4.
hselet$ m. 50, anm. 2.
281, 1 u. anm. 4.
hselend m. 286.
haßlfter stf.? 50, anm. 2.
häelu f. 279.
h^medru n. pl. 290,
anm. 3.
hserfest stm. 50, anm. 2.
79, anm. 2.
hsern stf. 79, anm. 2.
179, 1.
haeteru n. pl. 290,
anm. 3.
hafela swm. 50, anm. 1.
105, anm. 2.
hafenian swv. 50,
anm. 1.
hafoc stm. 105, anm. 2.
hk\ adj. 295.
Mlij adj. 293. 296.
304, anm. 2.
hälijnes stf 258, L
hälor stn. ? 267, anm. 1 .
289 u. anm. 1. 2.
halsian swv. 411,
anm. 2.
hassuc stm. 10.
hasu adj. 300.
hätan stv. 394. 395.
hatian swv. 41(), anm. 6.
h6 pron. 334.
H^suberht npr. 222,
anm. 1.
h6ad(6)or stn. 222,
anm. 1.
heat$u- 105, anm. 2.
Mafod stn. 243, 1. 244,
1. 2..
h6afre swf. 222, anm. 1.
Uah adj. 119. 222,
anm. 2. 295 und
anm. 1. 304, anm. 4;
comp. 307. 310. 312.
h^ah (h6aje) adv. 319.
geheald stn. 267, anm. 1.
288, anm. 1.
healdan stv. 396.
hgalede adj. 299.
Healfdene npr. 263, 1.
healfes, 6t5res adv. 320.
healh stm. 242, 1.
h^alic adj. 222, anm. 1.
heall stf. 254, 1.
h6an swv. 408, 4. 410,
anm. 1.
h^anis stf. 222, anm. 1.
heard adj. 303, anm. 2 ;
comp. 307. 309. 311.
hearde, heardlice adv.
• 315. 316, comp. 322.
hearg stm. 273 und
anm. 2.
h^awan stv. 396.
hebban stv. 372. 392,
4 u. anm. 4.
hefe stm. 260, 1.
h^gan swv. 408, anm. 9.
hege stm. 263, 1.
hezian swv. 400, anm. 2.
lielan stv. 390, anm. 1.
helian swv. 400, anm. 2.
hell stf. 258, 1.
heim stm. 239, l,a.
help stf. 252, anm. 1.
helpan stv. 367. 387.
helt stn. 288, anm. 1.
henkest stm. 244, 1.
henn stf. 258, 1.
H6nsbröc npr. 289,
anm. 3.
h6o pron. 114.
h^o stn. s. hiew.
h^ofan stswv. 384,
anm. 2.
heofon stm. 106, 1. 245.
heolstor stm. 106,
anm. 1.
heonan adv. 321.
beheonan adv. 321,
anm. 3.
heorot stm. 106, 1. 245.
heorte swf. 278. 280.
heoru stm. 106, anm. 1.
271.
h^ow s. hiew.
h6r adv. 321.
here stm. 246. 247 und
anm. 2.
herepat$ stm. 49, anm. 1.
herian swv. 400, anm. 1.
hete stm. 261. 263, 1
u. anm. 4. 288, anm. 1.
Register.
217
hettend in. 28G und
anm. 2. 410, anm. 6.
hidenofer adv. 321,
anm. 3.
hider adv. 321.
hidere, hideror, hidres
adv. 321, anm. 3.
hieg stn. 31, anm. 247,
anm. 3.
gehield stn. 267, a. 288,
anm. 1.
hieran swv. 403, anm. 1.
404.
hierde stm. 248, 1.
biered stm. 43, anm. 4.
57, anm. 2.
bierwan swv. 408, 1 u.
anm. 5.
hiew stn. 73, 2. HO,
anm. 3. 247, anm. 3.
hi(o)wan, hijan swm.
pl. 277, anm. 1.
hild stf. 258, 2.
hilt stn. 267, a.
bind stf. 258, 2.
bindan, binder adv. 321.
hindema sup. 314.
bine adv. 321.
bladan stv. 392, anm. 1.
blaefdige swf. 100,
nacbtr.
blaestan swv. 89, anm. 1.
blgew, blaw stn. 250,
anm. 1. 288, anm. 1.
bläford stm. 43, 2, b
und anm. 4. 51. 100,
nacbtr. 173, anm. 3.
bl6apan stv. 396.
blecan stv.? 391, anm. 1.
bleo stn. 250, anm. 3. 4.
bleotan stv. 384, anm. 1 .
jehl^ow adj. 301 ; comp.
307.
blidan stv. 382, anm. 1.
bliÖ stn. 241.
bliebban stv. 372. 392, 4.
hliewan swv. 408, anm. 8.
blimman stv. 386,
anm. 1.
blinian swv. 109, b. 416,
anm. 6. 7.
jeblöw stn. 250, 1.
hlöwan stv. 396.
blütor adj. 296, anm. 2.
blütre adv. 315.
geblyd stn. 267, a.
blynnan, blynian swv.
400, anm. 1.
blyst stm. 266.
bnseppian, bnappian
swv. 10.
gebnsest, -bnast stn.
267, a und anm. 1.
äbneapan stv. 396.
bn^aw adj. 301.
bnesce adj. 303, anm. 2.
bnigan atv. 382, anm. 1.
bnitan stv. 382, anm. 1,
bnitol adj. 296.
bnitu f. 382.
bnutu f. 382.
böcede adj. 299.
bocjian swv. 216,
anm. 2.
bocor stn. 289 und
anm. 2.
hof stn. 238.
boferede adj. 299.
böb stra. 242, 2.
bol stn. 242, anm. 3.
hol adj. 294.
-hold = betild 51.
bolegn stm. 214, anm. 9.
holh stn. 242, anm. 3.
bölinja adv. 318.
homor st. 245.
hin stv. 67. 115. 373.
395.
bona swm. 277.
bond stf. 274 und
anm. 1.
bop stn. 239, l,b.
bordem stn. 43, 3, a
und anm. 3.
borb stm. 242, anm. 2.
borbibte, borwebte adj.
218, anm. 3.
bors stn. 179, 1. 231,
anm. 1.
bös stf. 66.
hosu swf.? 278, anm. 1,
bräca swm. 57, anm. 2.
bracu swf. 278, anm. 1.
braed adj. 294 und
anm. 1.
braeÖe, hraöe adv. 315,
anm. 2.
braefti stm. 188.
br£e(w), bräw, br6aw
stn. 173, 2. 174, 3 u.
anm. 3. 118, anm. 250,
anm. 1, 288, anm. 1.
br^aw adj. 112 und
anm. 1. 301.
breddan swv. 400,
anm. 1. 401, 2. 402.
breb stm.? 267, a.
Hr6iVic npr. 100,
nacbtr.
brehta stv. ? 388, anm. 2.
bremig adj. 296.
breodan stv. 384,
anm. 1.
breob adj. 295, anm. 1.
304, anm. 4.
hreosan stv. 384, anm. 1.
br^ow stf. 174, 3. 259.
jebröow stn. 250, 1.
br^owan stv. iJ84,
anm. 1.
br^owsian swv. 174, 3.
411, anm. 2.
breppan swv. 416,
anm. 10.
hriÖ(er) n. 289 und
anm. 2.
brif stn. 288, anm. 1.
brinan stv. 382, anm. 1.
brindan stv. 386,
anm. 1.
brine stm. 263, 1.
bring stm. 239, l,a.
hrissan, brisian swv.
400, anm. 1. 2.
broden s. breodan.
bröÖor stn. 267, anm. 1.
Hröt5ulf npr. 173,
anm. 3.
bröpan stv. 396.
brvise swf. 278.
brütan stv. 385.
brycj stm. 247, a.
bryöer s. briöer.
bryre stm. 263, 1.
bü adv. 172, anm.; bü
meta, nyta, geares,
gerades 320.
gebü adv. 320.
bülic pron. 342.
bungor stm. 273.
bunta swm. 277.
biiru t5inga adv. 320.
büsincel stn. 248,
anm. 4.
büx, büsc stn. 289,
anm. 3.
bwä pron. 341. 343;
bwon, bwone 65,
anm. 2.
gebwä pron. 341,
anm. 2.
bwaet5er pron. 342. 343.
345.
gebwaeöer pron. 347.
218
Register.
hwael stm. 240.
hwsenne adv. 05.
anm. 2.
hw«r adv. 321.
jehwser adv. 321,
anm. 2.
hwtesan? stv. 396.
hwset adj. 293. 294 u.
anm. 1 ; sup. 309.
liwaithwära adv. 321,
anm. 2.
hwsethweja pron. 344.
hwa3thu3unin3a(s) adv.
319.
hwär adv. 321^ anm. 2.
-hweja 317. 344.
hwelan stv. 390, anm. 1.
hwelc s. hwilc.
hweorfan 3S8, anm. 1. 2.
hwesan? stv. 390. ,
hwettan swv. 400,
anm. 1.
liwidcr adv. 321.
hwilc pron. 43, anm. 4.
342. 343. 345.
gehvvilc pron. 347.
hwilendlic adj. 173,
anm. 3.
hwilchweja pron. 344.
hwinan stv.? 382,
anm. 1.
hwomm stm. 239, 2.
hwonan adv. 321.
hwopau stv. 390.
hwyrft stm. 260.
hycjean swv. 31, anm.
415. 410, anm. 4.
hyd stf. 209.
hyÖ stf. 258, 2.
^ehyjd stfu. 258, 2.
207, b. 209 II. anm. 4.
hyge stm. 31, anm.
203, 1.
hylit stm. 200.
hyhtan swv. 405, 4.
liyll stm. 247, a. 200.
hylii stf. 268.
hynjran swv. 31, anm.
405, 5.
liype stm. 203, 1.
onliyrian swv. 400,
anm. 1.
hymetu stf. 258, 1 und
anm. 1.
jebyrstu, -e pl. 207,
anm. 2.
Lyse stm. 208, 1 und
anm. 3,
hyspan swv. 405, anm.
I npr. 284. anm. 7.
ic pron. 332.
idaejes adv. 320.
ides stf. 254, 2 255, 2.
209, anm. 4.
iecan swv. 31, anm.
405, 2. 407, b.
jeÖ adv. 323.
iej stf. 258, anm. 5.
iezaÖ stm. 24, anm.
ieldcian swv. 411,
anm. 1.
ielde stm. pl. 264.
ieldu f. 279 u. anm. 1.
ielfe stm. pl. 204.
ielfetu stswf. 258, 1 u.
anm. 1.
ierfeweard stm. 32, 2. b,
51.
iernan stv. 89, anm. 2.
179, 1. 380, anm. 2.
ierre adj. 299.
ierrinja adv. 318.
iewan swv. 174, 3.
408, 2.
ifijtearo stn. 43, 2, a.
ilca pron. 43, anm. 4.
291, anm. 1. 339.
incer pron. 335.
Indeas npr. 8, anm. 3.
inn adv. 321.
innan, inne adv. 321 ;
comp. 314.
innelfe stn. 183, 2.
innerra, comp, inne-
mest sup. 314.
inneweard adj. 43, 2, b.
inst8epe(s) adv. 320.
iren adj. 290 u. anm. 3.
iw, iow stm. 250, anm. 1 .
hican stv. 394 f.
lacnian, li^ecnian swv.
57, anm. 3.
laÖu stf. 253 u. anm. 1.
l?eccean swv. 89, anm. 1.
407, a.
lö§ce stm. 248, 1.
Igen stn. 207, a.
Isene adj. 222, 2.
lies stf. 200.
l^s adv. 323
leessa comp. 180. 304.
anm. 3 ; liesta sup. 3 1 2.
laet adj. 294, comp. 314.
Igetan stv. 394. 395.
laetemest sup. 50,
anm. 2. 314.
liewan swv. 174, 3.
Isk^ü stm. 271.
Iahc6p stn. 20, nachtr.
läliwä pron. 345.
lappa, lajppa swm. 10.
Ur stf. 252, b u. anm. 4.
254, 1.
lareow stm. 43, anm. 4.
250, anm. 3.
lätt^ow stm. 43,
anm. 4. 201, 4. 250,
anm. 3.
laurtr6ow stn. 8, anm. 1.
jeleafful adj. 231,
anm. 2.
leah stf. 255, 4 und
anm. 3.
lean stv. 111. 373.
392 2.
16c stm. 200.
leccean swv. 407, a.
lecgean swv. 401, 1.
leger stn. 245.
forlegis stf. 258, 1.
-leju stf. 268.
lemb s. l9mb.
lemian swv. 400, anm. 2.
lempedu stf. 258,
anm. 1.
lenj adv. 323.
lenglitra, -tojra comp.
308, anm.
leo swm. 277, anm. 2. 3.
Icodan stv. 384, anm. 1.
16ode stm. pl. 261. 264.
leot5u stm. 271.
leof adj. comp. 309.
311.
leofiicor, -ost adv. 322.
leojan stv. 384, anm. 1.
leoht adj. 84, anm. 1.
leoma swm. 222, 2.
16on stv. 114. 373.
383, anm. 4.
leoran stswv. 384,
anm. 3. 403, anm. 1.
leomunj stf. 254, 2.
255, 1.
forl^osan stv. 384,
anm. 1.
-16stu f. 98, nachtr.
lettan swv. 400, anm. 1.
lesan stv. 391, anm. 1.
libban swv. 415. 410,
anm. 2.
lic stn. 239, l,b.
-lic adj. 43, 1. 3,a. 294
und anm. 2.
Register.
219
lic(c)ettaü swv. 230,
anii). ].
licgean stv. 372. 391, 3.
liÖ stD. 241.
liÖan stv. 382, anm. 1.
liÖincel stn. 248, anm. 4.
liÖs, liss stf. 201, 7.
, 25S, 2.
Ije^ stm. 3], anm. 266.
lieget stn. 24S, anm. 3.
liejetu stf. 258, 1.
liehtan swv. 1 00,
anm. 1.
belifan stv. 382, anm. 1.
lifzan s. libban.
gelimpan stv. 386,
anm. 1.
Liudis npr. 258, I.
linnan stv. 386, anm. 1.
lixan swv. 100, anm. 1.
405, 2.
loc stn. 239, l,b.
16c(a)hwa, -hwaeÖer,
-nwilc pron. 345.
löcian swv. 411.
loergae 93, nachtr.
lomb(or) n. 288, anm. 1.
' 290.
londbüend f. 287.
londcöp 26, anm.
long adj. comp. 310 u.
' anm. 312.
lonjlife adj. comp. 308,
' anm.
lot stn. 239, l,b.
liican stv. 385.
liifian swv. 55.
lufiend m. 286, anm. 2.
lufu stswf. 55. 252,
anm. 4. 253 u. anm. 2.
278, anm. 1.
las f. 284.
lütan stv. 385.
lyft stmfn. 266 und
anm. 2. 267, anm. 2.
269 und anm. 4.
lyge stm. 263, 1 und
anm. 5.
lyre stm. 263, 1.
lysan swv. 405, 2.
lyt adv. 319.
lythwön n. 302.
lytel adj. 296; comp.
312; adv. 319.
lytesna adv. 302. 319.
lytlum adv. 319.
ma, mse adv. 312,
anm. 1. 323.
mäcraeftij adj. 3(»8,
anm.
maÖum stm. 201,
anm. 3. 244, 1.
gemaecca swmf. 89,
anm. 1. 278, anm. 4.
m^d stf. 260 u. anm. 3.
m^dru n. pl.? 290,
anm. 3.
maeÖl stn. 201, anm. 2.
maeÖlan swv. 2i)l,
anm. 2.
mgeg stm. 57, anm. 3.
210, anm. 4.
maeg anv. 424, 10.
maegden stn. 50, anm. 2.
mfeje swf. 57, anm. 3.
m3eT(e)Ö f. 284.
mm stn. 201, anm. 2.
mißlan swv. 201,
anm. 2.
mteltange swf. 276,
nachtr.
-mselum adv. 320.
gemfene adj. 302,
anm.
msenig s. monig.
maestan swv. 89,
anm. 1.
maestling stm. 196,
anm. 4.
mtew stm. 266.
mafealdra adj. comp.
308, anm. 330, anm.
maje s. mgeje.
maxister stm. 12. 50,
anm. 5.
maju stm. 271.
jemah adj. 295, anm. 1.
gemalic adj. 222,
anm. 1.
mära comp., maesta
sup. 312.
marjen s. morgen,
martrian swv. 79,
anm. 3.
masce swf. lo.
mattuc stm. 10.
mäwan stv. 396.
meaht s. mieht.
mearc stf. 254, 1.
mearh stm. 242, 1 und
anm. 1.
mearu adj. 300.
m^ce stm. 91, anm.
248. 1.
t6 medes adv. 820.
medewa adj. 300.
medu stn. 106, 1. 271
medume adj. 106, 1.
raeltan stv. 387, anm. 1.
melu stn. 249 und.
anm. 2.
mene stm. 261. 263, 1.
menju f. 279 und
anm. 3.
mennen(u) stf. 258,
anm. 2.
meöswmf.? 277, anm. 2.
meolcan stv. 387,
anm. 1.
meoluc f. 107, I. 284,
anm. 5.
meowle swf. 73, anm. 1 .
174, 3. 278.
mere stm. 261.
mergen s. morgen,
ämerian swv. 400,
anm. 1.
metan stv. 391, 1.
mete stm. 263, 1 und
anm. 3. 5.
metod stm. 245.
-metto f. 201, 4.
micel adj. 31, anm. 296.
und anm. 1. 2;
comp. 312.
micles, miclum adv. 319.
micgem stn. 216,
anm. 3.
midd adj. 297; sup. 314.
middaneard stm. 214, 7.
tö middes adv. 319.
midi stn. 201, 3.
mit$an stv. 382, anm. 1.
mi(e)ht, meaht stf. 98,
anm. 261. 269.
Mierce npr. 264 und
anm.
gemierce stn. 248, 1.
miere swf. 278.
migan stv. 382, anm. 1.
milts stf. 198, 4. 258, 2.
miltsian swv. 411,
anm. 2.
min pron. 335.
minsian swv. 186, 2.
mint 69.
mistlic adj. 196, anm. 4.
mödor f. 285.
m6na swm. 68. 277.
möuaÖ m. 68. 281, 1
und anm. 4.
monig adj. 65, anm. 2.
monigfeald adj. comp.
308, anm. 330.
220
Register.
monn(a) m. 281, 1 und
anm. 1.
Monnet5orp npr. 284,
aum. 7.
monung stf. 254, 2.
morgen stm. 10. 11
1)3. 214, anm. 10.
237, anm. 2. 244, 1.
moru swf. 218, anm. 2.
278, anm. 1.
mötan anv. 425, 12.
mi\Ö stm. 239, l,a.
gemun adj. 302.
munan anv. 423, 9.
mimt stm. 70.
Muntj^of npr. 196, 3.
munuc stm. 70.
murcnian swv. 55.
muraan stv. 55. 389 u.
anm.
müs f. 284 u. anm. 1.
jemynd stfn. 267, b.
269 und anm. 4.
myne stm. 263, 1.
jemyne stn. 263, 2.
jemyne adj. 302.
mynecenu stf. 258,
anm. 2.
mynet stf 70.
mynster stm. 70.
nabban swv. 10. HO,
anm. I ; s. habban.
nä^er s. nähweeöer.
n«dl stf. 201, 3. 254, 1.
niedre swf. 278.
ni'efre adv. 192, anm. 2,
bcnaeman swv. 68.
anm. 1.
jenteme adj. 299.
nsenig pron. 348, 2;
nSenge Öinja adv.
320.
nseniht n. 100, nachtr.
348, 2.
ua3S, njeron anv. 172,
anm.
nähwaeÖer pron. 348, 2.
niihwier adv. 43, anm. 4.
57, anm. 2. 321,
anm. 2.
nalles , nalas, nalses,
nals adv. 3! 9.
nan pron. 348, 2;
n{i(n)t?inj n. 348, 2;
näne J^inga adv. 320.
uanuht n. 348, 2.
nas = nses 49, anm. 1 .
nasu s. nosu.
nathwa, -hwilc pron.
344.
nauht s. nawiht.
näwöer s. nähwaßÖer.
miwer s. nähwser.
nawiht, nawuht, nauht,
näht pron. 6, anm. 1.
71. 172, anm.
' 348, 2.
n^ades adv. 320.
n^ah adj. comp. 313
und anm.
n6ah adv. 321.
geneah anv. 424, 11.
neaht s. nieht.
nealsecean swv. 222,
anm. 1. 407, b.
nealicadj. 222, anm. 1.
nealles s. nalles.
nean, n6ar adv. 112.
321.
nearra comp. 313 und
anm.
uearu stf. 105, anm. 1.
260 und anm. 1.
nearu adj. 105, anm. 1.
300.
nearwe adv. 315.
neb stn. 247, 6.
Nebrod npr. 187, anm.
nefa swm. 277 und
anm. 1.
nefene swv. 258,
anm. 2.
genehwia swv. 2 1 8,
anm. 3.
nellan anv. 428.
nemnan swv. 405, 5.
406. 410, 4.
n6odlucor adv. 43,
nachtr.
neoöan adv. 321.
n^ol adj. 43, anm. 4. 51.
gen^op praet. 396,
anm. 2.
neos(i)an swv. 221, 2.
neotan stv. 384, anm. 1.
nergend m. 286.
neriaii swv. 400. 401, 1.
402. 409.
-neru stf. 268.
jenesan stv. 391,
anm. 1.
nett stn. 247, b.
nie pron. 332, anm. 1.
niöan, niöerra, niöe-
mest adv. u. comp.
314.
niöor adv. 321.
nicd stf. 266; niedes
adv. 320.
niedneeme adj. 68,
anm. 1.
niehsta sup. 311. 313
und anm.
nieht stf. 98, anm.
284 u. anm.; niehtcs
adv. 320.
niehtl9n3es adv. 319.
nier a'dv. 323.
nierwan swv. 408, l u.
anm. 5.
nierwet stn. 248, 2.
nieten stn. 243, 1.
244, 2.
niewe adj. 73, 2. 297,
anm. 2.
niman stv. 390, anm. 2.
2^enip stn. 241.
nipan stv. 382, anm. 1.
nistij adj. 110, anm. 1.
genögadj. 291, anm. 1.
nöht s. nöwiht.
nöhwaßöer pron. 348, 2.
nöhwger adv. 57, anm. 2.
321, anm. 2.
tö n6nes adv. 320.
norÖ, norÖerra, norÖ-
mest 314.
norÖan adv. 321.
NorÖanhymbre npr.
264.
nosu stf. 274.
nöwÖer s. nöhwaeÖer.
n6wer s. n6hw«r.
nöwiht, nöht n. 348, 2.
-numa swm. 70.
genyht stf. 267, b.
genyhtsum adj. 31,
anm. 196, anm. 3.
nyllan anv. llo, anm. 1.
172, anm.
nym^e, nybtJe conj.
1S7, anm.
nytan anv. 110, anm. 1.
172, anm. 420, 1.
nytt stf. 25S, 1.
nytt adj. 297.
ö adv. 62, anm.
ot5t5e conj. 317.
öÖer adj. num. 66. 291,
anm. 1. 296, anm. 3.
328.
of praep. 51.
ofdele stn. 263, 2.
ofere adv. 321, anm. 3.
Begister.
221
oferhygd stn. 267, b.
oferm6ttu f. 255, 3.
ofersleje stn. 263, 2.
of(o)st stf. 43, anm. 4
und nachtr. 100,
anm. 4 (nachtr.)
oftige stm. 263, 1.
öht stf. 67.
öhwaeÖer pron. 62,
anm. 222, anm. 1. 346.
ühwaer adv. 222, anm. 1.
321, anm. 2.
6hwonan adv. 321,
anm. 2.
öleccean swv. 407, 6.
ollunc adv. 188, anm. 1.
6m stm. 68.
9mbiht stn. 93, nachtr.
6n adv. präp. 51 und
anm. 65, anm. 2.
on- = un- 56, 1 .
onselet stn. 248, 2.
oncl^ow stn. 198,
anm. 2. 250. 1.
ondettan swv. 403,
anm. 1.
9ndettere stm. 248, 1.
ondrysenlic adj. 188,
anm. 4. 196, anm. 4.
198, anm. 1.
ondswaru stf. 51. 253
und anm. 1.
ondweard adj. 43, 3, a.
ondwleota swm. 43, 2,a.
inettan swv. 43,
anm. 4. 218, anm. 1.
403, anm. 1.
9nhrine stm. 263, 1.
onsien stf 198, anm. 4.
269, anm. 4.
onweald stmn. 43, 2, b.
198, anm. 2. 267,
nachtr.
onwealhadj. 198, anm. 2.
6r- 50.
6ra swm. 26, anm.
orceard stm. 196, 3.
or(e)t5ian swv. 43,
anm. 4. 186, anm. 3.
6ret, orret stm. 43,
anm. 4. 218, anm. 1.
orettan, orrettan swv.
218, anm. 1. 403,
anm. 1.
orlege stn. 263, 2.
orn praet. 65, anm. 1.
oroÖ stn. 43, anm. 4.
186, anm. 3.
OS stm. 66. 281, anm. 3.
Ciswold npr. 51.
ot praep. 51 u anm.
OuSjrim, Oustman npr.
26, anm.
öwöer s. öhwajöer.
6 wer s. öhwger.
üwiht n. 62, anm. 344.
oxa swm. 277, anm. 1.
bepsecean swv. 407, a.
paeÖ stm. 240 und
anm. 2.
p8et5Öan swv. 89, nachtr.
paeli stm. 80, anm. 4.
psetij adj. 180.
pälendse swf 50,
anm. 5.
päwa swm. 57, a.
p6a swm. 112. 118,
anm.
p6o swf. 278, anm. 2.
peose swf. 278.
Perse, -6as npr. 8,
anm. 3. 264.
peru swf. 54, anm. .278,
anm. 1.
Piehtas npr. 101.
pin stm.? 69.
pinsian swv. 69. 186,2.
plagian swv. 391,
anm. 1. 416, anm. 6.
ple3(i)an stswv. 391,
anm. 1.
pleoh stn. 242, 2.
pleolic adj. 222, anm. 2.
pl6on stv. 113. 373.
391, 2.
Pl^owald npr. 222,
anm. 1.
pocca, pohha swm.
219, anm. 2.
pund stn. 70.
pyffan swv. 192, nachtr.
404, 2.
pylestm. 173, 2. 263, 1.
rä swm. 118. 277,
anm. 2.
rador stn. 222, anm, 1.
rtecean swv. 407, a u.
anm. 3.
rsedan stswv. 394. 395,
anm. 2.
rseden stf. 258, 1 und
anm. 3.
raefnan swv. 193, anm.
405, 5.
ras stf.? 260.
raesan swv. 405, 2.
r^swan swv. 408,
anm. 6.
räpincol stn. 248,
anm. 4.
reccean swv. 407, a.
r^cean, reccean swv.
230, anm. 1. 407, au.
anm. 5.
reced stn. 243, I.
refsan swv. 405, anm.
regn stm. 185.
r6o swf 218, anm. 3.
r^ocan stv. 384 und
anm. 1. 2.
onreod praet. 396,
anm. 2.
r^odan stv. 384, anm. 1.
r6ofan stv. 384, anm. 1 .
r^otan stv. 384, anm. 1.
r6ow adj. 301 und
anm. 2.
r^owe, -u s. r6o.
geresp stn. 267, a.
^eresta swf. 278,
anm. 4.
rewet stn. 248, 2.
rice stn. 246. 248, 1.
rjce adj. sup. 309.
rjdan stv. 382, anm. 1.
riecels stm. 238, anm. 3.
rieht adj. 101, 1.
riehtan swv. 100,
anm. 1. 101, 1.
rimere stm. 248, 1.
rimpan stv. 386,. anm. 1.
rinan swstv. 382,
anm. 2.
rinnan stv. 386, anm. 2.
ripan, ripan stv. 382,
anm. 3.
risan stv. 382, anm. 1.
rixian swv. 411, anm. 2.
roccettan swv. 403,
anm. 1.
röd stf 252, anm. 1.
roda npr. 26, anm.
rot adj. 295.
rofen part. 384, anm. 1.
row adj. 301.
r6wan stv. 396 ilnd
anm. 3.
ruh adj. 295, anm. 1.
rümedlic adj. 231,
anm. 2.
rust stn. 55.
ryge stm. 263, 1.
ryne stm. 263, 1.
sacan stv. 392, anm. 1.
222
Register.
sacc stm. K».
säcerd stm. 12. 50,
anm. 5.
sacu stf. 253 und
anm. 1. 2.
See stmf. J18. 173, 2.
174, 3 und anm. 3.
26(), anm. 3.
saecc stf. 89, anm. 1.
258, 1.
sael stn. 240. 263,
anm. 3. 288, anm. 1.
289, anm. 2.
s^l stmf. 266.
sseteradsej stm. 50,
anm. 2.
sgewet stn. 248, 2.
saju stf. 253, anm. 2.
santlian swv. 10.
salor stn.? 263, anm. 3.
289 und anm. 1. 2.
salu adj. 300.
säre, sgere adv. 320.
säwan stf. 396.
Siiwol stf. 6, anm. 1.
174, 3.254, 2.255,2.
scaeööig adj. 89, nachtr.
sceacan stv. 392,
anm. 1. 3.
sceacga swm. 216,
anm. 2.
scead stn. 260, anm. 2.
271.
sceadan stv. 395.
sceadu stf. 105, anm. 1.
260 und anm. 2. 271.
sceaÖa swm. 109.
sceafan stv. 382,
anm. 1. 3.
jesceaft stfn. 261.
267, anm. 3. 269.
sc^ap stn. 102, anm.
gesceapu n. pl. 105,
anm. 1.
scear stn. 290, anm. 3.
sceawere stm. 248, 1.
sceawian swv. 411.
sceÖÖan stswv. 75,
anm. 2. 372. 392, 4
und anm. 4. 400,
anm. 1. 401, 1. 402.
sceiÖ stf. 6, anm. 1.
scencean swv. 405, 2.
406.
gescentu f. 201, 4.
sceo swf.? 277, anm. 2.
sc6oli adj. 295, anm. 1.
sceolh adj. 295, anm. 1.
sceolan s. sculan.
sceorfan stv. 388,
anm. 1.
sceorpan stv. 388,
anm. 1.
sceort adj. comp. 307.
310.
sceotan stv. 384, anm. 1.
scerero n. pl. 290,
anm. 3.
jescie stn. 76, anm. 3.
248, anm. 1.
scield stm. 273.
scielfan stv.? 387,
anm. 1.
sciendan swv. 76,
anm. 3.
scienes stf. 230, anm. 1 .
scieppan stv. 372.
392, 4.
scieran stv. 390, anm. 2.
scierian swv. 400,
anm. 1.
scierpan swv. 406, anm.
scinan stv. 382, anm. 1.
scip stn. 241. 288,
anm. 1.
-scipe stm. 98, anm. ;
263, 1.
scipincel stn. 248,
anm. 4.
sciptearo stn. 249,
anm. 4.
scitan stv. 382, anm. 1.
scöh stm. 242, 2 und
anm. 2.
scöian swv. 414,
anm. 4.
sc61 stf. 55, anm.
scolu stf. 253.
scomian swv. 416,
anm. 6.
scomu stf. 253 und
anm. 2.
scraef stn. 240.
forscrencean swv.
406, anm.
screpan stv. 391,
anm. 1.
sende stm. 263, 1.
scriÖan stv. 382,
anm. 1.
scrifiin stv. 382, anm. 1.
scrimman stv. 386,
anm. 1.
scrincan, scringan stv.
386, anm. 1. 3.
serüd stn. 281, 2.
scüdan st.? 385, anm. 1.
scüfan stv. 385 und
anm. 1.
sculan 76, anm. 2.
423, 8.
scurf stn. 179, 2.
scyccean swv. 407,
anm. 8.
scyfe stm. 263, 1.
scyldi^ adj. 31, anm.
scyn swv. 408, 1.
scyte stm. 26:j, 1.
se pron. 337. 340.
s6at$ stm. 273.
sealfian swv. 411.
sealh stm. 242, 1.
sealtan stv. 396.
searu stn. 105, anm. 1.
249 und anm. 3.
seaw stnm. 250, 1.
zeseaw adj. 301.
Seaxe npr. 261. 264
und anm.
secean swv. 407, a.
secg stf. 258, 1.
secjean swv. 89,
anm. 1. 415. 416,
anm. 3.
seßi swm. 109, anm. I.
277.
s6ft adv. 323.
s6fte adj.. 299.
sezn stm. 54, anm.
sei stn. 263, anm. 1 .
sei n. comp. 312,
anm. 3. 323.
seid stn. 183, 2.
seldan adv. comp.
322, anm.
sele stm. 263, 1. 263,
anm. 3.
seif pron. 81. 101,
anm. 1. 291, anm. 1.
339.
selfwilles adv. 320.
sella, s61ra comp. 180.
312, s^lost sup. 311.
312.
sellan swv. 80, anm. 2.
407, a und anm. 1.
ges^man swv. 68,
anm. 2.
semnin^a adv. 3 1 8, anm.
sencean swv. 406, anm.
sendan swv. 405, 4. 406
seo swf. 113. 278
anm. 2.
seo pron. 114.
Register.
223
seodu s. sidu.
86ot$an stv. 384.
seolcan stv. 387, anm. 1.
seoloc stn. 107, 1.
seolfor stn. 107, 1.
seolh stm. 242, 1.
st»on s. sien.
seon stv. * sehen' 73, 1.
113. 367. 373. 391, 2
und anm. 6.
seon stv. * seihen' 114.
373. 383, anm. 4.
seonoÖ stm. 107, 1.
seonu s. sinu.
seorÖan stv. 388,
anm. 1.
geset stn. 241.
setl stn. 196, 2 und
anm. 1.
settan swv. 400, anm. 1 .
401, 2. 402.
sibb stf. 252, anm. 2.
257. 258, 1.
gesibb adj. 297.
sican stv. 382, anm. 1.
sidu stm. 107, 1. 271.
sit5 adv. 314. 321. 323.
sit^an adv. 321.
sit5t5an adv. 109, anm. 2.
8it)e swf. 214, 4.
siÖfaet stm. 49, anm. 1.
siöra comp., siÖe(me)st
sup. 314.
siellic adj. 198, 3.
sien stf. 269, anm. 4.
sierwan swv. 408, 1 u.
anm. 3. 409.
siew(i)an swv. 73, 2.
408, anm. 7.
siex num. 101, 1.
siexta num. 221, 2.
sife stn. 203, 2. 288,
anm. 1.
sigan stv. 382, anm. 1.
sije stm. 261. 263, 1
und anm. 4. 5. 288,
anm. 2. 289, anm. 2.
sijlan swv. 405, 5.
si2orstm.289, anm. 1.2.
jesihÖ stf. 100, anm. 1.
simbles adv. 319.
sin pron. 335.
sincan stv. 386, anm. 1 .
sin^ala, -e, -es adv.
317. 319.
sinjan stv. 386, anm. 1 .
sinnan stv. 386, anm. 1.
sinu stf. 260 u. anm. 2.
sittan stv. 372. 391, 2.
siwen part. 73, anm. 2.
slä swf. 278, anm. 2.
slse, slä? swf. 278,
anm. 2.
slgepan stswv. 57,
anm. 3. 395 u. anm. 2.
405, anm.
släh stf 278, anm. 2.
släw adj. 301.
sleanstv. 111. 119.296.
anm. 1. 367. 392, 2.
sieze stm. 263, 1.
slidan stv. 382, anm. 1.
slide stm. 263, 1.
slieht stm. 266.
töslifan stv.? 382,
anm. 1.
slincan stv. 386, anm. 1.
slitan stv. 382, anm. 1.
sliw stm. 250, anm. 2.
siöh stnmf. 242, 2. 255,
anm. 3.
slüpan stv. 385.
smaeccean swv. 89,
anm. L
smsel adj.; adv. 315,
anm. 2.
smeajean swv. 415.
416, anm. 5.
sm^ang stf. 119.
smeocan stv. 384,
anm. 1.
smeortan stv. 388,
anm. 1.
smeoru stn. 249 und
anm. 2.
smiee stm. 31 , anm. 266.
smierwan swv. 408, 1
und anm. 1. 4.
smitan stv. 382, anm. 1.
smolt, smylte adj. 299,
anm. 1 .
smoltliee adv. 315,
anm. 3.
smügan stv. 385.
snaw stm. 174, 3. 250, 1,
snearh stf. 255, 4.
sn^ome adv. 315,
anm. 1.
sneorcan stv. 388,
anm. 1.
sneowan, snowan stv.
384, anm. 4.
snican stv. 382, anm. 1.
sniÖan stv. 382.
snottor adj. 296 und
anm. 3.
snöwan s. sneowan.
snide stm. 263, 1.
smyrian swv. 400,
anm. 1.
s6t5 adj. 66; adv. 3 15. 3 16.
softe adj. 299, anm. 1.
softe adv. 66. 315,
anm. 3.
sol stn. 239, l,b.
söm-, säm- 68, anm. l.
,s9me adv. 315, anm. 1.
somhwilc pron. 347.
somnunja adv. 3 1 8,
anm.
somtenjes adv. 319.
somwistu n. pl. 267,
anm. 2.
söna adv. 68. 317.
sorg stf. 252, anm. 1. 4.
254, 1.
sorgiau swv. 93, nachtr.
416, anm. 0.
söriz adj. 62, anm.
spadu swf. 278, anm. 1.
späld, spät] stn. 183, 2.
196, 2 u. anm. 1.
sped stf. 269.
speldru n. pl.? 290,
anm. 3.
sp^oftan swstv. 384,
anm. 5.
speornan s. spurnan.
spere stn. 247, anm. 2.
261. 262. 263, anm. 4.
288, anm. 1.
spie stn. 288, anm. 1.
spinnan stv. 386,
anm. 1.
spitu stm. 271.
spiwan stv. 73, anm. 2.
382,' anm. 1.
spiwian swv. 73, 2.
408, anm. 7.
sp6n stm. 68.
sponan stv. 392, anm. 3.
sponnan stv. 396.
spor stn. 239, l,b.
sporettan swv. 403,
anm. 1.
spornan s. spurnan.
sp6wan stv. 113, anm.
174,3. 371, anm. 396.
spraec stf 180.
gesprec stn. 241.
sprecan stv. ISO. 391,
anm. 1.
spr6otan stv. 384,
anm. 1.
224
Register.
springan stv. 386,
anm. 1.
spura swm. 55.
spurnan stv. 55. 389
und anm.
spynje swf. 41, anm.
spyrian swv. 400,
anm. t.
staöelian swv. 50,
anm. 1.
stseS stn. 240.
jestaeÖÖig adj. 89,
nachtr.
stsef stm. 240.
stselan swv. 201 , anm. 2.
staenen adj. 296.
stsenihte, st^nihte adj.
299.
stsepe stm. 89, anm. 1.
263, 1.
staeppan stv. 89, anm. 1.
372. 392, 4.
stapol stm. 245.
stealdan stv. 396.
stede stm. 263, 1 und
anm. 5.
stefn stm. 193, 2.
stefn stf. 193, 2.
stelan stv. 390, anm. 1 .
stellan swv. 407, a.
stenc stm. 266.
steng stm. 266.
st^oran s. stieran.
steorfen stv. 388,
anm. 1.
stice stm. 263, 1.
sticol adj. 296.
stiell stm. 266.
stieran swv. 100,
anm. 2. 403, anm. ].
sti^an stv. 382, anm. 1 .
stincan stv. 386, anm. 1 .
stingan stv. 386, anm. 1.
stondan stv. 392, 3.
stow stf. 259.
strsec adj. 294, anm. 1.
stT'M stf 17, 3. 57, 1.
str6aw stm. 112 und
anm. 1. 3. 250, anm. 1.
streccean swv. 407, a.
str^^an swv. 408,
anm. 9.
stregdan stswv. 389 u.
anm.
streng stm. 266.
stren^Öu stf. 255, 3.
strenge adj. 299, anm. I.
303, anm. 2.
strengu f. 279 und
anm. 3.
str6onan s. strienan.
str6(o)wian swv. 73,
anm. 1. 408, anm. 9.
strican stv. 382, anm. 1.
stridan stv. 382, anm. 1 .
stride stm. 263, 1.
strienan swv. 100,
anm. 2. 403, anm. 1.
striman stv. ? 390,
anm. 2.
strong adj. 299, anm. 1.
303, anm. 2; comp.
309f.;adv.comp.322.
strüdan stv. 385.
studu, stuÖu f. 282.
stulor stn.? 289.
stund stf. 254, 1.
stundmaelum adv. 320.
stycce stn. 248, 1.
styde s. stede.
ästyfecian swv. 411,
anm. 2.
styrian swv. 400,
anm. 1.
sücan, sügan stv. 385.
suega swm. 216, anm. 2.
süÖ adv. comp. 314.
SüÖhymbre npr. 264.
süöweard(es) adv. 319.
sugian s. swigian.
sunterja swm. 176,
nachtr.
sulh f. 284 u. anm. 3.
sülincel stn. 248, anm. 4.
sulung stn. 43, anm. 4.
-sum adj. 294 und
anm. 2.
sum pron. 343.
sumor stm. 273.
sunne swf 278.
sunu stm. 270 und
anm. l.
süpan stv. 385.
suwian s. swigian.
swat$u stf. 253 und
anm. 1.
swaeÖ stn. 240.
swaeöer, swaöer pron.
345.
swselan swv. 406, anm.
swäpan stv. 396. 397.
swar, swaer adj. 57,
anm. 3.
swealwe swf. 278.
swebban, swefian swv.
400. anm. 1. 2. 401, 1.
swefan stv. 391, anm. 1.
äswefecian swv. 411,
anm. 2.
sw^^ stm. 266.
Swem npr. 6, anm. 1 .
swelc pron. 43, anm. 4.
342. 349.
swelgan stv. 387,
anm. 1.
swelgend f. 287 und
anm.
swellan stv. 387,
anm. 1.
sweitan stv. 387, anm. 1.
swencean swv. 406,
anm.
swenj stm. 266 und
anm. 1.
sweoloÖ stm. 106,
anm. 1.
Sw6on npr. 277, anm. 2.
sweopu swf. 278,
anm. 1.
sweorcan stv. 388,
anm. 1.
sweörd stn. 72.
sweor&n stv. 388,
anm. 1.
sweostor f. 72. 285.
jesweostor f. pl. 72.
285.
sweotol adj. 71 und
anm. 1. 107, 1. 296
und anm. 2; adv. /
315. 316.
swerian stv. 392, 4.
sw^te adj. 299. 302,
anm.
swican stv. 382, anm. 1 .
swice adj. 302.
oferswiÖan swstv. 382,
anm. 2.
swifan stv. 382, anm. 1 .
swigian swv. 214, 8.
416, anm. 8.
swilc s. swelc.
swile stm. 263, 1.
swimman stv. 386,
anm. 1.
geswinc stn. 267, a.
swincan stv. 38(),
anm. 1.
swindan stv. 386,
anm. 1.
swingan stv. 386,
anm. 1. 2.
swo^an stv. 396.
^eswüjuug stf. 214, 8. .
Begister.
225
ewötc adv. 315, anm. 3.
swyle stin. 2B3, 1.
swylt stm. 2()6.
j^eswyrf stn. 2()7, a.
syfreadj.21)S,aiim.21M).
sylian swv. 400, anm. 2.
syll stf. 258, 1.
Xesyntuf. 201, 4.255,3.
sype stm. 263, 1.
taswf. 118.278, anm. 2.
tacen stn. 185. 243, 1
u. anm. 244, 1.
tacnian swv. 411.
tijecean swv. 407, a n.
anm. 1.
ta^l, tili stf. 57, anm. 3.
talcnta swm. 50, anm. 5.
talian swv. 416, anm. 6.
talu stf. 253, anm. 2.
jctawe f. pl. 43, anm. 4.
57, a.
tawian swv. 57, a.
tear stm. 111.
tola adv. 109, anm. 1.
317.
geteld stn. 212, anm. 1.
teldan stv. 387, anm. 1.
tellan swv. 407, a und
anm. 1. 416, anm. 6.
, tcn(e) niim. 113.
t^oÖa num. 304, anm. l.
t6o;];ean swv. 414,
anm. 4.
> teon stv. *zeihen' 114.
HO. 367. 373. 383 u.
anm. 3.
t6on stv. ^ziehen' 110.
367. 373. 384.
t<^on swv. 408, anm. M).
t6ona swm. 277.
teond m. 286, anm. 1.
tcoru stn. 249.
toran stv. 390, anm. 1.
tid stf. 269.
tiegan swv. 31, anm.
tiene s. t^ne.
Tij s. Tiw.
tizol stf. 254, 2.
tiladj. 294.
tilian swv. 109, b. 416,
anm. 6.
timbran swv. 405, 5. 406.
^etimbre stn. 248, 1.
timbrend f. 287.
tir stm. 58, anm.
Tiw npr. 250, anm. 2.
t65 m. 6«). 281, 1 und
anm. 2.
t6h adj. 67. 295, anm 2.
tolic adj. 222, anm. 1.
tom ad). 291.
tiwcarä adj. 43, 2, b.
43, 3,a. 51.
tra^f stn. 2 10 u. anm. 1.
traz stf. 57, anm. 3.
trantian swv. 10. 82,
anm.
tredan stv. 391, anm. 1.
treddan swv. 400,
anm. 1. 401, 2. 402.
treow stn. 250, 2.
tr^ow stf. 259.
treowan, triewan swv.
403, anm. 1.
trüwian swv. 412,
anm. 2. 416, anm. 6.
tryinman swv. 400,
anm. 1. 2.
tu num. 172, anm.
betuh s. betweoh.
tunje swf. 276.
tun^ol stn. 243, 1 und
anm. 214, 1. 2.
tünincel stn. 248,
anm. 4.
turf f. 2S4.
tuwa s. twiwa.
twelfvvintre adj. 303,
anm. 2.
tweo, twy(n) swm. 113.
277, anm. 2.
tw^ojean swv. 4 1 4,
anm. 4.
betweoh 71 u. anm. 1.
172, anm. 329.
(be)tweonum adv.
222, 2. 329.
betweox(n) adv. 329.
twiefold adj. 43, 2,b.
51. 330 und anm.
twili,betwih s. betweoh.
getwinne adj. num.
329, anm. 2.
betwuh s. betweoh.
betwux s. betweox.
tyht stm. 266.
tylg adv. 323.
tyn swv. 117. 4()8, 4.
410, anm. 1.
tyrnan swv. 406, anm.
ufan adv. 55. 321 und
anm. 1 ; comp. 314.
ufemest sup. 314.
uferra comp. 55. 314.
ufor adv. 55.
uhtu swuin.? 186,
Sie V er 8, Angelsächs. grammatik. 2. aufl.
anm. 4. 280, anm. 2.
tö ühtes adv. 320.
un- 56, anm. 1.
unccr pron. 335.
un^onces adv. 320.
unforcü5 adj. 43,
anm. 4.
ungemet, -e, -es adv.
319.
uu^ewealdes adv. 319.
Ungewisses adv. 319.
unr«d(e) adj. 299,
anm. 1.
unnan anv. 422, 4.
unwilles adv. 320.
upp, uppan, uppe adv.
321.
upweard(es) adv. 819.
üre pron. 335. 336,
anm.
i'is(s)er pron. 180. 335.
336, anm.
üt, ütan, Ute adv. 321;
comp. 314.
ütemest sup. 314.
üterra comp. 314.
wacian swv. 416, anm. 6.
wadan stv. 302, anm. 1.
wieccende part. 416,
anm. 6.
waBcnan stswv. 392,
anm. 1.
w»d stn. 240.
jewiede stn. 248, 1.
wffidla swm. 201, 3.
wi#2 stm. 266.
Wiege stn. 248, 1.
waelstn. 240.
w8Rlhr6ow adj. 43, 2, a.
wtepen stn. 189. 213, 1.
244, 2.
Wiepmon m. 188.
wiepnian swv. 189.
w8Br adj. 294.
Wffirburj npr. 284,
anm. 6.
waerna swm. 179,
nachtr.
waesma swm. 221, 2.
Wcestm stm. 221, 2.
waestmbjere adj. 299.
waeter stn. 243, nachtr.
245.
wag stm. 273.
-wäre m. pl. 263, anm. 7.
warenian swv. 50,
anm. 1.
waroÖ stn. 105, anm. 2.
15
226
Register.
was = wses 49, aam. 1.
wascan stv. 10. 392,
anm. 1.
wawan stv. 396.
w6a swm. 62, anm. 1 18,
anm.
w6a adj. 301, anm. 2.
^ewealc stn. 267, nachtr.
wealcan stv. 396.
-weald npr. 51.
weald stm. 273.
wealdan stv. 896.
wealdend m. 286 und
anm. 2 ; f. 287.
zewealdes adv. 320.
Wealh stm. 242, 1.
weall stm. 239, 2.
weallan stv. 396.
wealtan stv. 396.
-weard adj , adv. 43, 2, b ;
3, au. anm. 3. 51.319.
-weardes adv. 319.
w6as adv. 319.
weaxan stv. 392, anm. 3.
weccean swv. 407, a.
wec3 stm. 247, a.
wecgean swv. 400,
anm. 1. 401, 1 und
anm. 1.
wed stn. 247, b.
gew^d stn. 267, a.
jewef stn. 263, anm. 3.
wefan stv. 391, anm. 1.
weg stm. 241, a.
wegan »tv. 391,
anm. 1. 6.
wel adv. 315, anm. 3.
wela swm. 109, anm. 1.
weljehwjer, (je)wel-
hwjer adv. 321 , anm. 2.
(ge)welhwilc pron. 347.
wellyrge swf. 176,
nachtr.
w6n stf. 68, anm. 2. 269.
wöninja adv. 318.
wonnan, wenian, swv.
400, anm. 1. 405, 1.
werian swv. 400, anm. 1 .
w^obud, w6ofod stn.
43, anm. 4. 222, anm. 1.
weore stn. 72. 238, a, 1.
weorÖan stv. 72. 388
und anm. 2.
weortJian swv. 72.
weortJig stf. 72.
weorÖmynt f. 255, 3.
forweoren part. 384,
anm. 3.
weorold stf. 72. 106, 1.
weorpan stv. 72. 388
und anm. 2.
w^osan stv. 382,
anm. 3.
w6pan stv. 396.
wer stm. 241, a.
werod stn. 106, 1.
243, 1.
werod adj. 106, I.
wesan anv. 391, anm. 1.
427.
west, westan adv. 314.
321.
wüsten stn. 246. 248, 2
und anm. 2. 3.
westerra comp., west-
mest sup. 314.
wibed 8. w6ofod.
wican stv. 382, anm. 1.
wieg stn. 247, b.
wicu s. wucu.
Wide adv. 315.
widlan swv. 201, 3.
widuwe s. wuduwe.
gewielc stn. 267, nachtr.
wielincel stn. 248,
anm. 4.
wiell stm. 266.
wielwan swv. 408, 1
und anm. 5.
wieröe adj. 71, anm. 2.
wiergen stf. 258, 1.
wiers adv. 323.
wiersa comp., wierresta
sup. 71, anm. 2. 180.
312.
wif stn. 239, l,b.
gewif stn. 263, anm. 3.
wifmon m. 193, 2. 281,
anm. 1.
wiga swm. 277.
wigend m. 24, anm. 286.
wiht stfn. 71. 100,
anm. 1. 267, b und
anm. 3. 269 und
anm. 4.
Wiht npr. 101, 1. 284,
anm. 7.
Wihtjär npr. 273.
wilde adj. 201, 2.
wild6or stn. 231, 3.
wildor stn. 289.
gewile, jewill stn.
263, 2.
willan anv. 428.
willes adv. 320.
windan stv. 386, anm. 1.
wine stm. 262. 263,
anm. 2.
wineard stm. 214, 7.
winnan stv. 386,
anm. 1.
winster adj. 186, 2.
Winter stn). 273 und
anm. 3.
wisnian swv. 382,
anm. 3.
wist stf. 269; wistu
pl. 267, anm. 2.
witan anv. 420, 1.
aßtwitan stv. 382,
anm. 1.
jewitan stv. 382,
anm. 1.
wite stn. 248, 1.
bewitian swv. 109, b.
416, anm. 6.
wlacu, wlaßc adj. 303.
wlaBce stn. 263, 2.
wleccean swv. 407, b.
wlitan stv. 382, anm. 1.
wlite stm. 263, 1 und
anm. 5.
wlöh f. 218, anm. 3.
284 und anm. 4.
gewlöhadj. 295, anm. 1.
w6cor stf. 254, 1. 255, 2.
wöh stn. 67. 242, 2 u.
anm.
wöh adj. 67. 295,
anm. 1. 304, anm. 4.
wolcen stn. 188,
anm. 2. 243, anm.
wolcr6ad adj . 7 1 , anm. 1 .
1 88, anm. 2.
Wolfwol)?u npr. 273,
anm. 4.
woUent^are adj. 3S7,
^.nm. 1.
wöm(a) stswm. 68.
womm adj. 295, anm. 2.
won(a) adj. 291, anm. 2.
won^ stm. 273, anm. 1.
wonxe swn. 280, anm. 1.
Word stn. 238.
Worms, worsm stn.
179, 2. 185.
wracu stf. 253 und
anm. 2.
wrastlian swv. 10.
wrecan stv. 391, anm. 1.
wreccea swm. 89,
anm. 1.
wreccean swv. 407,
anm. 4.
Register.
227
wreÖian swv. 400,
anm. 2.
wrenc stin. 200.
wrcnna swm. 1 79,
nachtr.
wreon stv. 8, anm. 3.
114. 373. 383.
wridan stv. 382, aum. 1 .
wriÖan stv. 3S2,anm. 1.
wrinjan stv. 380,
anm. 1.
jewrit stn. 241.
writan stv. 382, anm. 1.
wrixlan swv. 100,
anm. 1. 180.
wrötan stv. 390.
wrums s. worms.
wucu swf. 71. 278,
anm. 1.
wudu stra. 71. 271 u.
anm. 1.
wuduwe swf. 71 und
anm. 1. 150, 4.
wuht s. wiht.
wuldor stm. 201, 2.
wulf stm. 55. 239, 1, a.
wulle swf. 55, nachtr.
jewuna swm. 291,
anm. 2.
wund stf. 254, 1.
wunian swv. 70. 411.
wurms s. worms.
wuton 71. 172, anm.
wylf stf. 258, 2.
wyrd stf. 209.
forwyrd stn. 207, b.
wynn stf. 209.
Wynnefeld npr. 284,
anm. 7.
wyrcean swv. 407, a u.
anm. 0.
jewyrht stn. 207, b.
209 und anm. 4.
wyrm stm. 72, anm. 205.
wyrms s. worms.
wyrmsan swv. 185.
yryrp stm. 200.
wyrst stf. 179, nachtr.
wyrt stf. 209.
wyrtun stm. 231, 3.
wyrtruma swm. 231, 3.
wyscan swv. 405, 2.
yÖ stf., 258, 2.
yfel stn. 243, 1.
yfel adj. 290 und
anm. 2; comp. 312.
yferra comp., yfemest
sup. 314.
yfes stf. 93.
ymb(e) adv. pracp. 95,
anm. 2.
ymest sup. 222, 2. 314
und anm. 3.
yppan swv. 405, 2.
400, anm.
yst stf. 209.
yterra comp., ytemest
sup. 314.
Nachträge and berichtiguiigen.
§ 2, anm. 1. Sweet's Oldest English Texts sind jetzt erschienen,
London 1885. — §,0, anm. 1, schluss lies * seltene, namentlich north.;'
weiterhin ist das eingeklammerte zu tilgen. — § 20, anm. flige hinzu
Uahcöp rechtskauf.' — § 35 flige hinzu: *Anm. 2. In späten texten steht
bisweilen ie für e'a: lies los, bien bohne, w^el knecht.' — § 38 füge
hinzu: *Anm. 2. Selten und spät steht auch yo: cyo, cnyowu gl. —
Ucber eu, tu in den ältesten texten s. § 04, anm.' — § 42 tilge 1 nach
Anm. — § 43, 3, b füge hinzu: ^Spät erscheinen diese formen einigemale
mit M, wie ne'odiucor, afelucosC — Ebenda anm. 4 (s. 17, 8 ff.) lies
^*cef-est oder ^cef-yst^ und weiter *^*of-est oder ^of-ysV — § 55, abs. 2
füge hinzu ^ wulle wolle', § 50 anm. 2 desgl. ^hox buxus.' — § 09 füge
hinzu ''deiiu tal (?).' — § 89, anm. 1 füge hinzu ^poetiZan gehen, scoetitii^
schädlich, ^eslcetitSi^ stetig.' — §93, 1 füge hinzu ^sosr^endi, loer^eE]^,
(Dieter s. 27), cefsung Corp., (b als umlaut von o in cemheht Corp. (ib.).'
— § 98 füge hinzu *Anm. 2. In nebentoniger silbe scheint auch strengws.
e häufiger für ie zu stehen, vgl. bildungen wie cefrverdla schade, metele'stu
speiselosigkeit , etc.' — § 100, änm. 1 füge hinzu *vgl. auch ^iccig
juckend, ^iVci«« jucken.' Femer ist nachzutragen: *Anm. 3 (zu § 88—100).
Bisweilen wird der vocal des ersten gliedes eines compositums durch
den vocal der Stammsilbe des zweiten teiles umgelautet, vgl. beispiele
wie klcef-dige herrin , neben hldf-ord herr (§ 43, anm. 4), cmlic einzig,
north, oiniht, ndniht § 348, a^hwilc, e'ghwilc etc. § 347, anm. 1, HretS-ric
15*
228 Nachträge und berichtiguBgen.
npr., vgl. auch endlefan aus *ainlifdn' § 325, eneterey enitre einjährig,
aus *ee«-wm/r^, *enrvinlre, Anm. 4. Hie und da wird um laut der ersten
silbe eines dreisilbigen wertes durch den vocal der schlusssilbe erzeugt
(vermittelt durch umlaut des vocals der mittelsilbe) : cerende aus *dryndi
botschaft, cemer^c aus *ämyr^e asche (ahd. eimuriä)\ so vermutlich auch
in compositis wie cbniege einäugig, ceniiepig einzeln, north, oefist (§43,
anm. 4), aus *of'Unsti-\ vielleicht auch endemes pariter, aus *dndömis zu
*ändöm einheit, vgl. gen. adv. cenes einmal L. Wihtr. 7. 25, aus *ainis.
Beispiele für kurzes a s. § 50, anm. 2.' — § 129 lies ^oßstel indicatorium.'
— § 151, anm. lies ''mldra,^ — § l'^l? anm. 1 lies '•wen noch fast ganz (vgl.
Dieter s. 48) ' — § 175, 2 füge hinzu; ^selten steht ge vor m, wie bei'geum
racemis gl.' — § 176 fiige hinzu * bisweilen auch nach mittelsilben , wie
in dimerge asche (ahd. eimurid), uuellyrgae sinus Ep. Erf. Corp. neben
welfere gl. Cleop., auch wol suhterga fratruelis (Corp.) neben suhlri(g)a,^
— § 179 füge hinzu /ö?'^^ frost, (hond)wyrs! handgelenk, dcerstan
hefe, coerse kresse, hcers barsch, wcerna neben rm^enna zaunkönig.'
— § 189 füge hinzu *Mit / wechselt p in dem seltenen cnafa knabe,
neben cnapaJ — § 192 f^ge hinzu ^pyffan puffen, blasen, ähyffan muttire
gl.'; zu anm. 2 vgl. Beitr. XI, 542 ff. — § 214, 6 füge ein: *selten
ist e vor w, wie e'ceum, wcBcceum.^ — § 217, abs. 2 füge ein *rtw-, anÜepe,
'ig einzeln (altn. einhleypry — § 237, 1 fiige hinzu: *Ein umgelautcter
gen., der auf urspr. -is weist, findet sich in dem altkent. cßnes adv. u.
gen.' (s. oben zu § 100). — § 240, z. 3 tilge ''hrvcel walfisch' und füge dafür
ein ^fcel gefäss ' — § 243, 1 ^^gQ ein ''woeler, pl. wceler und gewöhn-
licher 7vcet(e)ru, st. watro-^ (als beispiel ftir zweisübige stamme mit kurzer
Wurzelsilbe im nom. sing.). — § 267, a trage nach ^gebenn neben gebonn
bann, gewielc neben gewealc das schlagen der wogen, north, onwoeld
Rit. neben onweald gewalt (gewöhnlich m.).' — § 270. Vereinzelt finden
sich auch spätws. starke formen für gen. dat. sg. der fem. und neutra
(d. h. der Wörter auf -e. im nom.), wie gen. mäiltangcs gl., eures Ben.
eages Scint., dat. eage Ben. — Anm. 1 lies bcecislra. Ebenda sind aus
versehen einige belege für synkopierten gen. pl. stehen geblieben, welche
zu Wörtern starker flcxion gehören. — § 295, z. 2 tilge fdg feindlich. —
§ 406, Anm. lies *denkmälem (und so schon öfter in Cura past.).' — § 407,
anm. 4 tilge Hdhte'' und Hahle.^ — S. 207, z. 13 lies 'in' statt *im'.
Halle, Druck von Ehrhardt Karras.
INE UNIVERSITY OF MICHIGAN
GRADUATE IIMIARY
3 9015 03092 e,*77
DO NOTREMOVE
OR
MÜTILPM^AIUL